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Illingen (Saar)

Gemeinde im Landkreis Neunkirchen, Saarland, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Illingen
Illingen (Saar)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Illingen hervorgehoben

Koordinaten: 49° 23′ N, 7° 3′ O

Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Neunkirchen
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 36,08 km2
Einwohner: 16.262 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 451 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66557
Vorwahl: 06825
Kfz-Kennzeichen: NK
Gemeindeschlüssel: 10 0 43 112
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 86
66557 Illingen
Website: www.illingen.de
Bürgermeister: Armin König (CDU)
Lage der Gemeinde Illingen im Landkreis Neunkirchen
EppelbornIllingen (Saar)MerchweilerSchiffweilerOttweilerSpiesen-ElversbergNeunkirchen (Saar)Rheinlan-PfalzLandkreis St. WendelLandkreis SaarlouisRegionalverband SaarbrückenSaarpfalz-KreisKarte
Über dieses Bild

Illingen ist eine saarländische Gemeinde im Landkreis Neunkirchen, etwa 20 km nördlich von Saarbrücken gelegen. Der staatlich anerkannte Erholungsort gilt als Zentrum des Illtals.

GeographieBearbeiten

OrtsgliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Illingen gehören neben dem namensgebenden Ortsteil Illingen auch die Ortsteile Hirzweiler, Hüttigweiler, Uchtelfangen, Welschbach und Wustweiler. Sie waren bis zur Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 eigenständige Gemeinden.

NachbargemeindenBearbeiten

An die Gemeinde Illingen grenzen im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend Marpingen, Ottweiler, Schiffweiler, Merchweiler, Quierschied, Heusweiler und Eppelborn.

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 963 mm. Der trockenste Monat ist der April. Am meisten regnet es im Dezember. 82 % der Messorte des Deutschen Wetterdienstes zeigen niedrigere Werte an; der Niederschlag liegt somit im oberen Fünftel. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im mittleren Drittel. In 55 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

GeschichteBearbeiten

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Illingen um 893. Im 14. Jahrhundert vergaben die Grafen von Saarwerden die Wasserburg Illingen als Lehen an die aus der Eifel stammenden Herren von Kerpen. Ab dem 16. Jahrhundert war Illingen eine freie Reichsherrschaft. Die Regierung der Freiherren von Kerpen-Illingen endete mit den Eroberungen Frankreichs nach der französischen Revolution und dem daraus resultierenden Verlust ihrer Hoheitsrechte 1794. 1798 wurde Illingen von der französischen Verwaltung der "Mairie" (Bürgermeisterei) Uchtelfangen zugeschlagen. Ab 1815 war Illingen Teil des Staates Preußen und damit ab 1871 des Deutschen Reichs, bis 1920 das sogenannte "Saargebiet" von Deutschland abgetrennt und unter Verwaltung des Völkerbunds gestellt wurde. Nach der ersten Saarabstimmung im Jahr 1935 gehörte Illingen wieder zum Deutschen Reich, von 1947 bis 1956 zum teilsouveränen französischen Protektorat Saarland. Nach Umsetzung der zweiten Saarabstimmung von 1955 gehörte Illingen ab dem 1. Januar 1957 als Teil des neuen Bundeslandes Saarland zur Bundesrepublik Deutschland. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war in Illingen eine Kienrußbrennerei in Betrieb.[2]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1974 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Hirzweiler, Hüttigweiler, Uchtelfangen, Welschbach und Wustweiler eingegliedert.[3]

 
Hirzweiler
 
Hüttigweiler
 
Uchtelfangen
 
Welschbach
 
Wustweiler

AusgliederungenBearbeiten

Am 1. Januar 1974 wurde ein Gebiet mit damals mehr als 150 Einwohnern an die Nachbargemeinde Schiffweiler abgetreten.[3]

PolitikBearbeiten

 
Illinger Rathaus

GemeinderatBearbeiten

Kommunalwahl 2019
Wahlbeteiligung: 71,4 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,8 %
36,3 %
9,0 %
6,0 %
4,4 %
3,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-3,9 %p
-5,5 %p
+4,2 %p
+6,0 %p
-1,6 %p
+0,8 %p

Die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis[4] (mit Vergleichszahlen aus 2009 und 2014):

2019 2014 2009
Stimmen Prozent Sitze Stimmen Prozent Sitze Stimmen Prozent Sitze
Wahlberechtigte 13.803 100,0 33 14.375 100,0 33 14.844 100,0 33
Wähler 9.855 71,4 8.345 58,1 9.784 66,0
Ungültige 233 2,36 287 3,4 305 3,1
Gültige 9.622 97,64 8.058 96,6 9.489 96,9
CDU 3.929 40,8 14 3.602 44,7 16 4.015 42,3 14
SPD 3.490 36,3 12 3.367 41,8 14 3.642 38,4 13
Grüne 870 9,0 3 388 4,8 1 380 4,0 1
FDP 332 3,5 1 217 2,7 571 6,0 2
Die Linke 427 4,4 1 484 6,0 2 881 9,3 3
AfD 574 6,0 2

BürgermeisterBearbeiten

  • 1974–1976 : Alfons Senz (CDU)
  • 1976–1996: Werner Woll (CDU)
  • seit 1996: Armin König (CDU)

Bei der Direktwahl des Bürgermeisters am 26. Mai 2019 konnte sich Amtsinhaber Armin König mit 56,1 % der abgegebenen Stimmen gegen seinen Herausforderer Michael Christ (SPD), auf den 43,9 % entfielen, durchsetzen.

WappenBearbeiten

 
Städtepartnerschaften

Blasonierung: „Geviert, in 1 in Silber ein durchgehendes rotes Balkenkreuz, in 2 in Rot ein gestümmelter silberner Adler, in 3 in Blau ein rotgezungter, goldbekrönter, doppelschwänziger silberner Löwe, bewinkelt (bestreut) mit fünf silbernen Kleeblattfußspitzkreuzchen, und in 4 in Silber ein roter Zickzackbalken.“

Wappenerklärung: Das rote Balkenkreuz weist auf die frühere Zugehörigkeit zu Kurtrier hin, der silberner Löwe steht für die ehemalige Grafschaft Saarbrücken, der gestümmelte Adler ist der Adler von Lothringen, in dessen Herrschaftsgebiet Illingen einst lag, und der rote Zickzackbalken entstammt dem Wappen der Freiherren von Kerpen-Illingen, die bis 1794 herrschten.

PartnerschaftenBearbeiten

Die Gemeinde Illingen hat Partnerschaften und Freundschaftsverträge mit Tuchow in Polen, Bük in Ungarn und Toviklin in Benin. Die einzelnen Ortsteile unterhalten die folgenden Partnerschaften:

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Am Rande von Illingen, am Autobahnkreuz Saarbrücken, kreuzen sich die Bundesautobahnen A 8 (LuxemburgPirmasens) und die Bundesautobahn 1 (LübeckSaarbrücken); letztere hat eine Anschlussstelle Illingen (Abfahrt Nr. 142).[5]

Durch Illingen verläuft die Primstalbahn. Sie wird erstens von der stündlich verkehrenden Regionalbahnlinie Illingen–Homburg befahren, die im Gemeindegebiet außer am Startbahnhof Illingen (Saar) auch am 2004 in Betrieb genommenen Haltepunkt Gennweiler hält. Zweitens verkehrt dort die ebenfalls stündliche Regionalbahnlinie Lebach-Jabach–Illingen–Saarbrücken, die hinter Gennweiler die 2006 in Betrieb genommene Wemmetsweiler Kurve zur Fischbachtalbahn nach Saarbrücken befährt und deshalb als Fischbach-Illtal-Bahn bezeichnet wird. Letztere Linie hält außer an den beiden genannten Stationen auch am vor dem Bahnhof Illingen (Saar) gelegenen Haltepunkt Wustweiler im gleichnamigen Ortsteil Illingens. Beide Regionalbahnlinien werden von der DB Regio AG betrieben. In den Bahnhöfen in Saarbrücken und Homburg besteht Anschluss an den Fernverkehr.

Der Bahnhof Illingen (Saar) ist ein wichtiger Umsteigepunkt im westlichen Teil des Landkreises Neunkirchen. Hier treffen auch Buslinien der Saar-Pfalz-Bus GmbH und der Neunkircher Verkehrs-AG (NVG) zusammen.

Ortsansässige UnternehmenBearbeiten

  • Die RWE AG betreibt die Umspannanlage Uchtelfangen, die im europäischen Stromtransportnetz eine bedeutende Rolle spielt.
  • Im Ortsteil Uchtelfangen hat das Network-Marketing-Unternehmen Prowin Winter GmbH seinen Sitz.
  • Gewerbegebiet "Am Saarbrücker Kreuz" in Uchtelfangen ist Sitz vieler moderner Produktions- und Dienstleistungsbetriebe.
  • Gewerbegebiet "A1 Interkommunal" in Uchtelfangen, als erstes interkommunales Gewerbegebiet im Saarland von den Gemeinden Eppelborn und Illingen gemeinsam erschlossen und vermarktet.

Regionale WährungBearbeiten

 
Illtaler

Im Oktober 2005 wurde der Illtaler als regionales Zahlungsmittel in Form von Gutscheinen eingeführt und kann mittlerweile in knapp 200 Geschäften und Betrieben eingelöst werden.[6]

BildungseinrichtungenBearbeiten

 
Illtal-Gymnasium Illingen

In der Gemeinde Illingen gibt es folgende Bildungseinrichtungen:

KindergärtenBearbeiten

  • katholischer Kindergarten St. Stephan Illingen
  • katholischer Kindergarten St. Josef Uchtelfangen
  • evangelischer Kindergarten Uchtelfangen
  • katholischer Kindergarten St. Maria Magdalena Hüttigweiler
  • katholischer Kindergarten St. Josef Hirzweiler-Welschbach
  • katholischer Kindergarten Herz-Jesu Wustweiler

GrundschulenBearbeiten

  • Grundschule „Auf der Lehn“ Illingen
  • Grundschule Uchtelfangen
  • Grundschule „An der Ill“ Hüttigweiler

GemeinschaftsschuleBearbeiten

  • Fortuin Gemeinschaftsschule Illingen

GymnasiumBearbeiten

FörderschuleBearbeiten

  • Kerpenschule Uchtelfangen – Schule für Lernbehinderte

Erwachsenen- und WeiterbildungBearbeiten

  • Volkshochschule Illingen e.V. mit Sitz in Wustweiler

MedizinBearbeiten

Die cusanus trägergesellschaft trier mbH (ctt) betreibt in Illingen die Fachklinik St. Hedwig (Fachklinik für neurologische Rehabilitation und Geriatrie).

HilfsorganisationenBearbeiten

Freiwillige FeuerwehrBearbeiten

Die Freiwillige Feuerwehr Illingen setzt sich aus den fünf Löschbezirken Illingen, Uchtelfangen, Wustweiler, Ost (für die Ortschaften Hirzweiler und Hüttigweiler) und Welschbach zusammen. Sie hat mit ihren über 215 aktiven Feuerwehrangehörigen etwa 18.800 Bürger zu betreuen. Der Feuerwehr stehen insgesamt 21 Lösch- und Sonderfahrzeuge zur Verfügung. Neben der Sicherstellung des Brandschutzes in den Orten der Gemeinde und der Industriegebiete in Uchtelfangen, Welschbach und Illingen ist die Feuerwehr der Gemeinde Illingen auch noch für einen Abschnitt der Bundesautobahn 1 zuständig. Die einzelnen Löschbezirke haben jeweils Aufgabenschwerpunkte, für die sie besonders ausgestattet sind. So sind zum Beispiel der LBZ Illingen für die technische Hilfe, LBZ Uchtelfangen für Wasserversorgung und Einsätze mit Gefahrstoffen und der Löschbezirk Ost für den Atemschutz zuständig. Mit verschiedenen Einsatzfahrzeugen wie Drehleiterfahrzeug L32A-XS 3.0, CBNR-Erkunder und GW-Atemschutz wird die Freiwillige Feuerwehr Illingen auch im Rahmen der interkommunalen Kooperation im Kreisgebiet des Landkreises Neunkirchen eingesetzt.[7]

Technisches HilfswerkBearbeiten

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) beheimatet in Illingen einen lokalen Ortsverband mit einer Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen und den Bergungsgruppen 1 und 2. Der Ortsverband verfügt weiter über einen Baufachberater für Einsätze nach Gebäudeschäden sowie ein Schneelast-Meßsystem. Für technisch interessierte Kinder und Jugendliche gibt es im Ortsverband die THW-Jugend. Im August 2018 wurde die neue Unterkunft in der Illinger Industriestraße in Betrieb genommen.[8]

Deutsches Rotes KreuzBearbeiten

Der Illinger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wurde am 28. November 1911 gegründet und hat derzeit etwa 350 Mitglieder, davon 65 aktive Helfer. Die Aktiven sind im Rahmen der Gefahrenabwehr im Landkreis Neunkirchen im erweiterten Rettungsdienst mit der Schnelleinsatzgruppe aber auch im Katastrophenschutz tätig. Hierzu stehen dem DRK insgesamt vier Einsatzfahrzeuge – zwei Rettungstransportwagen (RTW), ein Krankentransportwagen (KTW) und ein Mannschafts- und Materialtransportfahrzeug – zur Verfügung. Neben den Sanitätsdiensten ist der Ortsverein auch bei öffentlichen Veranstaltungen für die Sicherheit der Teilnehmer und Besucher verantwortlich, so etwa bei Motorsportveranstaltungen oder dem Illinger Rosenmontagsumzug. Der Sozialdienst des Ortsvereins kümmert sich in erster Linie um die vier bis fünf Blutspendetermine im Jahr, die im Bistro des Illtal-Gymnasiums stattfinden. Der Ortsverein verfügt auch über eine Jugendrotkreuzgruppe.[9]

RettungswacheBearbeiten

Die Rettungswache Illingen mit zwei Rettungstransportwagen und einem Krankentransportwagen untersteht dem Deutschen Roten Kreuz, Landesverband Saarland und ist direkt neben der Fachklinik St. Hedwig stationiert.[10]

Neue OrtsmitteBearbeiten

 
Baustelle der Brauturmgalerie (2018)

Auf dem Gelände der ehemaligen Wurstfabrik Höll im Zentrum von Illingen entsteht auf einer Fläche von zwei Hektar die neue Ortsmitte von Illingen. Nach Betriebsaufgabe der Firma Höll im Jahr 2001 standen die Werkshallen zwischen Bahnhof und Hauptstraße mehrere Jahre leer, bevor 2015 nach langer Projektplanung mit dem Abriss der alten Fabrik begonnen wurde. Durch private Investoren entsteht das neue Quartier „Brauturmgalerie“ in dessen Zentrum der alte Brauturm der ehemaligen Brauerei Louis Hohlweck steht. Im Umfeld des Brauturms entwickelt sich ein Mix aus Gastronomie, Supermarkt, Wohnungen, Büro-, Praxisräume und Parkflächen. Als erste Fertigstellung eröffnete der Supermarkt am 6. Dezember 2018.[11] Die Arbeiten am Areal sollen 2022 abgeschlossen sein, die Gesamtkosten für Brauturmgalerie und Freiraumgestaltung (letztere mit 80 Prozent von EU-Kommission, dem Bund und vom Land gefördert) belaufen sich auf circa 34 Millionen Euro. Im Mai 2019 wurde bekannt, dass ein vom Arbeiter-Samariter-Bund auf dem Gelände geplantes Wohnheim[12] für Senioren, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung nicht gebaut wird. Der Gemeinderat lehnte den Antrag des Arbeiter Samariter Bundes aufgrund Zweifel an der fristgerechten Fertigstellung der Wohnanlage bis 2022 ab. Hierdurch seien Fördermittel der EU gefährdet.[13]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kulturforum Illipse
 
Die Illinger Kirche St. Stephan mit dem für die Region außergewöhnlichen Zwiebelturm.
 
Burg Kerpen

MuseenBearbeiten

Ein bedeutendes kulturelles Zentrum, das eine saarlandweit einmalige Sammlung mittelalterlicher Meister mit religiösen Motiven zeigt (darunter einem Bild von Lucas Cranach dem Älteren) ist die Statio Dominus Mundi im Ortsteil Wustweiler. Der moderne Sakral- und Kunstbau wurde 2002 von dem bedeutenden Münchener Architekten Alexander Freiherr von Branca gestaltet.

KulturBearbeiten

Die markante Illipse hat sich innerhalb kürzester Zeit als saarländisches Kulturforum im Park profiliert. Eine halbe Million Besucher hat seit 2001 in der Illipse Klassik, Jazz, Blues, Rock mit Weltklassekünstlern, aber auch Theater, Kabarett, Operette und volkstümliche Angebote (Mundartbühne) erlebt. Populär sind vor allem das traditionelle Neujahrskonzert, die Gumbo-Jazz-Serie in Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk sowie ein Festival der Irischen Musik und das A-cappella-Festival Stimmflut (beispielsweise mit Viva Voce).

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Illingen ist klassische Marktgemeinde (Wir sind der Markt) mit großen Jahrmärkten und Wochenmärkten (freitags) sowie dem Burg- und Weiherfest und dem traditionellen Wurstmarkt im Oktober. Alle 2 Jahre findet im Sommer der Große Mittelaltermarkt zu Illingen statt.
  • Der Illinger Viehmarkt alle 2 Jahre am 1. Sonntag im Mai ist in dieser Form saarlandweit einmalig.
  • Der Illinger Rosenmontagszug ist der zweitgrößte Fastnachtsumzug im Landkreis Neunkirchen und zieht jährlich 10.000 bis 15.000 Besucher an.
  • Der DARC e. V. Ortsverband Illingen Q13 veranstaltet jedes Jahr im März die „Illinger Tagung“ im Kulturforum Illipse.
  • Neben vielen Konzerten über das ganze Jahr gehören die Veranstaltungen Große Nachtmusik, Wustock und Impression Musicale seit vielen Jahren zum festen Kulturkalender im Illtal.

BauwerkeBearbeiten

Die Barockkirche St. Stephan mit Zwiebelturm und Lehoczky-Fenstern, denkmalgeschützte Ensembles in der Kirchenstraße mit Gerberschule (um 1850), das Pfarrhaus aus dem Jahr 1731 von Gregor Mäs, das sehenswerte Rathaus aus dem Jahr 1876 von Ludwig Israel mit beeindruckender Deckenarbeit im Rathaussaal und das Kulturforum Illipse sind markante Bauwerke der Illtalgemeinde Illingen. Zweites Wahrzeichen der Gemeinde neben der Barockkirche St. Stephan ist die Burg Kerpen mit dem Burgpark. Auch die Bergkapelle zu den sieben Schmerzen Mariens mit einer Pietà von Matthias Weyser ist durch Männerwallfahrt und die Wallfahrt der südwestdeutschen Sinti (die 1955 von Gemeindepfarrer Arnold Fortuin begründet wurde) überregional bekannt. Sehenswert ist darüber hinaus die Kreuzigungsgruppe auf dem Illinger Friedhof von Matthias Weyser (1790).

Auf dem Jüdischen Friedhof Heisterstraße / Raßweilerweg sind etwa 180 intakte Grabsteine erhalten.

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Illingen und Liste der Stolpersteine Illingen

Sehenswertes in den OrtsteilenBearbeiten

Wustweiler: Sakral- und Kunst-Ausstellungsbau Statio Dominus Mundi mit Werken mittelalterlicher Meister in der Waldstraße; Gemeinschaftszentrum „Alt School“ mit Ausstellungsstücken aus der Kelten- und Römerzeit.

Hirzweiler: Hirztaler Dorf- und Schaukäserei; Erlebnisweg "Rund ums liebe Vieh".

Hüttigweiler: Pfarrkirche St. Maria Magdalena.

Welschbach: katholische Pfarrkirche St. Laurentius, Rosengarten Welschbach; Dorfplatz, Wandergebiet "Im Roth", Erlebnisweg "Nach der Schicht".[14]

Uchtelfangen: Die spätbarocke evangelische Kirche aus dem Jahr 1771, sowie die neugotische katholische Kirche, 1890 von Reinhold Wirtz erbaut. Diese gilt auch als der Dom des Illtals.

Die Naherholungsgebiete Hosterwald (am Rand von Wustweiler, Hüttigweiler und Hirzweiler) und Sonnenborn (Uchtelfangen) mit beheiztem Freibad, Waldhütte und Kneippanlage.

Natur und UmweltBearbeiten

IllrenaturierungBearbeiten

 
Biotop Kiesgrube Hirzweiler-Welschbach
 
Schlammweiher Hahnwies - Landschaftslabor der LIK.Nord

Illingen ist Teil des gesamtstaatlich repräsentativen Projekts Zweckverband Natura Ill-Theel, das von den Gemeinden Illingen, Eppelborn, Lebach, Marpingen, Merchweiler und Tholey getragen wird. Das Projektgebiet umfasst u. a. das gesamte Einzugsgebiet der Ill mit rund 125 km². 1994 wurden nach 150 Jahren erstmals im Saarland wieder Biber an der Ill angesiedelt. Damit wurde die Natur selbst zum Baumeister und zum dauerhaften Garanten der Renaturierung.[15] Gemeinsam mit Kooperationspartnern wurde im Rahmen eines Pilotprojektes der Bereich der alten Kiesgrube Hirzweiler-Welschbach zu einem Biotop für Amphibien und andere gefährdete Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Dabei spielen eine Schafherde (Skudden) sowie eine Ziegenherde (Thüringer Waldziege) die Rolle des Landschaftspflegers. Durch die extensive ganzjährige Beweidung mit den beiden Herden wird die Verbuschung der Landschaft vermieden und so ihr Biotopcharakter nachhaltig bewahrt. Die Kiesgrube Hirzweiler-Welschbach ist für Fußgänger öffentlich zugängig.

Landschaft der Industriekultur Nord (LIK.Nord)Bearbeiten

Illingen gehört dem Naturschutzgroßprojekt Landschaft der Industriekultur Nord (LIK.Nord) an.[16] Die Städte Neunkirchen und Friedrichsthal, die Gemeinden Illingen, Merchweiler, Schiffweiler und Quierschied sowie der Landkreis Neunkirchen und die Industriekultur Saar GmbH (IKS) haben sich zu einem Zweckverband zusammengeschlossen und 2009 den Bundeswettbewerb „Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung“ des Bundesumweltministerium gewonnen. Ziel des Projekts ist die zukunftsfähige Entwicklung der altindustriellen und vom Bergbau geprägten Landschaft zu gestalten. Hierdurch soll der Artenreichtum der Landschaft durch Pflege und gezielte Eingriffe erhalten und weiter ausgebaut werden. Auf dem Gebiet der Gemeinde Illingen befindet sich das Landschaftslabor „Neuerfindung der Bergmannskuh“ sowie am Schlammweiher Hahnwies das Landschaftslabor „Vogelzug und wilde Weiden“. Das Projekt befindet sich seit Ende 2013 in der Umsetzungsphase.

NaturdenkmaleBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Personen, die in Illingen geboren wurdenBearbeiten

Personen, die im Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Arnold Fortuin (1901–1970); katholischer Pfarrer in Illingen und Beuren. Er rettete in der Zeit des Nationalsozialismus zahlreiche Sinti.

LiteraturBearbeiten

  • Andrea Berger, Marianne Woll: „Cheniljekapp und Co.“ Textilien des 19. Jahrhunderts aus dem Illtal (= Schriften des Verbandes Saarländischer Heimatmuseen. Bd. 2, ZDB-ID 2288326-5). Verband Saarländischer Heimatmuseen, Wemmetsweiler 1993 (Ausstellungskatalog).
  • Katholische Pfarramt Illingen (Hrsg.): Wallfahrtsbüchlein der Bergkapelle Illingen. Saarländische Verlags-Anstalt, Saarbrücken 1954.
  • Robert Kirsch: Die Reichsherrschaft Illingen in der Zeit der Französischen Revolution. Die letzten Jahre der kerpischen Regentschaft. Untersuchungsergebnisse. St. Josefsverlag, Illingen/ Wemmetsweiler 2000, ISBN 3-9804733-6-8.
  • Robert Kirsch u. a. (Red.): 200 Jahre Barockkirche „St. Stephan“ Illingen. Pfarrei St. Stephan, Illingen 1991.
  • Robert Kirsch: Die Herren von Kerpen und die Entstehung und Entwicklung der Reichsherrschaft Illingen. Gemeinde Illingen, Illingen 2005.
  • Robert Kirsch: Die Juden in der Herrschaft Illingen. (Die Kerpische Judengemeinde im 18. Jahrhundert). Schäfer, Wemmetsweiler 1981, ISBN 3-9800611-7-5.
  • Gemeinde Illingen (Hrsg.): Illingen – ein Rundgang. Verlag Schäfer. Merchweiler 2000. ASYN: B0069CH07Y.
  • Armin König, Esther König: Illingen (= Die Reihe Archivbilder). Sutton, Erfurt 2001, ISBN 3-89702-375-X.
  • W. Lorenz (Hrsg.): Die Großgemeinde Illingen-Saar in alten Ansichten. Hirzweiler, Hüttigweiler, Illingen, Uchtelfangen, Welsbach u. Wustweiler. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1981, ISBN 90-288-1221-0.
  • Otto Nauhauser: Illinger Ortschronik. Gemeinde Illingen, Illingen 1982.
  • Literatur zu Illingen (Saar) in der Saarländischen Bibliographie

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Saarland.de – Amtliche Einwohnerzahlen Stand 31.12.2018 (PDF; 20 kB) (Hilfe dazu).
  2. Illingen. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 8. Altenburg 1859, S. 822 (zeno.org).
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 805.
  4. Die Landeswahlleiterin, Statistisches Amt Saarland: Gemeinderatswahl Illingen. Statistisches Amt Saarland, 27. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019.
  5. http://www.autobahn-online.de/a1.html
  6. Gemeinde Illingen: Illtaler - eine Erfolgsgeschichte. Gemeinde Illingen, abgerufen am 6. Februar 2019.
  7. Gemeinde Illingen: Feuerwehr Illingen. Gemeinde Illingen, abgerufen am 6. Februar 2019.
  8. THW: THW Ortsverband Illingen. THW, 5. Februar 2019, abgerufen am 5. Februar 2019.
  9. Deutsches Rotes Kreuz: DRK-Ortsverein Illingen. DRK, 5. Februar 2019, abgerufen am 5. Februar 2019.
  10. Ebner Verlag GmbH & Co KG, Ulm: DRK-Rettungswache Illingen. Ebner Verlag GmbH & Co KG, Ulm, 5. Februar 2019, abgerufen am 5. Februar 2019.
  11. Andreas Engel: Es ist wieder Leben in der Ortsmitte. Saarbrücker Zeitung, 6. Dezember 2018, abgerufen am 17. März 2019.
  12. Solveig Lenz-Engel: Neues Leben auf dem Höll-Gelände. Saarbrücker Zeitung, 2. Dezember 2015, abgerufen am 19. Januar 2019.
  13. Gemeinde Illingen: Erwerb einer Teilfläche im ehemaligen Höll-Gelände. Gemeinde Illingen, 2. Mai 2019, abgerufen am 10. Juni 2019.
  14. Fleyer Erlebnisweg Nach der Schicht. Gemeinde Illingen, 1. Mai 2017, abgerufen am 6. August 2017.
  15. Nabu Saarland: Wiederansiedlung des Bibers im Saarland |. Abgerufen am 7. Februar 2019.
  16. Saarland: LIK.Nord | Saarland.de. Abgerufen am 24. Juli 2017.