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GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Tännesberg liegt im mittleren Oberpfälzer Wald. Das gesamte Gemeindegebiet gehört zum Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald. Die höchste Erhebung ist der Schwangbühl (748 m) im östlichen Forstgebiet Tännesberger Wald. Hier entspringt der Mühlbach, der an Pilchau, der Neumühle und der Schnegelmühle vorbeifließt, bevor er bei Lampenricht in die Gleiritsch mündet.

NachbargemeindenBearbeiten

Tännesberg grenzt im Norden an Leuchtenberg und Vohenstrauß, im Osten an Moosbach, im Süden an Teunz und Gleiritsch (beide Landkreis Schwandorf) sowie im Westen an Trausnitz (ebenfalls Landkreis Schwandorf).

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Tännesberg hat 15 Gemeindeteile[2]:

Es gibt folgende Gemarkungen:

  • Großenschwand
  • Kleinschwand
  • Woppenrieth
  • Pilchau
  • Tännesberg
  • Voitsberg
  • Fischerhammer

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Die erste Erwähnung fand Tännesberg im Jahre 1150 im Traditionskodex des Klosters Reichenbach. Damals übertrug Abt Erchinger die Güter Weidental und den Willhof an Reginger de Tegenisperc zur Verwaltung. In diesem Zusammenhang erschien ein Otto de Tegeninsperc als Zeuge bei der Übertragung.

Reginger und Otto waren Vasallen der mächtigen Diepoldinger, der Markgrafen von Nabburg, die gegen Ende des 11. Jahrhunderts mit den Marken Cham und Nabburg belehnt worden waren. In Tännesberg bestand damals eine Burg, welche die Markgrafen ihr Eigentum (Allod) nannten und dort Gefolgs- oder Dienstmannen zur Verwaltung einsetzten.

Nach dem Aussterben der Diepoldinger kamen Burg und Herrschaft Tännesberg an die Grafen von Sulzbach, die im Jahre 1188 von den Grafen von Ortenburg beerbt wurden. Diese setzten ihre eigenen Ministerialen in Tännesberg ein. Sie stammten aus der Familie der Paulsdorfer, die mit Henricus de Teininsberg und 1237 mit Friedrich von Tännesberg feststellbar sind. Spätestens im Jahre 1276 nannten sich die Paulsdorfer nach ihrem neuen Stammsitz von Tännesberg; 1280 ging die Herrschaft in ihren Besitz über.

1400 verkauften die Paulsdorfer ihre Besitzungen in Tännesberg an Ruprecht III. von der Pfalz und Tännesberg wurde zu einem (Ober-) Pfälzer Pflegamt der Wittelsbacher im Rentamt Amberg. Erster Pfleger scheint Heinrich Frickenhofer zum „Denelsperc“ gewesen zu sein.

Bei der Teilung der pfälzischen Lande kam Tännesberg an die Pfalzgrafschaft Neumarkt-Neunburg und der neue Herr, Pfalzgraf Johann, erhob den Ort am 1412 zum Markt. 1570 bewilligte Pfalzgraf Ludwig einen Zuschuss von 210 Gulden zur Erbauung einer ersten Mauer. Im Rahmen der Zugehörigkeit zur reformierten Linie der Wittelsbacher wurde Tännesberg, das seit 1326 ein katholisches Seelsorgeamt hatte, protestantisch.

Im Dreißigjährigen Krieg kam die Obere Pfalz und somit auch Tännesberg an die bayerischen Wittelsbacher und Kurfürst Maximilian I. von Bayern führte 1625 den katholischen Glauben in Tännesberg wieder ein.

