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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Konnersreuth
Konnersreuth
Deutschlandkarte, Position des Marktes Konnersreuth hervorgehoben
Koordinaten: 50° 1′ N, 12° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Höhe: 573 m ü. NHN
Fläche: 23,48 km2
Einwohner: 1755 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95692
Vorwahl: 09632
Kfz-Kennzeichen: TIR, KEM
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 131
Marktgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 17
95692 Konnersreuth
Website: www.konnersreuth.de
Bürgermeister: Max Bindl (FW)
Lage des Marktes Konnersreuth im Landkreis Tirschenreuth
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Über dieses Bild

Konnersreuth (bairisch: Kannaschrad) ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Konnersreuth liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord an den nordöstlichen Ausläufern des Steinwaldes zwischen Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald nahe der Grenze zu Tschechien und dem Grenzübergang nach der Stadt Cheb (Eger) in Westböhmen.

Zur Planungsregion Oberpfalz Nord gehören die Gemarkungen: Kondrau, Konnersreuth, Pechbrunn und Pleußen und die Orte Fockenfeld, Groppenheim, Höflas, Grün, Neudorf und Rosenbühl.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt 17 Ortsteile[2]:

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Konnersreuth wurde erstmals im Jahre 1218 in einer Urkunde des Klosters Waldsassen erwähnt, gehörte zur umfangreichen Grundherrschaft des nahe gelegenen Klosters und teilte dessen historisches Schicksal mit Verwüstungen und Glaubenswechseln. 1468 erhielt Konnersreuth das Marktrecht und der Gutshof Fockenfeld, das spätere Kloster Fockenfeld war der Sitz einer Blutgerichtsbarkeit und eines Unteren Gerichts des Klosters Waldsassen. Im Jahre 1556 wurde das Gut Fockenfeld von dem Kurfürsten Ottheinrich von Wittelsbach, der das evangelisch-lutherische Bekenntnis angenommen hatte, säkularisiert und kam in Privatbesitz. In einem Türkensteueranlagebuch der Reichstürkenhilfe des Jahres 1567 (Staatsarchiv Amberg) sind die steuerpflichtigen Ansässigen der Gemeinde Konnersreuth ersichtlich.

Die Familie Sölch (Salich, Solich, Seelch u.ä) war durch Generationen mit beachtlichem Grundbesitz in Konnersreuth, auf der Liebertsmühl bei Konnersreuth (Helene Bruscha, Annelies Sölch: Stammfolge Sölch aus Zettendorf, Kreis Eger in Böhmen, Februar 1993, Seite 24 ff. Eine Kopie des maschinenschriftliches Manuskripts im Wiener Stadt- und Landesarchiv, Magistratsabteilung 8, Dienststellenleitung) und bis 1647 auf dem Gutshof Fockenfeld ansässig.[3] Durch eine Verwaltungsreformen im Königreich Bayern vor 1818 entstand die heutige Gemeinde Konnersreuth.

Therese NeumannBearbeiten

Bekannt wurde Konnersreuth durch die angeblich stigmatisierte Therese Neumann („Resl von Konnersreuth“), Tochter eines Schneiders in Konnersreuth und Bauernmagd. Vor ihrem Tod im Jahre 1962 wurde auf ihre Initiative und mit ihr zugedachten Spendengeldern das Gut Fockenfeld bei Konnersreuth mit dem um das Jahr 1750 ausgebauten Mittelbau, dem Schloss Fockenfeld, von der Fabrikantenfamilie Bahner aus Oberlungwitz in Sachsen gekauft und in dem Gebäudekomplex das Kloster Fockenfeld gegründet. Das Kloster Theresianum in Konnersreuth entstand nach dem Tod der Therese Neumann, ebenfalls durch Spendengelder finanziert.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurde eine Teilfläche der aufgelösten Gemeinde Kondrau mit den Orten Brandmühle, Dollermühle, Dornhof, Geierhut, Grün, Grünmühle, Höflas, Lippertsmühle, Neubau, Neuhof und Siegelmühle[4] eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam ein Teil von Pleußen hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • ca. 1780: 954 Einwohner
  • 1961: 1923 Einwohner
  • 1970: 2031 Einwohner
  • 1987: 1825 Einwohner
  • 1991: 1857 Einwohner
  • 1995: 1944 Einwohner
  • 2000: 2012 Einwohner
  • 2005: 1974 Einwohner
  • 2010: 1900 Einwohner
  • 2015: 1805 Einwohner

PolitikBearbeiten

Bürgermeister und MarktgemeinderatBearbeiten

Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2008 Max Bindl (FW).

Der Marktgemeinderat hat 15 Mitglieder:

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden nebeneinander drei grüne Tannenbäume, vor denen ein roter Hirsch springt.“

Das Wappen ist seit 1468 bekannt und wurde 1978 erneuert.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

In der Land- und Forstwirtschaft und im Handel und Verkehr hatte Konnersreuth 1998 keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. In der Produktion waren 637 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer gemeldet. Im verarbeitenden Gewerbe waren neun Betriebe tätig, im Bauhauptgewerbe vier Firmen. Zudem bestanden im Jahr 1999 51 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1395 Hektar. Davon waren 982 Hektar Ackerfläche und 413 Hektar Dauergrünfläche.[6]

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 1999):

  • 75 Kindergartenplätze mit 79 Kindern in Konnersreuth
  • eine Grund- und Hauptschule (Volksschule) für Jungen und Mädchen mit neun Lehrern und 162 Schülern in Konnersreuth
  • eine staatliche Hauptschule für Jungen und Mädchen in Waldsassen
  • eine staatliche Realschule für Jungen in Waldsassen
  • eine katholische private Realschule für Mädchen im Kloster Waldsassen
  • ein katholisches privates Gymnasium für Jungen im Kloster Fockenfeld mit acht Lehrern und 58 Schülern

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Heribert Sturm: Konnersreuth 500 Jahre Markt, Waldsassen 1971
  • Lena Panzer: Konnersreuth und seine Orte der Verehrung. Zur Topographie eines Kultes in der Gegenwart. Examensarbeit der Fächer Volkskunde/Ethnologie, Jena 2009, online

WeblinksBearbeiten

  Commons: Konnersreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Konnersreuth, M. Bayerische Bibliothek Online, abgerufen am 15. Juni 2014.
  3. Stammfolge Sölch aus Zettendorf, Kreis Eger in Böhmen, Deutsches Geschlechterbuch Band 214 (58. Allgemeiner Band), 2002, C. A. Starke Verlag Limburg an der Lahn, ISBN 3-7980-0214-2, dort: Seite 1023 bis 1026; Zettendorf ist das heutige Cetnov, ein Ortsteil von Cheb
  4. Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987. In: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451. München 1991, S. 85–86, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Anmerkungen 9 und 23).
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 580.
  6. Mitteilung der Gemeindeverwaltung