Hauptmenü öffnen

Der Petersberger Klimadialog (international ist die englische Bezeichnung Petersberg Climate Dialogue gebräuchlich) ist eine Serie jährlicher internationaler Konferenzen auf Ministerebene, die als Impulsgeber zur Vorbereitung der jährlichen UN-Klimakonferenzen dienen. Der Dialog wurde nach dem gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen auf Initiative von Deutschland ins Leben gerufen, um den Klimaschutzprozess neu zu beleben. Da der erste Klimadialog auf dem Petersberg bei Bonn stattfand, wurde die Bezeichnung auch für die folgenden Konferenzen beibehalten, obwohl sie seither in Berlin stattfanden. Getragen werden die Konferenzen jeweils gemeinsam von Deutschland und dem Gastgeberland der bevorstehenden Klimakonferenz.

Inhaltsverzeichnis

Liste der KonferenzenBearbeiten

Die Nummerierung der Konferenzen erfolgt alternativ auch mit hintangestellter römischer Ziffer, z. B. Petersberger Klimadialog I, oder englisch mit vorangestellter ausgeschriebener Ordnungszahl, also z. B. First Petersberg Climate Dialogue:

I: 2. bis 4. Mai 2010 auf dem Petersberg bei Bonn (getragen von Deutschland und Mexiko)[1]
II: 3./4. Juli 2011 in Berlin (getragen von Deutschland und Südafrika)[2]
III: 16./17. Juli 2012 in Berlin (getragen von Deutschland und Katar)[3]
IV: 4. bis 7. Mai 2013 in Berlin (gemeinsam getragen von Deutschland und Polen); siehe UN-Klimakonferenz in Warschau 2013#Petersberger Klimadialog
V: 14./15. Juli 2014 in Berlin (getragen von Deutschland und Peru)[4]
VI: 17. bis 19. Mai 2015 in Berlin (getragen von Deutschland und Frankreich)[5][6]
VII: 4./5. Juli 2016 in Berlin (getragen von Deutschland und Marokko; Motto: „Making the Paris Agreement a reality“, „Das Pariser Abkommen wahr machen“)[7]
VIII: 22./23. Mai 2017 in Berlin (getragen von Deutschland und Fidschi; Motto: „Working together on solutions“, „Zusammen Lösungen erarbeiten“)[8]
IX: 18./19. Juni 2018 in Berlin (getragen von Deutschland und Polen, Motto: „Changing together for a just transition“, „Gemeinsame Veränderung für einen gerechten Übergang“)[9]
X: 12. bis 14. Mai 2019 in Berlin (getragen von Deutschland und Chile, Motto „Fulfilling the Promises of Paris“, „Die Versprechen von Paris erfüllen“)[10]

ErgebnisseBearbeiten

Da man sich 2018 auf der COP 24 in Kattowitz auf ein gemeinsames Regelwerk für das Pariser Klimaabkommen verständigt hatte, geht es 2019 zur Vorbereitung der Weltklimakonferenz in Chile weniger um Verhandlungen. Weil die bisherigen nationalen Klimaschutzbeiträge nicht ausreichen, das Ziel von maximal 2 Grad Erwärmung zu erreichen, soll der zentrale Punkt die in Paris vereinbarte Überprüfung und Verbesserung der Beiträge im Jahr 2020 sowie deren Finanzierung (CO2-Preis) sein.[11]

Bei einer Zwischenbilanz vor der COP24 in Katowice hatte die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze stellvertretend für ihre Bundesregierung eingeräumt, dass die nationalen Klimaziele für das Jahr 2020 verfehlt würden: elektrischer Strom sei inzwischen zu 36 % erneuerbar, der Ausstieg aus der Kohleverstromung jedoch für ihr Land die wohl größte Herausforderung, ein „Klimaschutzgesetz“ werde vorbereitet.[12] Das Format des Talanoa-Dialogs aus der Konferenz des Gastgeberlandes Fidschi 2017 in Bonn wurde 2018 für die Suche nach einem Konsens wieder aufgenommen. Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag Anton Hofreiter forderte daraufhin die Regierung der viertgrößten Industrienation der Welt und größten Verstromer von Braunkohle zu konkreten Klimaschutzmaßnahmen auf, auch bei Verkehr, bei Gebäuden und der Landwirtschaft; 7 bis 10 Gigawatt Braunkohlestrom sofort abzuschalten angesichts einer Überproduktion. Es gehe schlichtweg um die Lebensgrundlagen insbesondere der Kinder.[13]

KritikBearbeiten

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: unenzyklopädisch, zu lang
Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Anton Hofreiter von den Grünen sagte beispielsweise in Richtung der Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ich erwarte von ihr, dass sie nur rumschwurbelt und defacto nichts Konkretes sagt“, im Juni 2018 und fordert eine Entschuldigung von ihr für die vielen großen Worte und die wenigen Taten, die danach folgten.[13] Das hochrangige Treffen sei als informelle Gesprächsrunde gedacht und ein Forum für das Ausloten möglicher Bündnisse unter den Staatschefs und Ministern, doch wegen der vielen Allgemeinplätze im öffentlichen Teil der Veranstaltung werde die Kanzlerinnenrede von Umweltverbänden, Linken und Grünen zerrissen; in der „schläfrigen Harmonie“ biss der ehemalige stellvertretende Premierminister Frankreichs, Wachstumskritiker und Star der französischen Umweltbewegung Nicolas Hulot bei Merkel mit der Forderung nach einer CO2-Bepreisung auch schon mal auf Granit.[12]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kurzinformation: Petersberger Klimadialog. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, abgerufen am 13. Mai 2019.
  2. "Keine Pause beim Klimaschutz". Deutsche Welle, 3. Juli 2011, abgerufen am 13. Mai 2019.
  3. Ehrgeizige Ziele beim 3. Petersberger Klimadialog. Bundeszentrale für politische Bildung, 16. Juli 2012, abgerufen am 13. Mai 2019.
  4. Petersberger Klimadialog VII "Making the Paris Agreement a reality". Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, abgerufen am 13. Mai 2019.
  5. Klimaverhandlungen in Genf. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, archiviert vom Original am 25. April 2016; abgerufen am 13. Mai 2019.
  6. Hendricks und Fabius laden zum Klimadialog ein. In: Pressemitteilung BMUB Nr. 107/15. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, 15. Mai 2015, abgerufen am 13. Mai 2019.
  7. Veröffentlichung einer Auftragsvergabe. (PDF; 27,8 KB) 4. März 2016, archiviert vom Original am 30. März 2016; abgerufen am 13. Mai 2019.
  8. "Working together on solutions". Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, 22. Mai 2017, abgerufen am 13. Mai 2019.
  9. Petersberger Klimadialog 2018 legt Schwerpunkt auf Klimaschutz und Gerechtigkeit – BMU-Pressemitteilung. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, 15. Juni 2018, abgerufen am 13. Mai 2019.
  10. Petersberger Klimadialog X – BMU-Veranstaltung. Abgerufen am 13. Mai 2019.
  11. https://www.bmu.de/pressemitteilung/10-petersberger-klimadialog-minister-aus-aller-welt-beraten-ueber-umsetzung-des-pariser-abkommens/
  12. a b Susanne Schwarz, Friederike Meier: Schläfrige Harmonie. Klimareporter, 19. Juni 2018, abgerufen am 13. Mai 2019.
  13. a b Hofreiter kritisiert Bundesregierung beim Klimaschutz. Bayerischer Rundfunk, 19. Juni 2018, abgerufen am 13. Mai 2019.