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Litschau

Stadtgemeinde im Bezirk Gmünd in Niederösterreich
Stadtgemeinde
Litschau
Wappen Österreichkarte
Wappen von Litschau
Litschau (Österreich)
Litschau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gmünd
Kfz-Kennzeichen: GD
Fläche: 81,08 km²
Koordinaten: 48° 57′ N, 15° 3′ OKoordinaten: 48° 56′ 36″ N, 15° 2′ 44″ O
Höhe: 531 m ü. A.
Einwohner: 2.252 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 3874
Vorwahl: 02865
Gemeindekennziffer: 3 09 25
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stadtplatz 25
3874 Litschau
Website: www.litschau.at
Politik
Bürgermeister: Rainer Hirschmann (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
14
5
2
14 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Litschau im Bezirk Gmünd
Amaliendorf-AalfangBad GroßpertholzBrand-NagelbergEggernEisgarnGmündGroßdietmannsGroßschönauHaugschlagHeidenreichsteinHirschbachHoheneichKirchberg am WaldeLitschauMoorbad HarbachReingersSchremsSt. MartinUnserfrau-AltweitraWaldensteinWeitraNiederösterreichLage der Gemeinde Litschau im Bezirk Gmünd (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Litschau ist eine Stadtgemeinde mit 2252 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Gmünd in Niederösterreich. Sie ist die nördlichste Stadt in Österreich. Als Wahrzeichen der Stadt gilt der alte Schlossturm – auch Hungerturm genannt. Seit 2007 ist Litschau Luftkurort.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Litschau liegt im niederösterreichischen Waldviertel im Tal des Reißbaches auf 531 m ü. A., etwa 5–10 km von der tschechischen Grenze entfernt. Nicht zuletzt durch die Gewässer Herrensee und Schönauer Teich ist Litschau besonders im Sommer ein touristischer Ort, der um Familien als Feriengäste wirbt.

Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 81,08 Quadratkilometer. 64,78 % der Fläche sind bewaldet.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 11 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Gopprechts, Hörmanns, Litschau, Loimanns, Reichenbach, Reitzenschlag, Saaß, Schandachen, Schlag und Schönau.

NachbargemeindenBearbeiten

Haugschlag Reingers
Staňkov u Třeboně (CZ)   Eisgarn
Rapšach (CZ) Brand-Nagelberg Heidenreichstein

GeschichteBearbeiten

Der Name Litschau ist slawischen Ursprungs und lässt sich auf Ličov- gebildet auf den Personennamen Lič- zurückführen.[2]

Litschau wurde 1286 erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert wurde ein Markt angelegt, der 1297 in den Besitz der Habsburger kam; diese verpfändeten die Siedlung weiter, bis unter den Puchheimern (1346–1470) die Stadterhebung erfolgte. Ende des 16. Jahrhunderts unterdrückte der Grundherr Ludwig Wenzel Moratschky von Noskau einen Bauernaufstand. Während die Zeit des 30-jährigen Krieges für die Stadt die Verarmung brachte, da die wichtigen Handelsstraßen nicht mehr durch Litschau führten, entwickelten sich die Schaf- und Fischzucht sowie die Holzwirtschaft. 1763 erlangten die Grafen von Seilern-Aspang die Herrschaft. Das heutige Schloss stammt aus dieser Zeit.

1900 wurde die Strecke der Waldviertler Schmalspurbahnen von Gmünd nach Litschau durch die Niederösterreichischen Landesbahnen in Betrieb genommen; der Personenverkehr wurde jedoch 1986 eingestellt. Seit Einstellung des Güterverkehrs Anfang 2001 wird ein fahrplanmäßiger touristischer Nostalgiebetrieb nach Litschau durchgeführt.

Litschau war über viele Jahrhunderte der Zentralort der gleichnamigen Herrschaft.[3]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 

Die Bevölkerungszahl nahm in den letzten Jahrzehnten ab, da sowohl Geburtenbilanz als Wanderungsbilanz negativ waren.[4]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schloss Litschau mit dem Hungerturm
 
Bahnhof Litschau:Dampflokomotive
  • Schloss Litschau: Das Schloss wurde um das Jahr 1260 gebaut. Es befindet sich in Besitz der Familie Seilern und Aspang und ist nicht öffentlich zugänglich.
  • Katholische Pfarrkirche Litschau hl. Michael: Die Pfarrkirche steht am Stadtplatz, deren älteste Teile auf das 14. Jahrhundert datieren.
  • Bahnhof: Beim 1900 eröffneten Bahnhof der Waldviertler Schmalspurbahnen wächst die nördlichste Weinrebe Österreichs, die ebenfalls so alt ist. Die Bahn ist in den Sommermonaten als Museumsbahn in Betrieb.
  • Kulturbahnhof Litschau: das Bahnhofsgebäude dient heute kulturellen Veranstaltungen
  • Heimatmuseum
  • Strickereimuseum
  • Naturschutzgebiet: Im Gemeindegebiet befindet sich das rund elf Hektar große Naturschutzgebiet Rottalmoos.

SportBearbeiten

  • Golfplatz
  • Hallenbad
  • Herrensee
  • Schönauer Teich
  • Wanderwege im Naturschutzgebiet: Im Gemeindegebiet befindet sich das rund elf Hektar große Naturschutzgebiet Rottalmoos. Rund um Litschau gibt es zahlreiche Rad- und Wanderwege. Zwei der insgesamt 16 markierten Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 180 km sind der Rundgang um den Herrensee (4,5 km) und der Waldlehrpfad in der Nähe des Schlosses. Die beiden längsten Rundwege für sehr sportliche und ausdauernde Wanderer sind der 7-Dörfer-Rundweg (31 km) und der Litschauer Marathonweg (42,2 km). Litschau gehört mit fünf weiteren Gemeinden zur 'Erlebnisregion Waldviertel NORD'.

1960 fand auf den Litschauer Gewässern einmalig ein Motorbootrennen statt, es zählte zur Europameisterschaftsserie der Außenbordklasse bis 175 cm³.[5]

Panoramaaufnahme des Herrensees in Litschau

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Schrammel.Klang.Festival: jährlich Anfang Juli stattfindendes Schrammel Festival auf Bühnen rund um den Herrensee; seit 2007
  • Theaterfestival HIN & WEG: 2018 von Regisseur Zeno Stanek in Litschau am Herrensee gegründet. Das Festival im August bietet Theaterstücke im nördlichsten Waldviertel an schrägen Orten, Lesungen von theatralen Lieblings.Stücken in privaten Küchen... (2019: 9.–18. August)[6][7]
  • Waldviertler Eisenmann (WEM): die Triathlonveranstaltung findet seit 2006 jährlich statt (außer 2010)
  • IronDog: Mensch-Hund-Triathlonveranstaltung, die seit 2010 jährlich im September ausgetragen wird

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

In der Gemeinde gibt es 135 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon sind 48 Haupterwerbsbetriebe (Stand 2010).[8] Im sekundären Wirtschaftssektor gibt es 30 Arbeitsstätten, vor allem in den Bereichen Herstellung von Waren und Bau. Dieser Produktionssektor beschäftigt 315 Arbeitnehmer. Der Dienstleistungssektor beschäftigt 371 Menschen in 97 Betrieben (Stand 2011). Hier gibt es die meisten Beschäftigten in der sozialen und öffentlichen Dienstleistung (165), im Handel (85) und in der Gastronomie (60).[9][10]

Die Stadtgemeinde Litschau betreibt ein Biomasse-Fernheizwerk.

  • Ärzte: In Litschau ordinieren praktische Ärzte und ein Zahnarzt.
  • Apotheke: In der Stadt befindet sich eine Apotheke.[11]

Das Land Niederösterreich betreibt in Litschau seit 2012 ein Pflege- und Betreuungszentrum mit 84 Pflegeplätzen.[12]

VerkehrBearbeiten

  • Fahrrad: Bei der Fahrradverleihstation nextbike kann nach einer einmaligen Registrierung per Telefon oder Internet für etwa ein Euro pro Stunde ein Rad ausgeliehen werden. Die Rückgabe ist wahlweise bei der ursprünglichen Verleihstation oder bei einer entsprechenden Einrichtung in den Nachbargemeinden möglich.[13]
  • Bahn: Von Gmünd nach Litschau führt eine Schmalspurbahn.[14]

BildungBearbeiten

Die Stadtgemeinde Litschau bietet einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.[15][16]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

BW

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP, 5 SPÖ, und 3 FPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 5 SPÖ, und 2 FPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP, 5 SPÖ, und 3 FPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP, 6 SPÖ, und 2 FPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 5 SPÖ, und 2 FPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 5 SPÖ, und 2 BBL–Bürger Bewegung Litschau.

BürgermeisterBearbeiten

  • 1994–2014 Otto Huslich (ÖVP)[17]
  • seit 2014 Rainer Hirschmann (ÖVP)

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen mit Bezug zur GemeindeBearbeiten

  • Oliver Rathkolb (* 1955), österreichischer Neuzeithistoriker, aufgewachsen in Litschau
  • Hellmut Handl (1920–2012), österreichischer Mediziner, Chirurg und Künstler

LiteraturBearbeiten

  • M. Aigner: Burgenseite im Internet, http://www.burgenseite.com/
  • C. Calliano: Niederösterreichischer Sagenschatz, Band V, Wien 1936
  • G. Stenzel: Von Burg zu Burg in Österreich, 1973
  • Stefan René Buzanich: Reformation und Gegenreformation und die Bedeutung der Arme-Seelen-Bruderschaft in der Herrschaft Litschau, in: Das Waldviertel 4/2017 (S. 432–439) zum Heft siehe http://www.daswaldviertel.at/framesset.htm
  • Stefan René Buzanich: von matur [!] und geburth müeheseelig – Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung in den Dörfern der Herrschaft Litschau in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur „Disability History“, in: Das Waldviertel 4/2018 (S. 520–526)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Litschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Antonín Bartoněk, Bohuslav Beneš, Wolfgang Müller-Funk und Friedrich Polleroß: Kulturführer Waldviertel, Weinviertel, Südmähren, Wien 1996, ISBN 978-3-216-30043-0, S. 391.
  3. Stefan René Buzanich: Reformation und Gegenreformation und die Bedeutung der Arme-Seelen-Bruderschaft in der Herrschaft Litschau. In: Das Waldviertel. Nr. 4, 2017, S. 432–439.
  4. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Litschau, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 15. August 2019.
  5. Erwähnt im Bericht über die Entscheidung dieser Serie in Die Yacht (Hamburg), Heft 18, S. 706.
  6. Neues Theaterfestival „Hin & Weg“ in Litschau. Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, OTS-Meldung vom 9. August 2018, abgerufen am 10. August 2018.
  7. orf.at: Theater an „Unorten“: Neues Festival in Litschau. Artikel vom 17. April 2018, abgerufen am 10. August 2018.
  8. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Litschau, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Abgerufen am 15. August 2019.
  9. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Litschau, Arbeitsstätten. Abgerufen am 15. April 2019.
  10. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Litschau, Beschäftigte. Abgerufen am 15. August 2019.
  11. Stadtgemeinde Litschau, Gesundheit&Soziales, Ärzte&Apotheken. Abgerufen am 15. August 2019.
  12. Land Niederösterreich, Pflege und Bettreuungszentrum Litschau. Abgerufen am 15. August 2019.
  13. http://www.litschau.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219580084&detailonr=218355660
  14. Waldviertelbahn, Fahrplan. Abgerufen am 15. August 2019.
  15. Stadtgemeinde Litschau, Gesundheit&Soziales, Kindergarten. Abgerufen am 15. August 2019.
  16. Bundesministerium, Neue Mittelschule Litschau. Abgerufen am 15. August 2019.
  17. Trauer in Litschau. Otto Huslich gestorben. Markus Lohninger, NÖN Gmünd, 21. Mai 2014