Hauptmenü öffnen

Hohenzollerische Landesbahn

Eisenbahnverkehrsunternehmen, tätig in Baden-Württemberg
Hohenzollerische Landesbahn AG
Logo der Hohenzollerischen Landesbahn
Basisinformationen
Unternehmenssitz Hechingen
Webpräsenz www.hzl-online.de
Bezugsjahr 2011
Eigentümer Bis 31. Dez. 2017:
Land Baden-Württemberg (72 %)
Landkreis Sigmaringen (14 %)
Zollernalbkreis (14 %)
Vorstand Tobias Harms (Sprecher)
Johannes Müller
Aufsichtsrat Winfried Hermann (Vorsitzender)
Dirk Gaerte (stellv. Vorsitzender)
Eisenbahnbetriebsleitung Claus Mohring
Verkehrsverbund naldo, vgf, ding, VHB, TUTicket, VVR, VSB, HTV, OAM
Mitarbeiter 276 (Geschäftsjahr 2012)
Umsatz 42,2 Mio. € (Geschäftsjahr 2012)[1]dep1
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 6
Bus 11
Sonstige Linien 1
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 7
Triebwagen 56, davon
50 Regio-Shuttle RS1
Omnibusse 44
Statistik
Fahrgäste 12.9 (9,1 Bahn 3,8 Bus)
Fahrleistung >3 Mio. Zugkilometer
Haltestellen 30 (Bahn – HzL-eigene)
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 107,5 km eigene Strecken
122,9 km mit gepachteten Streckendep1
Buslinien 802 km
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Bw Gammertingen, Bw Immendingen, OBH Gammertingen, Bushalle Hechingen, Bushalle Bingen
Länge Gleisanlagen ca. 135 kmdep1
Weichen ca. 140 Stück

Die Hohenzollerische Landesbahn (HzL) ist ein Verkehrsbetrieb der Südwestdeutschen Landesverkehrs-AG (SWEG). Sie war neben AVG und SWEG die größte nicht-bundeseigene Eisenbahngesellschaft in Baden-Württemberg. Hier betrieb sie seit 1900 Personen- und Güterverkehr. Zuletzt hatte sich das Tätigkeitsfeld der HzL auf weite Teile im Süden von Baden-Württemberg ausgedehnt.

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit im Jahr 2011 mit 32,4 Millionen Euro (80 %) Umsatzerlösen stammt aus dem Bereich Bahn, 11 % (4,3 Millionen Euro) steuert der Bus bei und 3,6 Millionen Euro Umsatzerlöse (9 %) werden im Schienengüterverkehr erzielt.

Die HzL war Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland und im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen.

Die HzL und die SWEG (Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG) fusionierten am 1. Januar 2018.

GeschichteBearbeiten

 
Die Hohenzollerischen Lande

Die HzL wurde 1899 als Actiengesellschaft Hohenzollern’sche Kleinbahngesellschaft gegründet, um den zu Preußen gehörenden Regierungsbezirk Sigmaringen (Hohenzollernsche Lande) durch Kleinbahnstrecken zu erschließen.

Da die Hohenzollerischen Lande als lang gezogenes Territorium inmitten des Königreichs Württemberg lagen, hatte die Württembergische Staatsbahn mit ihren Eisenbahnstrecken bis zu diesem Zeitpunkt dieses „ausländische“ Gebiet lediglich auf dem jeweils kürzesten Weg durchquert und nur die beiden Kreisstädte Hechingen 1869 und Sigmaringen 1878 an das württembergische Eisenbahnnetz angebunden.

Als Gründer der Hohenzollerischen Landesbahn hatten das Land Preußen 50 Prozent sowie der Landeskommunalverband der Hohenzollerischen Lande und die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft je 25 Prozent des Kapitals übernommen.[2]

Von den württembergischen Staatsbahnstrecken baute die HzL zunächst Stichbahnen zur Erschließung des preußischen Gebiets. Die erste, sechs Kilometer lange Strecke führte ab 28. März 1900 aus dem Donautal bei Sigmaringendorf im Laucherttal nordwärts zum Fürstlichen Hüttenwerk mit dem Güterbahnhof Laucherthal, bis nach Bingen. Im folgenden Jahr übergab die HzL drei weitere Stichbahnen dem Betrieb:

Nach einer mehrjährigen Pause wurden die vier Stichstrecken zu einem zusammenhängen Netz erweitert:

  • Von Burladingen erreichte die Bahn am 6. Dezember 1908 Gammertingen, wo sich bis heute der Betriebsmittelpunkt mit der Hauptwerkstatt befindet, und führte weiter nach Südosten über Hanfertal nach Bingen, wo über die bestehende Strecke nach Sigmaringendorf der Anschluss an die Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen erreicht wurde.
  • Am 5. Oktober 1910 wurde die Abkürzung von Hanfertal nach Sigmaringen Landesbahnhof fertiggestellt. Und am 24. Dezember 1912 war die letzte Lücke zwischen Stetten und Hechingen geschlossen und damit eine durchgehende Strecke von Eyach über Hechingen–Gammertingen–Hanfertal bis Sigmaringendorf von 86 Kilometer Länge geschaffen worden. Mit den Abzweigungen nach Kleinengstingen (20 Kilometer) und nach Sigmaringen (zwei Kilometer) umfasste das HzL-Netz eine Gesamtlänge von fast 107,4 Kilometer, wovon 15 Kilometer Strecken in Württemberg lagen.

Die Betriebsführung lag zunächst in den Händen der Betriebsabteilung Stuttgart der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft. Seit 1909 führte die HzL ihren Betrieb selbst.[3] Sitz der Verwaltung ist Hechingen.

Seit 1972 ist der Mehrheitsaktionär das Land Baden-Württemberg mit 71,934 Prozent, während der Zollernalbkreis und der Landkreis Sigmaringen je 14,033 Prozent besitzen. Die HZL wiederum hält 7,5 Prozent des Stammkapitals des Verkehrsverbundes Neckar-Alb-Donau (naldo).[4]

2017 wurde der Bahnhof Gammertingen saniert und das mechanische durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt.[5]

Am 1. Januar 2018 fusionierte die HzL mit der Südwestdeutschen Verkehrs-AG. Die Marke HzL soll erhalten bleiben.[6]

Entwicklung des HzL-NetzesBearbeiten

 
Streckennetz der HzL-Schienen-Personenverkehre ohne Personenverkehr nach Eyach (HzL-Stammnetz und Leistungen auf Nicht-HzL-Stammnetz) zuzüglich ausgewählter Busverkehre

Das vor über einhundert Jahren vollendete Stammstrecken-Netz der HzL ist bis heute in Betrieb. Personenverkehr findet zwischen Hechingen und Sigmaringen, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen auch nach Eyach statt, während er auf dem übrigen Netz in den Jahren 1968 bis 1973 abschnittweise, heute an Werktagen, auf Busbedienung umgestellt wurde:

  • 29. September 1968: Sigmaringendorf–Bingen–Hanfertal (Schülerzug bis 30. Mai 1991)
  • 1. Juni 1969: Kleinengstingen–Trochtelfingen
  • 28. Mai 1972: Trochtelfingen–Gammertingen
  • 1. Oktober 1972: Eyach–Haigerloch
  • 3. Juni 1973: Haigerloch–Hechingen

Der 1947 begonnene Busverkehr der HzL umfasst heute ein 800-km-Liniennetz zwischen Reutlingen, Horb, Sigmaringen und Riedlingen.

2000 wurde die Schienenstrecke Gammertingen–Kleinengstingen mit dem „Rad-Wander-Shuttle“ (fährt von Mai bis Oktober) für den Ausflugsverkehr reaktiviert. Ab 2019 ist geplant, wieder einen Regelverkehr anzubieten. Dieser soll insbesondere auf die Bedürfnisse des Schülerverkehr abgestimmt werden. Auch die Einrichtung neuer Haltepunkte ist vorgesehen[7].

Das 107,5 Kilometer lange Stammnetz der HzL wuchs im Januar 2001 durch Pacht der DB-eigenen Bahnstrecke Balingen–Rottweil im nicht abgebauten Abschnitt zwischen Balingen und Schömberg um 12,9 Kilometer an. Diese Strecke dient dem HzL-Güterverkehr und wird im Sommer auch durch Kurswagen des „Rad-Wander-Shuttle“ befahren. Ferner betreibt die HzL im Zuge des Ringzuges den 2,8 Kilometer langen Abschnitt Bräunlingen–Hüfingen der ehemaligen SWEG-Bregtalbahn.

Die Strecken des HzL-StammnetzesBearbeiten

 
Radwander-Shuttle der HzL in Balingen
 
HzL-Bahnbetriebswerk Gammertingen mit Loks V 124 und V 151
 
Regio-Shuttle auf dem Viadukt von Lautlingen

Strecke Eyach–HechingenBearbeiten

Eyach–Hechingen (ZAB 4)
Streckennummer (DB):9460
Streckenlänge:27,9 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Obere Neckarbahn von Tübingen
Eyach
0,0 Eyach Landesbahn 374 m
Verbindungsgleis Ausrichtung 1984 gedreht
0,3 L360
Obere Neckarbahn nach Horb
0,6 Eyach
3,7 Mühringen 387 m
6,0 Bad Imnau 394 m
9,7 Trillfingen 415 m
10,3 Anschluss Steinbruch
10,9 Haigerloch 425 m
11,5 Haigerloch-Tunnel (146 m)
12,8 Stunzach
13,3 Stetten (bei Haigerloch) 440 m
14,0 Eyach
14,0 Weg
15,9 Scheitelpunkt („Weißes Kreuz“) 492 m
18,1 Hart (Hohenz) 455 m
20,0 L410
20,8 Bach
21,6 Rangendingen 419 m
Anschluss Tubex
22,0 Anschluss Baufirma Dieringer
23,3 Starzel
23,5 Lindich-Weilheim 436 m
25,2 Starzel
25,6 Stein (Hohenz) 456 m
26,3 Starzel
26,3 Haigerlocher Straße
26,8 Anschluss Städtisches Gaswerk
26,9 Sickingen-Friedrichstraße 476 m
Spitzkehre nach Hechingen DB (s. u.)
27,9 Hechingen Landesbahn 492 m
Strecke nach Gammertingen (s. u.)

Im Abschnitt Stetten (bei Haigerloch) – Weißes Kreuz dürfen schwere Züge durch ein nicht mit dem Zug gekuppeltes Triebfahrzeug nachgeschoben werden.

Im Herbst 2008 begann mit den HzL-Classic-Zügen nach 30 Jahren erneut der SPNV, zumindest mit Ausflugszügen. 2009 wurde der Freizeitverkehr als „3-Löwen-Takt Radexpress Eyachtäler“ aufgenommen und schrittweise ausgeweitet. Seit 2012 verkehrt er an allen Sonn- und Feiertagen vom 1. Mai bis zum dritten Sonntag im Oktober. Dabei pendelt ein Triebwagen im Zweistundentakt zwischen Eyach und Hechingen Landesbahn (Kursbuchstrecke 767). Bis 2011 wurde hauptsächlich eine historische MAN-Schienenbus-Garnitur eingesetzt (dann Fristablauf der Fahrzeuge und anschließender Verkauf), die ab 2012 durch moderne Regio-Shuttle ersetzt wurde. Weitere Fahrten gibt es alljährlich zum Haigerlocher Christkindlesmarkt. Zukünftige Fahrpläne sehen einen 30-Minuten-Takt im Anschluss an das Touristikangebot zu der Metropolregion Stuttgart auf der Gäubahn vor.[8]

Strecke Hechingen–GammertingenBearbeiten

 
MAN-VT mit Güterbeförderung auf der HzL (September 1985)
Hechingen–Gammertingen (ZAB 2)
Streckennummer (DB):9466
Streckenlänge:27,0 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Strecke von Eyach (s. o.)
Spitzkehre zum Überstellen von Güterwagen
Zollernalbbahn von Tübingen
0,0 Hechingen Landesbahn 492 m
Hechingen DB 498 m
0,4 Anschluss Wild Sägewerk 493 m
0,7 Abzw Walkenmühle seit 1997 494 m
0,7 B 27
1,1 Zubringer B 32
1,4 Zollernalbbahn nach Sigmaringen
1,4 Starzel
4,7 Schlatt (Hohenz) 553 m
7,1 Jungingen (Hohenz) 590 m
9,3 Killer 632 m
11,0 Hausen-Starzeln 674 m
13,0 Scheitelpunkt 735 m
13,6 Burladingen West 734 m
14,7 Burladingen 729 m
16,7 Fehla
19,0 Gauselfingen 700 m
22,5 Fehla
22,9 Neufra (Hohenz) 682 m
25,0 Scheitelpunkt („Fehla Höhe“) 726 m
25,1 Gammertinger Tunnel (48 m)
25,5 Gammertingen Europastraße 701 m
25,6 Europastraße
26,1 Hochbergstraße
26,1 Alte Steige
26,4 B 32 Hechinger Straße
26,6 Lauchert
26,7 L313 Reutlinger Straße
Strecke von Kleinengstingen (s. u.)
27,0 Gammertingen mit HzL-Bahnbetriebswerk 673 m
Strecke nach Sigmaringen (s. u.)
 
Zusammenschluss der Schienennetze von HzL und DB nahe dem Sigmaringer Bahnhof. Einzelnes Gleis links: HzL-Strecke Richtung Hanfertal, rechts: DB-Gleise Richtung Sigmaringendorf

PlanungenBearbeiten

Vorplanungen für einen Taktfahrplan vom Taktknotenbahnhof Hechingen nach Gammertingen wurden in Auftrag gegeben. 2018 erfolgt die Prüfung des Betriebskonzepts der Zollernalbbahn, danach die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Die Elektrifizierung und der 30 Minutentakt der Zollernalbbahn wird dann im Modul 1 der Regionalstadtbahn Neckar-Alb realisiert.[9]

Strecke Kleinengstingen–SigmaringenBearbeiten

Kleinengstingen–Sigmaringen
Streckennummer (DB):9461
Streckenlänge:42,9 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Schwäbische Albbahn von Schelklingen
Verbindungsgleis
Kleinengstingen ENAG (ehem. DB)
0,0 Kleinengstingen Landesbahn 691 m
ehem. Schwäbische Albbahn nach Reutlingen
0,7 Großengstingen 695 m
Engstingen Schulzentrum
4,4 Haidkapelle 729 m
6,8 Hasental 720 m
9,0 Trochtelfingen ALB-GOLD 715 m
10,9 Seckach
11,6 Trochtelfingen (Hohenz) 695 m
12,0 Seckach
14,1 Linkstraße
14,1 Seckach
14,7 Mägerkingen 690 m
16,2 Mariaberg 678 m
18,2 Bronnen 670 m
Strecke von Hechingen (s. o.)
19,7 Gammertingen mit HzL-Bahnbetriebswerk 673 m
21,9 Lauchert
23,6 Hettinger Tunnel (124 m)
23,7 Hettingen Tunnel 646 m
24,3 Hettingen (Hohenz) 644 m
25,5 Fehla
26,6 Hermentingen 635 m
26,7 Lauchert
27,1 Lauchert
27,4 Lauchert
28,3 Lauchert
28,4 Weg
28,9 Anschluss Schwörer Haus
29,4 Veringenstadt 633 m
29,6 Veringen-Tunnel (91 m)
30,1 Weg
32,3 Veringendorf 627 m
32,9 B 32 Jungnauer Straße
33,0 Lauchert
35,2 Jungnau 610 m
39,5 Lauchert
39,7 Weg
40,5 Hanfertal 619 m
Strecke nach Sigmaringendorf (s. u.)
40,7 Hanfertaler Tunnel (65 m)
41,8 B 32 Binger Straße
42,0 Am Schönenberg
42,4 Donau
42,5 Hintere Landesbahnstraße
von Ulm
Einführung in DB-Bahnhof seit 1994
42,8 Sigmaringen Landesbahn 572 m
42,9 Sigmaringen DB 572 m
Zollernalbbahn nach Tübingen

Strecke Sigmaringendorf–HanfertalBearbeiten

Sigmaringendorf–Hanfertal
Streckennummer (DB):9462
Streckenlänge:9,7 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
von Ulm
0,2 Sigmaringendorf (Abzw, ab 1992) 573 m
0,4 Lauchert an neuer Verbindungskurve (ab 1992)
alte Einführung Sigmaringendorf (bis 1992)
0,0 Sigmaringendorf (ehem. Bf) 574 m
nach Sigmaringen
0,8 Anschluss Schaal 578 m
2,0 L455
2,4 Laucherthal Hp 585 m
2,8 Laucherthal Bf 587 m
4,9 Hitzkofen 592 m
5,0 Lauchert
5,5 Bingen (Hohenz) Bf 594 m
5,8 Lauchert
6,3 Bingen Hp 603 m
7,2 Lauchert
8,0 Hornstein 606 m
8,0 Lauchert
Strecke von Sigmaringen (s. o.)
9,7 Hanfertal 619 m
Strecke nach Kleinengstingen (s. o.)

Expansion auf Strecken anderer EisenbahnenBearbeiten

 
Güterzuglok V 124 der HzL
 
Regio-Shuttle der HzL, Baujahr 1997, in Tübingen
 
Das für den Ringzug in Immendingen 2003 errichtete HzL-Bahnbetriebswerk mit Regio-Shuttle, Bauj. 2003
 
Bahnhof Aulendorf im Jahre 2011 mit Zügen dreier verschiedener Gesellschaften

In den letzten 20 Jahren hat sich das Tätigkeitsgebiet der Hohenzollerischen Landesbahn erheblich erweitert.

Im Güterverkehr übernimmt die HzL bereits seit 1990 die Traktion der Salz-Ganzzüge von Stetten (b. Haigerloch) auf DB-Strecken bis nach Ulm. Ferner führt die HzL den Flächengüterverkehr zwischen Tübingen, Sigmaringen, Bad Saulgau und Schelklingen in Kooperation mit der Deutschen Bahn (DB Cargo) durch.

Im Personenverkehr umfasst das befahrene Streckennetz heute über 400 Kilometer. So übernahm die HzL ab 1993 die Betriebsführung für die Bodensee-Oberschwaben-Bahn, die heute zwischen Aulendorf und Friedrichshafen fährt. 1997 erhielt die HzL den Auftrag des Landes Baden-Württemberg für den Regionalbahn-Verkehr zwischen Tübingen und Aulendorf, der über die Bahnstrecke Tübingen–Sigmaringen, die Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen und die Bahnstrecke Herbertingen–Aulendorf führt.

Seit September 2003 betreibt sie in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg den 3er-Ringzug, ein S-Bahn-ähnliches Nahverkehrssystem mit den Eckpunkten Blumberg, Tuttlingen, Rottweil, Villingen-Schwenningen und Donaueschingen, wofür der „Verkehrsbetrieb Ringzug“ mit eigener örtlicher Betriebsleitung und Betriebswerk geschaffen wurde. Die jüngste Erweiterung erfolgte am Bodensee: Im Dezember 2006 löste sie die SBB GmbH im Zuge einer Neuausschreibung auf der 17 Kilometer langen „Seehäsle“-Strecke Stockach–Radolfzell als Nahverkehrsbetreiber ab.

Seit dem 9. Juni 2019 betreibt die Hohenzollerische Landesbahn das Ausschreibungsnetz 12 „RB Ulmer Stern“. Dieses umfasst die Regionalbahnen (RB) Ulm–Aalen, Ulm–Langenau und Ulm–Munderkingen.[10]

Die HzL fuhr auch SPNV-Auftragsverkehre für die Deutsche Bahn (DB Regio) auf den Strecken Rottweil–Horb und Tübingen–Herrenberg (Ammertalbahn). Die Triebwagen und Lokomotiven der HzL waren regelmäßig auch mit Sonderzügen und Arbeitszügen in ganz Baden-Württemberg und in der Schweiz unterwegs.

Kennzahlen und OrganisationBearbeiten

Im Jahr 2010 erreichte die Hohenzollerische Landesbahn einen Umsatz von 39,9 Millionen Euro, wovon 82 Prozent im Schienenpersonennahverkehr, 7 Prozent im Schienengüterverkehr und 11 Prozent im Omnibusverkehr erwirtschaftet wurden. Dies entsprach einer Steigerung des Umsatzes von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Jahresüberschuss betrug 0,48 Millionen Euro. Mit der Bahn wurden 9 Millionen und mit dem Bus 3,8 Millionen Fahrgäste befördert. Im Vergleich zu 2009 stiegen die Fahrgastzahlen mit 4,4 Prozent im Schienenverkehr doppelt so stark wie im Bundesdurchschnitt.[11]

Die HzL kooperierte mit der zu 100 Prozent in Landeseigentum befindlichen Südwestdeutschen Verkehrs-AG, mit der sie 2018 verschmolz. Zuletzt hatten beide Gesellschaften einen personengleichen Vorstand.

FahrzeugeBearbeiten

Der Fahrzeugbestand umfasst 48 Triebwagen des Typs Regio-Shuttle (DB-Baureihe VT 650) der Baujahre 1996/97, 2003, 2005 und 2009, sowie drei NE-81-Triebwagen mit Baujahr 1993 sowie einen NE-81-Steuerwagen, die in den HzL-Bahnbetriebswerken Gammertingen und Immendingen beheimatet sind. Der bis 2013 von Immendingen aus eingesetzte NE-81 (VT121) wurde 2016 im Bahnbetriebswerk Gammertingen verschrottet.

Der HzL stehen ferner sechs Diesel-Streckenlokomotiven und eine Rangierlok zur Verfügung.

In den Jahren 2011 und 2012 wurden die Loks V 122, V 119 und V 118 verkauft. Dafür wurden zwei neue Streckendieselloks Voith Gravita 15L BB bestellt. Sie wurden als V 180 und V 181 im Januar und April 2013 ausgeliefert.[12] Ebenfalls Ende 2012 wurden die verbliebenen MAN-Schienenbusse VT 5, VT 8, VT 9 und VS 14 an die Schwäbische Albbahn in Münsingen verkauft. 2015 wurden VT 44 und 45 an die SWEG ins Achertal abgegeben. Die Fahrzeuge wurden in das neue BaWü-Design umlackiert, innen modernisiert und als VT 533 und 534 in den Fahrzeugbestand der SWEG übernommen. Die Fahrzeuge bestreiten den Zugverkehr im Achertal auf der Achertalbahn (KBS 717).

Zum Betrieb auf dem Ausschreibungsnetz 12 „RB Ulmer Stern“ ab Juni 2019 wird die HzL Dieseltriebwagen des Typs LINT 54 einsetzen. Dieser Fahrzeugtyp wird damit erstmals in Baden-Württemberg eingesetzt. Die Fahrzeuge werden eine Einstiegshöhe von 55 Zentimeter haben. Außerdem werden in jedem Fahrzeug 18 Fahrradstellplätze vorhanden sein.[13]

Art Bezeichnung Baujahr Hersteller Typ Einsatzgebiet Bemerkung
Diesellokomotive V 124 1969 / 2005 MaK / Gmeinder G1300 BB (V100 PA) / D100 BB Güterverkehr 2005 neu aufgebaut
Diesellokomotive V 150 + V 151 1985 Gmeinder D100 BB Güterverkehr
Diesellokomotive V 152 1992 Gmeinder D100 BB Güterverkehr
Diesellokomotive V 180 + V 181 2012 + 2013 Voith Gravita 15L BB Güterverkehr
Gerät Skl 29 2001 Mercedes-Benz + Zagro Unimog U 1650[14] VB Zollern-Alb-Bahn Zweiwege-Unimog schallgedämpft
Rangierlokomotive V 24 1973 Gmeinder D25B Güterverkehr von der SWEG V23-01, dann an Unbekannt verkauft
Rangierlokomotive V 34 1985 Gmeinder D25B Güterverkehr
Steuerwagen VS 16 1993 Waggon Union NE 81 VB Zollern-Alb-Bahn
Triebwagen VT 41 – VT 43 1993 Waggon Union NE 81 VB Zollern-Alb-Bahn
Triebwagen VT 44 – VT 45 – jetzt VT 533 und 534 (bei SWEG) 1997 Adtranz RS1 Abgegeben an die SWEG, stationiert im Achertal mit neuer Lackierung Ursprünglich für Donautal-Modell Lk TUT
Triebwagen VT 46 – VT 47 2005 Stadler Pankow RS1 VB Zollern-Alb-Bahn
Triebwagen VT 200 – VT 221 1996–1997 Adtranz RS1 VB Zollern-Alb-Bahn
Triebwagen VT 231 – VT 250 2003 Stadler Pankow RS1 VB Ringzug mit Mittelpufferkupplung
Triebwagen VT 251 – VT 254 2008 Stadler Pankow RS1 VB seehäsle mit Mittelpufferkupplung
Ehemalige Fahrzeuge der Hohenzollerischen Landesbahn
Art Bezeichnung Typ Baujahr Hersteller / Fabriknummer Herkunft Verbleib Bemerkung
Diesellokomotive V 118 Krauss-Maffei M1200BB 1978 Krauss-Maffei 19855 Voith Turbo Lokomotivtechnik GmbH & Co. KG
Diesellokomotive V 119 Krauss-Maffei M1200BB 1978 Krauss-Maffei 19856 Voith Turbo Lokomotivtechnik GmbH & Co. KG
Diesellokomotive V 122 MAK V100PA 1963 MaK 1000247 Süddeutsches Eisenbahnmuseum Heilbronn 1963–1964 Vorführfahrzeug der Fa. Mak
Diesellokomotive V 81 „Alb“ 1957 Esslingen 5712 Eisenbahnmuseum Horb Einzelstück
Diesellokomotive V 82 MaK 850 D 1957 MaK 800090 1979 an WNB verkauft MaK Stangenlok
Steuerwagen VS 12 MAN-Schienenbus 1957 MAN 143411 1977 von AKN 2005 Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg GmbH & Co.KG
Steuerwagen VS 13 MAN-Schienenbus 1958 MAN 143550 1977 von ANB 2005 Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg GmbH & Co.KG
Steuerwagen VS 14 MAN-Schienenbus 1962 MAN 148021 Schwäbische Albbahn in Betrieb
Beiwagen VB 18 MAN-Schienenbus 1963 MAN 150121 2005 Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg GmbH & Co.KG
Beiwagen VB 19 MAN-Schienenbus 1963 MAN 150122 2002 an Mariaberger Heime (Arbeitstherapie)
Beiwagen VB 21 MAN-Schienenbus 1955 MAN 142784 1986 von SWEG, ehem. Steuerwagen VS141 2005 Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg GmbH & Co.KG
Steuerwagen VS 15 MAN-Schienenbus 1962 MAN 148022 2005 Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg GmbH & Co.KG „Kunstobjekt“, „Ausstellungsobjekt“ in München
Triebwagen VT 4 MAN-Schienenbus 1960 MAN 145274 zerlegt 2009
Triebwagen VT 5 MAN-Schienenbus 1960 MAN 145275 Schwäbische Albbahn In Betrieb
Triebwagen VT 6" MAN-Schienenbus 1962 MAN 146631 EKML – Eisenbahn Köln-Mülheim–Leverkusen / VEV – Vorwohle-Emmerthaler Verkehrsbetriebe Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg GmbH & Co.KG Zugang 1977, Abgang 2005
Triebwagen VT 7" MAN-Schienenbus 1962 MAN 146632 EKML – Eisenbahn Köln-Mülheim–Leverkusen / VEV – Vorwohle-Emmerthaler Verkehrsbetriebe Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg GmbH & Co.KG Zugang 1973, Abgang 2005
Triebwagen VT 8 MAN-Schienenbus 1961 MAN 145163 Schwäbische Albbahn 1961–1964 Vorführfahrzeug der MAN Nürnberg

derzeit Z-gestellt (Juni/2017)

Triebwagen VT 9 MAN-Schienenbus 1966 MAN 151129 Schwäbische Albbahn Teilespender
Triebwagen VT 10" Uerdinger Schienenbus VT 98 1961 MAN 146576 DB VT 98 9794, Uerdinger Schienenbus 1977 VEV, im Tausch gegen VT 6"
Triebwagen VT 121 Waggon Union NE 81 1. Generation 1981 Waggon Union 30896 von der SWEG im Bw Gammertingen zerlegt Juni / Juli 2016 NE 81 1. Bauserie, Einsatz beim VB Ringzug
Triebwagen VT 60 Waggon Union NE 81 2. Generation 1993 Waggon Union 36107 2006 von BOB 2008 an SWEG Seehäsle
Triebwagen VT 60 Waggon Union NE 81 2. Generation 1993 Waggon Union 36108 2006 von BOB 2008 an SWEG Seehäsle
Triebwagen VT 61 Waggon Union NE 81 2. Generation 1994 ABB

36239

2006 von BOB 2008 an SWEG Seehäsle
Triebwagen VT 3" Esslinger Triebwagen 1. Generation 1952 Esslingen 23494 1968 von Teutoburger Wald-Eisenbahn TWE 1993 an EFZ, 1994 Stadt Blumberg
Triebwagen VT 10' Esslinger Triebwagen 1. Generation 1952 Esslingen 23438 1971 von Bentheimer Eisenbahn 1973 an Regentalbahn, 2001 zerlegt
Triebwagen VT 1 1934 Dessau 3060 1973 zerlegt
Triebwagen VT 2 1934 Dessau 3061 1974 zerlegt
Triebwagen VT 3' 1936 Wumag 1968 nach Unfall zerlegt
Triebwagen VT 6' Uerdinger Schienenbus VT95 Vorserie 1951 Uerdingen 57064 1973 ??? VT 95 Vorserie
Triebwagen VT 7' Uerdinger Schienenbus VT95 Vorserie 1951 Uerdingen 57065 1970 nach Unfall zerlegt VT 95 Vorserie
Dampflok 6 Bn2t 1899 Hohenzollern 1205 1964 verschrottet
Dampflok 7 Bn2t 1900 Hohenzollern 1210 1948 verschrottet
Dampflok 11 Dn2t / ab 1936 Dh2t 1911 Esslingen 3630 1969 an Gesellschaft zu Erhaltung von Schienenfahrzeugen GES Museumslok
Dampflok 12 Dn2t / ab 1936 Dh2t 1911 Esslingen 3631 1964 verschrottet
Dampflok 14 Dn2t 1920 Karlsruhe, Badische X b 1937 von O&K 1958 verschrottet
Dampflok 15 1’D1’ h2t 1940 Esslingen 4408 1964 verschrottet
Dampflok 16 Dh2t 1928 AEG 4230 1949 von DB 1971 an GES Museumslok, ehemals 92 442
Dampflok 21 Eh2t 1914 Esslingen 3735 1963 verschrottet
Dampflok 22 Eh2t 1911 Esslingen 3624 1929 von ? 1960 verschrottet
Dampflok 141 1’C’ h2t 1929 Hohenzollern 4681 1969 verschrottet
Dampflok 142 1’C’1 n2t 1901 Hohenzollern 1627 1958 verschrottet

LiteraturBearbeiten

  • Michael Kochems und Frank von Meißner: Regionalbahnen im Südwesten: HzL, SWEG, AVG und WEG auf ihrem Weg in die Zukunft. ALBA-Verlag, Düsseldorf 2004, ISBN 3-87094-240-1.
  • Botho Walldorf: 100 Jahre Hohenzollerische Landesbahn AG 1899-1999, Selbstverlag, Gammertingen 1999, ISBN 3-00-004387-X.
  • Botho Walldorf: Die Hohenzollerische Landesbahn in den 1960er-Jahren, Sutton Verlag, Erfurt 2007, 2. Auflage, ISBN 978-3-86680-125-7.
  • Botho Walldorf: Die Hohenzollerische Landesbahn im 20. Jahrhundert, Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-125-7.
  • Botho Walldorf: Die Hohenzollerische Landesbahn. Strecken, Fahrzeuge, Anekdoten, Sutton Verlag, Erfurt 2015, ISBN 978-3-95400-599-4.
  • Botho Walldorf: Bahnhöfe in Hohenzollern. Empfangsgebäude und Betriebsstellen im Wandel der Zeit, Sutton Verlag, Erfurt 2019, ISBN 978-3-96303-014-7.
  • Schweers + Wall: Eisenbahnatlas 2007/2008, 1. Auflage, ISBN 978-3-89494-136-9, Streckennummern der HzL auf den Seiten 103 ff.
  • Das große Archiv der Eisenbahnstrecken, GeraMond, KBS 768.
  • Werner Walz: Hohenzollern und seine Bahnen. Geschichte, Technik, Organisation. Motorbuch-Verl. Stuttgart 1990, ISBN 3-613-01319-3.
  • Günter Zeiger: 100 Jahre HzL. Geschichte der Hohenzollerischen Landesbahn AG. 1899–1999. herausgegeben von der HzL im Eigenverlag, 1999, ohne ISBN, 98 Seiten.
  • Guido Motika: Schienen an der Zollernalb, Band 3, Teil 3.b.-f. herausgegeben im Selbstverlag auf Bestellung 2004, ohne ISBN, Autor verstorben.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012; Veröffentlichungsdatum: 20. Februar 2014, Quelle: Bundesanzeiger Jahresabschlüsse
  2. Karlheinz Fahlbusch (kf): Landkreis vielfach finanziell engagiert. In: Südkurier vom 3. August 2011
  3. Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 20. März 1909, Nr. 14. Nachrichten, S. 157.
  4. Karlheinz Fahlbusch (kf): Landkreis vielfach finanziell engagiert. In: Südkurier vom 3. August 2011
  5. Ein Sprung in die neue Zeit. In: Reutlinger General-Anzeiger. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  6. Hohenzollerische Landesbahn und Südwestdeutsche Verkehrs-AG fusionieren. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 24. Juli 2017, abgerufen am 24. Juli 2017.
  7. Kleinengstingen – Gammertingen: Reaktivierung im Regionalverkehr. In: Lok-Magazin. Nr. 12/2018, S. 32.
  8. Dietmar Schindler: Fahrplan. In: Schwarzwälder Bote, Oberndorf, 16. Januar 2014.
  9. Mehr Geld für den Nahverkehr. In: Schwarzwälder Bote. 2. November 2017, abgerufen am 3. November 2017.
  10. Hohenzollerische Landesbahn fährt künftig auf der Brenzbahn und im Donautal. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 29. März 2017, abgerufen am 29. März 2017.
  11. HzL-Pressemitteilung: „HzL wächst in 2010 deutlich“. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) 27. Juli 2011, ehemals im Original; abgerufen am 8. August 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.hzl-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  12. Erste HzL-Gravita überführt. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3, Jahrgang 2013, ISSN 1421-2811, S. 112.
  13. Hohenzollerische Landesbahn fährt künftig auf der Brenzbahn und im Donautal. Abgerufen am 30. März 2017.
  14. Unimog U 1650 ohne EBA-Zulassung (Memento vom 4. Februar 2018 im Internet Archive)