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Hayingen

Stadt in Baden-Württemberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hayingen
Hayingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hayingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 17′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 661 m ü. NHN
Fläche: 63,37 km2
Einwohner: 2200 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72534
Vorwahl: 07386
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 034
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 1
72534 Hayingen
Webpräsenz: www.hayingen.de
Bürgermeister: Kevin Dorner
Lage der Stadt Hayingen im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-KreisLandkreis BiberachLandkreis BöblingenLandkreis EsslingenLandkreis EsslingenLandkreis GöppingenLandkreis SigmaringenLandkreis TübingenZollernalbkreisBad UrachDettingen an der ErmsEngstingenEningen unter AchalmGomadingenGrabenstettenGrafenberg (Landkreis Reutlingen)Gutsbezirk MünsingenHayingenHohenstein (Landkreis Reutlingen)HülbenLichtenstein (Württemberg)MehrstettenMetzingenMünsingen (Württemberg)PfronstettenPfullingenPfullingenPliezhausenReutlingenRiederichRömerstein (Gemeinde)SonnenbühlSt. Johann (Württemberg)TrochtelfingenWalddorfhäslachWannweilZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Hayingen ist eine Stadt im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Hayingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (95,4 %) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Hayingen liegt auf der Schwäbischen Alb.

NachbargemeindenBearbeiten

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Hayingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zum Alb-Donau-Kreis¹

Münsingen, Ehingen¹, Emeringen¹, Zwiefalten, Pfronstetten und Hohenstein.

StadtgliederungBearbeiten

Zu Hayingen mit den Stadtteilen Anhausen, Ehestetten, Indelhausen, Münzdorf und Oberwilzingen gehören außer der Kernstadt Hayingen 12 weitere Dörfer, Weiler und Höfe.

Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Reutlingen

 
Panorama von Süden

Im Stadtgebiet liegen mehrere abgegangene, heute nicht mehr bestehende Siedlungen; die 1208 als Altmanshusen und 1217 als Altmannishusin erwähnte Siedlung Altmannshausen. Altmannshausen war in Besitz des Klosters Salem und wurde 1329 an die Stadion verkauft. 1437 war der Ort unbewohnt; das 817 als Polstetin und 1208 als Bolstetin erwähnte Bolstetten ging in Altmannshausen auf, ebenso das 1268 als Horne/Uffenhorn Horn, das zu dieser Zeit im Besitz des Klosters Salem war. Ebenfalls in Besitz des Klosters Salem befanden sich der 1208 als Wilervelt erwähnte Weilerfeld und das 1282 als oppidum Wineden erwähnte Winden (alle im Stadtteil Anhausen); die beiden Orte Ettenheim und das 1364 als Pflumersbuch erwähnte Pflummersbuch im Stadtteil Ehestetten; das nach 1329 abgegangene Gehöft Baldenstein, der Ort Bühlenfingen, und die um 1100 erwähnten Siedlungen Leimgrube (als loco Leimgrube), Maisinhart (als Maisinhart), Schlechtenbuch (als Slehtinbuch), Wildsberg (als Wildisberc) das 1523 genannte Steinhausen (Stünhuser Feld) und der 1208 als Vainhusen genannte Ort Vainhausen. Vainhausen befand sich im Besitz des Klosters Heiligkreuztal, später im Besitz des Klosters Zwiefalten und ist im 15. Jahrhundert abgegangen (alle im Stadtteil Hayingen).[2]

Nördlich von Münzdorf befinden sich die Reste der Gipfelburg Burg Weiler.

KlimaBearbeiten

Hayingen ist ein Luftkurort auf der Schwäbischen Alb.

GeschichteBearbeiten

 
Mittagsrast 1940 in Hayingen

Frühe GeschichteBearbeiten

Hayingen wurde anlässlich eines Gütertauschs im Jahr 785 erstmals mit Heinger marca (Gemarkung Hayingen) im Lorscher Codex erwähnt.[3] Der Ritter Swigger von Gundelfingen gründete wahrscheinlich 1276 die Stadt. Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam Hayingen im Rahmen der Mediatisierung vom Fürstentum Fürstenberg zum Königreich Württemberg.

VerwaltungszugehörigkeitBearbeiten

Die Stadt gehörte zum Oberamt Münsingen und später zum Landkreis Münsingen. Nach dessen Auflösung im Rahmen der Kreisreform wurde sie 1973 dem Landkreis Reutlingen zugeschlagen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 1.806
1. Dezember 1900 ¹ 1.600
1. Dezember 1925 ¹ 1.519
17. Mai 1939 ¹ 1.380
13. September 1950 ¹ 1.656
6. Juni 1961 ¹ 1.849
27. Mai 1970 ¹ 2.114
Jahr Einwohner
25. Mai 1987 ¹ 2.034
31. Dezember 1990 2.125
31. Dezember 1995 2.164
31. Dezember 2000 2.149
31. Dezember 2005 2.224
31. Dezember 2010 2.127
31. Dezember 2015 2.206

ReligionenBearbeiten

Aufgrund der Zugehörigkeit der Stadt zu den Fürstenberger Besitzungen blieb Hayingen auch nach der Reformation katholisch. Noch heute gibt es vier römisch-katholische Kirchen, die zum Dekanat Reutlingen-Zwiefalten gehören. Seit 1884 gab es in Hayingen eine Außenstelle der evangelischen Kirchengemeinde Zwiefalten. Die Kirchengemeinde Hayingen wurde 1953 selbständig, weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug von Heimatvertriebenen stark angewachsen war und außerdem nunmehr über ein eigenes Kirchengebäude verfügte.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

 
Rathaus in Hayingen

Der Gemeinderat in Hayingen hat 14 Mitglieder. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem stimmberechtigten Bürgermeister als Vorsitzendem. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 73,00 % (2009: 72,71 %) zu folgendem amtlichen Endergebnis.

Freie Wählervereinigung (FWV) 40,9 % 6 Sitze (2009: 38,1 %, 5 Sitze)
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 39,1 % 5 Sitze (2009: 36,2 %, 5 Sitze)
Neue Bürgerliste (NB) 20,0 % 3 Sitze (2009: 25,7 %, 4 Sitze)

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt.

  • 1953–1975: Paul Burger[4]
  • 1975–2015: Robert Riehle[5]
  • seit Mai 2015: Kevin Dorner[6]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau über einer aus dem Unterrand emporkommenden, beiderseits mit je einem rot bedachten silbernen Turm besetzten silbernen Zinnenmauer ein goldener Schild, darin ein angehackter roter Schrägbalken.“

Die Wappen der ehemaligen GemeindenBearbeiten

Die Stadt besteht aus Hayingen und den bei der Gemeindereform hinzugekommenen Ortsteilen (mit ihren Wappen):

 
Anhausen
 
Ehestetten
 
Indelhausen
 
Münzdorf

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Hayingen liegt am Schwäbische-Alb-Südrand-Weg, einem Fernwanderweg des Schwäbischen Albvereins.

TheaterBearbeiten

 
Naturtheater Hayingen

Das Naturtheater Hayingen ist eine Freiluftbühne mit überdachten Zuschauerrängen, auf der vor allem Theaterstücke in schwäbischem Dialekt aufgeführt werden. Über eine Million Besucher haben das schwäbische Naturtheater seit der Gründung im Jahre 1949 besucht. Die Spielzeiten sind jährlich von Juli bis September.

VereineBearbeiten

Hayingen verfügt durch seine Gliederung in viele Ortsteile über ein reiches Vereinsleben, das sowohl Sportvereine wie den Luftsportverein Hayingen, den TC Hayingen, den TSV Hayingen und den SV Ehestetten-Münzdorf einschließt als auch Narrenzünfte und Jugendclubs wie den Bauwagen Hayingen e. V., die Landjugend Hayinger Jugendtreff, den Jugendclub Ehestetten e. V. oder den Jugendclub P.U.G. e. V. der Ortsteile Indelhausen und Anhausen. Das musikalische Stadtleben gestalten neben den Kirchenchören beispielsweise auch der Liederkranz Hayingen mit seinem Chor Hay-Fidelity, die Stadtkapelle Hayingen, der Männergesangverein und der Musikverein Ehestetten oder der Gesangverein Münzdorf.

BauwerkeBearbeiten

 
Schloss in Ehestetten
 
Kappenturm
 
Rathaus Indelhausen

Die Stadt Hayingen besitzt in der Kernstadt eine Reihe mittelalterlicher Bauten, darunter das 1536 erbaute Alte Spital, das zu den ältesten Bauwerken der Stadt zählt. Der Kappenturm ist ein beliebtes Fotomotiv und noch erhaltener Bestandteil der früheren Stadtmauer. Die Stadtkirche St. Vitus im Ortskern aus dem 13. Jahrhundert trägt heute ein barockes Erscheinungsbild.

Zu den historischen Gebäude in den Ortsteilen zählen das Rathaus und das Pfründnerhaus in Indelhausen aus dem 16. Jahrhundert sowie das Schloss in Ehestetten.

BurgenBearbeiten

Entlang des alten Handelsweges im Lautertal siedelten sich viele Burgen an, von denen aber nur wenige vollständig erhalten sind. Auf Hayinger Stadtgebiet befinden sich unter anderem die 1350 errichtete Burg Derneck im Ortsteil Münzdorf, die als Wanderheim dient, die um 1100 errichtete Münzdorfer Burgruine Weiler, die nur noch als Burgstelle erkennbar ist, die vor 1258 errichtete Ruine Monsberg, die stark erhaltene Ruine Schülzburg aus dem 12. Jahrhundert, die Ruine Wartstein (Württemberg) von vor 1185, deren Burgfried heute als Aussichtsturm über das Lautertal dient, sowie die Ruine Maisenburg aus dem 12. Jahrhundert, deren angeschlossenes Hofgut noch erhalten ist. Die ebenfalls oberhalb des Lautertals in Nachbarschaft der Maisen- und Schülzenburg gelegene Burg Alt-Hayingen ist eine frühkeltische Wallanlage aus der Zeit um 400. Außerhalb des Lautertals liegt die Burgruine Alt-Ehrenfels.

St. KatharinenBearbeiten

Die kleine Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde von Hayingen liegt am Ortsausgang Richtung Indelhausen, an der Abzweigung zum Naturtheater. Der älteste Teil der Kirche ist der Chor, eine alte der Katharina von Alexandria geweihte Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Diese Kapelle, im letzten Jahrhundert säkularisiert, schenkte die Stadt Hayingen im Jahr 1953 der Evangelischen Gemeinde in Hayingen. Diese existiert seit 1884 als Filiale der Zwiefalter Evangelischen Gemeinde und traf sich zum Gottesdienst in einem kleinen Betsaal im alten Fruchtkasten am Karlsplatz. Dieser war jedoch durch die Zuzüge von Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg zu klein geworden. 1953/54 wurde die Kapelle zu der Kirche in ihrer jetzigen Form mit 120 Plätzen erweitert. Die alte Kapelle bildet den Chorraum; Sakristei und Kirchenschiff wurden angebaut. Dachhöhe und -neigung wurden von der alten Kapelle übernommen. Eine grundlegende Renovierung der Kirche erfolgte im Jahre 1988.

Die Glocke wird bis heute von Hand geläutet. Die vier kleinen Fenster im Chor stellen dar: Martin von Tours, Erzengel Michael (der Drachentöter), Christophorus sowie Katharina von Alexandrien. Mit ihren 120 Plätzen ist die Kirche groß genug für die Gemeinde, die mit all den dazugehörigen Außenorten nur rund 480[7] Gemeindeglieder umfasst.

NaturdenkmälerBearbeiten

 
Bärenhöhle im Glastal
 
Wacholderheide im Naturschutzgebiet Digelfeld

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Stadtfest mit Kunst- und Handwerkermarkt, Mitte Juli
  • Naturtheater Hayingen, Anfang Juli bis Anfang September

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Landesstraße 245 verbindet die Stadt mit Zwiefalten und damit mit der Bundesstraße 312. Die L 249 verbindet die Stadt mit Obermarchtal und damit mit der B 311.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 228.

BildungBearbeiten

In Hayingen gibt es mit der Digelfeldschule eine Grundschule. Im Stadtteil Ehestetten bestand bis 2009 eine Grundschule.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Albert Stemmer (1856–1946), Postdirektor
  • Johannes Schwendele (1883–?), Stadtpfarrer, Stadtkamerer und Bischöflicher Kommissär sowie Namensgeber der örtlichen Schwendele-Straße
  • Gustav Jourdan (1884–1950), Künstler und Hochschullehrer, Mitbegründer des Naturtheaters und Namensgeber der örtlichen Jourdan-Straße
  • Gustav Wahl, Oberregierungsrat
  • Robert Riehle, ehemaliger Bürgermeister[8]

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Sonstige PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Johannes Schwendele: Geschichte der Stadt und der Pfarrei Hayingen: volkstümliche Darstellung der Ortsgeschichte, aufgebaut und zusammengestellt auf den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung. Schwabenverlag, Riedlingen 1958. (Nebentitel: Ortschronik Hayingen)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hayingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wiktionary: Hayingen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 93–96
  3. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 5), Urkunde 3225, 9. Oktober 785 – Reg. 1947. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 123, abgerufen am 22. April 2018.
  4. Gemeindewahlausschuß: Bekanntgabe des Wahlergebnisses vom 26.04.1953.
  5. Hayingen: Der Bürgermeister geht von Bord swp.de, abgerufen am 14. Mai 2015
  6. Bürgermeisterwahl Hayingen gea.de, abgerufen am 9. März 2015
  7. Kirchengemeinde Hayingen, abgerufen am 7. April 2012
  8. 216594 Hayingen: Ehrenbürgerurkunde und La-Ola-Welle@1@2Vorlage:Toter Link/www.swp.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. swp.de, abgerufen am 14. Mai 2015