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Werbach

Gemeinde in Baden-Württemberg, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Werbach
Werbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Werbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 9° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 187 m ü. NHN
Fläche: 43,18 km2
Einwohner: 3320 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97956
Vorwahlen: 09341, 09348, 09349
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 128
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 59
97956 Werbach
Website: www.werbach.de
Bürgermeister: Ottmar Dürr
Lage der Gemeinde Werbach im Main-Tauber-Kreis
AhornAssamstadtBad MergentheimBoxbergCreglingenFreudenbergGroßrinderfeldGrünsfeldIgersheimIgersheimKönigheimKülsheimLauda-KönigshofenNiederstettenTauberbischofsheimWeikersheimWerbachWertheimWittighausenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Werbach, 2018

Werbach ist eine Gemeinde in Tauberfranken und gehört zum Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2] Bekannt wurde die Gemeinde durch ihre Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Werbach liegt im Taubertal zwischen Tauberbischofsheim, Wertheim und Würzburg.

GemeindegliederungBearbeiten

 
Gemarkung und Lage der Gemeinde Werbach

Zur Gemeinde Werbach gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Brunntal, Gamburg, Niklashausen, Wenkheim und Werbachhausen.[3][4]

f1  Karte mit allen Koordinaten der Orte der Gemeinde Werbach: OSM

SchutzgebieteBearbeiten

 
Werbach im Taubertal

In Werbach gibt es ein Europäisches Vogelschutzgebiet, zwei Landschafts- und vier Naturschutzgebiete:[5]

Daneben gibt es auf dem Gebiet der Gemeinde Werbach insgesamt 14 als Naturdenkmal geschützte Objekte.

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[7]

GeschichteBearbeiten

Geschichte der Gemeinde WerbachBearbeiten

MittelalterBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung Werbachs stammt von 1248.

NeuzeitBearbeiten

1563 tötet die Pest in Werbach fast 500 Menschen. Im Deutschen Krieg kam es am 24. Juli 1866 zum Gefecht bei Werbach zwischen badischen und oldenburgischen Militärverbänden, wobei die mit Preußen verbündeten Oldenburger Werbach besetzten.

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden am 31. Dezember 1973 die bisher selbständigen Gemeinden Werbach, Wenkheim, Werbachhausen und Brunntal zur neuen Gemeinde Werbach zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1975 schloss sich diese Gemeinde mit Gamburg und Niklashausen zur heutigen Gemeinde zusammen.[8]

Werbachs Ortsteile und ihre GeschichteBearbeiten

BrunntalBearbeiten

Brunntal wird erstmals 1222 urkundlich erwähnt. Damals kamen Teile des Dorfes durch Schenkung an Würzburg. In Brunntal war im 14. Jahrhundert auch das Kloster Bronnbach begütert. Bis 1803 gehörte das Dorf zu Kurmainz. Im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses wurde der Ort dem Fürstentum Leiningen zugeteilt. Nach dessen Auflösung 1806 im Zuge der Rheinbundakte kam es zum Großherzogtum Baden.

GamburgBearbeiten

Bereits 1139 wird Gamburg erstmals urkundlich erwähnt. 1806 kam der Ort unter die Hoheit Würzburgs und ein Jahr danach durch einen Staatsvertrag zwischen Würzburg und Baden unter die Souveränität des Großherzogtum Baden.

Das Wahrzeichen Gamburgs ist die Burg Gamburg.

NiklashausenBearbeiten

 
Niklashausen mit Taubermühle (um 1665)

Nicozeshusen, wie das Dorf früher hieß, wurde urkundlich erstmals 1170 erwähnt. Das Dorf gehörte zur alten Grafschaft Wertheim, der späteren Grafschaft Löwenstein-Wertheim. Hans Böhm, der Pauker von Niklashausen, tritt 1476 als Prediger vor die Wallfahrer in Niklashausen. Ihm gelingt es, 40.000 Bauern um sich zu scharen. Trotzdem wird er festgenommen und in Würzburg als Ketzer verbrannt. 1806 kommt das Dorf unter die Landeshoheit des Großherzogs von Baden.

WenkheimBearbeiten

Urkundlich wird "Weggencheim" erstmals 1149 genannt. Man nimmt an, dass die Herren von Wenkheim, die in Thüringen saßen, ursprünglich von hier stammen. Ab 1625 war es Bestandteil der Grafschaft Löwenstein-Wertheim. 1673 brannten die Franzosen das Wenkheimer Schloss nieder. 1750 brannte ein Großteil von Wenkheim nieder. 1776 wurde das Dorf bei einem Unwetter schwer verwüstet. 1806 kam Wenkheim unter die Landeshoheit des Großherzogs von Baden.

WerbachhausenBearbeiten

Werbachhausen wurde als Werpachhusen 1308 erstmals erwähnt, 1332 wird es als Husin bei Wertpach erwähnt. Mehrere Adelsgeschlechter hatten Besitz in Werbachhausen, das seit 1592 zu Kurmainz gehörte. 1803 bis 1806 gehörte es zum Fürstentum Leiningen und kam dann zum Großherzogtum Baden.[9]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Gesamtbevölkerung der Ortsteile der Gemeinde Werbach entwickelte sich wie folgt:

Jahr Bevölkerung
1961 3496
1970 3611
1993 3645
1998 3662
2003 3621
2008 3506
2013 3288

Quellen: Gemeindeverzeichnis[10] und Angaben des Statistischen Landesamtes

ReligionenBearbeiten

ChristentumBearbeiten

In Werbach steht die katholische Kirche St. Martin.

Jüdische Gemeinde WenkheimBearbeiten

Die jüdische Gemeinde Wenkheim entstand im 16. Jahrhundert. Der Ort ist für seine jüdische Geschichte bekannt, erstmals werden 1576 und 1591 Juden am Ort genannt. Neben der früheren Synagoge Wenkheim besaß die jüdische Gemeinde Wenkheim eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und den jüdischen Friedhof Wenkheim. Beim Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge demoliert. Bis 1940 emigrierte über die Hälfte der jüdischen Einwohner (22 in die USA, 8 nach Palästina). Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 11 jüdischen Einwohner Wenkheims, während der Wagner-Bürckel-Aktion, in das Camp de Gurs deportiert.[11]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat 15 ehrenamtliche Mitglieder, die für fünf Jahre gewählt werden. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Gemeinderatsvorsitzender.

Die Kommunalwahl 2019 führte zu folgendem Ergebnis (in Klammern: Unterschied zu 2014):[12]

Gemeinderat 2019
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Aktive Bürger 60,3 % (+9,0) 9 (+1)
Unabhängige Bürgerliste (UBL) 39,7 % (−9,0) 6 (−1)
Wahlbeteiligung: 61,3 % (−3,5)

BürgermeisterBearbeiten

Ottmar Dürr trat sein Amt als Bürgermeister 1999 an und wurde 2007 und 2015 wiedergewählt.

Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Gemeinde Werbach

WappenBearbeiten

Das Wappen zeigt ein rotes Mainzer Rad auf weißem Grund über zwei weißen Rosen auf blauem Grund.

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Die Gemeinde Werbach bildet mit der Stadt Tauberbischofsheim, sowie den Gemeinden Großrinderfeld und Königheim zur gemeinsamen Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Tauberbischofsheim.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WasserversorgungBearbeiten

Das in Dittigheim von 2015 bis 2017 errichtete Wasserwerk Taubertal versorgt rund 40.000 Menschen aus drei Städten und drei Gemeinden, sowie Industrie und Gewerbe im mittleren Taubertal mit Trinkwasser versorgen. Betreiber ist der Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber, dem neben den Gemeinden Werbach, Großrinderfeld, und Wittighausen auch die Städte Tauberbischofsheim, Lauda-Königshofen und Grünsfeld angehören.[13][14]

BildungBearbeiten

WeinanbauBearbeiten

Werbach ist Weinort der Weinregion Tauberfranken des Weinanbaugebietes Baden.

VerkehrBearbeiten

Die Ortsteile Niklashausen und Gamburg sind durch die Taubertalbahn (CrailsheimWertheim) an das überregionale Schienennetz angebunden. Außerdem verkehren Omnibusse der VGMT für den ÖPNV.

Rad- und WanderwegeBearbeiten

Werbach liegt am Taubertalradweg. In nordöstlicher Richtung führt der Welzbachtalradweg bis nach Oberaltertheim. Von dort besteht über weitere Radwege ein Anschluss bis zum Main-Radweg bei Würzburg.[15]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Bauwerke und BaudenkmaleBearbeiten

LiebfrauenbrunnkapelleBearbeiten

 
Blick auf die Liebfrauenbrunnkapelle

Die Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn befindet sich zwischen Werbach und Werbachhausen.[16][17]

Jüdischer Friedhof WenkheimBearbeiten

Im Ortsteil Wenkheim gibt es einen jüdischen Friedhof, der im 17. Jahrhundert oder früher östlich des Ortes im Gewann „Großer Wald“ (heute unmittelbar an der Landesgrenze Baden-Württemberg/Bayern) angelegt und bis 1938 belegt wurde (Flurstück 10321, Fläche 55,80 a).

Weitere BaudenkmaleBearbeiten

SportBearbeiten

Der Fechtsportverein Future Fencing Werbach, der in der Tauberhalle Werbach trainiert, konnte bei den Deutschen Fechtmeisterschaften 2019 zwei Goldmedaillen gewinnen.

NaherholungBearbeiten

Jugendzeltplatz TauberinselBearbeiten

 
Ein Jugendferienzeltlager auf der Werbacher Tauberinsel

Die DLRG-Ortsgruppe Werbach betreibt den Jugendzeltplatz Tauberinsel. Der Zeltplatz wird vollständig vom Wasser der Tauber umflossen.

Freibad WenkheimBearbeiten

In Wenkheim befindet sich ein Freibad.

Naherholungsgebiet am SchleifgrabenBearbeiten

Das Naherholungsgebiet am Werbacher Schleifgraben befindet sich seit 2010 am Schleifgraben, dem mittleren Mündungsarm des Welzbachs in die Tauber. Das Naherholungsgebiet umfasst ein Biotop, eine Kneipp-Anlage, ein Bouleplatz, ein Beachvolleyballfeld, ein Bolzplatz, ein Kinderspielplatz und ein Pumptrack-Parcours. Der Welzbachtalradweg führt direkt am Naherholungsgebiet vorbei.

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 354–357
  4. Zusätzliche Quelle zu einem Wohnplatz in Werbach: Siedlung Mehlen - Wohnplatz. Online auf www.leo-bw.de. Abgerufen am 2. Dezember 2017.
  5. Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007.
  6. Verordnung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum zur Festlegung von Europäischen Vogelschutzgebieten (VSG-VO) vom 5. Februar 2010.
  7. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Werbach.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 469.
  9. Informationen zur Geschichte Werbachhausens auf werbach.de (abgerufen am 10. Juni 2019)
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1.
  11. Alemannia Judaica: Wenkheim (Gemeinde Werbach, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  12. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Gemeinderatswahlen 2019, Werbach; FN-Web, 26. Mai 2019: Ergebnis der Gemeinderatswahl 2019 in Werbach; abgerufen 2. Juli 2019.
  13. Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber: Startseite. Online unter www.wvmt.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  14. Main-Post: Ab 2017 Trinkwasser aus Dittigheim. 28. Oktober 2016. Online unter www.mainpost.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  15. Inlinemap.net: Welzbachtalradweg. Online auf www.inlinemap.net. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  16. Liebfrauenbrunnkapelle, Gemeinde Werbach, abgerufen am 12. September 2016
  17. Florian Werr: Liebfraubrunn bei Werbach: Wallfahrtsbüchlein für das katholische Volk. Frankonia, Tauberbischofsheim 1919

WeblinksBearbeiten

  Commons: Werbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien