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Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin 1948

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verordnetenversammlung 1948
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Gewinne und Verluste
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Von 119 Sitzen entfallen auf:

Die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin vom 5. Dezember 1948 fand unter außergewöhnlichen Umständen statt. Der wenige Wochen nach der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung vom 20. Oktober 1946 gebildete Magistrat von Groß-Berlin (Magistrat Ostrowski) zerfiel aufgrund der politischen Spaltung der Stadt in Ost und West. Oberbürgermeister Otto Ostrowski (SPD) wurde bereits am 11. April 1947 auf Antrag seiner eigenen Fraktion durch die Stadtverordnetenversammlung per Misstrauensvotum abgewählt, da er sich weigerte, die SED-Funktionäre aus dem seit dem 5. Dezember 1946 von ihm geleiteten Magistrat zu entlassen.

Ostrowski trat daher am 17. April 1947 zurück und zu seinem Nachfolger wurde am 24. Juni 1947 Verkehrsdezernent Reuter (SPD) gewählt, der jedoch auf Grund des sowjetischen Vetos in der Alliierten Kommandantur sein Amt nicht antreten konnte. Daraufhin wurden die Amtsgeschäfte des Oberbürgermeisters geschäftsführend von der ersten stellvertretenden Oberbürgermeisterin Louise Schroeder (SPD) übernommen.

Hinzu kam der Umstand, das nach der unangekündigten, separaten Währungsreform am 23./24. Juni 1948 in den drei Westsektoren und der daraufhin beginnenden Berlin-Blockade die Wirtschafts- und Verwaltungseinheit zwischen den Westteilen und dem sowjetischen Sektor nicht mehr gegeben war. Die drei Westsektoren waren von der Versorgung aus Westdeutschland und der sowjetischen Besatzungszone getrennt und konnten nur durch die Luftbrücke überleben. Die Mitglieder aus den drei Westsektoren verließen daraufhin den Magistrat von Groß-Berlin und die Neuwahlen Anfang Dezember 1948 zur Stadtverordnetenversammlung erfolgten entsprechend nur in den Westsektoren.

Zur Wahl am 5. Dezember 1948 trat für die SPD Ernst Reuter an, für die CDU Ferdinand Friedensburg.

Die SPD erlebte ihren bis heute größten Wahlerfolg: Sie legte 15,8 Prozentpunkte zu und erlangte mit 64,5 % der Stimmen das höchste Ergebnis, welches je eine Partei bei demokratischen Wahlen in Deutschland erzielt hat. Die CDU sackte um 2,8 Prozentpunkte auf 19,4 % der Stimmen ab, während die LDP auf 16,1 % der Stimmen kam. Weitere Parteien traten nicht an, da die SED die Wahlen zu einer (nur West-Berliner) Stadtverordnetenversammlung als illegitim betrachtete und entsprechend nicht an der Wahl teilnahm.

Obwohl die SPD über eine deutliche absolute Mehrheit verfügte, bildete sie auf Grund der krisenhaften Situation mit CDU und LDP eine Schwarz-rot-gelbe Koalition. Infolgedessen wurde Ernst Reuter zum Oberbürgermeister gewählt, der sein Amt nunmehr auch offiziell ausüben durfte.

Wahl vom 5. Dezember 1948
Wahlberechtigte 1.586.461
Wahlbeteiligung 1.369.492 86,3 %
SPD 858.461 64,5 % 76 Mand.
CDU 258.664 19,4 % 26 Mand.
LDP 214.145 16,1 % 17 Mand.
Summen 1.331.270 100,0 % 119 Mand.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Berlin am 5. Dezember 1948 (Memento vom 1. Juni 2009 im Internet Archive), Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
  2. Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Berlin am 20. Oktober 1946 (Memento vom 31. Mai 2009 im Internet Archive), Amt für Statistik Berlin-Brandenburg; Vergleichswerte 1946 = Stimmanteile Berlin-West