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LebenBearbeiten

Ausbildung und TheaterBearbeiten

Loibl absolvierte eine Schauspielausbildung an der Westfälischen Schauspielschule Bochum.[1]

Sein erstes Engagement erhielt er am Düsseldorfer Schauspielhaus; dort war er von 1994 bis 1996 im Engagement und arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Werner Schroeter und Urs Troller zusammen.[1] Von 1996 bis 1998 war er am Volkstheater München engagiert, wo er 1997/1998 unter der Regie von Wolfgang Maria Bauer in dem Schauspiel Die Glasmenagerie auftrat.[1] Es folgten weitere Engagements am Schauspielhaus Zürich (1998) und am Staatstheater Stuttgart (1998–2000). In der Spielzeit 1998/99 spielte er dort den Shylock in Lessings Traum von Nathan dem Weisen[2] von Elmar Goerden; die Berliner Zeitung lobte die „großartige Besetzung“ der Rolle mit Thomas Loibl. Weitere Rollen Loibls am Staatstheater Stuttgart (ebenfalls unter der Regie von Elmar Goerden) waren: der Stationsvorstand Thomas Hudetz in dem Schauspiel Der jüngste Tag von Ödön von Horváth[3] in der Spielzeit 1999/2000 und der Detektiv Stader in dem Schauspiel Die Schwärmer von Robert Musil (ebenfalls Spielzeit 1999/2000). In der Spielzeit 2000/01 trat er an den Münchner Kammerspielen in der Rolle des Petrik in dem Theaterstück Die Parasiten von Marius von Mayenburg (Regie: Florian Boesch) auf.[4]

Von 2001 bis 2009 war Loibl festes Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel. Seine wichtigsten Rollen dort waren: Parzival in Das Spiel vom Fragen von Peter Handke (Premiere: Oktober 2001 im Residenztheater; Regie: Elmar Goerden), Robert in Das Friedensfest von Gerhart Hauptmann (Premiere: Dezember 2002 im Residenztheater; Regie: Thomas Langhoff), Unteroffizier/Lahoussine in Die Wände von Jean Genet (Premiere: März 2003 im Residenztheater; Regie: Dieter Dorn), Lucio in Maß für Maß (Premiere: Mai 2004 im Residenztheater; Regie: Dieter Dorn), die Titelrolle in Theodor, Herzog von Gotland von Christian Dietrich Grabbe (Premiere: Oktober 2004 im Residenztheater; Regie: Tina Lanik), Oskar in Geschichten aus dem Wiener Wald (Premiere: Oktober 2005 im Residenztheater; Regie: Barbara Frey), Robert Dudley in Maria Stuart (Premiere: Januar 2006 im Residenztheater; Regie: Amélie Niermeyer), der Sekretär Camille Chandebise in Floh im Ohr von Georges Feydeau (Premiere: Oktober 2006 im Residenztheater; Regie: Dieter Dorn). In der Rolle des Sekretärs Chandebise vollführte Loibl eine „wahre Sprachakrobatik“; er „wirkte als Stern in den Szenen.“[5] Weitere Rollen Loibls am Bayerischen Staatsschauspiel waren: George Garga in Im Dickicht der Städte (Premiere: November 2007 im Residenztheater; Regie: Tina Lanik), Oronte in Der Misanthrop (Premiere: April 2008 im Residenztheater; Regie: Hans-Joachim Ruckhäberle) und Kalaf in Turandot von Friedrich Schiller (Premiere: Juli 2009 im Residenztheater; Regie: Jens-Daniel Herzog).

Im Juli 2005 gastierte Loibl als Oskar in Horváths Schauspiel Geschichten aus dem Wiener Wald auch bei den Salzburger Festspielen. Seit 2009 arbeitet er als freiberuflicher Schauspieler.[1] 2010 gastierte er am Schauspiel Köln. In der Spielzeit 2012/13 gastierte er am Schauspielhaus Zürich als Philinte in Barbara Freys Molière-Inszenierung Der Menschenfeind.[6] In der Spielzeit 2013/14 war er dort festes Ensemblemitglied; er übernahm dort in Barbara Freys Inszenierung von Goldonis Der Diener zweier Herren die Rolle des Florindo.[7]

2015 trat er als Gast am Residenztheater München auf, als Domitius Enobarbus in Antonius und Cleopatra in einer Neuinszenierung des Stücks von Thomas Dannemann.[8] Seit 2016 ist er wieder festes Ensemblemitglied am Residenztheater München.[9] In der Spielzeit 2016/17 übernahm er dort u. a. die Titelrolle in Iwanow (Regie: Martin Kušej) und die Rolle des Bauern John Proctor in Hexenjagd (Regie: Tina Lanik). In der Spielzeit 2016/17 übernahm er außerdem ab Januar 2017 die Titelrolle in Andreas Kriegenburgs Macbeth-Inszenierung.[10] Ab März 2017 verkörperte er die Rolle der Transsexuellen Elvira Weishaupt nach Fassbinders Film In einem Jahr mit 13 Monden, in einer Inszenierung des polnischen Regisseurs Aureliusz Śmigiel.[11]

Film und FernsehenBearbeiten

Loibl ist schwerpunktmäßig als Theaterschauspieler und Bühnendarsteller tätig. Er übernahm jedoch seit 2005 auch diverse Rollen im Film und im Fernsehen. Mittlerweile wirkte er in über 50 Film- und Fernsehproduktionen mit.

In dem zweiteiligen Fernsehfilm Gottes mächtige Dienerin (2011) hatte Loibl als römisch-katholischer Pater Andreas eine der Hauptrollen. In der Kinokomödie Sommer in Orange (2011) verkörperte er die Rolle des charismatischen Bhagwan-Ober-Gurus Prem Bramama. In dem Märchenfilm Die Sterntaler (2011) spielte er die Rolle des Königs. In dem Spielfilm Ende der Schonzeit (2012) verkörperte er den „Dorf-Nazi“ Walter, den besten Freund des Schwarzwald-Bauern Fritz.[12] In der Romanverfilmung Die Vermessung der Welt (2012) hatte er eine kleine Rolle als Barbier.

In dem ZDF-Fernsehfilm Obendrüber, da schneit es (2012) spielte er Michael, einen alleinerziehenden Vater, der am Weihnachtsfest zunächst kein echtes Vertrauensverhältnis zu seiner Tochter aufbauen kann.[13] Im April 2013 war er in der ZDF-Krimiserie Kommissarin Lucas in der Episode Lovergirl als „arroganter“, zwielichtiger BKA-Mann Walter Jensen zu sehen.[14][15] Im Wilsberg-Krimi Mundtot (2014) war er Herr Kaiser, ein Banker der Inkassoabteilung von Wilsbergs Hausbank. Im Spreewaldkrimi: Die Tote im Weiher (2014) verkörperte er Charlie Matzke, einen aufstrebenden Kommunalpolitiker. Im Polizeiruf 110: Der Preis der Freiheit (2016) spielte er Lutz Piatkowski, den Initiator und Kopf einer „Bürgerwehr“. Im September 2016 war er in dem ZDF-Fernsehfilm Was im Leben zählt, einer Fortsetzung von Obendrüber, da schneit es, wieder als alleinerziehender Vater Michael zu sehen.[16]

Im SWR-Tatort: Wofür es sich zu leben lohnt (Erstausstrahlung: Dezember 2016) stellte er den fremdenfeindlichen Politiker Josef Krist dar. In der 6-teiligen Fernsehserie Charité (Erstausstrahlung ab März 2017) verkörperte er Bernhard Spinola, den langjährigen Verwaltungsdirektor der Charité. In dem ZDF-Fernsehfilm Brandnächte (Erstausstrahlung: November 2017) spielte er den Journalisten Nick Gerber, den Ehemann der Münchner Anwältin Julia (Sophie von Kessel), die in ihr Heimatdorf im Voralpenland zurückkehrt, um die Wahrheit über den Tod ihrer vor acht Jahren ermordeten Schwester herauszufinden. In der ZDF-Krimireihe Helen Dorn war er in dem Film Schatten der Vergangenheit (Erstausstrahlung: März 2018) der Gutsbesitzer und Familienvater Robert Lorenz, der das Kindermädchen (Barbara Prakopenka) seiner Tochter vergewaltigt haben soll.[17] Im Kieler Tatort: Borowski und das Haus der Geister (Erstausstrahlung: September 2018) verkörperte er Kommissar Borowskis ehemals engen Freund und Ex-Richter Frank Voigt, der verdächtigt wurde, am Verschwinden seiner Frau beteiligt gewesen zu sein, aber aus Mangel an Beweisen frei kam.[18] In dem zweiteiligen TV-Film Bier Royal (2018) verkörperte er Constantin von Spreti, den Chefredakteur eines Münchner Klatschblatts.[19]

SprechertätigkeitenBearbeiten

Loibl ist außerdem als Sprecher von Hörbüchern tätig.[20] Er las unter anderem Texte von Agatha Christie (Mord im Pfarrhaus), James Joyce, Neil MacGregor (Shakespeares ruhelose Welt) und Claudia Ott (101 Nacht) auf CD ein. Die CDs erschienen bei dem Label Der Hörverlag und im Argon Verlag.

AuszeichnungenBearbeiten

2004 erhielt er den Bayerischen Kunstförderpreis für Darstellende Kunst sowie den Förderpreis des Kurt-Meisel-Preises.[21] 2010 gehörte Loibl zu den Trägern des Kurt-Meisel-Preises des Vereins der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels für seinen Beitrag zur Reihe Kinder-Buch-Theater.[22] 2017 erhielt er erneut den Kurt-Meisel-Preis.[23]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Thomas Loibl. Biografie (Offizielle Internetpräsenz der Herrenchiemsee Festspiele); abgerufen am 26. September 2013
  2. Acht Figuren verfluchen ihren Autor. In: Berliner Zeitung vom 23. Februar 1999
  3. Hört die Signale!. In: Der Freitag vom 9. Juni 2000
  4. Da existiert Liebe nur mit Qualen!. In: Die Welt vom 18. Dezember 2000
  5. Den Bürgern einen Spiegel gereicht … Theaterkritiken München; abgerufen am 26. September 2013
  6. Schauspielhaus Zürich: "Der Menschenfeind" von Molière (Regie Barbara Frey) (Memento des Originals vom 15. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schauspielhaus.ch. Besetzung/Pressestimmen. Offizielle Internetpräsenz Schauspielhaus Zürich. Abgerufen am 10. September 2016
  7. Schauspielhaus Zürich: "Der Diener zweier Herren" von Carlo Goldoni (Regie Barbara Frey) (Memento des Originals vom 15. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schauspielhaus.ch. Besetzung/Pressestimmen. Offizielle Internetpräsenz Schauspielhaus Zürich. Abgerufen am 10. September 2016
  8. Die Feldherrn blasen zum Rosenkrieg@1@2Vorlage:Toter Link/www.sueddeutsche.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Aufführungskritik. In: Süddeutsche Zeitung vom 14. Juni 2015. Abgerufen am 10. September 2016
  9. Schauspieler Thomas Loibl: Der Rückkehrer. In: Süddeutsche Zeitung vom 10. April 2016. Abgerufen am 27. November 2017.
  10. Mordmotor mit Unwucht. Premierenkritik. In: Münchner Merkur vom 16. Januar 2017. Abgerufen am 27. November 2017.
  11. Fassbinders Totentanz. Premierenkritik. In: Münchner Merkur vom 13. März 2017. Abgerufen am 27. November 2017.
  12. Drama: Ende der Schonzeit (Memento vom 20. Oktober 2013 im Internet Archive) Handlung, Darsteller und Hintergrundinformationen (Offizielle Internetpräsenz des Bayerischen Rundfunks); abgerufen am 26. September 2013
  13. Obendrüber, da schneit es. Handlung und Besetzung. Abgerufen am 23. Dezember 2013.
  14. TV-Tipp des Tages: "Kommissarin Lucas: Lovergirl" (ZDF). Kritik von Tilmann P. Gangloff bei Evangelisch.de
  15. Kommissarin Lucas: Lovergirl (Memento des Originals vom 27. September 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stimme.de. In: Heilbronner Stimme vom 13. April 2013
  16. FILM/1397: ZDF - Komödie "Was im Leben zählt", am 07.09.2016 (ZDF) (Memento des Originals vom 15. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schattenblick.de. Besetzung, Inhalt und Produktionsdetails bei Schattenblick.de. Abgerufen am 10. September 2016.
  17. Medien: Helen Dorn: Schatten der Vergangenheit. In: FOCUS vom 17. März 2018. Abgerufen am 18. März 2018.
  18. „BOROWSKI“- „TATORT“ AUS KIEL: Am Ende muss sie es alleine erledigen. Fernsehkritik. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. September 2018. Abgerufen am 2. September 2018.
  19. "Bier-Royal": "Denver-Clan" auf Bayerisch. Goldene Kamera-TV-Magazin vom 24. Januar 2019. Abgerufen am 27. Januar 2019
  20. Thomas Loibl Kurz-Biografie bei der Verlagsgruppe Random House
  21. Ausgezeichneter Nachwuchs im Residenztheater in: Die Welt vom 15. Mai 2004
  22. Kurt-Meisel-Preis: Preisträger (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive), abgerufen am 18. Oktober 2013
  23. KURT-MEISEL-PREIS UND FÖRDERPREISE: Die Preisträger 2017 (Memento des Originals vom 13. Juli 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.freunde-des-residenztheaters.de. Abgerufen am 23. Januar 2018.