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A Very English Scandal ist eine britische Miniserie, die am 20. Mai 2018 auf dem Sender BBC One ihre Premiere feierte. Sie basiert auf dem gleichnamigen True Crime-Tatsachenroman des englischen Schriftstellers John Preston, der im Jahr 2016 erschienen ist. Sie erstreckt sich über einen Zeitraum von 18 Jahren und handelt von der sogenannten Thorpe-Affäre, einem politischen Skandal aus den 1970er-Jahren, in den hauptsächlich der britische Liberal-Party-Vorsitzende Jeremy Thorpe verwickelt war.[1]

Seriendaten
OriginaltitelA Very English Scandal
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Jahr2018
Produktions-
unternehmen
Sony Pictures Television, Blueprint Pictures
Länge56 Minuten
Episoden3 in 1 Staffel
GenreDrama
IdeeRussell T Davies
MusikMurray Gold
Erstausstrahlung20. Mai 2018 (UK) auf BBC One
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
2019 auf Sony Channel
Besetzung

Die drei Folgen der Serie wurden von Stephen Frears in Szene gesetzt, die Drehbücher verfasste Russell T Davies.[2] Sie wurden am 20. Mai, 27. Mai und 3. Juni auf BBC One ausgestrahlt, seit dem 29. Juni 2018 ist sie zudem in mehreren Ländern bei Prime Video verfügbar.[3]

A Very English Scandal soll in Deutschland im Jahr 2019 auf dem Sony Channel ausgestrahlt werden, ein konkreter Sendetermin stellt allerdings noch nicht fest.[4]

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Im Jahr 1961 begegnet Jeremy Thorpe, ein Mitglied des britischen Parlaments, einem jungen Mann namens Norman Josiffe. Dieser arbeitet als Stallbursche in Oxfordshire und gefällt Jeremy auf Anhieb. Er schreibt Norman mehrere Liebesbriefe, der bald zu ihm nach London zieht. Da Norman seine Sozialversicherungskarte verliert und daher nie lange ein- und derselben Arbeit nachgehen kann, wird er zunehmend labil, zudem neigt er zu einem melodramatischen und selbstdarstellerischen Verhalten, was sein Verhältnis zu Jeremy belastet, die beiden trennen sich schließlich nach mehreren Jahren. Norman ist hiervon äußerst erbost und gibt alle Briefe, die Jeremy ihm geschrieben hatte, bei der Polizei ab.

Vier Jahre später wird Jeremy von seinem ehemaligem Liebhaber erpresst, der droht, ihre Beziehung publik zu machen. Jeremy befürchtet das Ende seiner Karriere und überredet seinen Kollegen Peter Bessell, Norman größere Geldbeträge zu überweisen. Dieser verlangt zudem eine neue Sozialversicherungskarte, Jeremy lehnt dies ab, da unter Umständen dadurch eine Verbindung zwischen ihnen festgestellt werden könnte.

1968 wird Jeremy zum Parteivorsitzenden gewählt, er ist zudem der jüngste Mann seit einem Jahrhundert, der dieses Amt bekleidet. Er heiratet die junge, naive Caroline Allpass, die beiden werden bald Eltern eines Sohnes. Währenddessen ist Norman, der nun den Nachnamen Scott trägt, unfähig, in einer Arbeitsstelle oder Beziehung zu verweilen, er ist Alkoholiker und drogenabhängig. Sein einziger Lichtblick sind Pferde und Hunde, um die er sich gelegentlich kümmert. Da er auf Norman wütend ist, ruft er Caroline an und berichtet ihr von seiner Liebschaft mit ihrem Ehemann, sie nimmt dieses Geständnis fassungslos auf, bleibt aber weiterhin mit Jeremy zusammen.

Zwei Jähre später stirbt Caroline bei einem Autounfall. Während er um seine Frau trauert, überlegt Jeremy, Norman ermorden zu lassen, diese Pläne werden aber aufgrund von zeitlichen Umständen immer wieder verschoben. Norman unternimmt einen erneuten Versuch, eine Sozialversicherungskarte zu beantragen, scheitert aber auf dem dafür zuständigen Amt an der Sturheit und Ignoranz der Angestellten. Peter Bessell ist aufgrund der Zahlungen an Norman in finanzielle Schwierigkeiten geraten und setzt sich deswegen in die Vereinigten Staaten ab.

1973 ehelicht Jeremy Marion Stein, eine Adelige und Gräfin von Harewood, wodurch er in der politischen Hierarchie aufsteigt. Als Jeremy Norman einige Zeit später zufällig auf der Straße trifft, gerät er in Panik und beauftragt David Holmes, einen ehemaligen Kommilitonen in Oxford, mit der Tötung Normans. Dieser gibt die Aufgabe an Andrew Newton weiter, der dafür 10.000 Pfund erhält. Newton scheitert allerdings kläglich und schafft es lediglich, Normans Hund sterben zu lassen. Norman meldet das Verbrechen umgehend der Polizei und ist davon überzeugt, dass Jeremy etwas damit zu tun hat.

Im Jahr 1976 kommt es deswegen zu der sogenannten Thorpe-Affäre. Jeremy wird wegen versuchter Schädigung Normans verurteilt. Als dieser die Polizei bittet, ihm zwei von Normans Liebesbriefen zu überlassen, lässt Jeremy selbst sie veröffentlichen und gibt zu ihrem Inhalt eine Stellungnahme ab. Im Mai tritt er vom Amt des Parteivorsitzenden zurück, zudem verliert er seinen Sitz im Parlament an Anthony Speller, einem Mitglied der konservativen Partei.

Drei Jahre später müssen sich Jeremy, David und zwei weitere Mitangeklagte vor Gericht wegen Verschwörung zum Mord verantworten, ihre Verteidigung übernimmt George Carmen, der für seine unerbittlichen Plädoyers und Zeugenbefragungen bekannt ist. Die Presse nimmt mit regem Interesse an dem Prozess teil und lässt bei ihrer Berichterstattung auch die kleinsten Details nicht aus. Norman sagt im Zeugenstand, dass er nur zwei Sachen verlangt: eine Sozialversicherungskarte und dass seine Geschichte Gehör findet. Den stark voreingenommenen Richter Cantley interessiert dies wenig. Er beeinflusst die Geschworenen zugunsten Jeremys, die ihn und seine Mitverschwörer für nicht schuldig befinden.

Im Abspann wird erwähnt, was aus den Beteiligten geworden ist: Jeremy Thorpe, der nie wieder ein öffentliches Amt bekleidete, verbrachte sein restliches Leben mit Marion Stein bis zu ihrem Tod am 6. März 2014, er starb am 4. Dezember desselben Jahres. Peter Bessell wohnte bis zu seinem Tod 1985 in den USA. Norman Josiffe lebt heute mit elf Hunden zusammen und besitzt immer noch keine Sozialversicherungskarte.

BesetzungBearbeiten

RezeptionBearbeiten

In der Internet Movie Database erhielt A Very English Scandal eine Bewertung von 7,9 aus zehn Sternen basierend auf 4048 Nutzerstimmen. Bei Rotten Tomatoes erhielt die Serie eine Kritikerbewertung von 97 Prozent, der Durchschnittswert beträgt 8,77 aus zehn Punkten. Die Nutzerstimmen ergeben eine Bewertung von 75 Prozent, der Durchschnittswert beträgt hier 3,8 aus fünf Punkten.[5] Bei Metacritic betrug die durchschnittliche Kritikerwertung 84 von 100 basierend auf 17 Stimmen, die durchschnittliche Nutzwertung 5,7 von zehn basierend auf 52 Stimmen.[6] Die britische Zeitung The Guardian setzte A Very English Scandal in ihrer jährlichen Bestenliste The 50 best TV shows of 2018 auf den zweiten Platz (übertroffen lediglich von Killing Eve).[7]

AuszeichnungenBearbeiten

Die Serie selbst, Hugh Grant und Ben Whishaw sind bei den Anfang 2019 stattfindenden Golden Globe Awards,[8] Critics’ Choice Television Awards[9] und Satellite Awards[10] in den Kategorien Beste Miniserie, Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie (Grant) und Bester Nebendarsteller in einer Miniserie (Whishaw) nominiert. Zudem hat Grant Chancen auf einen Screen Actors Guild Award in derselben Kategorie.[11]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweislisteBearbeiten

  1. Robert Mitchell: Hugh Grant Returns to British TV for First Time in Nearly 25 Years. In: Variety. 22. Mai 2017, abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).
  2. Nancy Tartaglione: Hugh Grant To Star In Stephen Frears’ ‘A Very English Scandal’ For BBC One. In: Deadline. 21. Mai 2017, abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).
  3. Brian Lowry: Hugh Grant delivers in Amazon's brilliant 'A Very English Scandal'. In: CNN. 29. Juni 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).
  4. Timo Niemeier: Sony Channel zeigt Miniserie „A Very English Scandal“ 2019. In: DWDL. 13. Dezember 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018.
  5. A Very English Scandal: Miniseries – Rotten Tomatoes. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).
  6. A Very English Scandal. In: Metacritic. Abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).
  7. The 50 best TV shows of 2018: the full list. In: The Guardian. 21. Dezember 2018, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 28. Dezember 2018]).
  8. Winners & Nominees 2019. In: Golden Globes.com. 6. Dezember 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).
  9. Kristopher Tapley: ‘Americans,’ ‘Gianni Versace,’ ‘Escape at Dannemora’ Lead Critics’ Choice Awards TV Nominations. In: Variety. 10. Dezember 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).
  10. 2018 Nominees. In: pressacademy.com. 28. November 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).
  11. Nominations Announced for the 25th Annual Screen Actors Guild Awards®. In: sagawards.com. 12. Dezember 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018 (englisch).