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Mundialito (wörtlich: kleine Weltmeisterschaft, in Deutschland auch Super-WM, Mini-WM oder Goldpokal genannt) war ein vom 30. Dezember 1980 bis zum 10. Januar 1981 in Montevideo (Uruguay) ausgetragenes Fußballturnier. Es wurde anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Austragung von Fußball-Weltmeisterschaften durchgeführt. Teilnehmen sollten alle bisherigen Weltmeister. Da England als Weltmeister von 1966 abgesagt hatte, rückte mit den Niederlanden der zweimalige Vize-Weltmeister der beiden vorherigen Weltmeisterschaften nach. Sämtliche Spiele wurden in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, im Estadio Centenario ausgetragen.

Uruguay gewann das Turnier im Finale gegen Brasilien. Die deutsche Mannschaft, die erst am 28. Dezember aus dem europäischen Winter in den tropischen Sommer gereist war, schied ohne Punktgewinn in der Vorrunde aus und musste nach der Rekordserie von 23 Spielen ohne Niederlage die erste Niederlage unter Bundestrainer Jupp Derwall hinnehmen. Im Spiel des amtierenden Europameisters gegen den damaligen Weltmeister Argentinien hatte man bis zur 84. Minute geführt, bevor die Argentinier das Spiel drehten.[1] Das 1:4 gegen Brasilien war die höchste Niederlage nach dem verlorenen Spiel um den dritten Platz bei der WM 1958. Auch gegen Brasilien war Deutschland zunächst in Führung gegangen. Die beiden anderen europäischen Mannschaften konnten ebenfalls kein Spiel gewinnen.

Inhaltsverzeichnis

TeilnehmerBearbeiten

Insgesamt sechs Nationen nahmen an der Mundialito teil. Die Teilnehmer waren:

ModusBearbeiten

Die sechs Mannschaften wurden in zwei Gruppen à drei Mannschaften eingeteilt. Nach einem einfachen jeder-gegen-jeden spielten die beiden Gruppensieger im Finale den Turniersieger aus.

Gruppe A Gruppe B
Italien  Italien Argentinien  Argentinien
Niederlande  Niederlande Brasilien  Brasilien
Uruguay  Uruguay Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland

SpielergebnisseBearbeiten

Gruppe ABearbeiten

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Uruguay  Uruguay  2  2  0  0 004:000  +4 04:00
 2. Niederlande  Niederlande  2  0  1  1 001:300  −2 01:30
 2. Italien  Italien  2  0  1  1 001:300  −2 01:30
30. Dezember 1980
Uruguay Niederlande 2:0 (2:0)
Tore: 1:0 Venancio Ramos (31.), 2:0 Victorino (45.)
3. Januar 1981
Uruguay Italien 2:0 (0:0)
Tore: 1:0 Morales (67. Elfmeter), 2:0 Victorino (81.)
6. Januar 1981
Italien Niederlande 1:1 (1:1)
Tore: 1:0 Ancelotti (7.), 1:1 Jan Peters (15.)

Gruppe BBearbeiten

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Brasilien 1968  Brasilien  2  1  1  0 005:200  +3 03:10
 2. Argentinien  Argentinien  2  1  1  0 003:200  +1 03:10
 3. Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland  2  0  0  2 002:600  −4 00:40
1. Januar 1981
Argentinien BR Deutschland 2:1 (0:1)
Tore: 0:1 Hrubesch (41.), 1:1 Kaltz (84. Eigentor), 2:1 Díaz (88.)
4. Januar 1981
Brasilien Argentinien 1:1 (0:1)
Tore: 0:1 Maradona (30.), 1:1 Edevaldo (47.)
7. Januar 1981
Brasilien BR Deutschland 4:1 (0:0)
Tore: 0:1 Allofs (54.), 1:1 Júnior (56.), 2:1 Toninho Cerezo (61.), 3:1 Serginho (76.), 4:1 Zé Sérgio (82.)

FinaleBearbeiten

10. Januar 1981, Estadio Centenario, Montevideo
Uruguay  Uruguay Brasilien 1968  Brasilien 2:1 (0:0)
Uruguay Brasilien
Uruguay 
10. Januar 1981 in Montevideo (Estadio Centenario)
Brasilien 


Rodríguez (C)  - Diogo, Olivera, De León, Martínez - Krasouski, De La Peña (36. Jorge Barrios), Paz - Ramos, Waldemar Victorino, Morales João Leite - Edevaldo, Oscar, Luizinho, Júnior - Batista, Toninho Cerezo, Paulo Isidoro - Tita (51. Serginho), Sócrates (C) , Zé Sérgio (81. Éder)
  1:0 Barrios (50.)

  2:1 Victorino (80.)

  1:1 Sócrates (62.)

TorschützenBearbeiten

Rang Spieler Tore
1 Victorino (URU) 3
2 Díaz, Maradona (ARG), Edevaldo, Júnior, Serginho, Sócrates, Toninho Cerezo, Zé Sérgio (BRA),
Allofs, Hrubesch (DEU), Peters (NIE), Ancelotti (ITA), Barrios, Morales, Ramos (URU), Kaltz (Eigentor für Argentinien)
1

Der deutsche KaderBearbeiten

Anzahl der Einsätze in Klammern.

Für Wolfgang Dremmler war das Spiel gegen Brasilien das Debüt in der Nationalmannschaft, für Rainer Bonhof und Mirko Votava waren es die letzten Einsätze. Auch der nicht eingesetzte Kurt Niedermayer kam danach zu keinem weiteren Länderspieleinsatz. Acht Spieler des Kaders standen 18 Monate später im WM-Finale.

Kader der anderen TeamsBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten