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Samsø ist eine dänische Insel im Kattegat, zwischen der jütischen Ostküste, der seeländischen Halbinsel Røsnæs und Fünen. Die Insel hat 3684 Einwohner (1. Januar 2019)[1] und ist 112,06 km² groß[2]. Seit 1962 bildet Samsø eine eigene Kommune, seit 2007 gehört sie zur Region Midtjylland.

Samsø
Leuchtturm Vesborg Fyr über dem Steilufer
Leuchtturm Vesborg Fyr über dem Steilufer
Gewässer Århusbucht, Kattegat
Geographische Lage 55° 50′ N, 10° 36′ OKoordinaten: 55° 50′ N, 10° 36′ O
Lage von Samsø
Länge 27 km
Breite 7,6 km
Fläche 112,06 km²
Höchste Erhebung Ballebjerg
64 m
Einwohner 3684 (1. Januar 2019[1])
33 Einw./km²
Hauptort Tranebjerg
Karte von Samsø und Tunø (1900)
Karte von Samsø und Tunø (1900)

Samsø verzeichnete 2014 die meisten Sonnenscheinstunden in Dänemark und schlug damit die traditionell sonnenreichste Insel Bornholm.[3][4]

Fährverbindungen gibt es von Hov (Jütland) nach Sælvig und von Kalundborg (Seeland) nach Ballen.[5]

Inhaltsverzeichnis

InselteileBearbeiten

NordenBearbeiten

Die Insel ist stark gegliedert. Der nördliche Teil war ursprünglich eine eigene Insel. Die Nordby Bakker sind wie die Sandhügel und Erosionstäler auf der benachbarten Halbinsel Mols Endmoränen der Pommern-Phase. Den höchsten Punkt bildet der Ballebjerg mit 64 Metern. Das Urstromtal Langdal durchzieht das Areal.

Infolge der nacheiszeitlichen Landhebung verlandete die Fahrrinne zwischen Nord- und Südinsel. Die seefahrenden Wikinger legten sie wieder frei, indem der Kanhave-Kanal ausgehoben wurde.

Hauptort ist das im Mittelalter begründete Nordby (216 Einwohner); einige Häuser aus dem 18. Jahrhundert sind erhalten.

Stavns-FjordBearbeiten

Im etwa in Inselmitte liegenden Stavns-Fjord erstreckt sich ein kleiner Archipel. Das ganze Gebiet ist Vogelschutzgebiet und Wildreservat mit einer interessanten Fauna und Flora im Bereich der Brack- und Salzwasserzonen. Inselchen und Sandbänke bieten vom Menschen ungestörte Rückzugsflächen. Hier finden sich auch salzliebende Pflanzen wie das Vitamin-C-reiche Löffelkraut und die Salzaster.

Im Norden des Stavnsfjordes befindet sich der kleine Hafen Langør. Der Stavns-Fjord wird im Osten durch eine fünf Kilometer lange Landzunge Besser Rev mit der Nordspitze Havnehage vom Samsø-Belt abgeschirmt.

Im Stavns-Fjord liegen folgende Inselchen:

  • Mitte: Hjortholm, Karlskold, Mejlesholm, Yderste Holm und Kolderne
  • Nordwesten: Sværm, Ægholm und Hundsholm
  • Süden: Eskeholm, Brokold und Barnekold; alle drei sind bei Ebbe (30 cm Tidenhub) durch einen Wattweg mit Samsø verbunden.

Dem Stavns-Fjord vorgelagert liegen im Samsø-Belt:

  • Kyholm, Lindholm-Rumpen
  • Vejrø und Bosserne

SüdenBearbeiten

Der Süden von Samsø wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Die Zahl von Biobauern steigt.

In Onsbjerg wurde 1888 der erste Kleinbauernverband zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Landwirte gegründet. Die Kirche von Tranebjerg war Steuerstelle und Wehrkirche zugleich.

Der Leuchtturm Vesborg an der Südwestküste markiert näherungsweise die geographische Mitte Dänemarks. Er steht Besuchern offen und bietet eine Fernsicht bis zu den Nachbarküsten von Jütland, Fünen und Seeland.

Größter Ort ist Tranebjerg (829 Einwohner). Der höchste Punkt des südlichen Inselteils ist Dyret mit 51 Metern.

TourismusBearbeiten

Die Südinsel hat eine Reihe von Vorzeitdenkmälern:

Samsø ist ein beliebtes Urlaubsziel, etwa durch den ca. zehn Kilometer langen Sandstrand in der flachen Sælvigbugt. Die schmalen Verbindungsstraßen zwischen den kleinen Ortschaften sind für Radfahrer und Wanderer attraktiv. Eine alte Bockwindmühle steht in Brundby.

Für Segler interessante Häfen befinden sich in Langør, Mårup und Ballen.

GeschichteBearbeiten

Samsø wurde in der Steinzeit besiedelt. Aufgrund ihrer zentralen Lage in der Ostsee wurde die Insel in der Wikingerzeit als Versammlungsort genutzt. Aus dieser Zeit stammt der Name der Insel. Das Verb „samle“ bedeutet versammeln und „Ø“ bedeutet Insel. Die Insel entwickelte sich zu einem strategischen Ort. Die Wikinger gruben um 726 einen flachen Kanal an der schmalsten Stelle der Insel, den Kanhave-Kanal. Er war ursprünglich 500 Meter lang und elf Meter breit und ermöglichte die Verlegung von Schiffen und Flotten.

Später wurde Samsø Krongut verschiedener dänischer Könige. Auch in späteren Kriegen verlor Samsø seine strategische Bedeutung nicht. Im Stavns-Fjord, am Ende von Besser Rev, kann man noch Reste von Wehrschanzen finden.

Um 1675 wurde die Insel von Magdalena Gersdorff für ihren Geliebten, den Reichskanzler Peder Schumacher Griffenfeld, erworben. Kurze Zeit später wurde dieser von König Christian V. zum Tode, dann zu lebenslanger Haft verurteilt. Sophie Amalie Moth, die 15-jährige Tochter seines bürgerlichen Leibarztes und Geliebte des Königs, erhielt daraufhin die Insel geschenkt, und Sophie Amalie wurde „Gräfin von Samsø“. Landgräfin Charlotte Amalie von Hessen-Kassel, die Gemahlin des Königs, duldete seine Mätresse.

Am 1. April 1962 wurde die Insel eine eigene Kommune im Holbæk Amt, die im Zuge der Kommunalreform zum 1. April 1970 ins Århus Amt überführt wurde. Heute gehört die Kommune zur Region Midtjylland. Sie ist nach Læsø und Fanø die drittkleinste Kommune Dänemarks. Diese drei – allesamt Inselkommunen wie auch die nächstgrößeren Kommunen Ærø und Langeland – sind die einzigen dänischen Kommunen mit weniger als 5.000 Einwohnern.

 
Gemeinden auf Samsø bis 2014

Kirchspielgliederung bis 2014Bearbeiten

Bis 1962 bildeten die fünf Kirchspiele (dän.: Sogn) auf Samsø eine eigene Harde (Samsø Herred). Am 1. Mai 2014 wurden die fünf Kirchspiele der Insel zusammengelegt. Das neue Samsø Sogn gehört zum Bistum Århus.

Kirchspiel Einwohner[6]
Stand: 1. April 2014
Ortschaft Einwohner[7]
Stand: 1. Januar 2019
Nordby Sogn (Norden) 430 Nordby 216
Onsbjerg Sogn (Westen) 664 Onsbjerg 244
Besser Sogn (Osten) 499
Tranebjerg Sogn (Südosten) 1674 Tranebjerg 829
Brundby 0
Kolby Sogn (Südwesten) 479

Ebenfalls aufgeführt sind Ortschaften ab 200 Einwohnern; bei Eintrag 0 liegt die tatsächliche Zahl zwischen 0 und 199.

WirtschaftBearbeiten

 
Erneuerbare Energie in Samsø

Die Insel wirbt mit ihrem ökologischen Bewusstsein. Die Insel ist durch Windkraftanlagen (darunter einem Offshore-Windpark bestehend aus zehn 2,3-MW-Anlagen von Siemens Windenergie), einem Sonnenkraftwerk und Biogasanlagen weitgehend energieunabhängig und exportiert bereits 40 % ihrer Energieerzeugung.[8][9] Beispielhaft ist bei diesem Energie-Insel-Projekt die Einbindung der ortsansässigen Bevölkerung: „In so einem Projekt müssen so viele Menschen wie möglich Eigentümer werden (…) Dann bekommen sie eine wirklich positive Einstellung dazu.“[10]

VerkehrBearbeiten

Die Insel ist per Fähre von Jütland bzw. Seeland aus zu erreichen. Die Verbindung mit Jütland besteht mit dem Fährschiff Prinsesse Isabella zwischen Sælvig und Hov, nach Seeland verkehrt eine Fähre zwischen Ballen und Kalundborg.

Samsø verfügt über einen Flugplatz mit einer 695 m langen Start- und Landebahn (Gras).

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Wrede & Ronald Berg: Samsø. Weidle, Bonn 1996, ISBN 3-931135-24-1.
  • Thomas Nykrog: Turen går til Samsø. Politiken, Kopenhagen 2002, ISBN 87-567-6675-0.
  • Gudrun Krüger: Tourism in the Kattegat area – Analysing the travel behaviour of Samsø tourists toenhance the tourism potential of the island. VDM, Saarbrücken 2009, ISBN 3-639-14849-5.

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Samsø – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien