Hauptmenü öffnen
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Hier fehlen massiv grundsätzliche Informationen. Im Moment werden lediglich die Beziehungen zu vier Ländern beschrieben und das in einem vollkommen unzureichendem Maße. Besonders dramatisch ist die Beschreibung der Beziehung zu Amerika - das muss unbedingt erweitert werden! (Näheres siehe entsprechender Abschnitt und auf der Disk).
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.
Staaten mit Botschaften aus Israel
Staaten, die Botschaften in Israel haben

Die Außenpolitik Israels umfasst die Außenbeziehungen des Staates Israel.

Inhaltsverzeichnis

GrundlagenBearbeiten

Grundsätzliches Ziel der israelischen Außenpolitik ist die Sicherung der Existenz des Staates Israel als jüdischer und demokratischer Staat sowie die Sicherheit seiner Bürger.[1] Schritte dazu sind die Lösung des Nahostkonflikts und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu einer Reihe von muslimischen Ländern, die das Land aufgrund des Konflikts nicht anerkennen. Nach anfänglicher diplomatischer Isolation erfuhr Israel nach seinem militärischen Erfolg im Sechstagekrieg 1967 einen sprunghaften Anstieg seiner internationalen Anerkennung in der westlichen Welt. Dagegen brachen die meisten Staaten des Ostblocks die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab, was bis zur Wende 1989 anhielt.

Status der AußenbeziehungenBearbeiten

 
Weltkarte der bilateralen Beziehungen Israels, Stand Juli 2011
  • Diplomatische Beziehungen
  • Diplomatische Beziehungen suspendiert
  • Frühere diplomatische Beziehungen
  • Frühere Handelsbeziehungen
  • Keine diplomatischen Beziehungen
  • Derzeit unterhält Israel diplomatische Beziehungen zu 159 von 193 Mitgliedsländern der Vereinten Nationen.[2] Davon erneuerte oder nahm es 32 nach der Konferenz von Madrid von 1991 und 32 nach Unterzeichnung des Gaza-Jericho-Abkommens auf.[2] Zu 34 Staaten hat Israel keine diplomatischen Beziehungen. In der westlichen Hemisphäre pflegen nur Kuba, Venezuela und Bolivien keine diplomatischen Beziehungen zu Israel, da die Regierungen dieser Staaten mit den Palästinensern sympathisieren. In Ostasien verweigert Nordkorea dem Land die Aufnahme diplomatischer Beziehungen, während die gegenseitige Nichtanerkennung Taiwans auf der Ein-China-Politik der Volksrepublik beruht. Bhutan pflegt traditionell restriktive Außenbeziehungen. Ghana unterhält gute Beziehungen zu Israel.

    Mitgliedschaft in überstaatlichen OrganisationenBearbeiten

    Israel ist Mitglied unter anderem in folgenden internationalen Institutionen:

    Die Mitglieder der Vereinten Nationen sind in regionale Gruppen aufgeteilt, um bei der Vergabe von Sitzen in Gremien eine ausgewogene geographische Verteilung zu erreichen. Im Mai 2000 wurde Israel aus politischen Gründen ein WEOG-Vollmitglied. Diese Mitgliedschaft war befristet, jedoch mit einer Option zur Verlängerung versehen. Seit 2004 wird diese Mitgliedschaft ständig erneuert.[3]

    Wegen "systematischen Angriffen" und "Versuchen, die jüdische Geschichte vom Land Israel zu trennen" hat Israel seinen UNESCO-Austritt zum Ende 2018 verkündet.[4]

    EuropaBearbeiten

    • Österreich

    Das österreich-israelische Verhältnis galt lange Zeit als schwierig. Erst das vom damaligen österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky 1993 gemachte Schuldeingeständnis an der Schoa hat die Beziehungen deutlich verbessert.[5]

    Vereinigte StaatenBearbeiten

    Aufgrund einer Kongruenz der Interessen unterstützten die Vereinigten Staaten zunächst zögerlich, danach immer nachhaltiger den neu gegründeten jüdischen Staat Israel.

     
    Israelische Botschaft in Washington, D.C.

