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Wittighausen

Gemeinde in Baden-Württemberg, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wittighausen
Wittighausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wittighausen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 9° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 245 m ü. NHN
Fläche: 32,36 km2
Einwohner: 1632 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97957
Vorwahl: 09347
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 137
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Königstraße 17
97957 Wittighausen
Website: www.wittighausen.de
Bürgermeister: Marcus Wessels
Lage der Gemeinde Wittighausen im Main-Tauber-Kreis
AhornAssamstadtBad MergentheimBoxbergCreglingenFreudenbergGroßrinderfeldGrünsfeldIgersheimIgersheimKönigheimKülsheimLauda-KönigshofenNiederstettenTauberbischofsheimWeikersheimWerbachWertheimWittighausenKarte
Über dieses Bild

Wittighausen ist eine Gemeinde in Tauberfranken im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2]

GeographieBearbeiten

 
Gemarkung und Lage der Gemeinde Wittighausen

Geographische LageBearbeiten

Wittighausen liegt am Wittigbach im nordöstlichen Teil des Main-Tauber-Kreises und grenzt im Osten an den Landkreis Würzburg. Die Gemeinde ist zentral im Städteviereck WürzburgOchsenfurtBad MergentheimTauberbischofsheim gelegen. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 227 bis 364 Meter Höhe.

SchutzgebieteBearbeiten

Das Europäische Vogelschutzgebiet Wiesenweihe Taubergrund umfasst seit 2007 Teile der Wittighäuser Gemarkung.[3]

Daneben gibt es auf dem Gebiet der Gemeinde Wittighausen insgesamt sieben als Naturdenkmal geschützte Objekte.

GemeindegliederungBearbeiten

Wittighausen besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Oberwittighausen, Poppenhausen, Unterwittighausen und Vilchband.[4] Die Einwohnerzahlen entsprechen dem Stand vom 31. Dezember 2016.[5]

f1  Karte mit allen Koordinaten der Orte der Gemeinde Wittighausen: OSM

  • Zur ehemaligen Gemeinde Oberwittighausen (206 Einwohner)[6] gehören das Dorf Oberwittighausen () und die Wohnplätze Haltestelle Gaubüttelbrunn (), Grenzenmühle () und Ihmet ().[4][6]
  • Zur ehemaligen Gemeinde Poppenhausen (91 Einwohner)[7] gehören das Dorf Poppenhausen (), der Weiler Hof Lilach () und der Wohnplatz Siedlung ().[4][7]
  • Zur ehemaligen Gemeinde Unterwittighausen (1122 Einwohner)[8] gehören das Dorf Unterwittighausen () und die Wohnplätze Langenmühle (), Neumühle (Kasparmühle) () und Bahnstation Wittighausen ().[4][8]
  • Zur ehemaligen Gemeinde Vilchband (285 Einwohner)[9] gehören das Dorf Vilchband () sowie die abgegangene Ortschaft Erdburg.[4][9]

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[10]

GeschichteBearbeiten

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Wittighausen wurde am 1. September 1971 im Zuge der Verwaltungsreform durch Vereinigung der beiden damals selbständigen Gemeinden Oberwittighausen und Unterwittighausen gebildet. Am 1. Januar 1972 wurde Poppenhausen und am 31. Dezember 1972 Vilchband eingemeindet.[11] Wittighausen gehörte wie schon seine beiden Vorgängergemeinden zunächst zum Landkreis Tauberbischofsheim. Bei dessen Auflösung 1973 kam der Ort zum neugebildeten Tauberkreis, der sich ein Jahr später in Main-Tauber-Kreis umbenannte.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Gesamtbevölkerung der Ortsteile der Gemeinde Wittighausen entwickelte sich wie folgt:

Jahr Bevölkerung
1961 1983
1970 1991
1991 1704
1995 1772
2005 1711
2010 1701
2015 1647

Quellen: Gemeindeverzeichnis[12] und Angaben des Statistischen Landesamtes

ReligionenBearbeiten

In Wittighausen wurde die Reformation nicht eingeführt. Die Einwohner Wittighausens sind daher auch heute noch überwiegend römisch-katholischen. Zur römisch-katholischen Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen, die dem Dekanat Tauberbischofsheim des Erzbistums Freiburg zugeordnet ist, gehören die Pfarreien St. Peter und Paul (Grünsfeld) mit den Filialen St. Achatius (Grünsfeldhausen) und St. Laurentius (Paimar), St. Ägidius (Krensheim), St. Margaretha (Zimmern), St. Martin (Poppenhausen), Allerheiligenkirche (Unterwittighausen) mit der Filiale St. Ägidius (Oberwittighausen), Hl. Dreifaltigkeit (Kützbrunn) und St. Regiswindis (Vilchband).[13] Die wenigen evangelischen Einwohner der Gemeinde werden von Lauda-Königshofen aus geistlich betreut.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Seit dem 1. Februar 2014 ist Marcus Wessels Bürgermeister von Wittighausen. Wessels wurde am 15. Dezember 2013 mit 87,85 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.

Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Gemeinde Wittighausen

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat normalerweise 12 ehrenamtliche Mitglieder, die für fünf Jahre gewählt werden. Die Zahl der Mitglieder kann sich durch Ausgleichssitze erhöhen. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Gemeinderatsvorsitzender.

Dabei garantiert die Unechte Teilortswahl den Ortsteilen eine festgelegte Anzahl von Sitzen: Aus Unterwittighausen kommen mindestens sieben, aus Oberwittighausen und Vilchband jeweils mindestens zwei Räte, aus Poppenhausen kommt mindestens ein Gemeinderat.[14]

Die Kommunalwahl 2019 führte zu folgendem Ergebnis (in Klammern: Unterschied zu 2014):[15]

Gemeinderat 2019
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Freie Wählervereinigung (FWV) 83,3 % (+14,4) 10 (+2)
Wir für Wittighausen (WfW) 16,7 % (+16,7) 2 (+2)
Wahlbeteiligung: 71,6 % (+6,5)

WappenBearbeiten

Drei Würzburger Fähnlein zeigen die frühere Zugehörigkeit von Ober-, Unterwittighausen und Vilchband zu Würzburg an. Das Mainzer Rad dokumentiert die ehemalige Angehörigkeit von Poppenhausen zu Mainz.

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Die Gemeinde Wittighausen bildet mit der Stadt Grünsfeld zur gemeinsamen Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Grünsfeld.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WasserversorgungBearbeiten

Das in Dittigheim von 2015 bis 2017 errichtete Wasserwerk Taubertal versorgt rund 40.000 Menschen aus drei Städten und drei Gemeinden, sowie Industrie und Gewerbe im mittleren Taubertal mit Trinkwasser. Betreiber ist der Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber, dem neben den Gemeinden Wittighausen, Großrinderfeld, und Werbach auch die Städte Tauberbischofsheim, Lauda-Königshofen und Grünsfeld angehören.[16][17]

VerkehrBearbeiten

Wittighausen verfügt in Unterwittighausen über einen Haltepunkt an der Frankenbahn (StuttgartWürzburg). Zwischen Lauda und Würzburg besteht ein ungefährer Zwei-Stunden-Takt mit Regionalbahnen der Westfrankenbahn.

BildungBearbeiten

Wittighausen verfügt über eine Grundschule und einen römisch-katholischen Kindergarten.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Bauwerke und BaudenkmaleBearbeiten

 
Mast 74 der Anlage 7610, unter dessen Beinen ein asphaltierter Weg hindurch führt

Freileitungsmast 74Bearbeiten

Ein relativ einmaliges Bauwerk in Wittighausen ist der Freileitungsmast 74 der Hochspannungsleitung Grafenrheinfeld-Höpfingen (Anlage 7610), denn unter seinen Beinen führt ein asphaltierter Weg hindurch. Es gibt in Deutschland nur noch zwei weitere Masten unter denen Wege hindurch führen, einen bei Leopoldshafen-Eggenstein unter dem ein geschotterter Feldweg verläuft und einen im Nachbarort Grünsfeld, der über einen unbefestigten Feldweg steht und auch Teil der Hochspannungsleitung Grafenrheinfeld-Höpfingen (Anlage 7610) ist.

