Waldstatt

Gemeinde in der Schweiz

Waldstatt ist eine politische Gemeinde im Hinterland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz.

Waldstatt
Wappen von Waldstatt
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden (AR)
Bezirk: ehemaliger Bezirk Hinterlandw
BFS-Nr.: 3007i1f3f4
Postleitzahl: 9104
UN/LOCODE: CH WAD
Koordinaten: 739379 / 246743Koordinaten: 47° 21′ 24″ N, 9° 17′ 1″ O; CH1903: 739379 / 246743
Höhe: 822 m ü. M.
Höhenbereich: 666–967 m ü. M.[1]
Fläche: 6,75 km²[2]
Einwohner: 1803 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 267 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
11,1 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Andreas Gantenbein, FDP
Website: www.waldstatt.ch
Waldstatt

Waldstatt

Lage der Gemeinde
Kanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton St. GallenKanton St. GallenBezirk MittellandBezirk VorderlandHerisauHundwilSchönengrundSchwellbrunnStein ARUrnäschWaldstattKarte von Waldstatt
Über dieses Bild
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GeographieBearbeiten

Waldstatt liegt in der Mitte des Vierecks Herisau, Hundwil, Urnäsch und Schwellbrunn und ist somit die einzige Gemeinde im Kanton, die an keinen anderen Kanton grenzt. «Das Dorf liegt mit der Kirche [...] 820 m ü. M. in einer muldenartigen Senke des Molassehügellandes am Fusse von Geisshalden und südseits vom Höhenrücken Oberwaldstatts [...].»[5] Die Gemeinde Waldstatt hat eine Gesamtfläche von 669 ha. Davon sind 84 ha bewohnte, 405 ha landwirtschaftliche und 173 ha bestockte Flächen, also Wälder und Gehölze. Die restlichen 7 ha gelten als unproduktive Flächen.[6] Der höchstgelegene Punkt in Waldstatt liegt auf 967 m ü. M. und der tiefstliegende 666 m ü. M.

GeschichteBearbeiten

1374 hiess die Siedlung Ober Walstatt, 1415 Wallstatt. Sie gehörte damals zur Rhode und zur Kirchgemeinde Herisau und teilt insofern deren politische Geschichte. 1719 wurde das Kirchen- und Armengut von Herisau getrennt, und Waldstatt erlangte seine Selbstständigkeit. Dabei bildet die Gemeinde eine Ausnahme: Waldstatt ist die einzige Ausserrhoder Gemeinde, die schon vor dem Bau der Kirche zu ihrer Selbstständigkeit kam. Trotzdem gilt als Gründungsjahr 1720.[7]

Die Verlegung der wichtigen Verbindungsstrasse von St. Gallen ins Toggenburg durch Waldstatt statt über Schwellbrunn 1789 gab wichtige Entwicklungsimpulse, und der Weiler entwickelte sich in der Folge zum Dorf. Das Dorf wuchs zuerst entlang der Hauptverkehrsachsen, nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich ruhigere Wohnquartiere ausserhalb entwickelt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, ganz besonders aber 1817, wurde Waldstatt hart von der Hungersnot im Appenzellerland getroffen. Die Nachfrage nach Textilien war eingebrochen, die Ernten fielen aufgrund diverser Naturereignisse schlecht aus und die Lebensmittelpreise stiegen fast jede Woche an. Deswegen zogen viele aus dem Dorf weg oder verhungerten. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich das Dorf von den Krisenjahren zu erholen, und ein Aufschwung in jeglicher Hinsicht wurde wieder möglich.[8]

1839 wurde die Station für den Post-Eilwagen gebaut, der von St. Gallen nach Uznach fuhr. Die Verbindungsstrasse war somit die erste Strasse im Appenzellerland, die vom Post-Eilwagen bedient wurde.[7] 1875 erhielt Waldstatt eine Station an der Bahnlinie, die von Winkeln (St. Gallen) nach Urnäsch führte. 1880 wurde die erste Zentrifuge zur Käseherstellung in der Schweiz in Betrieb genommen. Die Steblenbachbrücke wurde 1925 errichtet.[9]

Seit 1919 werden die öffentlichen Aufgaben von der Einwohnergemeinde und der Dorferkorporation übernommen; letztere ist für Wasserversorgung und Kehrichtwesen verantwortlich.[9] Ab 1911 gab es eine römisch-katholische Pfarrei, die die Gemeinden Urnäsch-Hundwil-Waldstatt umfasste. 1973 wurde in Waldstatt eine katholische Kirche gebaut.

GemeindewappenBearbeiten

Grosses Wappen von Waldstatt
Blasonierung: «Geteilt, oben in Schwarz zwischen vier Tannen eine Kapelle mit Haubenturm und Grün, der Schildfuss grün.»
Wappenbegründung: Das («kleine») Wappen greift auf die älteste Petschaft von 1804 zurück und wurde vom Gemeinderat am 10. Februar 1970 anlässlich der 250-Jahr-Feier beschlossen. Damit wurde eine bis dahin fehlerhafte Wappendarstellung berichtigt.

Das «grosse» Wappen zeigt dazu einen schwarzen, rotgezungten Bären mit rotem Gemächt als Schildhalter.[10]

BevölkerungBearbeiten

Religion in Waldstatt im Jahr 2015[11]
Konfession %
evangelisch-reformiert 53,6
römisch-katholisch 27,5
andere christl. Konfession/Religion 09,2
konfessionslos 09,7
Altersstruktur im Jahr 2015[12]
Altersgruppe 0–18 Jahre 19–30 Jahre 31–40 Jahre 41–50 Jahre 51–60 Jahre 61–70 Jahre 71–80 Jahre 81–100 Jahre
Zahl 420 241 210 273 236 199 173 78
Bevölkerungsentwicklung[13]
Jahr 1734 1800 1850 1870 1900 1920 1941 1960 1980 1990 2000 2010 2022
Einwohner 634 1034 983 953 1483 1513 1297 1536 1440 1529 1710 1772 1817

WirtschaftBearbeiten

Neben althergebrachter Vieh- und Milchwirtschaft entwickelten sich im 18. Jahrhundert Textilgewerbe und -handel, Weberei und später Stickerei. Auch der Abbau von Torf und Sandstein hatte eine gewisse Bedeutung. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts war die Leinwandweberei vorherrschend, ab Mitte des Jahrhunderts überwog die Herstellung des Baumwollmusselins. Um 1800 gab es 400 Webstühle in der Gemeinde. Im 19. Jahrhundert waren rund drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung in der Textilbranche tätig. 1890 wurde eine mechanische Jacquardweberei eingerichtet, 1908 zwei mechanische Webereien und eine Stickfabrik gebaut. Ab Beginn des Ersten Weltkrieges durchlitt der Wirtschaftszweig eine schwere Krise, und viele Arbeitnehmende verloren ihre Anstellung. Erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts konnte sich die Branche erholen, erreichte ihre ursprüngliche wirtschaftliche Bedeutung nicht mehr.[8]

1792 wurde ein Bad in Unter-Waldstatt eröffnet, und Waldstatt wurde in der Folge zum Kurort.[9] Das Bad war unter dem Namen «Säntisblick» bekannt und war vom Ratsherr Joshua Kessler gegründet worden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte das Bad auch über eine eigene Brauerei, die 1923 von der Bierbrauerei Haldengut übernommen und als Depot genutzt wurde. Der «Säntisblick» war ein beliebter Tagungsort: Verschiedene politische und wirtschaftliche Traktanden wurden dort behandelt, darunter auch die Kantonsverfassung in den Jahren 1858 und 1876. Ein weiterer berühmter Kurort in Waldstatt war das «Hotel & Kurhaus Hirschen».[8] Der Kurtourismus ging nach dem 2. Weltkrieg zurück.[9] Bis 1964 waren die Ortstafeln mit «Kurort Waldstatt» beschriftet.[8]

Ab etwa 1935 verlagerte sich das Schwergewicht der Beschäftigung auf die Verarbeitung von Holz, Metall und Kunststoff. 1945 wurde ein Metalldruckguss- und Thermoplastspritzgusswerk gegründet, der grösster Arbeitgeber im Ort ist. 2005 stellte der Agrarsektor 13 Prozent und die Industrie 52 Prozent der Arbeitsplätze in der Gemeinde.[14]

Heute (Stand Juli 2022) sind in Waldstatt über 85 Gewerbebetriebe eingetragen. Darunter sind mehrere Gasthäuser.

Kunst und KulturBearbeiten

MusikBearbeiten

Seit 1863 besteht die Musikgesellschaft Waldstatt. Von diesem Zeitpunkt bis 1872 spielte sie in Harmoniebesetzung. Später wurde sie zu einer Blechmusik umgewandelt. An der Abendunterhaltung 1967 beschloss die Gesellschaft, zurück zur Harmoniebesetzung zu wechseln. Um 1958 wurden die ersten weiblichen Musikanten aufgenommen. Heute (Stand 2022) zählt der Verein 27 aktive Mitglieder und bietet alle zwei Wochen ein Ensemble für Nichtmitglieder an.[15]

In der Gemeinde gibt es zudem einen Guggenmusik-Verein, die Mehrzweckblaari Waldstatt. Sie existiert seit 1979 in der Form einer unorganisierter Truppe.[16] 2004 erfolgt die offizielle Umstrukturierung zum Verein. Der Verein tritt im Zusammenhang mit den Fasnachts-Feierlichkeiten an vielen Orten der Region auf und ist teilweise auch ausserkantonal tätig.[16]

KunstBearbeiten

Emma Kunz war eine Künstlerin, die von 1951 bis zu ihrem Tod 1963 in Waldstatt lebte. Laut ihr seien ihre Bilder für das 20. Jahrhundert bestimmt. Ihre Kunstwerke malte sie auf grossförmiges Millimeterpapier. Die mit Farbstift und Ölkreide entstandenen Werke lotete sie mit einem Pendel aus. Dabei hatten für sie jede Farbe und jede Strichart eine genaue Bedeutung.[8]

Zu Ehren des Kunstmalers Otto Bruderer gibt es eine Galerie an der Mittelstrasse 12. Seit seinem Tod 1994 wird die Ausstellung von seinem Nachkommen geführt. Es werden Werke des Künstlers präsentiert.[17]

«Gidio Hosenstoss»Bearbeiten

Dieser Brauch wird einzig in Waldstatt und dem Nachbarort Herisau praktiziert. Der Waldstätter Gidio unterscheidet sich grundlegend vom Herisauer. In Waldstatt ist der 9. Klässler Gidiopfarrer für die Durchführung verantwortlich. Jährlich am Aschermittwoch findet ein grosser Umzug statt. Er verläuft durch das ganze Dorf. Zuvorderst fährt der Leichenwagen, mit ihm der verstorbene Gidio Hosenstoss, der jedes Jahr an einem anderen Unglück stirbt. Anschliessend folgen die Sujetwagen der Waldstätter Schüler. Sie lassen Themen des vergangenen Jahres wieder hochkommen. Die Guggenmusik Mehrzweckblaari begleitet den Umzug und heizt die Passanten ein. Der Umzug wird von vielen Waldstätter Gewerbetreibenden unterstützt, welche den Kindern Süssigkeiten in die Hand drücken. Nach dem Umzug versammelt sich die Trauergemeinde im Dorf, wo der Gidiopfarrer die Gidiopredigt vorliest.[18] Die Gidiopredigt ist ein humorvoller Text, der die (Lebens-)Geschichte des Gidios sowie sein Liebesleben mit der Eulalia Fadehäx thematisiert. Zudem ist die Predigt eine Zusammenfassung der Dorfereignisse des vergangenen Jahres und dem Weltgeschehen. Am Ende wird die diesjährige Todesursache des Gidio verkündet, worauf eine Prämierung der Umzugswägen und die Verkündung des nächsten Gidiopfarrers folgen.

SilvesterchlausenBearbeiten

Am Neuen Silvester, dem 31. Dezember, sind nur wenige Silvesterchläuse in Waldstatt zu sehen, da sie zu diesem Zeitpunkt meistens im Nachbarort Herisau umherziehen. Hingegen am Alten Silvester, dem 13. Januar, sind viele Schuppel (Gruppe von 6 bis 8 Silvesterchläusen) unterwegs. Der Brauch heidnischen Ursprungs besagt, dass die altertümlichen Gestalten das Böse vertreiben sollen.[19] Heute bringen die Chläuse den Bewohnern des Dorfes Glück für das nächste Jahr, weswegen sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Wanderschaft sind. Die Chläuse werden in drei verschiedene Typen unterteilt: Schöne, Schö-Wüeschte und Wüeschte. Die Letztgenannten tragen Gewänder (Groscht), die mit Reisig, Laub und Stroh bedeckt sind. Die Schönen tragen edel verzierte Samttrachten und Hauben, die selbstgeschnitzte Alltagsszenen darstellen. Die Schö-Wüeschte sind wie die Wüeschte auch in Naturmaterialien gekleidet, wobei diese aber sorgfältig drapiert sind. Die Schöne gibt es seit Beginn des 20. Jahrhunderts, die Schö-Wüeschte seit 1960. Das Aussehen der Chläuse ist in stetiger Veränderung und hängt vom gesellschaftlichen Wandel ab. Frauen sind bei den Erwachsenen nicht beteiligt. Allerdings können diese bei den Kindern aushelfen, wo auch Mädchen mitmachen dürfen. Der Grund dafür ist, dass die Chläuse Glocken und Gewänder tragen müssen, die rund 40 Kilogramm wiegen. Hinzu kommen das «Zauren» des sogenannten Chlausezäuerli und das Gehen von langen Wegstrecken.[20]

ViehschauBearbeiten

In Waldstatt wird im Herbst alljährlich eine Viehschau veranstaltet. Dabei bekommen Waldstätter Viehzüchter die Möglichkeit, ihre schönsten Tiere in der Öffentlichkeit auszustellen. Dafür fahren (hergeleitet vom schweizerdeutschen Wort «öberefahre») die Bauern am Morgen mit ihren Tieren durch das Dorf. Dabei sind die Bauern und ihre Familien in traditioneller Tracht gekleidet. Danach versammeln sich die Viehzüchter samt Vieh auf einem Platz. Die Tiere werden nachmittags in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Um etwa 16 Uhr verlassen die Landwirte den Viehschauplatz wieder.

BildungBearbeiten

Zu Beginn wurde im neu gebauten Pfarrhaus eine Schulstube eingerichtet. Unterrichtet hat der erste Pfarrer der Gemeinde, Joh. Jakob Mock. Schon 1727 eröffnete Waldstatt die erste Freischule. In dieser Schule mussten die Schüler kein Wochengeld bezahlen, da die Ausgaben von der Gemeinde übernommen wurden. Trotzdem erhielt der angestellte Lehrer einen sehr knappen Saldo. Nach der Helvetik 1805 gab es im Kanton Appenzell Ausserrhoden eine Hoch-Obrigkeitliche Schulordnung, die forderte, dass ab sofort auch der Schulmeister einige Anforderungen erfüllen müsse. Dank dieser Anordnung wurde 1806 die Repetierschule im hinterländischen Dorf errichtet. Darin wurde die achte und neunte Klasse während einem Tag in der Woche unterrichtet. Es wurde alles repetiert, was die Schüler im Vorjahr gelernt hatten. Ein kleines Schulhaus wurde 1827 gebaut, 1868 baute die Gemeinde ein Doppelschulhaus. 17 Jahre später wurde die Realschule gegründet. Das jährliche Schulgeld belief sich auf 40 Franken pro Schüler. 1921 wurde die Realschule von der Gemeinde übernommen. Wo früher das Doppelschulhaus gestanden hatte, wurde 1993 ein Oberstufenschulhaus erstellt.

Heute gibt es in Waldstatt einen Doppelkindergarten und einen weiteren kleineren Kindergarten. Unterhalb der evangelischen Kirche befinden sich das Primarschulhaus sowie das Sekundarschulhaus. Die weiterführende Kantonsschule muss in Trogen besucht werden.[21]

PolitikBearbeiten

Seit 2013 ist Andreas Gantenbein Gemeindepräsident der Gemeinde Waldstatt. Waldstatt verfügt über einen siebenköpfigen Gemeinderat, der unter der Leitung des Gemeindepräsidenten steht. Der Rat wird von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern für eine vierjährige Amtszeit im Majorzverfahren bestimmt. Der Gemeinderat ist ein politisches Organ der Exekutive und kümmert sich im Rahmen seiner Kompetenzen um die laufenden Geschäfte der Gemeinde. Es gibt auf Gemeindeebene keine begrenzte Anzahl Amtszeiten. Folgende Personen bilden den Gemeinderat Waldstatt für die Amtszeit 2021–2025 (Stand Juli 2022):[22]

  • Andreas Gantenbein, Gemeindepräsident, seit 2013
  • Roland Kaufmann, Vizepräsident, seit 2021
  • Gabriela Hüppi, Gemeinderätin, seit 2016
  • Marianne Anderegg-Nef, Gemeinderätin, seit 2018
  • Markus Bösch, Gemeinderat, seit 2020
  • Didier Grieb, Gemeinderat, seit 2021
  • Philippe Lenggenhager, Gemeinderat, seit 2021

Aufgrund der Einwohnerzahl darf Waldstatt zwei Personen im Kantonsrat in Herisau stellen, der die Legislative des Kantons bildet. Die Personen werden im Majorzverfahren von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern für eine Amtszeit von vier Jahren bestimmt. Die Kantonsrätinnen und Kantonsräte vertreten die Interessen der Gemeinde auf kantonaler Ebene. Folgende Personen vertreten aktuell Waldstatt im Kantonsrat (Stand Juli 2022):[23]

  • Stefan Roth, Kantonsrat, FDP
  • Andreas Gantenbein, Kantonsrat, FDP

Sport und FreizeitBearbeiten

Früher diente ein Badeplatz an der Urnäsch als Abkühlungsort. Das klare und saubere Wasser zog viele Einwohner an. 1932, nachdem das Projekt des Schwimmbades angenommen worden war, begann der Bau des Bades. In Spitzenjahren schrieb die Badeanstalt Zahlen von über 70'000 Badegästen. 1990 beschloss die Bevölkerung, das Schwimmbad sanieren zu lassen und vor Unwettern sicher zu machen.[8]

Zwischen dem Schwimmbad und dem Mehrzweckgebäude (siehe Institutionen) verfügt Waldstatt über eine Sportanlage, die 1994 erbaut wurde. Sie wird rege von einigen der insgesamt 17 Jugend- und Sportvereinen genutzt, die die Gemeinde vermerkt.[24]

Waldstatt ist zudem ein Wandergebiet. Nebst Spaziergängen rund um das Dorf gibt es zahlreiche Wanderwege. Nicht weit entfernt liegt das Alpsteingebiet, das sich ebenfalls zum Wandern eignet.[25] Seit 2020 gibt es einen sogenannten Holzweg, einen Themenwanderweg mit verschiedenen Posten. Der Wanderweg lädt so auf spielerische Art ein, verschiedene Holzarten der Region besser kennenzulernen.[26]

InstitutionenBearbeiten

Das Mehrzweckgebäude (MZG) wurde 1978 gebaut und im Rahmen einer zehntägigen Feier 1979 eingeweiht.[8] Der Saal dient den verschiedenen Vereinen als Unterhaltungsort aber auch der Gemeinde als Versammlungsraum. Im Gebäude gibt es nebst den Zivilschutzräumlichkeiten auch ein Feuerwehrdepot und zwei Handfertigkeitsräume für die Schule. Zuletzt wurde das MZG 2007 renoviert, wobei es mit einem Anbau samt Bühne ergänzt wurde.[27]

45 Jahre nach dem Erbau der evangelischen Kirche musste sie das erste Mal renoviert werden. Der Turm wurde erhöht und eine neue Frauenempore eingebaut. Eine weitere umfassende Renovation erfolgte in den 1870er Jahren. 1934 wurde der Kirchenraum verlängert und das Gotteshaus erhielt seine heutige Form. Die letzte Renovation fand 1987 statt.[8]

Eine kleine katholische Kirche wurde 1973 in Waldstatt errichtet. Zuvor (1947) gab es nur ein schlichtes Gebäude für die Bewohner katholischen Glaubens.[28]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 61). Band 1: Der Bezirk Hinterland. Birkhäuser, Basel 1973. S. 265–289 (Digitalisat).
  • Hans Eugster-Kündig: Waldstatt: gestern und heute. Hrsg. von der Gemeinde Waldstatt. Waldstatt 1995.
  • Johannes Schläpfer und Amelia Magro: Bloch und Gidio. In: Walter Irniger (Hrsg.): Appenzeller Brauchtum. Band 3. VGS Verlagsgemeinschaft St. Gallen, Urnäsch 1988, ISBN 3-7291-1049-7, S. 89–126.

WeblinksBearbeiten

Commons: Waldstatt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Schweiz. 1. Auflage. Band 1, Nr. 62. Birkhäuser Verlag, Basel 1973, S. 269.
  6. Kanton Appenzell Ausserrhoden (Hrsg.): Der Kanton in Zahlen, Daten und Fakten 2022/23. Kanton Appenzell Ausserrhoden Juni 2022, S. 16.
  7. a b Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Schweiz. 1. Auflage. Band 1, Nr. 62. Birkhäuser Verlag, Basel 1973.
  8. a b c d e f g h Hans Eugster-Kündig: Waldstatt gestern und heute. Hrsg.: Gemeinde Waldstatt. Schläpfer, Herisau 1995, ISBN 3-85882-097-0.
  9. a b c d Thomas Fuchs: Waldstatt. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, 4. November 2014, abgerufen am 19. Juli 2022.
  10. Hans Eugster-Kündig: Das Wappen. Gemeinde Waldstatt, abgerufen am 3. Januar 2022.
  11. Konfessionen in Waldstatt 2010–2015. (PDF; 102 kB) Gemeinde Waldstatt, 26. Januar 2016, abgerufen am 13. Januar 2021.
  12. Altersstruktur in Waldstatt per 31.12.2015. (PDF; 95 kB) Gemeinde Waldstatt, 26. Januar 2016, abgerufen am 13. Januar 2021.
  13. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden (CSV-Datensatz) (CSV) In: Bundesamt für Statistik. Bundesamt für Statistik. 2019. Abgerufen am 14. Juli 2022.
  14. Thomas Fuchs: Waldstatt. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  15. Die Musikgesellschaft Waldstatt. In: Musikgesellschaft Waldstatt. Abgerufen am 19. Juli 2022.
  16. a b Wir über uns. In: Guggenmusik Mehrzweckblaari Waldstatt. Abgerufen am 19. Juli 2022.
  17. Über das Otto Ruderer Haus. In: Otto Ruderer Haus. Abgerufen am 19. Juli 2022.
  18. Johannes Schläpfer, Amelia Magro: Bloch und Gidio. In: Walter Irniger (Hrsg.): Appenzeller Brauchtum. Band 3. VSG Verlagsgruppe St. Gallen, Urnäsch 1988, ISBN 3-7291-1049-7, S. 89–104.
  19. Willi Rohner, Willy Ringeisen, Paul Preisig: 1749 - 1999: 250 Jahre Gemeinde Stein AR. Rheintales Druckerei und Verlag A, Berneck 1999, S. 254.
  20. Silvesterchlausen. In: Die lebendigen Traditionen der Schweiz. Bundesamt für Kultur BAK, abgerufen am 19. Juli 2022.
  21. Schule Waldstatt. Schule Waldstatt, abgerufen am 19. Juli 2022.
  22. Gemeinderat. In: Waldstatt. Gemeinde Waldstatt, abgerufen am 19. Juli 2022.
  23. Mitglieder des Kantonsrates. In: Appenzell Ausserrhoden. Appenzell Ausserrhoden, abgerufen am 19. Juli 2022.
  24. Vereine. In: Waldstatt. Gemeinde Waldstatt, abgerufen am 19. Juli 2022.
  25. Wandern. In: Waldstatt Tourismus. Abgerufen am 19. Juli 2022.
  26. Holzweg. In: Holzweg Waldstatt. Waldstatt Tourismus, abgerufen am 6. September 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  27. MZG - Allgemeines. In: Waldstatt. Gemeinde Waldstatt, abgerufen am 19. Juli 2022.
  28. Stationen, die Geschichte schrieben. In: Pfarrei - Katholische Pfarrei Herisau-Waldstatt-Schwellbrunn. SE Appenzeller Hinterland, abgerufen am 19. Juli 2022.