    Während des Suez-Krieges 1956 zeigten sich die USA unter Eisenhower noch äußerst kritisch gegenüber Israel, das in den 1950er und 1960er Jahren am stärksten Unterstützung erhielt von Frankreich.[6] Ab 1962 vertieften sich die US-amerikanisch-israelischen Beziehungen unter der Regierung John F. Kennedys. Diese erkannte unter anderem das Potential Israels als militärisches Gegengewicht zu den Aktivitäten der Sowjetunion im Mittleren Osten. Dem Verkauf von Flugabwehrraketen an Israel folgte die Lieferung von Panzern und Kampfflugzeugen. Die US-Regierung unter Lyndon B. Johnson stellte sich anschließend politisch deutlich hinter Israel, welches im Sechstagekrieg einen Sieg über die von der UdSSR unterstützten Länder Ägypten, Irak, Jordanien und Syrien erlangte. Die strategische Partnerschaft zwischen den USA und Israel verfestigte sich im Laufe der 1970er Jahre vor Allem unter den Regierungen Nixon und Reagan in Form von Verträgen und Übereinkünften bezüglich finanzieller Unterstützungen und dem Austausch von Militärtechnologie. Nach der Wiederbewaffnung Syriens durch die Sowjetunion intensivierte sich diese Beziehung erneut. 1989 verlieh Regierung Reagan Israel den Status eines wichtigen Nicht-Nato-Verbündeten. Die meiste Kritik seit Eisenhower erhielt Israel seitens der USA unter George Bush sen., der z. B. Ost-Jerusalem zum besetzen Gebiet erklärte. Unter Bill Clinton wurden vor dem Hintergrund des Osloer Friedensprozesses wieder Zugeständnisse an Israel gemacht.[7] Der Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel wurde unter amerikanischer Verhandlungsführung ausgehandelt.[8] Israel kann jedoch nicht nur auf die „beispiellose Unterstützung“ durch die USA bauen, sondern darüber hinaus auf „Sympathie und Verpflichtung Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs“.[9] Infolge der Anschläge vom 11. September 2001 intensivierten sich die Beziehungen zwischen den USA und Israel im Rahmen der militärischen Zusammenarbeit im Nahen und Mittleren Osten. Die Vereinigten Staaten kritisieren den israelischen Siedlungsbau im Westjordanland (siehe auch Israelische Siedlung#Unstimmigkeiten, Misstrauen, Anklagen). Verurteilungen israelischer Militäraktionen durch den Sicherheitsrat werden oft durch Einlegen eines Vetos der Vetomacht USA verhindert. Die bedeutendsten israel-bezogenen Lobbyorganisationen in den USA sind die AIPAC (konservativ) und J Street (links). US-Präsident Donald Trump erklärte am 6. Dezember 2017, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen.[10]

    AsienBearbeiten

    Arabische LänderBearbeiten

    Mit Ausnahme von Ägypten und Jordanien, mit denen Israel im Jahre 1979 respektive 1994 Frieden schloss, und Marokko, Tunesien, Katar, Mauretanien, Oman, Dschibuti und Bahrain erkennt kein anderes Mitglied der Arabischen Liga Israel an. Weitere afrikanische Länder, die Israel nicht anerkennen, sind der Tschad und die Demokratische Arabische Republik Sahara, die aber als Nicht-UN-Mitglied ihrerseits international nicht anerkannt ist. Alle weiteren Staaten, die Israel nicht anerkennen, sind einige Mitglieder der Organisation der Islamischen Konferenz, dies sind Afghanistan, Bangladesch, Indonesien, Iran, Malaysia und Pakistan. Derzeit haben lediglich die islamisch geprägten ehemaligen Sowjetrepubliken (Tadschikistan und die Turkstaaten), Ägypten, Jordanien, Senegal und Nigeria, Mali, Marokko, Tunesien, Katar, Mauretanien, Oman, Dschibuti, die Malediven und Bahrain Israel anerkannt oder pflegen diplomatische Beziehungen zu Israel. Mauretanien hat 2009, nach der Operation Gegossenes Blei, die diplomatischen Beziehungen zu Israel abgebrochen.

