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Thannhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Pfofeld im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Der Ort hat knapp 200 Einwohner[1] und liegt auf einer Höhe von 434 m ü. NN. Im Fränkischen Seenland gelegen, ist er durch Wanderwege touristisch erschlossen.

Thannhausen
Gemeinde Pfofeld
Wappen von Thannhausen
Koordinaten: 49° 6′ 31″ N, 10° 53′ 15″ O
Höhe: 434 (419–457) m ü. NN
Einwohner: 186 (30. Jun. 2010)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91738
Vorwahl: 09834
Karte
Kirche St. Bartholomäus

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage und VerkehrBearbeiten

Das Haufendorf Thannhausen liegt in der Region Westmittelfranken, an einem Nordhang zwischen Pleinfeld im Osten und Gunzenhausen im Westen. Pfofeld liegt südwestlich. Nachbarorte sind (im Uhrzeigersinn) Regelsberg, Veitserlbach, Dorsbrunn, Rittern, Pfofeld, Langlau und Sorghof. Nordwestlich des Ortes entspringen der Banzerbach und der Bachwiesengraben, südöstlich der Walkerszeller Bach. An der Südseite grenzt Thannhausen an ein Waldgebiet, die anderen Seiten sind von Wiesen und Feldern umgeben. Etwa 2 km nördlich befindet sich der Große Brombachsee. Der 422,7 Meter hohe Berg Bühl und der 485,4 Meter hohe Weißenberg liegen dazwischen. Die Römer bauten auf dem Höhenzug südlich von Thannhausen den Raetischen Limes. Etwa einen Kilometer südwestlich und 1,5 Kilometer südöstlich des Ortes finden sich die Reste römischer Wachturme. Die Grenze zur Gemeinde Theilenhofen verläuft im Südwesten, die zu Pleinfeld im Südosten und Osten. Die Kreisstraße WUG 2 durchquert den Ort und führt zur ost-westlich verlaufenden Staatsstraße St 2222, die den Ort im Norden berührt. Einige Ortsverbindungsstraßen verbinden Thannhausen mit Dorsbrunn und Langlau. Durch den Ort führt der Deutsche Limes-Radweg. Südlich von Thannhausen verläuft der Limeswanderweg, ein Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs.

GeschichteBearbeiten

Die Gründung der fränkischen Siedlung dürfte in die Zeit zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert fallen. Die erste urkundliche Erwähnung Thannhausens erfolgte im Jahre 1075, als die Kirche St. Bartholomäus vom Eichstätter Bischof Gundekar II. geweiht wurde. Zu dieser Zeit gehörten die meisten Höfe im Ort dem Deutschen Orden in Ellingen, der Rest der Freien Reichsstadt Weißenburg. Das Patronatsrecht in Thannhausen wurde 1450 vom Bischof von Eichstätt an die Ritter von Absberg vergeben. Nach dem Aussterben des Geschlechts der Absberger um 1650 wurde der Ort den Markgrafen von Ansbach übertragen. Im Jahre 1846 sind in Thannhausen 36 Häuser, 43 Familien und 193 Seelen verzeichnet.[2] 1875 lebten 208 Einwohner in 106 Gebäuden und besaßen „fünf Pferde sowie 203 Rindviecher“.[3]

Bis zur Gemeindegebietsreform war Thannhausen eine selbstständige Gemeinde mit den Ortsteilen Furthmühle, Hühnermühle, Neuherberg, Regelsberg, Sorghof und Veitserlbach sowie den durch den Brombachsee abgegangenen Mühlen Beutelmühle, Grafenmühle, Neumühle und Scheermühle. Am 1. Mai 1978 wurde sie aufgelöst; Regelsberg und Veitserlbach kamen zum Markt Pleinfeld, Thannhausen und die restlichen Ortsteile wurde nach Pfofeld eingliedert.[4]

AdelsgeschlechtBearbeiten

Im Mittelalter gab es in Thannhausen das Adelsgeschlecht der Thannhäuser. Dieses Reichsministerialengeschlecht, das um 1200 in einer heute verschollenen Burg hauste, wurde vom 12. bis ins 16. Jahrhundert erwähnt. Der Minnesänger Thannhäuser gehörte wahrscheinlich auch diesem Geschlecht an. Deswegen hat die Gemeinde seit 1955 das Recht, das Wappen des Minnesängers nach der Darstellung in der Manessischen Handschrift als Siegel zu führen.

SehenswertesBearbeiten

Im Westteil des Ortes befindet sich die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Bartholomäus. Sie wurde im Jahr 1896 im neugotischen Stil neu erbaut, nur das Untergeschoss des Kirchturms mit Kuppelhelm stammt aus dem 16. Jahrhundert.[5] Der Vorgängerbau der Dorfkirche war 1075 geweiht und Mitte des 16. Jahrhunderts reformiert worden.

Die meisten Gebäude in Thannhausen stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind meist erdgeschossige verputzte Satteldachbauten. Lediglich das örtliche Gasthaus (17./18. Jahrhundert), das Pfarrhaus (1710) und die ehemalige Schmiede (1846) sind Walm-, Halbwalm- bzw. Mansarddachbauten. Der Ort durchzieht ein unregelmäßiger Straßenring mit platzartigen Straßengabeln und Sackgassen, dadurch entsteht der Eindruck einer zufälligen Anordnung der Häuser. Trotz einiger moderner Bauten wie dem Schulhausneubau von 1963/64 anstelle eines alten Schulhauses ist das Dorfbild von großer einheitlicher Wirkung erhalten. Der gesamte Ortskern von Thannhausen steht unter Denkmalschutz.[6] Nördlich von Thannhausen liegt der unter Bodendenkmalschutz stehende Burgstall Altes Schloss.

Siehe Liste der Baudenkmäler in Pfofeld#Thannhausen und Liste der Bodendenkmäler in Pfofeld#Thannhausen.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pfofeld: Daten und Zahlen (Memento des Originals vom 10. Dezember 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pfofeld.de
  2. Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern, 1846, Seite 133
  3. Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. […] mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München, 1877, Spalte 1202 (Digitalisat)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
  5. Eintrag beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  6. Eintrag beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege