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Tannfeld ist ein Ortsteil der Marktes Thurnau im Landkreis Kulmbach mit 219 Einwohnern (Stand: 1987). Er liegt etwa drei Kilometer südlich von Thurnau an der Kreisstraße KU 7.

Tannfeld
Koordinaten: 49° 58′ 56″ N, 11° 24′ 6″ O
Einwohner: 219 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 95349
Vorwahl: 09271
Tannfeld (Bayern)
Tannfeld

Lage von Tannfeld in Bayern

Südöstlich von Tannfeld befindet sich ein 69 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom in Stahlfachwerkbauweise. Westlich von Tannfeld befand sich der Sender Thurnau. Der 240 Meter hohe Mast wurde am 27. Februar 2018 gesprengt.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Tannfeld wurde erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1121/22 erwähnt. Darin ist der frühere Besitzer mit „Quadrilcus Walpoto“ angegeben. Die Walpoten waren ein großes, mächtiges Adelsgeschlecht, das seine Glanzzeit um das Jahr 1000 hatte. In dieser Urkunde geht es um Schenkung von „Altenholevelt“, einem Tal bei Schönfeld, an Bischof Otto I. Neben dem Herrschaftsgut Altenholevelt erhielt Bischof Otto I. auch das Gut Trumsdorf und die Höfe Tannfeld. Aus der Urkunde geht weiter hervor: Quadrilcus Walpoto war durch seine Schuld in Ungnade gefallen und bald darauf gestorben. Weil er wegen der Exkommunikation das Begräbnis nicht erhielt, bot sein Bruder Adeloid dem Bischof das „Altenholevelt“ an. Die Gemeindewebseite schreibt hierzu: „Dass es sich hier um das jetzige Althollfeld-Tal oder auch Erlbachtal handelt, scheint sicher zu sein, denn mit Trumsdorf und Tannfeld bildet es eine Einheit.“[2] Den Zehnt zu Tannfeld besaßen zur Hälfte die von Streitberg, danach die von Stauffenberg als kaiserliches Lehen.[3] 1980 wurde der Sender Thurnau bei Tannfeld erbaut.

GeographieBearbeiten

Die Straßenverbindung von Thurnau nach Tannfeld überwindet etwa 100 Höhenmeter. Der Ort liegt eingebettet zwischen dem 561 m hohen Kleetz im Norden, dem 550 m hohen Hetzenberg im Osten, dem 569 m hohen Sattelberg im Südosten und dem 552 m hohen Berg im Süden. Die unmittelbare Umgebung Tannfelds bilden weite Wiesen und kultivierte Felder; an sie schließen sich im Norden, Osten und Süden auf den umliegenden Hügeln Mischwaldflächen an.

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 316 (Digitalisat).
  2. Gemeindeteile. Markt Thurnau, abgerufen am 6. Februar 2016.
  3. Dieter Zöberlein: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie. Selbstverlag, Burggrub 2018, Teil 2, S. 414–416.