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Obendrüber, da schneit es

Fernsehfilm

Obendrüber, da schneit es ist ein deutscher Fernsehfilm der Regisseurin Vivian Naefe aus dem Jahr 2012. Der tragikomische Weihnachtsfilm ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Buches von Astrid Ruppert, das 2008 im Ullstein Verlag erschienen ist, und handelt von den vorweihnachtlichen Nöten und Erwartungen der Nachbarn eines Münchner Mietshauses, dessen Bewohner sich an Heiligabend unerwartet zum gemeinsamen Fest zusammenfinden.

Filmdaten
OriginaltitelObendrüber, da schneit es
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2012
Länge89 Minuten
Stab
RegieVivian Naefe
DrehbuchAstrid Ruppert
ProduktionKirsten Hager
Karina Ulitzsch
MusikSebastian Pille
KameraPeter Döttling
SchnittMonika Abspacher
Besetzung

Die ZDF-Auftragsproduktion wurde von der Hager Moss Film realisiert und zwischen Dezember 2011 von Februar 2012 in München und Umgebung gedreht. Im Cast des Ensemblefilms sind unter anderem Diana Amft, Wotan Wilke Möhring, Gisela Schneeberger, August Zirner und Bibiane Zeller zu sehen. Die Erstausstrahlung erfolgte am 17. Dezember 2012 im ZDF. Im September 2016 erschien mit Was im Leben zählt eine lose Fortsetzung des Films.

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Rund um den 23. und 24. Dezember sehen sich die Menschen in einem Münchener Mietshaus mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert: Während Miriam Kirsch ihrer Tochter Julchen beichten muss, dass sie das Weihnachtsfest erstmals ohne ihren Papa feiern muss, da sich die Eltern gerade getrennt haben, steht der frisch examinierte Pfarrer Gregor Thaler unter dem Druck, aufgrund einer Vertretungssituation innerhalb eines Tages eine Predigt für die Christmette vorbereiten zu müssen. Ehepaar Achim und Waltraud Henning stürzen die Festtagsvorbereitungen nach 35 Jahren Ehe derweil in eine schwere Krise, als Achim vergisst, die Weihnachtsgans zu besorgen und Waltrauds Planungen damit einen Strich durch die Rechnung macht.

Der alleinerziehende Vater Michael gibt in Anbetracht seiner pubertierenden Tochter Nina alle Bemühungen auf, die Festtage besinnlich zu gestalten. Auch der Versuch des jungen Pärchens Isabell und Nick, das erste gemeinsame Weihnachten so alternativ wie möglich zu gestalten, scheitert und endet in Scherben und Streit. Witwer und Hausmeister Eberling versöhnt sich indessen mit seinem Schicksal und stellt sich auf einsame Weihnachten vor dem Fernseher ein. Nur Nachbarin Rosa Wagner bedauert hingegen, dass sie Heiligabend nach dem Tod ihrer Tochter und ihres Gatten erneut alleine verbringen muss.

Als Pfarrer Gregor beim Deklamieren seiner Predigt auf der verschneiten Straße unglücklich fällt, wird er von den Bewohnern des Mietshauses in die prächtig geschmückte Wohnung von Miriam und Julchen transportiert. Mutter und Tochter laden daraufhin spontan alle Bewohner zum Weinachtfest ein, während Gregor in der Horizontalen auf den Notarzt wartet. Nach anfänglichen Streitereien ist die Versöhnung der Hausbewohner nicht mehr aufzuhalten. Später treffen auch die Kinder der Hennings ein, die nicht fassen können, ihre Eltern fernab der Wohnungen ausgelassen feiernd anzutreffen. Rosa freut sich über das gemeinsame Weihnachtsfest mit allen Nachbarn. Friedlich schläft sie ein und der Notarzt, der eigentlich dem Pfarrer helfen sollte, kann nur noch ihren Tod feststellen.

Mit Rosas Tod findet das Weihnachtsfest ein rasches Ende. Gregor muss nach seiner notärztlichen Behandlung zur Christmette aufbrechen und lässt sich von Miriam und Waltraud, die im Chor singen, sowie den verbliebenen Nachbarn begleiten. Nachdem er bis zu seinem Unfall nur kümmerliche Notizen zusammenfassen konnte, entschließt er sich vor der Gemeinde spontan zu einer freien Predigt, in der über seine Erlebnisse und Eindrücke am Weihnachtsabend spricht. Als schließlich der Chor an der Reihe ist, setzt sich Miriam über den Chorleiter hinweg und beginnt das Lied „Fix You“ von Coldplay anzustimmen, welches Gregor sich ursprünglich für die Heilige Messe gewünscht hatte. Während Hausmeister Eberling sich am Grab seiner Frau mit seiner Tochter versöhnt, finden sich die Bewohner des Miethauses nach der Messe zur Bescherung wieder in ihren Wohnungen ein. Gregor beschließt, den Abend mit einem Besuch bei Miriam und Julchen zu beenden.

HintergrundBearbeiten

 
Der Christkindlmarkt am Marienplatz in München diente 2014 unter anderem als Drehort.[1]

Obendrüber, da schneit es basiert auf dem gleichnamigen Romandebüt von Filmproduzentin und Schriftstellerin Astrid Ruppert, der 2008 im Ullstein Verlag veröffentlicht wurde.[1] Der Titel des Buches ist einer Verszeile des Kindergedichts Die drei Spatzen von Dichter Christian Morgenstern entlehnt, das "Julchen Kirsch" sowohl im Buch als auch im Film ihrer Mutter Miriam vorträgt.[2]

Ruppert verfasste das Drehbuch zum Film selbst. Produziert wurde Obendrüber, da schneit es im Auftrag des ZDF wurde von der Hager Moss Film.[1] Gedreht wurde der Spielfilm in zwei Etappen zwischen dem 6. und 14. Dezember 2011 sowie und 7. bis 19. Februar 2012 in München und Umgebung. Als Motive dienten mitunter der Christkindlmarkt am Marienplatz, der Odeonsplatz, der Viktualienmarkt in der Münchner Altstadt sowie die Evangelisch-Lutherische Erlöserkirche, die älteste evangelische Pfarrkirche Schwabings.[3]

Die Musik zum Film wurde von Sebastian Pille komponiert.[1] Zu den Weihnachtsliedern, die im Laufe des Films eingespielt werden, gehören unter anderem Dean Martins Interpretation von „Let It Snow“, Charles Browns „Please Come Home for Christmas“, Bing CrosbysJingle Bells“, Rosemary ClooneysWhite Christmas“ und „Have Yourself a Merry Little Christmas“ von Michael Bublé.[4]

Die Singstimme von Hauptdarstellerin Diana Amft, deren Charakter Miriam im Film die Lieder "Gloria in excelsis Deo", „Jingle Bells“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ sowie ColdplaysFix You“ interpretiert, ist die einer Studiosängerin.[5]

KritikBearbeiten

„Das, was sämtliche Verantwortliche von Obendrüber da schneit es mit dieser beeindruckenden Produktion abgeliefert haben, ist schlicht einer der schönsten Weihnachtsfilme der letzten Jahre“, urteilte Antje Wessels von Quotenmeter. „Alles, woran herzlose Produktionen kränkeln, die das ewig gleiche Schema immer wieder aufs Neue erzählen wollen, sucht man hier vergebens. Es offenbart sich eine Weihnachtsgeschichte, die auf ehrliche Art und Weise Gefühle anspricht, die Melancholie als ein Hoffnung freisetzendes Stilmittel nutzt und mit einem durch und durch stimmigen Ensemble und jeder Menge Überraschungen derart zu unterhalten weiß, dass es fast ein Jammer ist, dass es der Streifen wohl nur zu Weihnachten ins Fernsehprogramm schafft“.[5]

Titus Arnu von der Süddeutschen Zeitung befand, der Film warte mit bewährten Mustern auf und schrieb: „Vivian Naefe inszeniert ihren Weihnachtsfilm mit leiser Tragik, stillen Zwischentönen und gedämpfter Hintergrundmusik. Die Regisseurin mischt sich einen Punsch an, der ziemlich durchsichtig ist, aber dann doch nicht zu süß. Wenn man etwas lernt aus der Geschichte, dann das: Die Erwartungen an Weihnachten sollten nicht zu hoch sein, dann wird das Fest erträglicher. Das mit den Erwartungen gilt auch für diesen Film. Am Ende ist man wieder bei Sartre: Leider wird wieder mal zu wenig gelacht“.[6]

Fernsehkritiker Rainer Tittelbach von Tittelbach.tv befand, dass Obendrüber da schneit es die „Zuschauer nicht nur bei ihren sentimentalen Weihnachtsstimmungen“ abhole, sondern „auch Situationen mit hohem Wiedererkennungswert“ formuliere. Naefe habe den Weihnachtsfilm „mit einem Spitzenensemble inszeniert“, welcher „mehr als ein Pulswärmer sein will, der sichtlich zu Herzen gehen möchte und gegen Ende Frank Capra-like in einer echten Predigt gipfelt, einer modernen Christmette samt Coldplay-Finale“.[4] TV Spielfilm bezeichnete den Spielfilm als „etwas durchsichtig, aber nicht zu süß“ und urteilte, dass Naefe „mit leisem Humor, leiser Tragik, großem Ensemble und ganz vielen Emotionen [...] gekonnt aufs Fest“ einstimme.[7]

Teleschau-Rezensentin Teresa Groß fand, dass Neafe „in ihrem weihnachtlichen Episodenfilm Wert auf Details“ lege und so „einen atmosphärischen, familientauglichen Montagsfilm“ realisiert habe. Die Episoden seien „gut beobachtet [und] miteinander verstrickt“. Dem „christlichen Gedanken des Festes“ komme Obendrüber, da schneit es daher „trotz des banalen Titels näher als die meisten anderen Weihnachstfilme“.[8] Die Prisma-Redaktion kritisierte dass Obendrüber, da schneit es „trotz recht prominenter Besetzung und durchaus guter Darsteller-Leistungen“ lediglich „eine recht platte wie rührselig-sentimentale Weihnachtsgeschichte mit klischeehaften Charakterzeichnungen und einem vorhersehbaren Happyend“ sei.[9] Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete die Produktion als „emotionalen (Fernseh-)Weihnachtfilm und Enttäuschungen, Hoffnungen und Erwartungen, die mitunter ungeahnte Folgen haben“.[10]

ErfolgBearbeiten

Obendrüber, da schneit es wurde erstmals am 17. Dezember 2012 zur Primetime im ZDF ausgestrahlt. Mit durchschnittlich 6,89 Millionen Zuschauern und 21 Prozent Marktanteil avancierte der Film zur meistgesehenen Fernsehproduktion des Tages und zu einem der erfolgreichsten Fernsehfilme des Jahres. In der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen kam der Spielfilm wiederum auf 13,7 Prozent Marktanteil.[11] Die Ausstrahlung des Spielfilms wurde seither jährlich wiederholt. Im Jahr 2013 schalteten zur Hauptsendezeit so abermals überdurchschnittliche 4,22 Millionen Zuschauer ein.[12]

FortsetzungBearbeiten

Was im Leben zählt, eine Fortsetzung von Obendrüber, da schneit es, wurde zwischen Juli und August 2015 unter dem Arbeitstitel Obendrüber die Sonne erneut im Raum München gedreht.[13] Vivian Naefe und Astrid Ruppert zeigten sich erneut für Regie und Drehbuch verantwortlich.[14] Auch Wotan Wilke Möhring, August Zirner, Thomas Loibl und Fred Stillkrauth traten erneut in ihren Rollen aus Obendrüber, da schneit es vor die Kamera.[13] Diana Amfts Rolle der Miriam wurde mit Petra Schmidt-Schaller neu besetzt.[14] Die Rolle ihres Ex-Mannes Jan wurde von Max von Thun übernommen.[14] Was im Leben zählt wurde am 7. September 2016 ebenfalls um 20.15 Uhr im ZDF erstmals ausgestrahlt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Drehstart für ZDF-Weihnachtsfilm "Obendrüber da schneit es". ZDF. 6. Dezember 2011. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  2. Christian Morgenstern: Die Drei Spatzen
  3. Obendrüber da schneit es. Bayern.by. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  4. a b Rainer Tittelbach: Fernsehfilm „Obendrüber da schneit es“. Tittelbach.tv. 30. November 2011. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  5. a b Antje Wessels: Die Kritiker: «Obendrüber da schneit es». Quotenmeter. 15. Dezember 2012. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  6. Titus Arnu: Durchsichtig, aber nicht zu süß. In: Süddeutsche Zeitung. Süddeutscher Verlag. 17. Dezember 2012. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  7. Obendrüber da schneit es, Weihnachtsmelodram, D 2012. TV Spielfilm. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  8. Obendrüber da schneit es. In: Teleschau. Stimme.de. 23. Dezember 2012. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  9. Weihnachtsfilm: Obendrüber da schneit es. In: Prisma. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  10. Obendrüber da schneit es. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  11. Manuel Weis: Publikum krönt tollen ZDF-Weihnachtsfilm. In: Quotenmeter. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  12. Alexander Krei: "Familienduell" mit mäßigem Comeback vorm Fest. In: dwdl. 24. Dezember 2013. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  13. a b Was im Leben zählt. Crew-United.de. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  14. a b c ZDF dreht "Obendrüber die Sonne" mit Petra Schmidt-Schaller, Wotan Wilke Möhring, August Zirner und Fred Stillkrauth. ZDF. 27. Juli 2015. Abgerufen am 28. Dezember 2015.

WeblinksBearbeiten