    Aufgrund der radikalen Expansionspolitik der schiitisch-islamischen Republik Iran kommt es seit 2018 zu einer Annäherung zwischen Israel und den sunnitisch-arabischen Staaten der Golfregion. Diese sehen in der Politik des Irans nicht nur eine existenzielle Gefahr für ihre eigene Herrschaft, sondern auch für die Vormachtstellung der sunnitischen Ausrichtung des Islam in der muslimische Weltgemeinschaft. Auch für Israel ist der Hauptgrund für die Annäherung der Iran, der sowohl eine nukleare und ballistische Bedrohung als auch eine Terrorbedrohung von außen und von innen darstellt. Israel ist höchstwahrscheinlich der einzige Staat in der Region, der in der Lage ist, dem Iran militärisch auf Augenhöhe zu begegnen.[11] Bei einer Nahost-Konferenz in Warschau am 14. Februar 2019 kam es zu weiteren Annäherungen zwischen arabischen Staaten und Israel.[12]

    IrakBearbeiten

    Sonstige asiatische StaatenBearbeiten

    AserbaidschanBearbeiten

    Die ehemalige Sowjetrepublik und Turkrepublik Aserbaidschan hat Israel anerkannt und pflegt gute diplomatische Beziehungen zu Israel. Beide Länder arbeiten in den Bereichen Sicherheitspolitik und Wirtschaft zusammen. So beliefert Israel Aserbaidschan mit Waffen.[13]

    IndienBearbeiten

    Indien und Israel haben 1992 volle diplomatische Beziehungen aufgenommen.

    Im September 2003 besuchte Ariel Sharon als erster israelischen Premierminister Indien. Begleitet wurde er von seinen Ministern für von Justiz, Bildung und Landwirtschaft, sowie von mehr als 30 führenden Geschäftsleuten.

    Bei den Terroranschlägen in Mumbai vom 26. bis 29. November 2008 war auch das jüdische Chabad Haus im Nariman House ein Ziel der Angreifer. Ermordet wurde der Leiter des Chabad-Zentrums, der Rabbiner Gavriel Holtzberg, und seine Ehefrau Rivka. Ihr zweijähriger Sohn konnte hingegen von einer Angestellten gerettet werden. Die weiteren Opfern waren Bentzion Chroman und Rabbi Leibish Teitlebaum, Jocheved Orpas und die mexikanische Jüdin Norma Shvarzblat Rabinovich.[14]

    Im Juli 2017 war Narendra Modi der erste indische Premier, der Israel besucht hat. Es wurden Vereinbarungen über eine stärkere Zusammenarbeit in der Landwirtschaft, bei der Entwicklung von Weltraumtechnik, der nationale Sicherheit getroffen und ein gemeinsamer Industrie-Fonds für Forschung und Entwicklung gegründet.[15]

    Im Januar 2018 war Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, begleitet von einer großen Wirtschaftsdelegation auf einem Staatsbesuch in Indien.[16]

    IranBearbeiten

    Bis zum Sturz des persischen Kaisers Mohammad Reza Pahlavi im Jahre 1979 pflegte Israel enge wirtschafts- und sicherheitspolitische Beziehungen zum Iran. Nach der Islamischen Revolution und der Ausrufung einer Islamischen Republik brach der Iran unter Ajatollah Khomeini sämtliche Kontakte zu Israel ab. Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten bleiben aufgrund des iranischen Atomprogramms und des Nahostkonfliktes stark belastet. Zusammen mit anderen Staaten verdächtigt Israel den Iran, entgegen dessen wiederholten eigenen Absichtserklärungen, das Atomprogramm nicht allein zu zivilen, sondern auch zu militärischen Zwecken zu betreiben. Israel behält sich für den Fall einer unmittelbar bevorstehenden iranischen nuklearen Bewaffnung präventive militärische Gegenmaßnahmen vor. Im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt bezichtigt Israel den Iran einer konstant antiisraelischen, destruktiven Haltung in Wort und Tat. Die iranische Regierung fällt immer wieder durch antiisraelische Hassreden auf. So hat beispielsweise der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad wiederholt den Holocaust geleugnet und die Vernichtung des "zionistischen Gebildes" (Israel) gefordert. Darüber hinaus beschuldigen Israel und andere Länder den Iran der wiederholten Unterstützung terroristischer Vereinigungen, beispielsweise der Hisbollah im Libanonkrieg 2006.