Der Dreißigjährige Krieg brachte verschiedene Katastrophen mit sich. Schon 1634 brach die Pest in Tännesberg aus. Damals lebten zeitweise gerade einmal fünf Ehepaare in dem Markt. 1639 brannten 40 Häuser ab und die Marktmauern waren aus Mangel an Baugeld eingestürzt. Drei Jahre später zogen die Truppen von Octavio Piccolomini durch den Ort und die Tännesberger mussten Soldaten bei sich aufnehmen. Ein abermaliges Feuer brachte im gleichen Jahr den Kirchturm zum Einsturz, beschädigte das Rathaus und mehrere Häuser.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

In der Nacht zum 4. August 1839 brannte der Ort nahezu vollständig ab, weshalb man sich entschloss, die Grundstücke neu auszurichten.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Kleinschwand eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Großenschwand hinzu.[3] Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Döllnitz folgten am 1. Juli 1976. Der Ort Pilchau der aufgelösten Gemeinde Zeinried wurde am 1. Mai 1978 eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in der Gemeinde Tännesberg unter Berücksichtigung der Eingemeindungen[5]:

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2005 2010 2015
Einwohner 1777 1807 1692 1659 1676 1939 1586 1695 1579 1663 1721 1565 1506 1531

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Von den zwölf Mitgliedern des Gemeinderats belegen seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 die CSU sieben Sitze (Stimmenanteil 57,12 %), die Freien Wähler fünf Sitze (Stimmenanteil 42,88 %).

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Max Völkl (parteilos). Er wurde im Jahr 2008 Nachfolger von Matthias Grundler (Freie Wählergemeinschaft, 2002–2008). Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 64,37 % der abgegebenen Stimmen wiedergewählt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Silber auf einem aus kleinen grünen Hügeln gebildeten Boden zwei Bäume, dazwischen zwei rote Blumen auf beblätterten grünen Stengeln; darüber schwebend der Rautenschild.

Das Wappen ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Kirchlengern, Kreis Herford, Nordrhein-Westfalen (seit 1982)

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
St. Jodok

BaudenkmälerBearbeiten

LehrpfadeBearbeiten

NaturschutzprojekteBearbeiten

Im Marktbereich von Tännesberg wurden verschiedene Naturschutzprojekte durchgeführt. Seit 2009 ist die Gemeinde „Bayerische Modellgemeinde Biodiversität“.[6] Auf die Förderung der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen wird besonderer Wert gelegt. Alte Kultursorten wie Kartoffel, Emmer, Einkorn und Dinkel werden angebaut. Durch die Wiedereinführung der alten Haustierrasse Rotvieh können ökologische wertvolle Flächen erhalten werden.

NaturdenkmälerBearbeiten

  • Schlossberg (692 m NN), höchste Erhebung des Ortes Tännesberg, sehenswert: Kreuzweg und Kapelle auf dem Schlossberg

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Der Sankt Jodokritt in Tännesberg, eine Pferdewallfahrt, findet immer am vierten Wochenende im Juli statt
  • Backofenfest, findet immer am vierten Sonntag im August statt

VerkehrBearbeiten

Die Bundesstraße 22 durchquert das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung.

Söhne und Töchter des MarktesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Katholisches Pfarramt Tännesberg: Pfarrkirche St. Michael, Wallfahrtskirche St. Jodok. 1984 (Broschüre, 16 Seiten).
  • Rich. Hoffmann, Georg Hager: Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Oberpfalz und Regensburg VIII. Bezirksamt Vohenstrauss, München 1907.
  • Georg Hager: Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Oberpfalz und Regensburg VII. Bezirksamt Oberviechtach, München 1906.
  • Dieter Bernd: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 39, Vohenstrauß, München 1977, ISBN 3-7696-9900-9.
  • Karl-Otto Ambronn: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe II, Heft 3, Landsassen und Landsassengüter des Fürstentums der Oberen Pfalz im 16. Jahrhundert. München 1982, ISBN 3-7696-9932-7.
  • Alois Köppl: Tännesberg. Reihe: Oberpfalz erleben, Gleiritsch 2012, ISBN 978-3-00-039105-7.
  • C. Rückerl (2013): Tännesberg – eine Biodiversitäts-Gemeinde als Vorbild für Bayern. – ANLiegen Natur 35 (2), S. 84–85, Laufen. PDF 0,2 MB.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tännesberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Tännesberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 19. November 2017.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 587.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 652 und 653.
  5. Datenbank Statistikdaten Bayern
  6. Alois Köppl: Tännesberg, Gleiritsch 2012, S. 4
Panoramaansicht Tännesberg mit Schlossberg, Zieglhäuser (unten links), daneben Schnegelmühle (unterer Bildrand), einige wenige Häuser von Lampenricht (unten rechts) und Pilchau (Mitte rechts, oben) (2011)