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Weitra
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weitra
Weitra (Österreich)
Weitra
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gmünd
Kfz-Kennzeichen: GD
Fläche: 52,66 km²
Koordinaten: 48° 42′ N, 14° 54′ OKoordinaten: 48° 42′ 3″ N, 14° 53′ 44″ O
Höhe: 562 m ü. A.
Einwohner: 2.696 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 51 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3970
Vorwahl: 02856
Gemeindekennziffer: 3 09 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
3970 Weitra
Website: www.weitra.gv.at
Politik
Bürgermeister: Raimund Fuchs (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
15
4
2
15 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Weitra im Bezirk Gmünd
Amaliendorf-AalfangBad GroßpertholzBrand-NagelbergEggernEisgarnGmündGroßdietmannsGroßschönauHaugschlagHeidenreichsteinHirschbachHoheneichKirchberg am WaldeLitschauMoorbad HarbachReingersSchremsSt. MartinUnserfrau-AltweitraWaldensteinWeitraNiederösterreichLage der Gemeinde Weitra im Bezirk Gmünd (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Weitra vom Schlossturm
Blick auf Weitra vom Schlossturm
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Rathausplatz
Stadttor in Weitra

Weitra (tschechisch Vitoraz) ist eine österreichische Stadtgemeinde im Bezirk Gmünd in Niederösterreich mit 2696 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017). Sie führt den Beinamen Kuenringerstadt.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Weitra liegt im Waldviertel in Niederösterreich im Tal der Lainsitz. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 52,53 Quadratkilometer. 42,23 Prozent der Fläche sind bewaldet.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Großwolfgers (180)
  • Oberbrühl (53)
  • Oberwindhag (58)
  • Reinprechts (183)
  • St. Wolfgang (107)
  • Spital (206)
  • Sulz (61)
  • Tiefenbach (49)
  • Unterbrühl (18)
  • Walterschlag (78)
  • Weitra (1612)
  • Wetzles (101)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Brühl, Großwolfgers, Oberwindhag, Reinprechts, St. Wolfgang, Spital, Sulz, Walterschlag, Weitra und Wetzles.

Nachbargemeinden:

Unserfrau-Altweitra Großdietmanns
Moorbad Harbach   Schweiggers Waldenstein
St. Martin Bad Großpertholz Großschönau

Geschichte und BevölkerungBearbeiten

Die Herrschaft Weitra gehörte ursprünglich nach Böhmen. 1201 gründete der Kuenringer Hadmar II. die Burgstadt Weitra oberhalb der geringfügig älteren Siedlung Altweitra, die vermutlich nach einem Slawen namens Vitorad benannt wurde (daher auch der heutige tschechische Name).[2] In die Kuenringer-Herrschaft fällt vermutlich auch bereits die erstmalige Verleihung des Stadtrechts.[3] Den Kern der Bevölkerung bildeten Ackerbürger.

Da die Kuenringer Ottokar II. Přemysl unterstützt hatten, wurde nach seinem Tode (1278) Weitra von den Habsburgern beansprucht; seit 1296 war die Stadt endgültig in deren Besitz.[4] Vom 26. Mai 1321 (Friedrich der Schöne) ist die älteste Urkunde erhalten, die Weitras Bürger mit Brau- und Schank-Privilegien ausstattete.[5]

1581 schenkte Rudolf II. Burg und Stadt Weitra an Wolf Rumpf Freiherrn vom Wielroß;[4] nach dessen Tod fiel es 1607 durch Heirat an die Familie Fürstenberg,[4] die bis 1848 die Grundherrschaft innehatte und immer noch Eigentümer des Schlosses und des dazugehörigen Großgrundbesitzes in der Umgebung ist.

Weitra wurde 1651 und 1672 von Feuersbrünsten heimgesucht.

Die Stadt war seit dem 14. Jahrhundert bekannt für ihre Bierbrauereien, von denen es in der Blütezeit 22 gab, heute sind es noch zwei. Später kam, ausgehend von der Weberei, wie in der gesamten Region Waldviertel die Textilindustrie dazu.

Im Grenzland gelegen, verlor Weitra nach dem Ersten Weltkrieg den in Südböhmen gelegenen Teil seines Hinterlandes. Besonders spürbar wurde dies durch den Eisernen Vorhang nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Randlage sowie der Umstand, dass es auch in der Vergangenheit nicht gelungen war, die Stadt an das hochrangige Verkehrsnetz anzuschließen und Industrie anzusiedeln (auch wenn 1903 der südliche Ast der Waldviertler Schmalspurbahnen von Gmünd nach Groß-Gerungs eröffnet worden war), wirkte sich nachteilig auf die wirtschaftlichen Verhältnisse aus.

1959 wurde die Kuenringerkaserne eröffnet, sodass Weitra Garnisonsstadt wurde.

1967 wurden Brühl und Wetzles eingemeindet, 1971 Großwolfgers, Reinprechts, Spital und St. Wolfgang.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 

ReligionBearbeiten

96,1 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 1,3 % evangelisch. Andere Religionsgemeinschaften kommen nicht über 0,5 % hinaus. Ohne religiöses Bekenntnis sind 1,8 %.

PolitikBearbeiten

  • Amtsleiter: Friedrich Winkler
  • Bürgermeister: Raimund Fuchs (ÖVP)
  • Vizebürgermeisterin: Petra Zimmermann-Moser (ÖVP)
  • Stadträte: Erwin Hackl (ÖVP), Alfred Huber (ÖVP), Patrick Layr (ÖVP), Wolfgang Walter (ÖVP), Rainer Oppel (SPÖ)
  • Gemeinderäte: Joachim Fischer BSc (ÖVP), Helmut Haubner (ÖVP), Martin Hobiger (ÖVP), Gernot Meyer (ÖVP), Dietmar Millner (ÖVP), Hubert Prinz (ÖVP), Waltraud Schwingenschlögl (ÖVP), Elisabeth Steffel (ÖVP), Bernhard Teubl (ÖVP), Werner Mader (SPÖ), Stephan Möslinger (SPÖ), Marianne Oppel (SPÖ), Ernest Zederbauer (WIR), Christina Lechner (WIR)

Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 21 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: L.ÖVP 15, SPÖ 4, WIR 2.[6]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Teil der alten Stadtmauer mit Durchgang zum Kirchenplatz

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wesentliche Wirtschaftszweige sind Land- und Forstwirtschaft sowie Sommerfremdenverkehr. Weitra ist Sitz einer Brauerei, der Bierwerkstatt Weitra, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann, aber seit dem Jahr 2003 zur Privatbrauerei Zwettl gehört. Der Name des gebrauten Bio-Bieres ist "Hadmar" - nach dem Gründer von Weitra. Diese Biersorte wurde anlässlich der Landesausstellung im Jahr 1994 kreiert, die in Weitra stattfand.

Im Jahr 2001 gab es 159 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, 178 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (Stand 1999). Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1190. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 42,16 Prozent.

VerkehrBearbeiten

 
Zug der Schmalspurbahn am Bahnhof Weitra

Weitra liegt an der Gmünder Straße B 41 von Gmünd nach Freistadt und ist nördlicher Endpunkt der von Grein kommenden Greiner Straße B 119 bzw. der Straßenverbindung nach Zwettl.

Der Regelbetrieb auf der Waldviertler Schmalspurbahn wurde Ende Mai 2001 eingestellt; die Strecke wird noch als Museumsbahn touristisch genützt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

  • Klara Hitler (1860–1907), Mutter Adolf Hitlers, wurde in Spital geboren
  • Wilhelm Szabo (1901–1986), Lehrer, österreichischer Dichter und Lyrikübersetzer, zählt zu den bedeutendsten österreichischen Dichtern des 20. Jahrhunderts; zum ehrenden Andenken an seine herausragenden Verdienste wurde die Wilhelm-Szabo-Straße in Weitra nach ihm benannt
  • Ludwig Knapp, war 1944 Besitzer eines Sägewerkes, in dem er mit Genehmigung 24 Juden beschäftigte, die er damit vor der sicheren Deportation bewahrte; er wurde von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern ausgezeichnet
  • Peter Florian (* 1964), österreichischer Künstler, lebte von 1964 bis 1979 in Weitra. Anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt (1983), zeigte er über 80 Arbeiten im Schloss Weitra.

BundesheerBearbeiten

In Weitra findet in der Lehrkompanie[8] der Kuenringer Kaserne mehrmals jährlich der Chargenkurs bzw. der Kurs 1 der Einjährig-Freiwilligen statt.

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Katzenschlager, Herbert Knittler: Historisches Weitra. Ansichten aus sechs Jahrhunderten, Verl. Bibliothek d. Provinz, Weitra 2009, ISBN 978-3-85252-839-7.
  • Burgen, Stifte und Schlösser Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysočina, Südmähren ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 138 f

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Österreichischer Städteatlas: Weitra
  3. Wolfgang Katzenschlager, In: NÖN, 12/2011, S.37, abgerufen am 1. September 2017
  4. a b c Gemeinde Weitra: Geschichte der Stadt Weitra, abgerufen am 1. September 2017
  5. Herbert Knittler: Die Rechtsquellen der Stadt Weitra. Österreichische Akademie der Wissenschaften: Fontes rerum Austriacarum III/4, Böhlau, Wien, 1975.
  6. http://noe.gv.at/Politik-Verwaltung/Wahlen/NOe-Gemeinderatswahlen/Gemeinderatswahl2015IT.html
  7. http://fotos.bernhardessl.nl/index.php/Landschaften/11-Zisterne-Weitra-22-03/IMG_0795-Kopie Infotafel an einem Haus/einer Wand, Stadtmauerstädte NÖ, Fotogalerie Bernhard Essl, bernhardessl.nl, vom 22. März (2011?), abgerufen 19. Oktober 2014
  8. Panzerstabsbataillon 3. Website des Österreichischen Bundesheeres. Abgerufen am 3. Februar 2012.