    Zu den KurdenBearbeiten

    Bis zum Ende der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten an die einhunderttausend kurdische Juden in den Regionen, die heute die Autonome Region Kurdistan ausmachen. Durch die Gründung des Staates Israel und den darauffolgenden Kriegen zwischen arabischen Staaten einerseits und Israel andererseits gab es eine große Massenabwanderung von Juden aus den arabischen Staaten. Die kurdischen Juden ließen jedoch ihre Beziehungen zur alten Heimat nicht abreißen und traten im noch jungen Israel als Fürsprecher der Kurden auf. Dies spiegelte sich auch in der Außenpolitik Israels. Ab spätestens den 1960er Jahren intensivierte Israel seine Kontakte zu den Kurden, einerseits durch die erfolgreiche Lobby-Arbeit der kurdischstämmigen Israelis, andererseits auch aus der Hoffnung heraus, neue Verbündete im Kampf gegen die Araber zu gewinnen.[17]

    Nach dem kurdischen Aufstand gegen die Zentralregierung in Bagdad im Jahre 1961 intensivierten sich die Beziehungen zwischen Israel und den irakischen Kurden. Der damalige Anführer des kurdischen Widerstandes, Mustafa Barzani, konnte vom Historiker Îsmet Şerîf Wanlî davon überzeugt werden, Kontakte mit Israel aufzunehmen. Führende israelische Politiker, wie Schimon Peres oder Levi Eschkol, waren große Befürworter dieser kurdisch-israelischen Beziehungen. Schon zu dieser Zeit entsandten sie israelische Vertreter. Weitaus enger wurden die israelisch-kurdischen Beziehungen nach der Machtübernahme durch die Baath-Partei, zu welcher auch Saddam Hussein gehörte, im Irak. Der gemeinsame Feind führte zu einer engeren Kooperation zwischen Kurden und Israelis und führte dazu, dass auch kurdische Vertreter in dieser Zeit vermehrt nach Israel entsandt wurden. Infolge massiver Waffenlieferungen Israels an die Kurden vermutete die arabische Presse, dass sich mehrere tausend israelische Agenten in den kurdischen Regionen des Irak aufhielten. Laut der Historikerin Ofra Bengio waren es jedoch gerade mal eine Handvoll.

    Große Teile der kurdischen Bevölkerung befürworten engere Beziehungen zu Israel, das belegen Umfragen der vergangenen Jahre. Dasselbe gilt auch umgekehrt. Die Tendenz ist steigend. Jedoch befindet sich die kurdische Regierung derzeit in einem Dilemma. Einerseits würde sie gerne engere und offizielle Beziehungen zu Israel aufbauen, andererseits wird sie von den proiranischen Schiiten im Irak des Verrates am Irak bezichtigt. Auch der mächtige Nachbar Iran übt in dieser Hinsicht großen Druck auf die Regierung in Erbil aus.

    Im Juni 2014 befürwortete der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu die Unabhängigkeit Kurdistans und versicherte die direkte Anerkennung eines solchen Staates.[18]

    TürkeiBearbeiten

    Die Türkei war das erste muslimische Land, das Israel anerkannte, und zwar noch bevor Israel in die UNO aufgenommen wurde. Israel und die Türkei unterhielten jahrzehntelang enge Beziehungen. Zeitweise war geplant, zwischen Haifa (Israel) und Ceyhan (Türkei) eine „Med Stream“ genannte Pipeline für den Transport von Elektrizität, Erdgas, Rohöl und Wasser zu verlegen.

    Zwischen der Türkei und Israel besteht seit 1983 ein zusätzliches geheimes Militärabkommen. Beide Länder fühlten sich durch die vermutete syrische Unterstützung für Terrorgruppen bedroht. Israel lieferte in großem Umfang Waffen an die Türkei.

    Als sich die Türkei unter Erdoğans Präsidentschaft seit dem Jahr 2010 zunehmend von demokratischen und rechtsstaatlichen Standards entfernt, wurden auch die Beziehungen zu Israel zunehmend belastet. Ein Streitpunkt war die türkische Beteiligungen an der Gaza Flottille und deren Enterung durch die israelische Marine am 30. Mai 2010. Erst Ende Juni 2016 konnte die diplomatischen Krise beigelegt werden. Die getroffene Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Blockade Gazas durch Israel bestehen bleibt, die Türkei aber humanitäre Unterstützung für das Gebiet leisten dürfe. Hilfslieferungen aus der Türkei müssten im Hafen von Aschdod gelöscht und von dort, nach einer Kontrolle durch Israel, auf dem Landweg nach Gaza transportiert werden. Israel sicherte die Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 20 Millionen US-Dollar an die Opfer beziehungsweise deren Angehörige zu, im Gegenzug werde die Türkei gesetzlich dafür sorgen, dass alle laufenden Klagen gegen israelische Soldaten abgewendet und künftige verhindert werden.[19]

    Ein weitere diplomatische Krise entstand, als Recep Tayyip Erdoğan im Jahre 2011 die Palästinenser-Politik Israels als Staatsterrorismus bezeichnete.[20] In der Türkei mehren sich außerdem Stimmen, die einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel fordern.[21] Zudem breitet sich im ganzen Land eine antiisraelische, teils auch dezidiert antisemitische Stimmung aus.[22]

    OsttimorBearbeiten

    AfrikaBearbeiten

    Israels Außenministerin Golda Meir rief nach ihrer Afrika-Reise 1958 ein systematisches Entwicklungshilfeprogramm für die neu gegründeten Staaten ins Leben. Israelis kamen als Entwicklungs- und Militärhelfer nach Afrika und Afrikaner besuchten Aus- und Weiterbildungskurse in Israel. Anfang der 70er Jahre hatte Israel volle diplomatische Beziehungen zu 33 afrikanischen Staaten.

    Besonders nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 hatten viele schwarzafrikanischen Länder auf Druck der arabischer Staaten die Beziehungen zu Israel beendet. Vor allem Libyen und Saudi-Arabien warben mit finanzieller Unterstützung und preiswertem Öl für ihre Anti-Israel-Politik.

    Zu Beginn der 1980er Jahre gab es dann erste Kursänderungen und Ende der 1990er Jahre hatten bereits 39 Staaten Subsahara-Afrikas wieder diplomatische Beziehungen mit Israel. Die arabischen Staaten boten auf die Dauer keinen Ersatz für die Wirtschafts- und nicht immer unumstrittenen Militärhilfen aus Israel und Lösungen der drängenden Probleme wie Wasser- und Nahrungsmangel oder Terrorismus.

    Im Jahr 2014 gründete sich die Afrika-Gruppe in der Knesset. Im Juli 2016 bereiste Benjamin Netanjahu als erster israelischer Regierungschef seit 30 Jahren wieder ein Land Subsahara-Afrikas. Er besuchte Uganda, Kenia, Ruanda und Äthiopien. Ein Jahr später war er der erste nicht-afrikanische Regierungschef auf dem Gipfel der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS). Israel hatte 2017 Beziehungen zu 45 von 55 afrikanischen Staaten.

    Neben einer stärkeren politischen Zusammenarbeit und dem Ausbau des Handels kann Israel dringend benötigte Technologien liefern wie Entsalzungsanlagen gegen Wassermangel, Lösungen zur Steigerung der Ernteerträge, Gewinnung aus erneuerbaren Energien, Wissen und Mittel im Kampf gegen den radikalen Islam.[23] Im März 2019 wurde bekannt, dass die israelische Armee Truppen der 13 afrikanischen Staaten Äthiopien, Ruanda, Kenia, Tansania, Malawi, Sambia, Südafrika, Angola, Nigeria, Kamerun, Togo, Elfenbeinküste und Ghana trainiert.[24]

    TschadBearbeiten

    Der Tschad hat die diplomatischen Beziehungen zu Israel 1972 auf Betreiben des damaligen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi aufgekündigt. Am 25. November 2018 besuchte mit Idriss Déby erstmals ein Präsident des Tschad Israel. Vereinbart wurde eine bessere Zusammenarbeit im Kampf gegen Terrorismus bei der Gesundheitsversorgung, der Wasserversorgung und der Ernährung, sowie die Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen.[25] Bei einem Gegenbesuch von Benjamin Netanjahu in N’Djamena, dem ersten eines israelischen Ministerpräsidenten wurden am 20. Januar 2019 die diplomatische Beziehungen wieder aufgenommen.[26]

    UgandaBearbeiten

    Siehe auchBearbeiten


    WeblinksBearbeiten

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. Auswärtiges Amt
    2. a b o. V.: [1], Zugriff am 18. Mai 2015.
    3. Auflistung der Regionalgruppen der UN auf der Homepage der UN (engl.)
    4. https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-12/unesco-israel-vereinte-nationen-austritt
    5. Österreichs Bundespräsident Van der Bellen in Israel. In: Israelnetz.de. 5. Februar 2019, abgerufen am 20. Februar 2019.
    6. Gert Krell: Die USA, Israel und der Nahost-Konflikt. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und Zeitgeschichte. Nr. 14, 30. März 2006 (Onlineversion bei der BpB [abgerufen am 22. Juni 2017]).
    7. Jeff Halper: Die Beziehungen zwischen den USA und Israel: Wedelt der Schwanz mit dem Hund? In: Rosa-Luxemburg-Stiftung Israel Office. 13. Dezember 2016, abgerufen am 22. Juni 2017.
    8. Verhältnis zwischen Israel und den USA im Nahostkonflikt (engl.)
    9. David Grossmann: Unsere Verzweiflung ist unser Untergang. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. Juli 2014, S. 11 (faz.net – Aus dem Hebräischen von Ulrike Harnisch).
    10. https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-12/us-praesident-trump-erkennt-jerusalem-als-hauptstadt-von-israel-an
    11. Verstohlene Annäherung. In: Israelnetz.de. 17. Mai 2019, abgerufen am 18. Mai 2019.
    12. Weitere Annäherung zwischen arabischen Staaten und Israel. In: Israelnetz.de. 14. Februar 2019, abgerufen am 20. Februar 2019.
    13. Aserbaidschanisch-Israelische Beziehungen (engl.)
    14. Indien: Trauer um jüdische Terror-Opfer In: Israelnetz.de, 1. Dezember 2008, abgerufen am 23. Juli 2018.
    15. Indischer Premier auf historischem Staatsbesuch in Israel In: Israelnetz.de, 7. Juli 2018, abgerufen am 23. Juli 2018.
    16. Neues Kapitel in israelisch-indischen Beziehungen In: Israelnetz.de, 19. Januar 2018, abgerufen am 23. Juli 2018.
    17. faz.net
    18. https://www.theguardian.com/world/2014/jun/29/israel-prime-minister-kurdish-independence
    19. Barak Ravid: Israel and Turkey Officially Announce Rapprochement Deal, Ending Diplomatic Crisis. Haaretz, 27. Juni 2016, abgerufen am gleichen Tage.
    20. Erdogan: Israel ist „Bedrohung“ für den Nahen Osten, DiePresse.com, 5. Oktober 2011, abgerufen am 13. Januar 2018.
    21. Militärische Beziehungen zwischen Israel und der Türkei
    22. Rifat Bali: Der Antisemitismus hat in der türkischen Geschichte eine lange Tradition. 10. März 2004, abgerufen am 13. Januar 2018.
    23. Zurück nach Afrika. In: Israelnetz.de. 6. November 2017, abgerufen am 22. Januar 2019.
    24. Israel trainiert afrikanische Soldaten. In: Israelnetz.de. 4. März 2019, abgerufen am 17. März 2019.
    25. Präsident des Tschad erstmals in Israel. In: Israelnetz.de. 26. November 2018, abgerufen am 26. Dezember 2018.
    26. Tschad und Israel nehmen Beziehungen wieder auf. In: Israelnetz.de. 21. Januar 2019, abgerufen am 22. Januar 2019.