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John Travolta

US-amerikanischer Schauspieler, Tänzer, Produzent und Autor

LebenBearbeiten

 
John Travolta, 1983

Travolta wurde als jüngstes von sechs Geschwistern geboren. Er ist halb italienischer (väterlicherseits) und halb irischer (mütterlicherseits) Abstammung. Zwei Leidenschaften prägten seine Kindheit: Flugzeuge und Schauspielerei. Von seiner Mutter Helen Cecilia-Burke bekam er Schauspielstunden, da sie ebenfalls als Schauspielerin tätig war. Außerdem unterrichtete sie Theater, wobei sie ihm anfangs einige Rollen in lokalen Theaterproduktionen verschaffte. Sein Vater Salvatore Travolta arbeitete als Reifenhändler. Bereits als 16-Jähriger brach John mit dem Einverständnis seiner Eltern die Highschool ab und zog nach New York (wo er anfangs bei seiner Schwester Margaret wohnte), um sich dort auf der Bühne zu versuchen, unter anderem in dem Musical Grease, mit dem er auch auf Tournee ging. Außerdem nahm er bei Gene Kellys Bruder Stepptanzunterricht, was ihm in seiner späteren Laufbahn zugutekam. Er arbeitete auch in Nachtclubs und drehte Werbespots fürs Fernsehen. Mitte der 70er Jahre zog er nach Los Angeles.

Mit 21 Jahren kam dann der Durchbruch als ernstzunehmender Schauspieler, nachdem er die Rolle des Vinnie Barbarino in der TV-Sitcom Welcome Back, Kotter (1975–1979) verkörpert hatte. Travolta hatte seine erste große Filmrolle als Billy Nolan in Brian De Palmas Horrorfilm Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976). Auf dem Höhepunkt der Disco-Welle wurde er mit Nur Samstag Nacht (Saturday Night Fever) (1977) und Grease (1978) zu einem der größten Stars Hollywoods.

Danach begann sein Stern zu sinken, als er versuchte, mit Staying Alive und Perfect auf den Aerobic-Zug aufzuspringen. Beide Filme waren kommerziell nicht erfolgreich. Erst 1989 erzielte Travolta mit Kuck mal, wer da spricht! einen neuen Erfolg.

Das Comeback gelang Travolta 1994 mit Pulp Fiction, das ihm eine Oscarnominierung einbrachte. Auch danach drehte er neben Hits wie Schnappt Shorty (Fortsetzung: Be Cool), Face/Off – Im Körper des Feindes und Passwort: Swordfish immer wieder kommerziell wenig erfolgreiche Filme wie Lucky Numbers. Für die Rolle des Gouverneurs Jack Stanton im Filmdrama Mit aller Macht (1998) wurde er im Jahr 1999 für den Golden Globe Award nominiert.

Im Jahr 2007 spielte Travolta in dem Musik- und Tanzfilm Hairspray zum ersten Mal die Rolle einer (übergewichtigen) Frau, für deren Darstellung er während der Dreharbeiten einen 15 Kilogramm schweren Fettanzug tragen musste.

Travolta übernahm auch eine größere Rolle im von ihm produzierten Science-Fiction-Film Battlefield Earth – Kampf um die Erde (2000). Diese Verfilmung eines Science-Fiction-Buchs des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten und wurde ein kommerzieller Flop. Travolta ist ein prominentes Mitglied der in Deutschland umstrittenen und in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachteten Scientology-Bewegung.[1]

2016 übernahm er in der Anthologyserie American Crime Story die Rolle des Strafverteidigers von O. J. Simpson, Robert Shapiro, für die er eine Golden-Globe-Nominierung erhielt.

Travolta wird von Thomas Danneberg synchronisiert.

Travolta ist auch als Buchautor tätig: Sein Debüt gab er mit Nachtflug nach L.A., der Geschichte des achtjährigen Jeff, der gerne fliegen möchte.

PrivatlebenBearbeiten

 
Boeing 707-138B von John Travolta

Während der Dreharbeiten zu The Boy in the Plastic Bubble (1976) verliebte sich Travolta[2] in seine Schauspielkollegin Diana Hyland, die 1977 im Alter von nur 41 Jahren an Brustkrebs starb; ein Jahr später starb auch Travoltas Mutter Helen an Krebs. Beide Todesfälle führten dazu, dass er einige Zeit keine Rollen annahm. 1989, zum Dreh des Films Die Experten, lernte er die Schauspielerin Kelly Preston kennen. Beide trennten sich nach kurzer Zeit. 1991 fanden Travolta und Preston wieder zusammen und heirateten im September. Mit ihr hat er drei Kinder: zwei Söhne (* 14. April 1992; * 23. November 2010) und eine Tochter (* 3. April 2000). Sein ältester Sohn Jett kam am 2. Januar 2009 im Alter von 16 Jahren auf den Bahamas durch einen Krampfanfall ums Leben.[3]

Nach Jetts Tod gingen die Travoltas gerichtlich gegen einen Sanitäter und seine Anwältin vor, eine frühere Parlamentsabgeordnete. Die beiden Beklagten sollen die Travoltas um 25 Millionen Dollar (17 Millionen Euro) erpresst haben. Sie hätten gedroht, Details der Todesumstände zu veröffentlichen und Travolta eine Mitschuld anzulasten. Im Herbst 2009 wurde das Verfahren unmittelbar vor Verkündung des Urteils abgebrochen, nachdem das Ergebnis der Geschworenenberatung vorzeitig durchgesickert war. Wie am 7. September 2010 bekannt wurde, legte Travolta den Rechtsstreit gegen die zwei mutmaßlichen Erpresser bei. Als Grund gab die Familie an, sie habe zu sehr unter dem anstrengenden Verfahren gelitten und es deshalb hinter sich lassen wollen.[4]

Travoltas Hobby ist seit 1989 die Fliegerei. Obwohl er nur über eine Privatpilotenlizenz verfügt, hat er u. a. Musterberechtigungen für die Flugzeugmuster Boeing 707 und Boeing 747 absolviert. Travolta besitzt fünf Flugzeuge, unter anderem eine Boeing 707-138B. Diese darf er zwar selber fliegen, aufgrund der bisher absolvierten Flugstunden auf diesem Muster jedoch nur mit dem Status eines Copiloten in Begleitung eines für dieses Muster qualifizierten Piloten in Command. Die Maschine ist nach seinen Kindern benannt: „Jett Clipper Ella“. Sein Haus in Ocala (Florida) hat eine eigene Start- und Landebahn inklusive Flugsteig am Greystone Airport (FAA LID: 17FL).

Sein älterer Bruder Joey Travolta ist ebenfalls im Filmgeschäft tätig, u. a. als Schauspieler und Regisseur.

FilmografieBearbeiten

 
John Travolta, 1991
 
John Travolta bei der Premiere zu Born to be Wild, 2007 in London

DiskografieBearbeiten

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1976 John Travolta
300! 300! 300! 300! 39
(22 Wo.)
1977 Can’t Let You Go
300! 300! 300! 300! 66
(9 Wo.)
1978 Grease
1[7]
 Fünffachgold

(52 Wo.)
1[8]
 Gold

(52 Wo.)
300!
 Gold
1[9]
 Achtfachplatin

(47 Wo.)
1
 Achtfachplatin

(77 Wo.)
Sandy
300! 300! 300! 40
 Gold

(6 Wo.)
300!
1979 Travolta Fever
300! 300! 300! 300! 161
(7 Wo.)
1983 Two of a Kind
300! 300! 300! 300! 26
 Platin

(12 Wo.)
2012 This Christmas
300! 300! 300! 300! 81
(5 Wo.)
mit Olivia Newton-John

Weitere Alben

  • 1978: Travolta
  • 1996: John Travolta Sings

KompilationenBearbeiten

  • 1979: Super John Travolta
  • 1982: La grande storia del rock 47
  • 1991: You Set My Dreams to Music (Best Of)
  • 1993: Gold
  • 1995: Let Her In
  • 1996: The Best of John Travolta
  • 1996: Greased Lightnin’
  • 1997: 20 Greatest Hits
  • 1999: Slow Dancing
  • 1999: Essential
  • 2001: You Set My Dreams to Music
  • 2002: Saturday Night Fiction
  • 2003: The Collection
  • 2005: Cult Fiction
  • 2005: The Hit Years
  • 2008: Forever Gold

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
1976 Let Her In
John Travolta
300! 300! 300! 300! 10
(19 Wo.)
Whenever I’m Away from You
Can’t Let You Go
300! 300! 300! 300! 38
(6 Wo.)
1977 All Strung Out on You
Can’t Let You Go
300! 300! 300! 300! 34
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1974
1978 You’re the One That I Want
Grease O.S.T.
1
 Gold

(35 Wo.)
2
(28 Wo.)
1
(22 Wo.)
1
 Platin

(35 Wo.)
1
 Platin

(24 Wo.)
mit Olivia Newton-John
Summer Nights
Grease O.S.T.
4
(18 Wo.)
1
(12 Wo.)
7
(8 Wo.)
1
 Platin

(19 Wo.)
5
 Gold

(16 Wo.)
mit Olivia Newton-John
Greased Lightning
Grease O.S.T.
300! 300! 300! 11
 Silber

(9 Wo.)
47
(8 Wo.)
Sandy
Grease O.S.T.
26
(13 Wo.)
24
(4 Wo.)
300! 2
 Gold

(15 Wo.)
300!
1990 Grease Megamix
42
(8 Wo.)
26
(7 Wo.)
300! 3
(10 Wo.)
300!
mit Olivia Newton-John
1991 Grease – Dream Mix
300! 300! 300! 47
(2 Wo.)
300!
mit Frankie Valli und Olivia Newton-John
1998 You’re the One That I Want (Martian Remix)
300! 26
(12 Wo.)
34
(2 Wo.)
300! 300!
mit Olivia Newton-John

Weitere Singles

  • 1977: Big Trouble
  • 1977: (Feel so Good) Slow Dancing
  • 1977: Easy Evil
  • 1978: Razzamatazz
  • 1978: Dejala Entrar (Let Her In) (EP)
  • 1978: The Official John Travolta Fan Club (persönliche Botschaft Travoltas)
  • 1979: A Girl Like You
  • 1983: Take A Chance (mit Olivia Newton-John)
  • 1998: Grease (The Remix EP)
  • 1998: Summer Nights [Martian Remix] (mit Olivia Newton-John)
  • 1998: Grease Is Still the Word (Radio PressKit) (EP)

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

NominierungenBearbeiten

  • 1978: Oscar als Bester Hauptdarsteller für Nur Samstag Nacht
  • 1978: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical für Nur Samstag Nacht
  • 1984: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Staying Alive und Zwei vom gleichen Schlag
  • 1986: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Perfect
  • 1990: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler des Jahrzehnts
  • 1992: Goldene Himbeere als Schlechtester Nebendarsteller für Shout
  • 1995: Oscar als Bester Hauptdarsteller für Pulp Fiction
  • 1995: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Drama für Pulp Fiction
  • 1999: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical für Mit aller Macht
  • 2002: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Tödliches Vertrauen und Passwort: Swordfish
  • 2010: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Old Dogs – Daddy oder Deal
  • 2010: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler des Jahrzehnts
  • 2017: Golden Globe als Bester Nebendarsteller – Serie, Mini-Serie oder TV-Film für American Crime Story
  • 2019: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Gotti
  • 2019: Goldene Himbeere als Schlechtestes Leinwandpaar (zusammen mit Kelly Preston) für Gotti

LiteraturBearbeiten

  • Nigel Andrews: Travolta: The Life. Bloomsbury, New York 1998.
  • Brigitte Tast (Hrsg.): John Travolta. Kulleraugen, Hildesheim 1978.
  • John Travolta: Nachtflug nach L.A. orange-press, Freiburg 2002, ISBN 3-936086-00-1.

WeblinksBearbeiten

  Commons: John Travolta – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. http://www.people.com/people/article/0,,20294135,00.html, abgerufen 15. August 2009
  2. John Travolta – Rückkehr nach Hollywood | ARTE. Abgerufen am 1. August 2018.
  3. Sohn Jett nach Anfall gestorben
  4. http://www.news.de/medien/855072302/rueckzieher-vor-gericht/1/ abgerufen am 7. September 2010, news.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.news.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. a b Chartquellen: Singles Alben Billboard 200 / Soundtrack Grease Album Billboard 200
  6. a b Gold-/Platin-Datenbanken: DE UK US
  7. Soundtrack „Grease“
  8. Soundtrack „Grease“ in der österreichischen Hitparade auf AustrianCharts.at
  9. Soundtrack „Grease“ in den Official UK Charts (englisch)