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Kloster Fockenfeld

Kloster Fockenfeld ist ein Kloster der Oblaten des hl. Franz von Sales in Fockenfeld bei Konnersreuth (Landkreis Tirschenreuth) in der Diözese Regensburg. Im Kloster befindet sich die Spätberufenenschule St. Josef (Humanistisches Gymnasium) mit angeschlossenem Spätberufenenseminar. Am 15. Januar 2018 gaben die Oblaten des heiligen Franz von Sales bekannt, dass der Schulbetrieb zum Ende des Schuljahres 2020/21 eingestellt wird.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Von 1362 bis 1556 gehörte Gut Fockenfeld zum ausgedehnten Grundbesitz des Zisterzienser-Klosters Waldsassen, bis es von Kurfürst Ottheinrich von Wittelsbach, der sich der evangelischen Konfession angeschlossen hatte, säkularisiert wurde. Teilverkäufe reduzierten den Umfang des dazugehörigen Grundbesitzes. Der Gutshof Fockenfeld wurde von Lienhard Sölch aus einer in Konnersreuth seit 1456 ansässigen Familie Sölch (Seelch, Salich u. ä.) gekauft.[1]

Der Dreißigjährige Krieg brachte Verwüstungen, die Gebäude wurden 1645 von schwedisch-evangelischen Truppen geplündert und in Brand gesetzt. Um 1680, zur Zeit der Gegenreformation, kamen der desolate Gebäudekomplex und die brach liegenden Felder wieder in das Eigentum des Klosters Waldsassen. Abt Alexander Vogel ließ den Mittelteil von Fockenfeld seit 1750 zu einem Schloss als Sommersitz ausbauen, der Gutsbetrieb blieb erhalten. 1768 unter Abt Wigand Deltsch wurde der Festsaal mit dem von Elias Dollhopf gestalteten Letzten Abendmahl vollendet.

Nach der Säkularisation in Bayern wurden Schloss und Gut Fockenfeld 1803 versteigert und kamen in Privatbesitz. Auf Initiative und mit finanziellem Beitrag der Mystikerin Therese Neumann wurden um 1950 Schloss und Gut Fockenfeld von den Fabrikanten Karl und Louis Bahner aus Oberlungwitz in Sachsen gekauft. Der römisch-katholische Orden der Sales-Oblaten ließ die Kartoffelfelder und Gemüsegärten des Gutsbetriebes in Grünflächen, die Stallungen für die Viehbestände und die Reitpferde als Wohnräume umgestalten, den Schlossteil mit dem Festsaal renovieren und umfangreiche Nebengebäude mit einem Kirchenraum anbauen. 1955 errichtete er ein privates humanistisches Gymnasium für Jungen mit Internat und eine Spätberufenenschule für den Priesterberuf und gründete das Kloster Fockenfeld.

Am 28. Mai 1994 fand bei einem Treffen der Sölch aus dem ehemaligen Egerland in Konnersreuth im Kloster Fockenfeld für die zahlreichen teilnehmenden Familien und deren Nachkommen ein Gedenkgottesdienst statt.

Zur Feier des 60-jährigen Jubiläums der Spätberufenenschule hielt der Regensburger Diözesanbischof Gerhard Ludwig Müller mit den Schülern, Mitarbeitern und Freunden des Hauses am Sonntag, den 2. April 2006 einen Pontifikalgottesdienst. Am Tag darauf feierten ehemalige Schüler zusammen mit Regionaldekan Monsignore Johann Schober einen weiteren Gottesdienst.

Aus der Spätberufenenschule sind bis zum 60. Jubiläumstag etwa 350 Priesterberufungen hervorgegangen.[2] Zu den bekanntesten Absolventen zählen der emeritierte Augsburger Diözesanbischof und ehemalige deutsche Militärbischof, Walter Mixa (Abitur 1964) sowie der Regensburger Weihbischof Reinhard Pappenberger (Abitur 1979).

Derzeit besuchen 23 Schüler (Stand: 2016/17) die Spätberufenenschule Fockenfeld, die seit der Umstellung auf das achtjährige Gymnasium in vier Klassen von rund zehn Lehrern unterrichtet werden. Geleitet wird die Schule seit 2013 von Albert Bauer. Ständiger Stellvertreter des Schulleiters ist der Salesoblate P. Friedhelm Czinczoll OSFS.

Kernfächer im Schulbetrieb sind katholische Religionslehre und die Sprachen Latein und Altgriechisch. Die schulische Ausbildung bietet auch Unterricht der neuen Sprachen und den Naturwissenschaften. Arbeitsgemeinschaften wie Chor, Schola, Theater, Linguistik oder die Schülerzeitung ergänzen das Ausbildungsangebot.

LiteraturBearbeiten

  • Detlef Knipping, Gabriele Raßhofer: Landkreis Tirschenreuth (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band III.45). Karl M. Lipp Verlag, Lindenberg i. Allgäu 2000, ISBN 3-87490-579-9.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sölch aus Zettendorf, Kreis Eger in Böhmen. Deutsches Geschlechterbuch Band 214 (58. Allgemeiner Band) C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 2002; ISBN 3-7980-0214-2, S. 1025
  2. lt. Grußwort von Bischof Gerhard Ludwig Müller in der Jubiläumsbroschüre Fockenfeld

Koordinaten: 49° 59′ 56″ N, 12° 14′ 13,2″ O