Hauptmenü öffnen
Troy Balderson

William Troy Balderson (geboren am 16. Januar 1962 in Zanesville, Ohio) ist ein amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Er ist seit September 2018 Mitglied im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten für den 12. Kongresswahlbezirk Ohios. Zuvor gehörte er ab 2009 zuerst dem Repräsentantenhaus und dann dem Senat von Ohio an.

Inhaltsverzeichnis

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Balderson wuchs in Zanesville im südöstlichen Ohio auf und besuchte die dortige Highschool. Er studierte Betriebswirtschaft von 1980 bis 1982 am Muskingum College und von 1982 bis 1983 an der Ohio State University. Anschließend arbeitete er in der Farm der Familie im nahegelegenen Adamsville mit und war von 1987 bis 2008 Mitinhaber und Manager der Firma Balderson Motor Sales, einer Autohandelsfirma, die laut Eigenangaben seit drei Generationen im Familieneigentum ist.

1985 heiratete er Angela Balderson; sie haben einen Sohn und ließen sich 2014 scheiden. Troy Balderson lebt in Zanesville.[1]

Politische LaufbahnBearbeiten

Balderson wurde im November 2008 mit 54 Prozent der Stimmen ins Repräsentantenhaus, das Unterhaus der State Legislature Ohios, gewählt, nachdem sein Parteifreund Jim Aslanides wegen Mandatszeitbegrenzung nicht wieder angetreten war, und vertrat dort ab dem 5. Januar 2009 und nach seiner Wiederwahl 2010 ohne Herausforderer bis zum 13. Juli 2011 den 94. Wahlbezirk. Seit diesem Tag sitzt Balderson für den 20. Wahlbezirk im Senat, dem Oberhaus Ohios, nachdem er am Vortag für diesen Sitz ernannt worden war. Die Wiederwahl 2016 gewann er wiederum ohne Herausforderer.[2]

Balderson bewarb sich im 12. Kongresswahlbezirk Ohios für das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, als der bisherige Mandatsträger Pat Tiberi im Oktober 2017 seinen Rückzug bekanntgegeben hatte. Balderson setzte sich am 8. Mai 2018 in der parteiinternen Vorwahl der Republikaner sowohl zur Nachwahl für das verbleibende Mandat Tiberis als auch zur allgemeinen Wahl im November 2018 für den 116. Kongress mit jeweils etwa 29 Prozent der Stimmen durch. Seine stärkste Konkurrentin war die vom rechtskonservativen Freedom Caucus unterstützte Melanie Leneghan, die mit etwa 600 Stimmen Rückstand unterlegen war. Beide hatten zwei Millionen Dollar für gegenseitige Angriffe in Fernsehspots ausgegeben.[3] Ihre Anfechtung des Ergebnisses wegen Unregelmäßigkeiten wies der Ohio Supreme Court im August 2018 zurück.[4]

Der Wahlkampf im wohlhabendsten Bezirk des Bundesstaates, der seit 1983 von einem Republikaner vertreten wird und laut dem Cook Partisan Voting Index eine strukturelle Neigung hin zu den Republikanern hat (115. Kongress: R+7),[5] wurde unerwartet knapp: Der 31-jährige Demokrat Danny O’Connor, der in der Verwaltung des Franklin County arbeitet, lag in den Umfragen annähernd gleichauf, sodass die Wahl von politischen Beobachtern als völlig offen („toss up“) eingestuft wurde.[6] Die Demokraten hatten bereits zuvor bei den außerordentlichen Nachwahlen für Kongressmandate im 115. Kongress starke Gewinne gegenüber der letzten Wahl 2016 gemacht. Ihr Kandidat Conor Lamb hatte es im März 2018 geschafft, in der Kohleregion des südwestlichen Pennsylvania, die 2016 mit großer Mehrheit an Trump gegangen war, den 18. Kongresswahlbezirk Pennsylvanias zu gewinnen.

Balderson setzte sich am 7. August 2018 mit 1.680 Stimmen (0,8 Prozent) Vorsprung bei über 202.000 abgegebenen Stimmen durch, nachdem Trump diesen Bezirk 2016 mit 11 Prozent Vorsprung gewonnen hatte. Das knappe Ergebnis hatte wochenlange Ungewissheit zur Folge gehabt; das Ergebnis wurde am 24. August 2018 festgestellt.[7] Balderson war von bundesweit tätigen Gruppen wie dem Congressional Leadership Fund unterstützt worden, unter anderem durch mehrere Millionen Dollar für Fernsehspots, in denen die Fraktionsvorsitzende der Demokraten Nancy Pelosi als Feindbild dargestellt und O’Connor als „Dishonest Danny“ angegriffen wurde. In den letzten Tagen vor der Wahl traten Trump und sein Vizepräsident Mike Pence bei Wahlkampfveranstaltungen für Balderson auf, er erhielt aber auch die Unterstützung des Gouverneurs John Kasich, eines der schärfsten innerparteilichen Kritikers Trumps und früheren Abgeordneten dieses Kongresswahlbezirks, sodass Balderson sich als Versöhnungskandidat inszenieren konnte.[8] Er wurde am 5. September 2018 im Repräsentantenhaus vereidigt und nimmt seitdem das Kongressmandat wahr.[9]

O’Connor und Balderson traten bei der allgemeinen Wahl im November 2018 wieder im 12. Kongresswahlbezirk gegeneinander an. O’Connor verfügte über deutlich mehr Spendeneinnahmen meist von Kleinspendern außerhalb Ohios.[10] Die Wahl konnte Balderson jedoch mit 51,6 % der Stimmen für sich entscheiden und gehört damit auch dem 116. Kongress der Vereinigten Staaten an, der bis zum 3. Januar 2021 tagt.[11]

PositionenBearbeiten

Balderson galt jahrelang als moderater Republikaner, stellte sich aber im Kongresswahlkampf auf die Seite Präsident Trumps: So setzte er sich für die Steuerreform der Republikaner, den Bau der Grenzmauer nach Mexiko und für die Abschaffung der Gesundheitsreform Obamacare ein. Zugleich bekräftigte er, die sozialen Sicherungssysteme nicht angreifen zu wollen.[12] Er tritt gegen Schwangerschaftsabbrüche (Pro-Life), für das Recht auf Waffenbesitz und gegen Regulierungen ein, die seiner Ansicht nach die Schaffung von Arbeitsplätzen behindern.[13]

Im März 2012 erklärte Balderson seine Unterstützung für den damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney.[14]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Troy Balderson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

BelegeBearbeiten

  1. Troy Balderson’s Biography. In: Votesmart.org; Erin Laviola: Troy Balderson Family: 5 Fast Facts You Need to Know. In: Heavy.com, 7. August 2018. Siehe auch Balderson Farm. In: Starving Farmer.
  2. Balderson, Troy. In: OurCampaigns.com; Troy Balderson Appointed To 20th Ohio Senate District. In: Ohio Senate, 13. Juli 2011.
  3. Joe Sommerlad: Troy Balderson: How did a moderate Republican become a Trump firebrand? In: The Independent, 8. August 2018.
  4. Jeremy Pelzer: Ohio Supreme Court throws out Melanie Leneghan’s lawsuit challenging Troy Balderson’s 12th District victory. In: Cleveland.com, 23. August 2018.
  5. PVI Map and District List. In: Cook Political Report.
  6. Ohio 12th District Special Election – Balderson vs. O'Connor. In: RealClearPolitics.
  7. Balderson retains GOP hold on open House seat in Ohio. In: Politico, 24. August 2018.
  8. Jeremy Pelzer: Troy Balderson is unofficial winner in 12th Congressional District special election in a nailbiter. In: Cleveland.com, 8. August 2018; Joe Sommerlad: Troy Balderson: How did a moderate Republican become a Trump firebrand? In: The Independent, 8. August 2018.
  9. Sabrina Eaton: Troy Balderson sworn in as Ohio’s newest Congress member: Six issues he’ll face before reelection. In: Cleveland.com, 5. September 2018.
  10. Sabrina Eaton: Danny O’Connor has more than 10 times Troy Balderson’s money going into November rematch. In: Cleveland.com, 6. September 2018.
  11. Troy Balderson - Ballotpedia. In: Ballotpedia. (ballotpedia.org [abgerufen am 1. Dezember 2018]).
  12. Joe Sommerlad: Troy Balderson: How did a moderate Republican become a Trump firebrand? In: The Independent, 8. August 2018.
  13. The Spectrum: Meet the candidates running for Ohio's 12th congressional district. In: NBC4i.com, 30. April 2018.
  14. Balderson, Troy. In: OurCampaigns.com.