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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mehrstetten
Mehrstetten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mehrstetten hervorgehoben
Koordinaten: 48° 23′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 750 m ü. NHN
Fläche: 17,1 km2
Einwohner: 1424 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72537
Vorwahl: 07381
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 048
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
72537 Mehrstetten
Website: www.mehrstetten.de
Bürgermeister: Franziska Kenntner
Lage der Gemeinde Mehrstetten im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-KreisLandkreis BiberachLandkreis BöblingenLandkreis EsslingenLandkreis EsslingenLandkreis GöppingenLandkreis SigmaringenLandkreis TübingenZollernalbkreisBad UrachDettingen an der ErmsEngstingenEningen unter AchalmGomadingenGrabenstettenGrafenberg (Landkreis Reutlingen)Gutsbezirk MünsingenHayingenHohenstein (Landkreis Reutlingen)HülbenLichtenstein (Württemberg)MehrstettenMetzingenMünsingen (Württemberg)PfronstettenPfullingenPfullingenPliezhausenReutlingenRiederichRömerstein (Gemeinde)SonnenbühlSt. Johann (Württemberg)TrochtelfingenWalddorfhäslachWannweilZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Mehrstetten ist eine Gemeinde auf der Schwäbischen Alb, etwa sieben Kilometer südöstlich von Münsingen.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Die Stadt Münsingen (Landkreis Reutlingen) und die Gemeinde Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) grenzen an die Gemeinde Mehrstetten.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde gehören das Dorf Mehrstetten, die Siedlung Greut, das Gehöft Ziegelhof und die Häusergruppe Bahnhof Mehrstetten. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Aymstetten.[2]

GeschichteBearbeiten

Erste Erwähnung und VerwaltungszugehörigkeitBearbeiten

Mehrstetten wurde um das Jahr 1300 als Merstetten zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Mehrstetten kam 1654 zum Amt Münsingen im Herzogtum Württemberg, ab 1808 Oberamt und ab 1938 Landkreis Münsingen und mit dessen Auflösung am 1. Januar 1973 zum Landkreis Reutlingen.

Entwicklung des GemeindegebietsBearbeiten

Am 1. Januar 1977 wurde ein Teil der Gemarkung Schelklingen-Sondernach mit drei Aussiedlerhöfen nach Mehrstetten umgemeindet.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 820
1. Dezember 1900 ¹ 882
1. Dezember 1925 ¹ 863
17. Mai 1939 ¹ 788
13. September 1950 ¹ 913
6. Juni 1961 ¹ 963
27. Mai 1970 ¹ 1.053
Jahr Einwohner
25. Mai 1987 ¹ 1.201
31. Dezember 1990 1.312
31. Dezember 1995 1.392
31. Dezember 2000 1.417
31. Dezember 2005 1.446
31. Dezember 2010 1.348
31. Dezember 2015 1.340

ReligionenBearbeiten

Seit dem 15. Jahrhundert gibt es in Mehrstetten eine Pfarrei. Seit der Reformation ist der Ort evangelisch geprägt.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Mehrstetten hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,94 % (2014: 57,00 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Bürgermeisterin als Vorsitzende. Die Bürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Freie Wählervereinigung (FWV) 50,43 % 5 Sitze 2014: 44,3 %, 4 Sitze
Unabhängige Bürgerliste (UB) 49,57 % 5 Sitze 2014: 55,7 %, 6 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

  • 1984–2016: Rudolf Ott
  • seit 2016: Franziska Kenntner

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Franziska Kenntner (* 1985) endet am 30. September 2024.

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Silber auf grünem Boden zwei einander zugewandte aufgerichtete schwarze Rösser.

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Mehrstetten unterhält eine Partnerschaft mit dem ungarischen Herceghalom.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Evangelische Kirche in Mehrstetten

HeimatmuseumBearbeiten

Außergewöhnliche Stücke über das dörfliche Leben auf der Albhochfläche im 19. Jahrhundert haben die Mitglieder des ehrenamtlich geführten Museums im ehemaligen Farrenstall von Mehrstetten zusammengetragen. Das Heimatmuseum wurde 1991 eröffnet.

Bei einem Rundgang trifft man auf eine Küche mit dem alten Holzherd und Butterfass und auf die gute Stube, wo über dem Ofen Schuhe und Wäsche zum Trocknen hängen. Im Schlafzimmer steht ein Himmelbett mit dazugehörendem Schrank. Interessant ist die einzigartige Sammlung von mehr als 200 alten Leinensäcken. Diese gehörten früher zum wertvollsten Besitz der Menschen. Sie wurden mit Namen versehen und häufig durchnummeriert. Sogar Besitzerwechsel nach Erbfällen kann man dem Leinen heute noch entnehmen, alte Namen wurden gestrichen und neue darunter geschrieben. Eine handbetriebene Sackausklopfmaschine wird ebenfalls gezeigt.

Es finden Schau- und Handwerkertage statt, bei denen es viel zu erleben gibt. Die alte Schmiede wird genauso in Betrieb genommen wie eine alte Transmission oder ein 400 Jahre alter Webstuhl. Von Mai bis Oktober ist das Museum jeden ersten Sonntag im Monat von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Hockete vom JuZe Mehrstetten, jährlich am zweiten Augustwochenende
  • Herbstfest der Musikkapelle Mehrstetten, jährlich am letzten Oktoberwochenende

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße 6772 verbindet Mehrstetten mit der Bundesstraße 465, die von Bad Urach kommend über Münsingen und Ehingen (Donau) nach Biberach an der Riß führt.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 225. Mehrstetten erhielt 1901 durch die Verlängerung der Strecke Reutlingen–Münsingen bis nach Schelklingen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten das Bahnhofsgebäude als Einheitsbahnhof vom Typ IIa.[4]

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Jugendzentrum Mehrstetten

BildungBearbeiten

In Mehrstetten gibt es eine Grundschule. Für die Jüngsten besteht ein Kindergarten und eine Kleinkinderbetreuung.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.) 1997: Der Landkreis Reutlingen. Bearb. von der Außenstelle Tübingen der Abteilung Landesforschung und Landesbeschreibung in der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg. Bd. 1. A. Allgemeiner Teil - B. Gemeindebeschreibungen Bad Urach bis Metzingen. Sigmaringen: Thorbecke.
  • Sönke Lorenz und Christian Eberhardt (Hrsg.) (2002): Mehrstetten: Geschichte eines Dorfes auf der Schwäbischen Alb. Im Auftrag der Gemeinde Mehrstetten hrsg. von ... Filderstadt: Markstein-Verlag (Gemeinde im Wandel, Band 10). ISBN 3-935129-06-8.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 53–54
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 538.
  4. Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96. Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mehrstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien