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Falkenberg (Oberpfalz)

Gemeinde im Landkreis Tirschenreuth in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Falkenberg
Falkenberg (Oberpfalz)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Falkenberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 51′ N, 12° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Verwaltungs­gemeinschaft: Wiesau
Höhe: 464 m ü. NHN
Fläche: 39,25 km2
Einwohner: 951 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95685
Vorwahl: 09637
Kfz-Kennzeichen: TIR, KEM
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 117
Marktgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
95676 Wiesau
Website: www.markt-falkenberg.de
Bürgermeister: Herbert Bauer (CSU)
Lage des Marktes Falkenberg im Landkreis Tirschenreuth
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Über dieses Bild

Falkenberg ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wiesau.

Inhaltsverzeichnis

GemeindegliederungBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Falkenberg im Jahr 1154 in Zusammenhang mit der Burg Falkenberg. 1274 wurde Falkenberg durch Heirat der Tochter eines Grafen Besitz des Landgrafen von Leuchtenberg bis das Kloster Waldsassen 1309 die Burg samt Umgebung aufkaufte (vgl. auch Stiftland). Mit ihm blieb es bis zur Säkularisation (1803) verbunden. 1648, kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges belagerten schwedische Truppen die Stadt Tirschenreuth. In einer nächtlichen Aktion zerstörten sie deshalb den Damm des unteren Stadtteichs, woraufhin sich eine verheerende Flutwelle bildete, die sich die Waldnaab hinabwälzte und allein in Falkenberg kamen in dieser Nacht 27 Menschen ums Leben. Im gleichen Jahr wurde auch die Burg Falkenberg von den Schweden beschossen und erobert, die danach in der Burg lagernde schwedische Besatzung verließ erst 1649 den Ort.

Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde. Falkenberg besitzt seit 1467 Marktrechte.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurde Thann, ein Teil der aufgelösten Gemeinde Lengenfeld bei Tirschenreuth, sowie Bodenreuth, Hanfmühl und Holzmühl aus der 1978 aufgelösten Gemeinde Schönficht eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1977 kam die Gemeinde Gumpen hinzu.[4][5]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

  • CSU 5 Sitze
  • UBF (Unabhängige Bürgergemeinschaft Falkenberg) 3 Sitze

Bei der Kommunalwahl 2014 waren nur zwei Listen (CSU, UBF) angetreten.[6]

BürgermeisterBearbeiten

  • Erster Bürgermeister: Herbert Bauer, CSU
  • Zweiter Bürgermeister: Bernhard Schuller, CSU

VerwaltungBearbeiten

Der Markt Falkenberg bildet zusammen mit dem Markt Wiesau, dem Grund- und Hauptschulverband Wiesau und dem Schulverband Falkenberg die Verwaltungsgemeinschaft Wiesau.

WappenBearbeiten

 
Burg Falkenberg
 
Blick auf die Pfarrkirche. Im Vordergrund die Waldnaab
 
Kommunbrauhaus: Hier wird das Zoiglbier gebraut.
 
Der Traditionsgasthof "Roter Ochse" aus dem 16. Jahrhundert

Falkenberg hat seit 1567 ein eigenes Wappen. Es ist geteilt von Schwarz und Blau; oben in einem silbernen Pfahl ein gekürzter goldener Abtstab, der die Verbindung zum Zisterzienserkloster Waldsassen darstellt, in dessen Besitz die Burg Falkenberg zu Ende des 13. Jahrhunderts kam. Unten auf drei silberne Felsen sitzend ein goldener Falke. Dies ist das sprechende Bild für den Ortsnamen. Das Wappen verlieh Stiftsadministrator Pfalzgraf Reichard dem Markt im Jahr 1567.

PartnerschaftenBearbeiten

Seit dem Sommer 2005 unterhält der Markt Falkenberg eine Partnerschaft zur ungarischen Gemeinde Nagyvázsony. Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde fand am 30. Juli 2005 in Falkenberg statt. Die Urkunde ist im September 2006 bei einem Besuch in Ungarn gegengezeichnet worden.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

NaturBearbeiten

 
Naturschutzgebiet Waldnaabtal

Der Burgberg, auf dem die Burg erbaut wurde, gilt als Geotop.[7] In Falkenberg beginnt das Naturschutzgebiet Waldnaabtal, das südlich von Falkenberg einige eigenwillige Steinbildungen aus Granit aufweist (z. B. Kammerwagen, Biberstein, Butterfass und Gletschermühle).

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

Weithin bekannte und geschätzte Bier-Spezialität in Falkenberg ist der Zoigl.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der größte Arbeitgeber im Ort ist das 1999 von den Falkenberger Gebrüdern Zrenner gegründete Softwareunternehmen IGZ Ingenieurgesellschaft für logistische Informationssysteme mbH[8], ein SAP-Projekthaus für Logistik und Produktion.

VerkehrBearbeiten

Falkenberg liegt an der Bundesautobahn 93 (Anschlussstelle Falkenberg) und an der B 299.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Jugendherberge TannenloheBearbeiten

 
Jugendherberge Tannenlohe

Seit einer Gebietsänderung, die zum 1. Juni 2004 in Kraft ist, liegt der Weiler mit der Jugendherberge Tannenlohe auf Falkenberger Gemeindegebiet. Eigentümer der vom Deutschen Jugendherbergswerk betriebenen Jugendherberge ist der Landkreis Tirschenreuth. Die Jugendherberge lag vorher jedoch in der Gemarkung Bernstein der Stadt Windischeschenbach im Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab. Infolge des Ausbaus der A 93 kam es zu unterschiedlichen Ansichten über die Erkennbarkeit der Gemeindegebietsgrenzen. Im Interesse einer eindeutigen Zuordnung entsprechend den kommunalen Gebietsgrenzen wurde schließlich per Verordnung der Regierung der Oberpfalz eine Gebietsumgliederung durchgeführt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Friedrich Werner von der Schulenburg kaufte 1936 die Ruine der Burg Falkenberg und baute sie zu seinem Ruhesitz aus. Er war deutscher Botschafter in Moskau und damit maßgeblich am Zustandekommen des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts 1939 beteiligt. Später war er in das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler verwickelt und wurde infolgedessen am 10. November 1944 in Plötzensee hingerichtet. Bei einem Erfolg des Attentats wäre er als Außenminister in der neuen Regierung vorgesehen gewesen. Im Dezember 2008 kaufte der Markt Falkenberg die Burganlage.[9]

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

  • Albert Lang (* 1890; † 1973 in Bonn), Theologe an der Universität Bonn
  • Joseph Bartholomäus Mayr (* 29. November 1801 Falkenberg; † 15. Mai 1886 München), Oberappellationsgerichtsrat in München[10]
  • Jeff Beer (* April 1952 in Mitterteich), Komponist, Musiker und bildender Künstler
  • Phela (Raphaela Beer; * 1989), Musikerin

LiteraturBearbeiten

  • Josef Bartholomäus Mayr: Geschichte des Schlosses und Marktes Falkenberg, 1880; Neudruck durch Anton Böhm: Falkenberg in der Oberpfalz anno 1880, 2005.
  • Anton Böhm: Falkenberg in der Oberpfalz, Heimatbuch, 1999, ISBN 3980407268.
  • Anton Böhm: Falkenberg, Ein Jahrhundert in Bildern, 2004.
  • Anton Böhm: Falkenberger G’schichtn, 2006.
  • Anton Böhm: Vom Pfälzer Wald über Falkenberg zum Tegernsee, 2007.
  • Alfons Zöllner: Eigentlich dürfte von mir kein Trumm mehr da sein, 2002, ISBN 3831136076.
  • Josef Hannig: Aus der Baderstube, 2007, ISBN 3938253029.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/084303&attr=OBJ&val=1079
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 580.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663.
  5. https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online?operation=previous&levelindex=4&levelid=1516994556057&step=4
  6. https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09377117.pdf
  7. http://www.geopark-bayern.de/Public/Geosites/Tirschenreuth/FalkenbergGeotop.htm
  8. IGZ | Die SAP Ingenieure für Logistik und Produktion. Abgerufen am 1. Februar 2019.
  9. oberpfalznetz.de vom 19. Dezember 2008, Zugriff am 4. Mai 2010.
  10. Quelle: Familienarchiv Josef Schmid, Waldsassen; Bischöfl. Zentralarchiv Regensburg (Falkenberg)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Falkenberg (Oberpfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien