Woltersdorf (Wendland)

Gemeinde im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Woltersdorf
Woltersdorf (Wendland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Woltersdorf hervorgehoben

Koordinaten: 52° 57′ N, 11° 13′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüchow-Dannenberg
Samtgemeinde: Lüchow (Wendland)
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 28,05 km2
Einwohner: 896 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29497
Vorwahl: 05841
Kfz-Kennzeichen: DAN
Gemeindeschlüssel: 03 3 54 025
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Feuerwehrstraße 2
29497 Woltersdorf
Website: www.luechow-wendland.de
Bürgermeisterin: Claudia Hennings
Lage der Gemeinde Woltersdorf im Landkreis Lüchow-Dannenberg
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Über dieses Bild

Woltersdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Woltersdorf liegt im Wendland innerhalb des Naturpark Elbhöhen-Wendland. Nördlich des Ortes verläuft der nach Nordwesten hin abfließende Luciekanal. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Lüchow (Wendland) hat.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Woltersdorf besteht aus folgenden Ortsteilen:

  1. Klein Breese mit Bahnhof und Forsthaus Örenburg
  2. Lichtenberg
  3. Thurau
  4. Woltersdorf

GeschichteBearbeiten

Bei Bauarbeiten nahe dem Ortsteil Lichtenberg am Rande der Geestinsel des Öring wurden 1986 Bodenverfärbungen und Keramikscherben festgestellt. Ausgrabungen zwischen 1987 und 1993 brachten zahlreiche Steinwerkzeuge zutage, die auf ein Alter von 55.000 Jahren datiert und dem Neandertaler zugeordnet wurden. Wahrscheinlich handelt es sich um einen prähistorischen Jagdplatz. Bei den Ausgrabungen fanden sich auch Spuren einer jüngeren Besiedlung des Areals. Es wurden Keramikscherben aus der jüngeren Bronzezeit, der vorrömischen Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und dem Mittelalter gefunden. Die Funde von Lichtenberg befinden sich in der Sammlung der Urgeschichtsabteilung des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover.[2]

Auf die frühe Anwesenheit des Menschen in der Gegend um Woltersdorf weist auch der Fund eines etwa 50.000 Jahre alten Faustkeils hin. Ein weiteres Fundstück ist ein Goldring aus der älteren Bronzezeit (ca. 1100–1550 v. Chr.).

Zu Zeiten der germanischen Besiedlung bewohnte der Stamm der Langobarden das Gebiet rund um Woltersdorf. Nach der Völkerwanderung siedelten sich Slawen in diesem Gebiet in Rundlingsdörfern an, auf die die Bezeichnung Wendland zurückzuführen ist. Auf die slawische Besiedlung weist der „Götzenstein“ hin, der als Abbild eines Gesichts in die Feldkirche eingemauert wurde.

Woltersdorf wurde erstmals urkundlich im 14. Jahrhundert erwähnt. Die ältesten Namensformen waren Waltistorpe (1371), Wolterstorpe (1395) und schließlich Woltersdorf im Jahre 1450.

EingemeindungenBearbeiten

 
Dorfgemeinschaftshaus mit integrierter Kapelle

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Klein Breese, Lichtenberg und Thurau eingegliedert.[3]

PolitikBearbeiten

Die Gemeinde Woltersdorf gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[4][5]

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat aus Woltersdorf setzt sich aus neun Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU 5 Sitze
  • SPD 1 Sitz
  • UL 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Kommunalwahl 2016:[6]

  • CDU: 4 Sitze
  • UL: 4 Sitze
  • SPD: 1 Sitz

BürgermeisteramtBearbeiten

Im November 2016 wurde Claudia Hennings zur Nachfolgerin von Klaus Böttcher gewählt. Böttcher hatte das Amt 25 Jahre bekleidet.[7]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Baudenkmale in Woltersdorf (Wendland) stehen alle Baudenkmale der Gemeinde Woltersdorf. Sehenswürdigkeiten sind die Feldkirche Woltersdorf und der Brautstein. Beide sind im Woltersdorfer Wappen dargestellt.

VerkehrBearbeiten

Die B 493 LüchowSchnackenburg führt direkt durch den Hauptort der Gemeinde sowie durch den Ortsteil Klein Breese.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Woltersdorf (Wendland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Stephan Veil: Vor 55.000 Jahren – Ein Jagdplatz früher Menschen bei Lichtenberg, Ldkr. Lüchow-Dannenberg. Isensee Verlag, Oldenburg 1995. ISBN 3-89598-274-1.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 233.
  4. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. (Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4; PDF 87 KB (Memento vom 29. September 2006 im Internet Archive))
  5. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. (Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. PDF; 200 KB (Memento vom 25. Juli 2011 im Internet Archive))
  6. Bürgerportal Samtgemeinde Lüchow (Wendland); Gemeinde Woltersdorf (Memento vom 25. April 2017 im Internet Archive)
  7. http://www.ejz.de/ejz_50_111187808-28-_Claudia-Hennings-CDU-macht-das-Rennen---Wahlgewinner-UL-nur-in-der-Opposition.html
  8. Elke Meyer-Hoos: Chronologie einer Denunziation. In: Das Hakenkreuz im Saatfeld, Museum Wustrow, 1997, S. 255 ff, ISBN 3-926322-24-1.
  9. Elbe-Jeetzel-Zeitung: Die Elektropop-Band Hundreds lebt seit zwei Jahren in Woltersdorf und verrät im Interview, warum sie erst jetzt ihr erstes Konzert im Wendland gibt. In: Elbe-Jeetzel-ZeitungElbe-Jeetzel-Zeitung. Abgerufen am 16. Oktober 2016.