Windischeschenbach

Gemeinde in Deutschland

Windischeschenbach (bairisch: Eschawo) ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab, die an der Bayerischen Porzellanstraße liegt.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Windischeschenbach
Windischeschenbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Windischeschenbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 48′ N, 12° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Höhe: 438 m ü. NHN
Fläche: 36,37 km2
Einwohner: 4923 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92670
Vorwahl: 09681
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 168
Stadtgliederung: 20 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 34
92670 Windischeschenbach
Website: www.windischeschenbach.de
Erster Bürgermeister: Karlheinz Budnik (CSU)
Lage der Stadt Windischeschenbach im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Landkreis BayreuthLandkreis SchwandorfWeiden in der OberpfalzLandkreis TirschenreuthLandkreis Amberg-SulzbachGeorgenbergPleysteinNeustadt am KulmPressathTrabitzEschenbach in der OberpfalzBechtsriethWindischeschenbachWeiherhammerWaldthurnWaidhausVohenstraußTheisseilTännesbergStörnsteinSchwarzenbach (Oberpfalz)SchlammersdorfSchirmitzPüchersreuthPirkParksteinNeustadt an der WaldnaabMantel (Markt)Luhe-WildenauLeuchtenbergKohlberg (Oberpfalz)KirchenthumbachKirchendemenreuthIrchenriethGrafenwöhrFlossenbürgFloß (Oberpfalz)EtzenrichtEslarnAltenstadt an der WaldnaabSpeinsharter ForstManteler ForstVohenstraußHeinersreuther Forst (Oberpfalz)TschechienVorbachSpeinshartMoosbach (Oberpfalz)Karte
Über dieses Bild
Windischeschenbach, Mündung der Hauptstraße auf den Stadtplatz

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Stadt liegt westlich vom Zusammenfluss von Fichtel- und Waldnaab. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Ritzerberg mit einer Höhe von 552 Metern.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Stadtgemeinde hat 20 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

KlimaBearbeiten

Die Stadt liegt im Klimabezirk des Oberpfälzer Waldes, eines waldreichen Mittelgebirges in Ostbayern, welches ein typisches Schonklima aufweist.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Um 950 entstand durch Mönche des Klosters St. Emmeram aus Regensburg die Missionsstation Windischeschenbach. 1605 wurde der Ort zum Markt erhoben. Windischeschenbach gehörte zum größten Teil zum Reichsstift Kloster Waldsassen. Der Ort war durch den Eschenbach geteilt, wobei der am rechten Ufer gelegene Teil des Ortes dem Herzogtum Sulzbach unterstand und somit seit 1777 zu Bayern und der links des Eschenbaches gelegene Teil zu Waldsassen gehörte. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der gesamte Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. JahrhundertBearbeiten

Im Jahr 1952 wurde anlässlich der 1000-Jahr-Feier von Ort und Pfarrei der Markt zur Stadt erhoben. Am 22. September 1987 wurde in Windischeschenbach die Kontinentale Tiefenbohrung (KTB) gestartet.

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Bernstein, Naabdemenreuth und Neuhaus (mit dem im Jahr 1945 oder 1946 eingemeindeten Dietersdorf) eingegliedert.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 5785 auf 4960 um 825 Einwohner bzw. um 14,3 %.

NameBearbeiten

Bis 1424 hieß der Ort nur Eschenbach. Um ihn vom weiter westlich gelegenen Eschenbach abzugrenzen, erhielt er den Zusatz Windisch[4], da er im Vergleich zum namensgleichen Ort weiter östlich und damit näher am Wendenland (Böhmen) lag.

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2020[5]
Wahlbeteiligung: 68,2 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,7 %
21,1 %
8,2 %
19,9 %

StadtratBearbeiten

Die 20 Sitze des Stadtrates verteilen sich seit der Kommunalwahl am 15. März 2020 wie folgt (mit Vergleichszahlen der beiden vorigen Wahlen):

Partei / Liste CSU SPD Grüne FW
Sitze 2020 10 4 2 4
Sitze 2014 12 6 2
Sitze 2008 11 6 3

Die CSU gewann gegenüber 2008 einen Sitz hinzu, die Freien Wähler verloren einen Sitz.

BürgermeisterBearbeiten

Bei der Kommunalwahl 2014 wurde Karlheinz Budnik (CSU) mit 70,52 % der gültigen Stimmen zum Ersten Bürgermeister gewählt. Er gehört mit Sitz und Stimme ebenfalls dem Gemeinderat an.[6]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein silberner Wellenbalken, darin ein waagrechter blauer Fisch; oben zwei sechsstrahlige goldene Sterne, unten ein solcher.“[7]

Das Wappen ist seit 1553 bekannt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Burg Neuhaus

Windischeschenbach ist das „Tor zum Waldnaabtal“, einem Naherholungsgebiet zum Wandern und Radfahren. Das Waldnaabtalmuseum in der Burg Neuhaus ist ein regionales Archiv der Kultur und Lebensart.

Bau- und BodendenkmälerBearbeiten

NaturBearbeiten

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

Windischeschenbach stellt eine Zoigl-Hochburg dar. Der Zoigl ist ein untergäriges Bier, das nach traditioneller Weise gebraut wird. Die zahlreichen Zoigl-Stuben laden zumeist an den Wochenenden abwechselnd zum abendlichen gemütlichen Beisammensein ein.

SportBearbeiten

  • Allgemeiner Turn- und Sportverein ATSV
  • Behinderten- und Versehrtensportverein
  • DJK Windischeschenbach
  • Eisstockclub Windischeschenbach
  • Feuerschützengesellschaft Windischeschenbach e.V.
  • Fischerfreunde Neuhaus – Windischeschenbach
  • Rad- und Skisportverein Concordia
  • SKC UNTER UNS
  • SpVgg Windischeschenbach e. V.
  • Tauch- und Schnorchelclub "Easy Diver"
  • Tennisclub Windischeschenbach
  • Narrhalla Stadt Windischeschenbach e.V.
 
Der 83 m hohe Bohrturm bei Windischeschenbach

VerkehrBearbeiten

Windischeschenbach hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau, an dem regelmäßig Züge der Oberpfalzbahn verkehren. Die Stadt grenzt unmittelbar an die Autobahn A 93 Regensburg – Weiden – Hof an und hat eine eigene Anschlussstelle.

SonstigesBearbeiten

Überregional bekannt wurde Windischeschenbach durch das Kontinentale Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland. Der Bohrturm kann besichtigt werden.

PersönlichkeitenBearbeiten

Mit der Stadt verbundenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Josef Wittmann (1880–1968), bedeutender Kirchenmaler des Neubarocks im süddeutschen Raum. Malte in über 80 Kirchen Kirchendecken und Altarbilder hauptsächlich in den Diözesen Regensburg, Eichstätt und München-Freising bzw. in der Oberpfalz, Nieder- und Oberbayern, vereinzelt auch in den Diözesen Augsburg und Passau.
  • Richard Hirsch (1882–1959), deutscher Glashüttentechniker
  • Paul Schinner (* 1937), bedeutender Oberpfälzer Bildhauer, Maler und Grafiker.

WeblinksBearbeiten

Commons: Windischeschenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Windischeschenbach – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Windischeschenbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. April 2021.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 538.
  4. http://www.windischeschenbach.de/leben-wohnen/geschichte/
  5. Ergebnis zur Stadtratswahl 2020 am 15. März 2020, Stadt Windischeschenbach
  6. Ergebnis zur Bürgermeisterwahl 2014 am 16. März 2014 Stadt Windischeschenbach
  7. Eintrag zum Wappen von Windischeschenbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte