John Travolta

US-amerikanischer Schauspieler, Tänzer, Produzent und Autor
John Travolta, 2018

John Joseph Travolta (* 18. Februar 1954 in Englewood, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Sänger, Tänzer, Produzent und Autor. Travolta wurde für die Filme Saturday Night Fever und Pulp Fiction für den Oscar als bester Schauspieler nominiert.

LebenBearbeiten

 
John Travolta, 1983

Travolta wurde als jüngstes von sechs Geschwistern geboren. Er ist halb italienischer (väterlicherseits) und halb irischer (mütterlicherseits) Abstammung. Zwei Leidenschaften prägten seine Kindheit: Flugzeuge und Schauspielerei. Von seiner Mutter Helen Cecilia-Burke bekam er Schauspielstunden, da sie ebenfalls als Schauspielerin tätig war. Außerdem unterrichtete sie Theater, wobei sie ihm anfangs einige Rollen in lokalen Theaterproduktionen verschaffte. Sein Vater Salvatore Travolta arbeitete als Reifenhändler. Bereits als 16-Jähriger brach John mit dem Einverständnis seiner Eltern die Highschool ab und zog nach New York (wo er anfangs bei seiner Schwester Margaret wohnte), um sich dort auf der Bühne zu versuchen, unter anderem in dem Musical Grease, mit dem er auch auf Tournee ging. Außerdem nahm er bei Gene Kellys Bruder Stepptanzunterricht, was ihm in seiner späteren Laufbahn zugutekam. Er arbeitete auch in Nachtclubs und drehte Werbespots fürs Fernsehen. Mitte der 1970er Jahre zog er nach Los Angeles.

Mit 21 Jahren kam dann der Durchbruch als seriöser Schauspieler, nachdem er die Rolle des Vinnie Barbarino in der TV-Sitcom Welcome Back, Kotter (1975–1979) verkörpert hatte. Travolta hatte seine erste große Filmrolle als Billy Nolan in Brian De Palmas Horrorfilm Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976). Auf dem Höhepunkt der Disco-Welle wurde er mit Nur Samstag Nacht (Saturday Night Fever, 1977) und Grease (1978) zu einem der größten Stars Hollywoods.

Seine Karriere geriet nach der Produktion von Staying Alive und Perfect ins Stocken, beide Filme waren kommerziell nicht erfolgreich. Erst 1989 erzielte Travolta mit Kuck mal, wer da spricht! einen neuen Erfolg.

Das Comeback gelang Travolta 1994 mit der Rolle des Vincent Vega in Quentin Tarantinos Film Pulp Fiction, welche ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte. Danach drehte er neben kommerziell erfolgreichen Filmen wie Schnappt Shorty und dessen Fortsetzung Be Cool, Face/Off – Im Körper des Feindes und Passwort: Swordfish auch immer wieder kommerziell weniger erfolgreiche Filme wie Lucky Numbers. Für die Rolle des Gouverneurs Jack Stanton im Filmdrama Mit aller Macht (1998) wurde er im Jahr 1999 für den Golden Globe Award nominiert.

Im Jahr 2007 spielte Travolta in dem Musik- und Tanzfilm Hairspray zum ersten Mal die Rolle einer (übergewichtigen) Frau, für deren Darstellung er während der Dreharbeiten einen 15 Kilogramm schweren Fettanzug tragen musste.

2016 übernahm er in der Anthologyserie American Crime Story die Rolle von Robert Shapiro, des Strafverteidigers von O. J. Simpson. Für diese Rolle erhielt er ebenfalls eine Golden-Globe-Nominierung.

Travolta wurde – bis zu dessen Rückzug aus dem Synchrongeschäft – von Thomas Danneberg synchronisiert. Nach dem Rückzug von Danneberg übernahm bisher Ronald Nitschke die Synchronisation (Stand: Mai 2020).[1]

Travolta ist auch als Buchautor tätig: Sein Debüt gab er mit Nachtflug nach L.A., der Geschichte des achtjährigen Jeff, der gerne fliegen möchte.

ScientologyBearbeiten

Travolta übernahm auch eine größere Rolle im von ihm produzierten Science-Fiction-Film Battlefield Earth – Kampf um die Erde (2000). Diese Verfilmung eines Science-Fiction-Buchs des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten und wurde ein kommerzieller Flop. Er ist seit 1975[2], neben Tom Cruise,[3] das prominenteste Mitglied der in Deutschland umstrittenen und in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachteten Sekte Scientology.[4][5]

PrivatlebenBearbeiten

 
Boeing 707-138B von John Travolta

Während der Dreharbeiten zu The Boy in the Plastic Bubble (1976) verliebte sich Travolta[6] in seine Schauspielkollegin Diana Hyland, die 1977 im Alter von nur 41 Jahren an Brustkrebs starb; ein Jahr später starb auch Travoltas Mutter Helen an Krebs. Beide Todesfälle führten dazu, dass er einige Zeit keine Rollen annahm. 1989, zum Dreh des Films Die Experten, lernte er die Schauspielerin Kelly Preston kennen. Beide trennten sich nach kurzer Zeit. 1991 fanden Travolta und Preston wieder zusammen und heirateten im September. Mit ihr hat er drei Kinder: zwei Söhne (* 14. April 1992; * 23. November 2010) und eine Tochter (* 3. April 2000). Sein ältester Sohn Jett kam am 2. Januar 2009 im Alter von 16 Jahren auf den Bahamas durch einen Krampfanfall ums Leben.[7]

Nach Jetts Tod gingen die Travoltas gerichtlich gegen einen Sanitäter und seine Anwältin vor, eine frühere Parlamentsabgeordnete. Die beiden Beklagten sollen die Familie Travolta um 25 Millionen Dollar erpresst haben. Sie hätten gedroht, Details der Todesumstände zu veröffentlichen und Travolta eine Mitschuld anzulasten. Im Herbst 2009 wurde das Verfahren unmittelbar vor Verkündung des Urteils abgebrochen, nachdem das Ergebnis der Geschworenenberatung vorzeitig veröffentlicht worden war. Wie am 7. September 2010 bekannt wurde, legte Travolta den Rechtsstreit gegen die zwei mutmaßlichen Erpresser bei. Als Grund gab die Familie an, sie habe zu sehr unter dem anstrengenden Verfahren gelitten und es deshalb hinter sich lassen wollen.[8]

Travoltas Hobby ist seit 1989 die Fliegerei. Obwohl er nur über eine Privatpilotenlizenz verfügt, hat er u. a. Musterberechtigungen für die Flugzeugmuster Boeing 707 und Boeing 747 absolviert. Travolta besitzt fünf Flugzeuge, unter anderem eine Boeing 707-138B. Diese darf er zwar selber fliegen, aufgrund der bisher absolvierten Flugstunden auf diesem Muster jedoch nur mit dem Status eines Copiloten in Begleitung eines für dieses Muster qualifizierten Piloten in Command. Die Maschine ist nach seinen Kindern benannt: „Jett Clipper Ella“. Sein Haus in Ocala (Florida) hat eine eigene Start- und Landebahn inklusive Flugsteig am Greystone Airport (FAA LID: 17FL).

Sein älterer Bruder Joey Travolta ist ebenfalls im Filmgeschäft tätig, u. a. als Schauspieler und Regisseur.

Am 13. Juli 2020 gab John Travolta über Instagram bekannt, dass seine Ehefrau Kelly Preston einen Tag zuvor im Alter von 57 Jahren an Brustkrebs verstorben sei.

FilmografieBearbeiten

 
John Travolta, 1991
 
John Travolta bei der Premiere zu Born to be Wild, 2007 in London

DiskografieBearbeiten

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[9][10]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
1976 John Travolta US39
(22 Wo.)US
1977 Can’t Let You Go US66
(9 Wo.)US
1978 Grease DE1[11]
 
×5
Fünffachgold

(52 Wo.)DE
AT1[12]
 
Gold

(52 Wo.)AT
CH
 
Gold
CH
UK1[13]
 
×8
Achtfachplatin

(47 Wo.)UK
US1
 
×8
Achtfachplatin

(77 Wo.)US
Sandy UK40
 
Gold

(6 Wo.)UK
1979 Travolta Fever US161
(7 Wo.)US
1983 Two of a Kind US26
 
Platin

(12 Wo.)US
2012 This Christmas US81
(5 Wo.)US
mit Olivia Newton-John

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Weitere Alben

  • 1978: Travolta
  • 1996: John Travolta Sings

KompilationenBearbeiten

  • 1979: Super John Travolta
  • 1982: La grande storia del rock 47
  • 1991: You Set My Dreams to Music (Best Of)
  • 1993: Gold
  • 1995: Let Her In
  • 1996: The Best of John Travolta
  • 1996: Greased Lightnin’
  • 1997: 20 Greatest Hits
  • 1999: Slow Dancing
  • 1999: Essential
  • 2001: You Set My Dreams to Music
  • 2002: Saturday Night Fiction
  • 2003: The Collection
  • 2005: Cult Fiction
  • 2005: The Hit Years
  • 2008: Forever Gold

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[9][10]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
1976 Let Her In
John Travolta
US10
(19 Wo.)US
Whenever I’m Away from You
Can’t Let You Go
US38
(6 Wo.)US
1977 All Strung Out on You
Can’t Let You Go
US34
(8 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1974
1978 You’re the One That I Want
Grease O.S.T.
DE1
 
Gold

(35 Wo.)DE
AT2
(28 Wo.)AT
CH1
(22 Wo.)CH
UK1
 
Platin

(35 Wo.)UK
US1
 
Platin

(24 Wo.)US
mit Olivia Newton-John
Summer Nights
Grease O.S.T.
DE4
(18 Wo.)DE
AT1
(12 Wo.)AT
CH7
(8 Wo.)CH
UK1
 
Platin

(19 Wo.)UK
US5
 
Gold

(16 Wo.)US
mit Olivia Newton-John
Greased Lightning
Grease O.S.T.
UK11
 
Silber

(9 Wo.)UK
US47
(8 Wo.)US
Sandy
Grease O.S.T.
DE26
(13 Wo.)DE
AT24
(4 Wo.)AT
UK2
 
Gold

(15 Wo.)UK
1990 Grease Megamix
DE42
(8 Wo.)DE
AT26
(7 Wo.)AT
UK3
(10 Wo.)UK
mit Olivia Newton-John
1991 Grease – Dream Mix
UK47
(2 Wo.)UK
mit Frankie Valli und Olivia Newton-John
1998 You’re the One That I Want (Martian Remix) AT26
(12 Wo.)AT
CH34
(2 Wo.)CH
mit Olivia Newton-John

Weitere Singles

  • 1977: Big Trouble
  • 1977: (Feel so Good) Slow Dancing
  • 1977: Easy Evil
  • 1978: Razzamatazz
  • 1978: Dejala Entrar (Let Her In) (EP)
  • 1978: The Official John Travolta Fan Club (persönliche Botschaft Travoltas)
  • 1979: A Girl Like You
  • 1983: Take A Chance (mit Olivia Newton-John)
  • 1998: Grease (The Remix EP)
  • 1998: Summer Nights [Martian Remix] (mit Olivia Newton-John)
  • 1998: Grease Is Still the Word (Radio PressKit) (EP)

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

NominierungenBearbeiten

  • 1978: Oscar als Bester Hauptdarsteller für Nur Samstag Nacht
  • 1978: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical für Nur Samstag Nacht
  • 1984: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Staying Alive und Zwei vom gleichen Schlag
  • 1986: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Perfect
  • 1990: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler des Jahrzehnts
  • 1992: Goldene Himbeere als Schlechtester Nebendarsteller für Shout
  • 1995: Oscar als Bester Hauptdarsteller für Pulp Fiction
  • 1995: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Drama für Pulp Fiction
  • 1999: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical für Mit aller Macht
  • 2002: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Tödliches Vertrauen und Passwort: Swordfish
  • 2010: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Old Dogs – Daddy oder Deal
  • 2010: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler des Jahrzehnts
  • 2017: Golden Globe als Bester Nebendarsteller – Serie, Mini-Serie oder TV-Film für American Crime Story
  • 2019: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Gotti
  • 2019: Goldene Himbeere als Schlechtestes Leinwandpaar (zusammen mit Kelly Preston) für Gotti
  • 2020: Goldene Himbeere als Schlechtestes Leinwandpaar (und jedes Drehbuch, das er annimmt)

LiteraturBearbeiten

  • Nigel Andrews: Travolta: The Life. Bloomsbury, New York 1998.
  • Brigitte Tast (Hrsg.): John Travolta. Kulleraugen, Hildesheim 1978.
  • John Travolta: Nachtflug nach L.A. orange-press, Freiburg 2002, ISBN 3-936086-00-1.

WeblinksBearbeiten

Commons: John Travolta – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. Deutsche Synchronkartei | Darsteller | John Travolta. Abgerufen am 5. Mai 2020.
  2. John Travolta TV Movie
  3. Scientology: Ex-Mitglied erzählt über Tom Cruise und John Travolta Wenn Scientology zu Wort kommt, denken viele an Tom Cruise oder John Travolta. Eine Aussteigerin erzählt nun Privates aus dem Leben der Stars der «Kirche».
  4. http://www.people.com/people/article/0,,20294135,00.html, abgerufen 15. August 2009
  5. John Travolta - der Kult-Schauspieler und Scientology-Verfechter wird 65
  6. John Travolta – Rückkehr nach Hollywood | ARTE. Abgerufen am 1. August 2018.
  7. Sohn Jett nach Anfall gestorben
  8. http://www.news.de/medien/855072302/rueckzieher-vor-gericht/1/ abgerufen am 7. September 2010, news.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.news.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. a b Chartquellen: Singles Alben Billboard 200 / Soundtrack Grease Album Billboard 200
  10. a b Gold-/Platin-Datenbanken: DE UK US
  11. Soundtrack „Grease“
  12. Soundtrack „Grease“ in der österreichischen Hitparade auf AustrianCharts.at
  13. Soundtrack „Grease“ in den Official UK Charts (englisch)