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Das Zahlwort oder Numerale (Plural Numeralia, Numeralien oder seltener Numerale;[1] von lateinisch [nomen] numerale), seltener Numeral, wird in der Sprachwissenschaft manchmal als eigene Wortart angesetzt. (Die Dudengrammatik zählt allerdings sogar auch die Kardinalzahlen zu den Adjektiven[2]).

Zahlwort im engeren Sinne ist gleichbedeutend mit Zahlnennwort (lat. und dt. Nomen numerale) und bezeichnet einige Nomen, beispielsweise Ordnungszahlwörter und (adjektivische) Grundzahlwörter. Im weitesten Sinne werden mit Zahlwort (lat.-dt. Numerale, jünger und seltener auch Numeral; engl. numeral, number) „alle“ Wörter, die einen Bezug zu Zahlen haben, bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

ÜbersichtBearbeiten

Semantische KategorienBearbeiten

Deutsche Bezeichnung Lateinisch-deutsche Bezeichnung Beispiele
Deutsch Latein
Grundzahl[wort] (Hauptzahl[wort]) Kardinalzahl, Kardinale (Pl. Kardinalia) eins, zwei, drei …, hundertdreiundfünfzig … unus, duo, tres …
Ordnungszahl[wort] (ordnendes Zahlwort) Ordinalzahl, Ordinale (Pl. Ordinalia) a (der) erste, zweite, dritte … primus, secundus, tertius …
Wiederholungszahl[wort] Iterativzahl, Iterativum, Quotientivum einmal, zweimal … semel, bis …
Vervielfältigungszahl[wort] Multiplikativzahl, Multiplikativum einfach, zweifach … simplex, duplex …
Verhältniszahl[wort] Proportionale (Pl. Proportionalia) simplus, duplus …
Verteilungszahl[wort], Einteilungszahl Distributivzahl, Distributivum je ein, je zwei … singuli, bini …
Gattungszahl[wort] Speziale (Pl. Spezialia) einerlei, zweierlei …
Sammelzahl[wort] Kollektivzahl (Collectivum) Dutzend …
Bruchzahl[wort], Teilungszahl[wort] Partitivum (ein) Drittel, Viertel …
Gesellschaftszahl Soziativzahl zu zweit, zu dritt …
selbander, selbdritt …
Folgezahl (ordnendes Zahladverb) a erstens, zweitens, drittens … primo, secundo, tertio …
Zeitzahl Temporale (Pl. Temporalia) b bihorius (zweistündig) …
triduus (dreitägig) …
trimus & trimulus (dreijährig) …
quadrimestris (viermonatlich) …
quinquennis (fünfjährig) …
a Zahladverbien wie zweitens werden manchmal auch zu den Ordnungszahlen gezählt, die dann in adjektivische (bei- oder eigenschaftswörtliche) Ordnungszahlen und adverbiale (neben- oder umstandswörtliche) Ordnungszahlen unterteilt sind.
b Temporalia werden in älterer Literatur (18.–19. Jahrhundert) angeführt und antworten auf die Frage „wie alt?“ bzw. „wie alt ist es?“.

Syntaktische KategorienBearbeiten

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Deutsche Bezeichnung Lateinisch-deutsche Bezeichnung Beispiele
beiwörtliches Zahlwort, eigenschaftswörtliches Zahlwort
~
Zahlbeiwort, Zahleigenschaftswort
adjektivisches Zahlwort, quantifiziertes Adjektiv
~
Zahladjektiv, Numeraladjektiv
sechs, (der) zweite, dreimalig, viererlei
das meiste, die vielen, die einen, die anderen, wenige/ die wenigsten[3]
nebenwörtliches Zahlwort, umstandswörtliches Zahlwort
~
Zahlumstandswort
adverbialisches Zahlwort
~
Zahladverb, Numeraladverb
fünfmal, drittens
 
~
Zahlhauptwort
 
~
Zahlsubstantiv
Million, Hundert (n.), Dutzend

Grundzahlwörter (Kardinalia)Bearbeiten

Grundzahlwörter (Grundzahlen, Kardinalzahlen, Kardinalia) stellen, wie der Name vermuten lässt, die grundlegenden Zahlwörter dar.

Beispiele: eins, zwei, zwölf, siebzehn, hundertdreiundfünfzig

Eins wird nach dem Kasus (Fall) und dem Genus (Geschlecht) dekliniert:

  • ein Mann, eine Frau, ein Kind (allesamt Nominativ)
  • das Kleid einer Frau (Genitiv), gib einem Gedanken Raum (Dativ)
  • Ich gebe dir einen Apfel. (Akkusativ)
Der folgende Absatz ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten daher möglicherweise demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Zwei und drei werden, wenn sie sich auf ein Substantiv beziehen, lediglich im Genitiv (Wes-Fall) dekliniert und auch nur dann, wenn der sprachliche Fall nicht schon am vorangehenden Wort erkennbar ist:

  • der Hut zweier Männer
  • das Kleid dreier Schwestern, das Kleid meiner drei Schwestern

Anmerkung: Im Unterschied dazu wird aber ein Nicht-Zahlwort als Zählwort (Numeralklassifikator, als Zähleinheit) nicht dekliniert:

Ein Mann, zwei Mann, ein Heer von tausend Mann; ein Stück, zwei Stück

In der militärischen Kommandosprache und bei deutschsprachigen Zahlensendern wird das lautlich verwechselbare zwei ersetzt:

eins, zwo, drei

Deutschsprachige Zahlensender ersetzen zur besseren Verständlichkeit zudem noch die fünf und die neun:

fünef und neugen

Bildung der Kardinalzahlen im DeutschenBearbeiten

Schreibt man Zahlen in Buchstaben, so schreibt man sie zusammen und klein, sofern sie unter einer Million liegen:

zum Beispiel 1972 = eintausendneunhundertzweiundsiebzig oder neunzehnhundertzweiundsiebzig.

Zahlen über einer Million schreibt man dagegen getrennt und das Zahlwort groß:

zum Beispiel 2.130.419 = zwei Millionen einhundertdreißigtausendvierhundertneunzehn.

Bei der Darstellung von Beträgen mit Dezimalstellen wird die Zahl, welche die Nachkommastellen bezeichnet, durch ein Komma abgetrennt; die explizite Nennung des Kommas ist dabei freigestellt:

zum Beispiel 752,89 = siebenhundertzweiundfünfzig (Komma) neunundachtzig.

Werden bei Währungseinheiten diese konkret angegeben, wird das Komma nicht genannt; die Nennung des Worts Cent ist dabei freigestellt:

zum Beispiel 752,89 € = siebenhundertzweiundfünfzig Euro neunundachtzig (Cent).
Ziffer Einer Zehner 20 bis 90 ab 100
0 null zehn (ein)hundert (100)
1 eins elf (ein)hundert(und)eins (101)
2 zwei zwölf zwanzig zweihundert (200)
3 drei dreizehn dreißig dreihundert(und)einundzwanzig (321)
4 vier vierzehn vierzig viertausend (4000)
5 fünf fünfzehn fünfzig fünftausendzweihundertdrei (5203)
6 sechs sechzehn sechzig sechs Millionen   (6.000.000, 6 Mio.)
7 sieben siebzehn
siebenzehn
siebzig
siebenzig
sieben Milliarden  (7.000.000.000, 7 Mrd.)
8 acht achtzehn achtzig acht Billionen    (8.000.000.000.000, 8 Bio.)
9 neun neunzehn neunzig neun Billiarden   (9.000.000.000.000.000, 9 Brd.)

Bei Zusammensetzungen aus Zehnern und Einern stehen zuerst die Einer, dann folgt und, dann kommen die Zehner: einundzwanzig (21), neunundneunzig (99).

Ordnungszahlwörter (Ordinalia)Bearbeiten

Mit Hilfe der Ordnungszahlwörter (Ordnungszahlen, Ordinalzahlen, Ordinalia) ist es möglich, Reihenfolgen zu erstellen (Ordinalzahlen). Die Ordinalzahlen unter zwanzig werden im Deutschen durch die Kardinalzahl und das Suffix -te gebildet. Eins, drei, sieben und acht bilden dabei jedoch Sonderformen. Zahlen ab zwanzig bis hundert erhalten die Endsilbe -ste, danach wieder bis hundertneunzehn -te usw.

  • 001. der erste Ritter (und nicht der einste Ritter)
  • 002. der zweite Platz
  • 003. mein drittes Huhn (und nicht mein dreites Huhn)
  • 004. das vierte Auto
  • 005. die fünfte Prüfung
  • 006. der sechste Treffer
  • 007. der siebte Sinn (gültige Kurzform von siebente)
  • 008. das achte Lebensjahr (nicht das achtte Lebensjahr)
  • 020. der zwanzigste Teilnehmer
  • 031. der einundreißigste Dezember
  • 058. mein achtundfünfzigster Geburtstag
  • 109. der hundertneunte Vorfall (zuweilen auch einhundertneunte)

Daneben steht adverbial:

  • erstens, zweitens, drittens usw. auch für zuerst, zuallererst

Lateinische Ordinalia sind:

prīmus, secundus, tertius

Daneben kennt das Lateinische eine noch strengere Form, die eine Hierarchie impliziert:

prīmarius, secundarius, tertiarius

Lateinisch-französisch-deutsche Wörter für diese lateinischen Ordnungswörter sind bis zur Ordnung zehn:

  • 01. primär
  • 02. sekundär
  • 03. tertiär
  • 04. quartär
  • 05. quintär
  • 06. sextär
  • 07. septimär
  • 08. oktaviär
  • 09. noniär
  • 10. dezimär

Das Wort primär wird im Deutschen häufig mit an erster Stelle und die weiteren Wörter mit X-rangig umschrieben. Primär und sekundär stehen in direkter Kombination oft auch für vor- und nachrangig.

Ordinalzahlen in der SchriftBearbeiten

In der Schrift können Ordinalzahlen neben der Wortform auch in der Zahlform wiedergegeben werden. Heutzutage wird im Deutschen zur Unterscheidung von Kardinalzahlen ein Punkt hinter die Zahl gesetzt. Zum Beispiel bedeutet „der 3. Oktober“ so viel wie „der dritte Oktober“.

In einigen anderen Sprachen verwendet man dagegen unterschiedliche Ordinalzeichen, etwa im Englischen: „1st, 2nd, 3rd, 4th“ für „first, second, third, fourth“, auch hochgestellt geschrieben: 1st, 2nd, 3rd, 4th.

Bildung der Ordinalia im DeutschenBearbeiten

Ordnungszahlen werden ähnlich wie normale Adjektive dekliniert: „am ersten Mai, ein erster Anfang, die ersten Blüten“.

Ziffer Einer Zehner 20 bis 90 ab 100
0 nullte zehnte (ein)hundertste (100.)
1 erste elfte (ein)hundert(und)erste (101.)
2 zweite zwölfte zwanzigste zweihundertste (200.)
3 dritte dreizehnte dreißigste dreihundert(und)einundzwanzigste (321.)
4 vierte vierzehnte vierzigste viertausendste (4000.)
5 fünfte fünfzehnte fünfzigste fünftausendzweihundertdritte (5203.)
6 sechste sechzehnte sechzigste sechsmillionste
7 siebte, siebente siebzehnte siebzigste siebenmilliardste
8 achte achtzehnte achtzigste achtbillionste
9 neunte neunzehnte neunzigste neunbilliardste

Wiederholungszahlwörter (Iterativzahlen) und Vervielfältigungszahlwörter (Multiplikativa)Bearbeiten

 
Lateinische Namenswörter für eingefügte Zählungen

Hängt man an eine Kardinalzahl das Suffix -mal, wird daraus ein Wiederholungszahlwort. Wiederholungszahlwörter sind Adverbien, sie antworten auf die Frage: „wie viel Mal?“

Man unterscheidet zwischen bestimmten und unbestimmten Wiederholungszahlwörtern:

  • bestimmt: einmal, viermal, zwölfmal
  • unbestimmt: manchmal, mehrmals, vielmals

Wiederholungszahlwörter dürfen (nach reformierter wie auch nach unreformierter Schreibung) getrennt geschrieben werden, a) wenn es sich um mehrgliedrige Numerale handelt (drei Millionen Mal), b) wenn eine Beugung vorliegt (hunderte Male) oder c) zu Betonungszwecken (drei Mal).

Fügt man zusätzlich das Suffix -ig hinzu, wird das Wiederholungszahlwort zu einem Adjektiv (Beispiel: einmalig).

Vervielfältigungszahlwörter (Multiplikativa) sind:

  • zweifach, vierfach usw., unbestimmt mehrfach, vielfach

Für „zweifach“ existieren auch das Wort doppelt sowie die veraltete Wortform zwiefach.

Daneben gibt es auch die altertümliche Form auf -falt, die nur mehr in Wörtern wie Dreifaltigkeit, Vielfalt, mannigfaltig überlebt hat, bei einfältig ist der numerale Aspekt verloren gegangen.

Latein bildet semel, bis, ter, quater, quīnqiēs, sexiēs, septies, octies, nonies, decies, … (Iterativa), simplex, duplex, triplex, quadruplex, … (Multiplikativa) und simplus, duplus, triplus, quadruplus, … (Proportionalia), Englisch once/simple, twice/deuce/double, thrice/triple/trifold, quadruple/fourfold, …

Insbesondere im Französischen sind die lateinischen Namenswörter gebräuchlich, wenn Nummern eingeschoben werden sollen: beispielsweise: 1, 1a, 1b, 2 bzw. 1, 1-bis, 1-ter, 2.

Verteilungszahlwörter (Distributiva)Bearbeiten

Die Zahlwörter des Distributivs werden im Deutschen nicht als Wort gebildet, sondern mit je umschrieben:

je eines, je zwei, je drei usw.

Im Lateinischen existiert aber eine eigene Wortform: singulus (Plural: singulī), bīnī, ternī, quaternī, quīnī, sēnī, …

Funktionsähnlich sind auch die Wörter einzeln und einzig, als Exklusiv, und paarweise, paarig zu einem Dual. Die -el-Bildung gibt es sonst nur mehr bei dem Wort Zwiesel zu zwei. Auch eine Bildung zum mit Ordinalzahlwort kommt vor, wenn sich ordnender und verteilender Aspekt mischen:

zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten usw. (urspr. wörtlich als ‚zu dem ersten [geordnet]‘ zu verstehen); zum einen, zum anderen als unbestimmte Form

Gattungszahlen, Sammelzahlen (Kollektiva) und GesellschaftszahlenBearbeiten

Gattungszahlen beschreiben eine bestimmte Anzahl verschiedener Arten und werden deutsch auf -(er)lei gebildet

einerlei, zweierlei, dreierlei – ‚einerlei‘ hat eine starke nicht-numerale Bedeutung (‚gleichgültig‘), der Zahlaspekt ist veraltend („Alle von einerlei Art“), und wird durch ‚einzeln‘, ‚einzig‘, oder dem verstärkenden ‚einunddasselbe‘ ersetzt
unbestimmt sind mehrerlei, mancherlei, vielerlei, allerlei, auch hunderterlei, tausenderlei werden in unbestimmten Sinne angewandt (Er quält mich mit tausenderlei Kleinigkeiten.)

Gesellschaftszahlen drücken Zusammengehöriges aus. Die Gesellschaftszahl beide, als Rest eines westgermanischen Duals, wird im Allgemeinen wie ein Adjektiv dekliniert:

seine beiden Eltern, in beider Namen

Sonst erfolgt eine Bildung auf zu und -t:

zu zweit, zu dritt, zu viert …, altertümlich auch zu zweien oder selbander, selbdrittzuerst ist aber ein Ordinal

Zu dieser Gruppe könnten auch gezählt werden: einsam, Zweisamkeit-sam bildet allgemeine Eigenschaftsbegriffe (seltsam zu selten, geruhsam zu Ruhe).

Bruchzahlen (Partitiva)Bearbeiten

Bruchzahlen bestehen aus einem Zähler und einem Nenner. Der Zähler ist eine Kardinalzahl. Der Nenner wird von der zugehörigen Ordinalzahl abgeleitet, wobei (faktisch) das Suffix -l angehängt wird:

  • dritte + -l = drittel
  • vierte + -l = viertel

Ausnahmen hiervon sind die Zahlen 1 und 2 als Nenner, deren Zahlwort eintel und zweitel lautet, wobei diese Wörter aber nur in mathematischen Ausdrücken gebräuchlich sind, ansonsten nennt man sie ganze und halbe.

Der Zähler 1 wird als ein, nicht als eins wiedergegeben.

Wenn die Bruchzahl substantiviert verwendet wird, wird ihr Zähler klein und ihr Nenner groß geschrieben: zwei Drittel der Anwesenden stimmten für den Vorschlag. Hingegen wird die ganze Bruchzahl klein geschrieben, wenn sie vor Maßeinheiten attributiv gebraucht wird: vier hundertstel Sekunden, drei achtel Liter. Man schreibt Bruchzahlen ebenfalls klein, wenn sie als reine Zahlen, etwa in Gleichungen, auftreten. Beispiel:

Die Gleichung   lautet in Worten geschrieben zwei drittel mal zwei gleich vier drittel[4]

Gemischte Zahlen, bestehend aus einer natürlichen Zahl und einer Bruchzahl, werden durch eine Leerstelle getrennt. Beispielsweise wird die Zahl   so geschrieben: „drei zwei drittel“.

