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Süddeutsches Eisenbahnmuseum Heilbronn

Museum
Am Zugang

Das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn (SEH) befindet sich im Heilbronner Stadtteil Böckingen auf dem Gelände des ehemaligen DB-Bahnbetriebswerks Heilbronn. Der Trägerverein Süddeutsches Eisenbahnmuseum Heilbronn e. V. betreibt das Museum. Auf diese Weise sollen das zum Teil denkmalgeschützte Gelände, die dort untergebrachten historischen Eisenbahnfahrzeuge und die dazugehörende Infrastruktur erhalten und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.

Das MuseumBearbeiten

 
Das Gelände des SEH: Links befindet sich die ehemalige Lokleitung, dahinter schließt die Wagenhalle an. in der Mitte ist der Neubaubereich des Ringlokschuppens, rechts daneben der denkmalgeschützte Altbaubereich aus der Zeit der K.W.St.E.

Das ehemalige DB-Bahnbetriebswerk Heilbronn wurde 1893 von den Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen in Betrieb genommen und im Jahre 2000 durch den Trägerverein zu musealen Zwecken übernommen. Das Museum verfügt über rund 80 Exponate (Wagen und Lokomotiven). Auf dem Gelände befindet sich ein Ringlokschuppen mit funktionierender Drehscheibe sowie eine große Wagenhalle. Es können dort Dampf- und Diesellokomotiven gewartet und versorgt werden.

Die aktiven ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Trägervereins restaurieren Lokomotiven sowie Wagen aus der Zeit von 1895 bis in die fünfziger Jahre. Nebenbei wird auch am Ringlokschuppen von 1893 gearbeitet, dem letzten im Originalzustand erhaltenen Ringlokschuppen aus der Zeit der Königlich Württembergischen Staatseisenbahn.

Fahrzeuge des MuseumsBearbeiten

Hier eine kurze Übersicht über die vorhandenen Lokomotiven und Wagen, eine ausführliche Beschreibung der vorhandenen Fahrzeug-Exponate findet sich auf der Website des Vereins.

DampflokomotivenBearbeiten

 
Die P 8 des SEH bei der Nikolaus-Sonderfahrt zum Weihnachtsmarkt nach Michelstadt am 11. Dezember 2004, aufgenommen beim Halt in Miltenberg

Zu sehen sind Lokomotiven der Baureihe 0110, der Baureihe 44, der Baureihe 50, der Baureihe 80 sowie mehrere Industriedampflokomotiven. Star der Sammlung ist die aus Rumänien zurückgekaufte und betriebsfähig aufgearbeitete Preußische P 8 mit der Nummer 38 3199. Die dem Großbrand vom 17. Oktober 2005 in Nürnberg-Gostenhof zum Opfer gefallenen Loks 86 457 und 23 105 sind ebenfalls beim SEH untergebracht. Die 23 105 wurde bis 2010 äußerlich aufgearbeitet, danach wurde bei 86 457 mit der optischen Aufarbeitung begonnen und diese 2011 abgeschlossen.

Von einer Preußischen T 9.3, einer Unterbauart der Preußischen T 9, ist nur noch der Torso erhalten. Zerlegt sind die Tenderlokomotiven Württembergische T 3 und Preußische 9.1, die aber nach und nach wieder aufgebaut werden sollen.

Neben den Fahrzeugen vom SEH sind auch betriebsfähige Dampflokomotiven, beispielsweise die 01 1066 der Ulmer Eisenbahnfreunde, hier stationiert. Der Rundschuppen wird auch von anderen Eisenbahnvereinen zur Wartung und Reparatur ihrer Dampflokomotiven genutzt.

DiesellokomotivenBearbeiten

 
Die MaK 800 D während des BR 01-Treffens am 11. September 2004 auf der Drehscheibe des SEH

Ausgestellt sind unter anderem Lokomotiven der Baureihe 221, der Baureihe 360 und eine der Baureihe 265 ähnliche Mak 800 D. Diese robuste MaK-Stangendiesellok ist zurzeit nicht betriebsfähig, soll aber wieder für Überführungen und Werkbahneinsätze in ganz Deutschland genutzt werden. Außerdem sind mehrere Kleinlokomotiven im Bestand und Betrieb des SEH. So die beiden Köf 4714 und 4715 Baujahr 1934 von Krauss – Maffei in München.

ElektrolokomotivenBearbeiten

Das SEH hat auch eine Lok der Baureihe 163 in seine Obhut genommen.

WagenBearbeiten

Es entsteht eine Sammlung wertvoller preußischer Reisezugwagen, die jedoch noch aufgearbeitet werden müssen, da sie, bevor sie vom SEH gekauft wurden, lange Jahre im Freien standen und dort verfielen. Für die Aufarbeitung ist jedoch viel Zeit und Geld notwendig.

In der Wagenhalle wird auch der historische Salonwagen des letzten Kronprinzen von Preußen gezeigt.

ModelleisenbahnBearbeiten

Vorhanden ist außerdem eine Modelleisenbahnanlage in Spur 1 (Maßstab 1:32). Fahrtage sind in der Regel die letzten Sonntage eines Monats während der Saison von März bis Oktober. Genauere Angaben finden sich auf der Webseite des Betreibers.

Öffnungszeiten und jährliche VeranstaltungenBearbeiten

An den Wochenenden und Feiertagen zwischen März und Oktober ist das Museum für Besucher geöffnet. Größere Veranstaltungen sind im Mai die Dampftage und im September das Dampflokfest, das mit einem Modellbahntreffen der Spur 1 kombiniert wird. Dabei werden fahrfähige Anlagen und Module gezeigt oder vorgeführt sowie Artikel für die Spur 1 Modellbahn zu Kauf angeboten.

Mitwirkung bei FilmenBearbeiten

Die Bühnenbildnerin Patrizia von Brandenstein wählte nach einer Besichtigung beim SEH die P 8 und den preußischen D-Zug-Wagen CCü des Museums als Requisiten für den Film Ein russischer Sommer aus. Die Inneneinrichtung des vierachsigen Wagens wurde nach ihren Plänen umgestaltet. Einige Szenen des Films spielen in dem Wagen. Die P 8 wurde während der Dreharbeiten von Vereinsmitgliedern betreut und gefahren. Sie tritt im Film allerdings nur am Rande in Erscheinung, obwohl sie den Zug führt, mit dem Gräfin Sofia Tolstoi unterwegs zu ihrem sterbenden Mann ist.[1][2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Helmut Buchholz: Böckinger Zug in Hollywood-Film. In: Heilbronner Stimme. 27. November 2009 (bei stimme.de [abgerufen am 21. Februar 2010]).
  2. Beschreibung des D-Zug Wagens auf der Museumswebsite

WeblinksBearbeiten