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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schnega
Schnega
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schnega hervorgehoben
Koordinaten: 52° 53′ N, 10° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüchow-Dannenberg
Samtgemeinde: Lüchow (Wendland)
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 53,98 km2
Einwohner: 1320 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29465
Vorwahl: 05842
Kfz-Kennzeichen: DAN
Gemeindeschlüssel: 03 3 54 022
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Theodor-Körner-Str. 14
29439 Lüchow
Bürgermeisterin: Annegret Gerstenkorn (CDU)
Lage der Gemeinde Schnega im Landkreis Lüchow-Dannenberg
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Über dieses Bild

Schnega ist eine Gemeinde im äußersten Südwesten des Landkreises Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen. Das Gebiet der Gemeinde wird auch Swinmark genannt. Die Gemeinde gehört zur Samtgemeinde Lüchow (Wendland).

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Schnega liegt im Naturpark Elbhöhen-Wendland.

Das Schnegaer Mühlenbachtal liegt zum Teil auch auf Schnegaer Gebiet.

GemeindegliederungBearbeiten

 
„Proitzer Mühle“ an der Niedersächsischen Mühlenstraße

Die Gemeinde Schnega besteht aus folgenden Ortsteilen:

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Billerbeck, Gielau, Gledeberg, Göhr, Harpe, Leisten, Lütenthien, Proitze, Schäpingen, Solkau, Thune, Warpke und Winterweyhe eingegliedert.[3]

ReligionBearbeiten

Urkundlich 1263 erwähnt, war Schnega bis zur Reformation eine Propstei des Bistums Verden an der Aller. Das Patronat wurde seit 1302 vom Kloster Diesdorf (Altmark), später von der Adelsfamilie von Bodendiek, und seit 1678 bis heute von der Familie der Freiherrn Grote bzw. von Reden ausgeübt.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Schnega erstreckt sich über den Ort Schnega hinaus auf 22 Dörfer. Dazu gehören vier Kapellen in den Orten Nienbergen (Gemeinde Bergen an der Dumme), Thune, Müssingen[4] (Gemeinde Soltendieck) und Schäpingen. Drei der Dörfer befinden sich im Landkreis Uelzen. Seit 2005 ist Schnega pfarramtlich mit der Kirchengemeinde Bergen verbunden.[5][6] Das Pfarramt erstreckt sich jetzt über insgesamt 30 Ortschaften mit Distanzen bis zu 18 km auf einer Fläche von etwa 100 km². Der Sitz des Pfarramts mit der Wohnung des Pastors ist im Pfarrhaus in Schnega.[7] Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg.

PolitikBearbeiten

 
Haus in Gledeberg

Die Gemeinde Schnega gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[8][9]

GemeinderatBearbeiten

Rat der Gemeinde Schnega
CDU
  
5
Grüne
  
3
UWG
  
1
SPD
  
1

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeisterin ist Annegret Gerstenkorn (CDU).[10]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Kirchen und KapellenBearbeiten

Kirche St. MichaelisBearbeiten

 
St.-Michaelis-Kirche von Schnega

Die Kirche St. Michaelis war ursprünglich ein Feldsteinbau mit Balkendecke, im oberen Teil mit Ziegeln aus dem 12. Jahrhundert. In den Jahren 1912/13 wurde die Kirche unter Leitung des Konsistorialbaumeisters Sasse im Jugendstil weitgehend neu erbaut.[11] Der spätgotische polygonale Chor sowie das Untergeschoss des Turmes aus Feldsteinen blieben erhalten. Die Kirche bestimmt durch ihre zentrale, etwas erhöhte Lage das Ortsbild von Schnega.

Spätgotischer, dreiteiliger Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert, eines der bedeutendsten Werke mittelalterlicher Plastik im Wendland im rippengewölbten, ausgemalten Chorraum. Barocker Kanzeldeckel (1715). Kleines Sandstein-Epitaph in Renaissanceformen für die 1604 verstorbene Maria Rexa von Bodendiek. Außen am Chor befindet sich der gut erhaltene Grabstein des Ludolph von Bodendiek (1628).

Die von Emporen gesäumten drei Schiffe der Kirche vereinigen in ihrer gediegenen Ausstattung alte Stilelemente mit denen der Jahrhundertwende. Die Orgel (II/20) wurde 1983 mit optischen und klanglichen Elementen des spätromantischen Vorgängerinstrumentes von Furtwängler & Hammer neu errichtet.[12]

 
Feldsteinkapelle Schäpingen

Kapelle in SchäpingenBearbeiten

Um 1150 wurde die Kapelle erbaut.[13] Sie hatte früher einen Wehrturm, dessen Fundamente heute noch erhalten sind. Eine monumentale Bilderbibel aus dem 15. Jahrhundert zeigt die Lebensgeschichte Jesu. Aus der Gründerzeit stammt vermutlich die roh bearbeitete Eingangstür aus Eichenholz mit ihrer Verriegelung.[14]

Kapelle in ThuneBearbeiten

 
Feldsteinkapelle Thune

Die kleine turmlose Kapelle mit kleinen Fenstern hat bis heute kein elektrisches Licht. 1543 wird sie erstmals erwähnt, wurde wohl im 13. Jahrhundert erbaut.[15] Innenraum und Altar sind schlicht gestaltet. Die mit einem Spitzbogen versehene Eingangstür wird von zwei großen Wächtersteinen verziert. Die Glocke von 1493 hängt draußen in einem Glockenstuhl. Früher war sie in der Kapelle angebracht.[16][17]

Hugo-Körtzinger-AtelierBearbeiten

 
Hugo-Körtzinger-Atelier, Schnega

Der seit 1914 in Schnega ansässige Maler, Bildhauer, Schriftsteller und Orgelspieler Hugo Körtzinger baute auf seinem Anwesen in den Jahren 1936/37 ein großes Werkstattgebäude im klaren Stil der Neuen Sachlichkeit. Das hoch aufstrebende Gebäude mit hoher Decke und Deckenlichtfeldern, großflächiger nordwärtiger Verglasung und großem Eingangstor zeigt deutlich seine Zweckbestimmung. Das Gebäude wurde in den Jahren 2012–2015 aufwendig restauriert. Erwähnenswert ist auch eine große Walcker-Orgel (III/P, 30 + 31 Transmissionen), die in den Jahren 1937–1948 in mehreren Ausbaustufen eigens und nach Körtzingers Vorstellungen für das Atelier gebaut wurde. Sie ist vermutlich eine der größten Privatorgeln Deutschlands.

 
Naturdenkmal „Gruppe von drei Eichen“ in Schnega

VerkehrBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schnega – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Bd. 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; S. 265
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 230.
  4. Bild aus der Kapelle, EJZ, abgerufen am 8. Februar 2013.
  5. EJZ-Bericht über die Ordination des neuen gemeinsamen Pastors, abgerufen am 8. Februar 2013.
  6. EJZ-Bericht zum Beschluss der pfarramtlichen Zusammenlegung, abgerufen am 8. Februar 2013.
  7. Beschreibung der Kirchengemeinde, abgerufen am 8. Februar 2013.
  8. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. (PDF; 87 KB)
  9. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. (PDF; 200 KB)
  10. Samtgemeinde Lüchow: Mandatsträger des Rates der Gemeinde Schnega
  11. Foto der Kirche von 1922, abgerufen am 8. Februar 2013.
  12. Beschreibung der Kirche Schnega, abgerufen am 8. Februar 2013.
  13. Ernst-Günther Behn, Das Hannoversche Wendland: Kirchen und Kapellen, Lüchow 2011, S. 144.
  14. Bild vom Fresko, EJZ, abgerufen am 8. Februar 2013.
  15. Ernst-Günther Behn, Das Hannoversche Wendland: Kirchen und Kapellen, Lüchow 2011, S. 160.
  16. Bild von der Kapelle Thune, abgerufen am 9. Februar 2013.
  17. Beschreibung der Kapelle, (PDF; 606 kB) Flyer der Kirchenstiftung Schnega, abgerufen am 9. Februar 2013.