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GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Krummennaab liegt zwischen den Naturparks Oberpfälzer Wald und Steinwald.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Krummennaab gliedert sich in 17 Ortsteile[2]:

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts erwarben die Notthafft von Weißenstein das Dorf und die Burg Krummennaab. Vorher befand sich der Ort im Besitz der Familie Wild von Wildenreuth (Wellenreuth). 1564 gelangte das Rittergut an Georg Wispeck von Velburg, von dem es 1571 Georg von Rochau erwarb. Die Rochau besaßen Krummennaab bis nach dem Dreißigjährigen Krieg. 1668 erwarb Wolf Ernst von Lindenfels auf Weidenberg den Besitz. Die mittelalterliche Burg war wahrscheinlich eine mit Wassergraben umgebene Niederungsburg und befand sich im unteren Dorf auf einer von der Naab und dem Mühlgraben umflossenen Insel. Im Jahre 1717 wurde im alten Schlössl von Karl Christian von Lindenfels eine Glas-Polier-Mühle eingerichtet. In der Nachbarschaft befanden sich eine zum Rittergut gehörende Mahlmühle, sowie das Gärtner- und Jägerhaus. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

SchlossBearbeiten

Wann das neue Schloss im oberen Dorf erbaut wurde, ist unklar. Das Pächterhaus im geräumigen Schlosshof trug einst das Wappen des Wolf Ernst von Lindenfels († 1699) und seiner Gemahlin Magdalena von Giech. Das Schlossgebäude selbst wurde nach einem Brandunglück im Jahr 1705 von Karl Christian von Lindenfels wieder aufgebaut. 1724/25 erwarb der französische Adelige Louis Anne de Sainte Marie Eglise das Gut Krummennaab und gründete eine Glaspoliere. Nach seinem Tod im Jahr 1756 wechselte das Schloss mehrfach seine adeligen Besitzer, bis es 1787 an Johann Georg von Grafenstein gelangte, dessen Nachkommen es bis 1856 besaßen. Der letzte adelige Besitzer Krummennaabs, Karl Theodor Freiherr von Künsberg, zertrümmerte den Gutsbesitz und verkaufte auch die Schlossgebäude in bürgerliche Hände.

Im Jahr 1894 wurde im alten Schloss eine Porzellanfabrik eingerichtet, die 1939 vom Weidener Porzellanfabrikanten Wilhelm Seltmann erworben wurde. Nach und nach mussten alle Gebäude des Schlossgutes den Bauten der Porzellanfabrik weichen. Das Schlossgebäude selbst wurde 1966 abgebrochen. Heute erinnern nur noch zwei in ein modernes Wohngebäude eingemauerte Wappensteine und eine barocke Zaunsäule an das ehemalige Schloss Krummennaab.

EingemeindungenBearbeiten

Im Jahr 1939 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Burggrub eingegliedert. Im Jahr 1945 oder 1946 kamen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Trautenberg hinzu. Thumsenreuth folgte am 1. Juli 1972.[3]

WappenBearbeiten

Blasonierung: Geteilt; oben geteilt von Rot und Silber, darin drei blaue Spitzen; unten in Blau ein goldener Adler.

Die Gemeinde führt das Wappen seit 1962.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Die evangelische Pfarrkirche ist im Kern spätgotisch (15. Jahrhundert). Ihr heutiges Aussehen mit der neugotischen Turmfront erhielt sie nach einem Brand im Jahr 1832. Die Ausstattung stammt im Wesentlichen aus der Zeit um 1730.
  • Die Gebäude des Schlosses Krummennaab mussten im 20. Jahrhundert dem Industriekomplex der Porzellanfabrik Seltmann Weiden weichen. Sie bestimmt heute das Ortsbild von Krummennaab.
  • Schloss Burggrub (Krummennaab), ehemalige Landsasserei im Ortsteil Burggrub

NaturdenkmälerBearbeiten

Krummennaab liegt zwischen dem Steinwald und dem Naturschutzgebiet Waldnaabtal.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Krummennaab liegt an der B 299. Über die Anschlussstelle Falkenberg (Entfernung acht Kilometer) verfügt der Ort über eine Anbindung an die A 93 Regensburg-Hof.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Im Ortsteil Thumsenreuth gibt es einen Badeweiher mit Campingplatz.
  • Krummennaab hat einen der katholischen Kirchengemeinde gehörenden Kindergarten sowie eine Grundschule mit derzeit (Stand 2008) 168 Schülern.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Harald Stark: Die Familie Notthafft – Auf Spurensuche im Egerland, in Bayern und Schwaben. Weißenstadt 2006, ISBN 3-926621-46-X.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1086&attr=OBJ&modus=automat&tempus=20111108/093945&hodie=20111108/093949
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 537.