Hierzu gibt es zwei Ausnahmen:

  • Die erste Ausnahme sind gemischte Zahlen, die den Bruch „ein halb“ enthalten. Diese werden als ein Wort geschrieben. Zum Beispiel schreibt man „acht ein drittel“, aber „achteinhalb“.[4] Unberührt davon wird die alleinstehende Bruchzahl   in zwei Worten, also „ein halb“ geschrieben.[5]
  • Die zweite Ausnahme sind gemischte Zahlen, in denen die natürliche Zahl eins, hier ein gesprochen, vorkommt. So schreibt man „acht ein drittel“, aber „eineindrittel“, „eindreiviertel“ und „eineinunddreißigfünfunddreißigstel“.[4]

Neben dem heute noch gebräuchlichen anderthalb für (eineinhalb) finden sich in alten Texten Ausdrücke wie dritthalb oder vierthalb, die heute nicht mehr gebräuchlich sind.

  • anderthalb = 112 (althochdeutsch „ander“ bedeutet „der/die/das zweite“, also das zweite Halb)[6]
  • dritthalb = 212 [7]
  • vierthalb = 312 [8]

Latein kennt keine Partitiva. Wenn der Zähler um genau eins kleiner ist als der Nenner, steht partes („Teile“), bei Zähler eins steht pars, sonst steht der feminine Genitiv der Ordnungszahl für den Nenner:

  dimidia pars,   tertia pars,   duae partes,   tres partes,   tres quintae
dimidia ist eine Sonderbildung zu dīmidius, -a, -um ‚halb, nicht ganz‘ aus dis und medius „mittel“.

Englisch bildet half, third, quarter/fourth, fifth – ab drei also wie die Ordinalia.

Unbestimmte ZahlwörterBearbeiten

Unbestimmte Zahlwörter bzw. Indefinite Numeralia benennen keine konkrete Anzahl, sondern beschreiben die Art und Größe einer Menge. Sie werden auch als Quantoren bzw. Mengenwörter bezeichnet.

Hierzu gehören die Indefinitpronomen wie beispielsweise alle, viele, mehrere, manche, einige, wenige etc.

  • einige Ritter, manche Hühner, mehrere Täter, alle Menschen, eine ganze Stadt
  • etliche Besucher
  • ein paar Sachen (in Gegensatz zum bestimmten Zahlwort Paar)

In der Umgangssprache wird statt alle auch ganz eingesetzt:

  • Standardsprache: alle Menschen
  • Umgangssprache: die ganzen Menschen

SubstantivierungBearbeiten

Zahlwörter können zu Substantiven werden, dann schreibt man sie groß.[3]

  • Ich bin Erster.
  • Er ist eine Null.
  • Die einzige gerade Primzahl ist die Zahl Zwei oder ist die Zwei oder einfach ist Zwei.

Das deutschländische Standarddeutsch behandelt Zahlwörter bei Substantivierung als feminin: die Zwei, das österreichische Standarddeutsch hingegen ausschließlich maskulin: der Zweier.

Substantivierte unbestimmte Zahlwörter werden zu Indefinitpronomen. Werden sie als solche verwendet, entfällt die Großschreibung.

  • Er sprach mit vielen.
  • Leider hörten manche nicht zu.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Greville G. Corbett: Universals in the syntax of cardinal numerals. In: Lingua. Vol. 46, Nr. 4, 1978, ISSN 0097-8507, S. 355–368 (Klassischer Artikel zur Wortartenproblematik).
  • Joseph H. Greenberg: Generalizations About Numeral Systems. In: Joseph H. Greenberg et al. (Hrsg.): Universals of Human Language. Band 3: Word Structure. Stanford University Press, Stanford CA 1978, ISBN 0-8047-0968-8, S. 250–295 (Grundlegender Aufsatz aus Sicht der Sprachtypologie im Kontext der Sprachuniversalienforschung).
  • James R. Hurford: The Linguistic Theory of Numerals (= Cambridge Studies in Linguistics. Vol. 16, ISSN 0068-676X). Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1975 (Grundlegende Monographie aus Sicht der generativen Grammatik).
  • August F. Pott: Die Sprachverschiedenheit in Europa an den Zahlwörten nachgewiesen sowie quinäre und vigesimale Zählmethode. Halle an der Saale 1868; Neudruck Amsterdam 1971.

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: Zahlwort – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wiktionary: Numerale – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Elke Hentschel & Harald Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik. 3. Auflage, Walter de Gruyter, 2003, S. 256.
  2. Duden - Die Grammatik. 8. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2009, S. 379.
  3. a b Zur Groß- und Kleinschreibung von substantivierten Adjektiven und Zahladjektiven siehe Dr. Annika Lamer: Richtig schreiben: Gross oder klein? Substantivierungen, Pronomen & Co, 20. August 2018
  4. a b c Duden-Newsletter vom 19. Oktober 2012
  5. Duden: halb
  6. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm: anderthalb
  7. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm: dritthalb
  8. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm: vierthalb