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GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Gomadingen liegt im Tal der Großen Lauter, die im Ortsteil Offenhausen entspringt. Oberhalb des Ortes befindet sich der Sternberg.

NachbargemeindenBearbeiten

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Gomadingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Landkreis Reutlingen:

St. Johann, Münsingen, Hohenstein und Engstingen.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Gomadingen gehören seit 1. Dezember 1971 die früher selbstständigen Gemeinden Dapfen und Steingebronn (In Klammern die Einwohnerzahl vom 30. September 2015[2]). Zur Gemeinde Dapfen gehörten die Dörfer Dapfen (465 Einwohner) und Wasserstetten (64 Einwohner), der Weiler Marbach an der Lauter (47 Einwohner), Schloss und Hof Grafeneck (77 Einwohner), die Siedlung Schelmenbühl und die Häuser Ölmühle. Zur Gemeinde Gomadingen in den Grenzen vom 30. November 1971 die Dörfer Gomadingen (1190 Einwohner) und Offenhausen (164 Einwohner) und das Gehöft Gestütshof. Zur Gemeinde Steingebronn gehörte das Dorf Steingebronn (270 Einwohner).

In der Gemarkung Dapfen liegen die Wüstungen Achilinishusen, Benzingen, Bickenhofen, Hinterhofen, Pfeln und Weygstetten und in der Gemarkung Gomadingen liegen die Wüstungen Hebinolsriet, Notzenweiler, Schwarzwach und Stetten.[3]

In Gomadingen befindet sich der Burgstall Burg Gomadingen, im Ortsteil Steingebronn der Burgstall Burg Steingebronn und bei Wasserstetten der Burgstall Burg Baldelau.

GeschichteBearbeiten

Frühe GeschichteBearbeiten

Zur römischen Geschichte, siehe separaten Artikel Kastell Gomadingen.

Im Ortsteil Offenhausen befand sich seit zirka 1260 ein Frauenkloster, das unter dem Namen Gnadenzell bekannt war.

Das Haupt- und Landgestüt Marbach ist das älteste staatliche Gestüt (Land Baden-Württemberg als Träger) in Deutschland. Bereits unter Herzog Christoph von Württemberg (1550–1568)[1] lässt sich sein Ausbau nachweisen. 1817 wurde es das Landgestüt des Königreichs Württemberg.

Schloss GrafeneckBearbeiten

Das um 1560 erbaute Schloss Grafeneck, das als Jagdschloss der württembergischen Herzöge diente, liegt an der Landstraße 247 im Ortsteil Grafeneck. Im 19. Jahrhundert wurde es als Forstamt benutzt und im Jahr 1928 wurde es von der evangelischen Samariterstiftung erworben, die ein Behindertenheim einrichtete. In der Zeit des Nationalsozialismus diente Schloss Grafeneck in einer kurzen Zeitspanne als Tötungsanstalt. Dort wurden 1940 in der nationalsozialistischen Euthansasieaktion (später Aktion T4) 10.654 behinderte und kranke Menschen durch Gas ermordet. Sie wurden vor allem aus Süddeutschland dorthin transportiert und vor Ort in einem Krematorium verbrannt. Die französische Besatzungsmacht gab das Gelände 1946/47 wieder an die Samariterstiftung zurück, die es als Lebensstätte für behinderte und psychisch erkrankte Menschen ausbaute und bis heute betreibt. Bereits in den 1950er Jahren begann die Entwicklung des Friedhofes als Gedenkort. 2005 wird schließlich das Dokumentationszentrum Gedenkstätte Grafeneck errichtet.[4]

EingemeindungenBearbeiten

1812 kam das Dorf Offenhausen zur Gemeinde Gomadingen. Am 1. Dezember 1971 wurden Dapfen und Steingebronn nach Gomadingen eingemeindet.[5]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

In Gomadingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Gomadingen hat nach der letzten Wahl 16 Mitglieder (2014:14). Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,8 % (2014: 66,9 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Unabhängige Wählervereinigung 41,28 % 6 Sitze (2014: 43,3 %, 6 Sitze)
Christlich Demokratische Union Deutschlands/Bürgerliste 30,2 % 5 Sitze (2014: 33,2 %, 5 Sitze)
Offene Liste (OL) 24,4 % 4 Sitze (2014: 23,5 %, 3 Sitze)
GomadingerInnen/Frauenliste (FL) 4,1 % 1 Sitz (2014: 0,0 %, 0 Sitze)

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Klemens Betz endet am 30. Juni 2026. Zuletzt wurde Betz im April 2018 mit 67,55 % der Stimmen bestätigt.

- seit 1994 : Klemens Betz

WappenBearbeiten

Wappen der früheren Gemeinden

 
Dapfen
 
Gomadingen
 
Steingebronn

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Gomadingen unterhält seit dem 14. Mai 1999 eine Partnerschaft mit dem französischen Buis-les-Baronnies.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Klosterkirche in Offenhausen, heute Gestütsmuseum
 
Sternbergturm auf dem Sternberg

MuseenBearbeiten

  • Gestütsmuseum Offenhausen
  • Felix Hollenberg-Galerie, im Rathaus Gomadingen
  • Planetenweg, etwa 10 km

MusikBearbeiten

  • Musikverein Dapfen e. V.
  • Posaunen Chor Gomadingen
  • Sängerbund Gomadingen
  • Kirchenchor Dapfen

JugendBearbeiten

  • Wäschkuche Dapfa e. V.
  • Jugendclub Meeting Gomadingen e. V.

Bauwerke und SehenswürdigkeitenBearbeiten

SportBearbeiten

  • Sportverein Gomadingen 1924 e. V.
  • Sportverein Dapfen e. V.
  • TV Gomadingen
  • FC Gomadingen-Dapfen

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Höhepunkt der Veranstaltungen in der Gemeinde Gomadingen sind die regelmäßig am letzten Wochenende im September und am ersten Wochenende im Oktober stattfindenden Hengstparaden in der 10.000 Zuschauer fassenden Arena im Haupt- und Landgestüt Marbach. Daneben ist das Anfang Mai stattfindende internationale Vielseitigkeitsturnier in Marbach ein weiters pferdesportliches Highlight.

Jedes Jahr, am dritten Wochenende im September, findet das traditionelle Schlachtfest in Dapfen statt.

Traditionell findet jedes Jahr im Juli das Festival on Eiche auf dem alten Sportplatz Eichach in Gomadingen statt.

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

  • Original Dapfener Schlachtplatte mit frischen Holzofenbrot

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Roter Brummer im Bahnhof Gomadingen

VerkehrBearbeiten

Die Landesstraße 230 führt von der B 27 bei Gomaringen kommend durch das Gemeindegebiet bis zur A 8 bei Merklingen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 224. 1893 erhielten Gomadingen und Marbach an der Lauter über die Strecke Reutlingen–Münsingen (1901 bis nach Schelklingen verlängert) Anschluss an das Eisenbahnnetz. In Gomadingen entstand dafür ein Einheitsbahnhof vom Typ IIa, in Marbach ein solcher vom Typ IIIa.[6] Montags bis freitags halten heute Regionalzüge, die vor allem Schüler von und nach Münsingen befördern. Sonntags von Anfang April bis Ende Oktober wird er von Regionalbahnen und Sonderzügen angefahren, um vor allem Wanderer und Ausflügler an ihr Ziel zu bringen.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1994: Rolf Blank (* 22. Juni 1934), Bürgermeister 1960–1994[7]

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Ruth Strasser (* 1952), Ärztin, von 1999 bis 2017 Professorin an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden
  • Christian Homburg (* 1962), Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der Universität Mannheim und Direktor des Instituts für Marktorientierte Unternehmensführung (IMU) der Universität Mannheim
  • Tilmann Marstaller (* 1968 in Offenhausen), Bauforscher und Archäologe
  • Jale Tosun (* 1980), Politikwissenschaftlerin und Hochschullehrerin

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt habenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Gomadingen – Zahlen & Daten
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 51–53
  4. Grafeneck - Geschichte und Gegenwart. Gedenkstätte Grafeneck e.V., 2011, abgerufen am 27. Dezember 2011.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 530.
  6. Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96. Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.
  7. Alb Bote vom 22. Juni 2009

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gomadingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

dito von Tapfen.