AllerheiligenkircheBearbeiten

Sehenswert ist die nach Plänen von Balthasar Neumann erbaute Barockkirche Allerheiligen im Ortsteil Unterwittighausen.

St.-Regiswindis-KircheBearbeiten

Nach Plänen von Anton Brenner wurde die Kirche St. Regiswindis im Ortsteil Vilchband erbaut.[18]

St.-Sigismund-KapelleBearbeiten

Ebenfalls sehenswert ist die romanische Kapelle St. Sigismund im Ortsteil Oberwittighausen.[19]

Weitere BaudenkmaleBearbeiten

 
Lagekarte mit Wanderwegen um Wittighausen, die an allen Kirchen und Kapellen der Gemeinde vorbeiführen

Die folgenden weiteren Baudenkmale befinden sich auf dem Gebiet Gemeinde Wittighausen:

WanderwegeBearbeiten

Um Wittighausen sind verschiedene Wanderwege ausgewiesen, die an den Kirchen, Kapellen und mehreren Bildstöcken der Gemeinde vorbeiführen.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wittighausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Verordnung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum zur Festlegung von Europäischen Vogelschutzgebieten (VSG-VO) vom 5. Februar 2010.
  4. a b c d e Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 322–324
  5. Gemeinde Wittighausen: Gesamtgemeinde Wittighausen. Online auf www.wittighausen.de. Abgerufen am 18. April 2018.
  6. a b Gemeinde Wittighausen: Ortsteil Oberwittighausen auf der Website der Gemeinde Wittighausen. Online auf www.wittighausen.de. Abgerufen am 18. April 2018.
  7. a b Gemeinde Wittighausen: Ortsteil Poppenhausen auf der Website der Gemeinde Wittighausen. Online auf www.wittighausen.de. Abgerufen am 18. April 2018.
  8. a b Gemeinde Wittighausen: Ortsteil Unterwittighausen auf der Website der Gemeinde Wittighausen. Online auf www.wittighausen.de. Abgerufen am 18. April 2018.
  9. a b Gemeinde Wittighausen: Ortsteil Vilchband auf der Website der Gemeinde Wittighausen. Online auf www.wittighausen.de. Abgerufen am 18. April 2018.
  10. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Wittighausen.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 480 f.
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1.
  13. Katholisches Dekanat Tauberbischofsheim: Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen. Online auf www.kath-dekanat-tbb.de. Abgerufen am 25. Oktober 2016.
  14. Gemeinde Wittighausen: Hauptsatzung, §8; abgerufen 3. Juli 2019.
  15. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Gemeinderatswahlen 2019, Wittighausen; FN-Web, 26. Mai 2019: Ergebnis der Gemeinderatswahl 2019 in Wittighausen; abgerufen 3. Juli 2019.
  16. Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber: Startseite. Online unter www.wvmt.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  17. Main-Post: Ab 2017 Trinkwasser aus Dittigheim. 28. Oktober 2016. Online unter www.mainpost.de. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  18. wittighausen.de: Die Kirche St. Regiswindis in Vilchband. Online auf www.wittighausen.de. Abgerufen am 18. April 2018.
  19. Taubertal.de.: Sigismund-Kapelle. Online auf www.taubertal.de. Abgerufen am 18. April 2018.
  20. Gemeinde Wittighausen: Die Kirche St. Ägidius in Oberwittighausen. Online auf www.wittighausen.de. Abgerufen am 18. April 2018.
  21. wittighausen.de: Die Kirche St. Martin in Poppenhausen. Online auf www.wittighausen.de. Abgerufen am 18. April 2018.