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Hamburg-Hoheluft-West

Stadtteil Hamburgs im Bezirk Eimsbüttel

Hoheluft-West ist ein Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg, der durch seine weitgehend erhaltene Gründerzeit-Architektur geprägt ist. Mit rund 19200 Einwohnern pro Quadratkilometer (Ende 2013) gehört der Stadtteil zusammen mit dem benachbarten Hoheluft-Ost zu den am dichtest besiedelten Stadtteilen Deutschlands.[1]

Wappen von Hamburg
Hoheluft-West
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Koordinaten 53° 34′ 48″ N, 9° 58′ 2″ OKoordinaten: 53° 34′ 48″ N, 9° 58′ 2″ O
Fläche 0,7 km²
Einwohner 13.438 (31. Dez. 2018)
Bevölkerungsdichte 19.197 Einwohner/km²
Postleitzahl 20253, 20255, 22529
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Eimsbüttel
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B5 B447
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

GeografieBearbeiten

Hoheluft-West (niederdeutsch: Hogeluft-West) liegt im Bezirk Eimsbüttel. Der Stadtteil hat die Form eines sich nach Norden verbreiternden Trapezes, wobei die nördliche Seite im Gegensatz zu den drei anderen Seiten des Trapezes nicht gerade verläuft. Die Seiten des Trapezes sind zwischen 900 und 1000 Metern lang, nur die südliche Seite ist mit 450 Metern kürzer. Südlich wird der Stadtteil durch den Isebekkanal begrenzt, auf dessen anderer Seite Harvestehude beginnt. Östlich bildet die Hoheluftchaussee die Grenze des Stadtteils zu Hoheluft-Ost. Nördlich grenzt Hoheluft-West an Lokstedt, die Grenze folgt der Troplowitzstraße und dann südlich versetzt entlang des Wiesingerwegs und dem Grünstreifen zwischen Quickbornstraße und Beiersdorf-Betriebsgelände. Westlich sind Unnastraße und Scheideweg die Grenze zum Stadtteil Eimsbüttel.[2]

Innerhalb dieser recht engen Grenzen ist die Gärtnerstraße (B5 bzw. Ring 2) die Hauptverkehrsachse, daneben ist der Eppendorfer Weg eine wichtige Geschäfts- und Durchgangsstraße.

GeschichteBearbeiten

In Territorialgeschichte und Verwaltung ist die Vergangenheit des Stadtteils Hoheluft aufs engste mit der Eppendorfs verbunden, das – wie Eimsbüttel und Harvestehude auch – im Besitz des Klosters Harvestehude war. Erst 1939 wird der Name Hoheluft offiziell als Stadtteilname eingeführt.

Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig bekannt. Die Heimatforscher Wilhelm Melhop und Armin Clasen gehen davon aus, dass der Grenzpunkt Veerendeel zu dem ehemaligen Dorf Lokstedt als Anhöhe des Gebiets über den Niederungen der Isebek als „auf der Hohenluft“ bezeichnet wurde. Es kann aber auch sein, dass der Name auf einen 1602 errichteten Galgen oder auf das „Hoge Licht“ des dortigen Wirtshauses zurückgeführt wird. Das Licht sollte den Fuhrleuten bei Nacht und Nebel zur Orientierung dienen.[3] Urkundlich erwähnt ist der Name 1802 im Kirchenbuch Eppendorf und 1805 in Protokollen des Johannisklosters, die ein Grundstück „auf der hohen Lucht“ beschreiben.[4]

Hoheluft-West gehörte vor 1939 zum Stadtteil Eppendorf, wurde dann jedoch zum Bezirk Eimsbüttel gegliedert. Auf eine Vergangenheit als eigenständiges Dorf kann Hoheluft-West entsprechend nicht zurückblicken. In den Topographien des 19. Jahrhunderts findet sich der Hinweis auf eine „Zahl der Einwohner 40, worunter 2 Gastwirthe, 1 Schlachter und 3 Schuster“. Das hamburgische Hoheluft spielte allenfalls noch als Zollstätte an der Grenze ins holsteinische Lokstedt eine gewisse Rolle.

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war das Gebiet südlich der Gärtnerstraße Weideland. Nördlich davon gab es den Kätnerkamp, der aus Acker- und Gartenland für die Kätner bestand. Erst ab 1870 wurden allmählich aus den Fluren Wohngebiete.

Während sich das heute „Generalsviertel“ genannte Quartier zwischen Bismarckstraße und Gärtnerstraße als reines Wohngebiet aus Einfamilien- und Etagenhäusern formierte, bildete sich nördlich der Gärtnerstraße ein aus Etagenhäusern mit rückwärtigen Terrassen und Passagen dicht bebautes Quartier heraus, an dessen Rändern Fabriken (Tabakfabrik, Brauerei) und später die Chemiefabrik von Paul Carl Beiersdorf an der Quickbornstraße entstanden.

Nach einer langen Phase von stagnierenden Schülerzahlen stiegen die Anmeldezahlen für Schüler in den Innenstadtbezirken seit 2000 wieder, was die Wahl der „Wunschschule“ nach Wohnortnähe erschwerte.[5] 2012 wurde das Gymnasium Hoheluft an der Christian-Förster-Straße in teils historischen und teils neugebauten Gebäuden neugegründet. Die Gebäude der Grundschule Hoheluft in der Wrangelstraße wurde 2013–2017 abgerissen und durch einen größeren Neubau ersetzt, der dreizügige Klassen erlaubt.[6]

StatistikBearbeiten

  • Minderjährigenquote: 12,8 % [Hamburger Durchschnitt: 16,2 % (2016)].
  • Altenquote: 13,9 % [Hamburger Durchschnitt: 18,3 % (2016)].
  • Ausländeranteil: 10,5 % [Hamburger Durchschnitt: 16,7 % (2016)].
  • Arbeitslosenquote: 2,9 % [Hamburger Durchschnitt: 5,3 % (2016)].

Das durchschnittliche Einkommen je Steuerpflichtigen beträgt in Hoheluft-West 42.169 Euro jährlich (2013), der Hamburger Gesamtdurchschnitt liegt bei 39.054 Euro.[7]

Politik und WahlergebnisseBearbeiten

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Hoheluft-West zum Wahlkreis Rotherbaum-Harvestehude-Eimsbüttel-Ost.

Bürgerschafts-
wahl
Hoheluft-West
SPD Grüne1 Linke2 CDU FDP AfD Übrige
2015 42,2 % 24,2 % 11,0 % 08,7 % 06,2 % 02,9 % 04,8 %
2011 48,2 % 19,9 % 07,4 % 13,1 % 05,5 % 05,9 %
2008 38,6 % 17,2 % 06,9 % 30,6 % 04,6 % 02,0 %
2004 33,3 % 24,1 % 34,8 % 02,7 % 05,1 %
2001 41,7 % 19,1 % 00,6 % 17,5 % 06,0 % 15,1 %3
1997 36,4 % 25,8 % 01,2 % 23,0 % 03,2 % 10,4 %
1993 39,5 % 24,8 % 17,7 % 03,9 % 14,1 %4
1991 51,2 % 14,4 % 00,9 % 25,9 % 04,5 % 03,1 %
1987 40,8 % 19,9 % 33,5 % 04,7 % 01,1 %
1986 48,9 % 13,9 % 30,4 % 05,7 % 01,1 %
Dezember 1982 52,2 % 13,4 % 31,5 % 02,0 % 00,9 %
Juni 1982 43,1 % 14,4 % 35,4 % 04,9 % 02,2 %
1978 50,9 % 07,2 % 32,9 % 05,5 % 03,5 %
1974 47,3 % 37,9 % 10,4 % 04,4 %
1970 57,3 % 31,3 % 06,3 % 05,1 %
1966 57,9 % 30,1 % 06,9 % 05,1 %

1) 1978 als Bunte Liste – Wehrt Euch, 1982 bis 2011 als Grüne/GAL
2) 1991 und 1997 als PDS/Linke Liste, 2001 als PDS
3) Darunter 10,7 % für die Schill-Partei
4) Darunter 5,7 % für die Statt Partei

VerkehrBearbeiten

An der Kreuzung der Hoheluftchaussee mit dem Straßenzug Gärtnerstraße – Breitenfelder Straße (Teil des Ring 2) zweigt die Bundesstraße 447 von der Bundesstraße 5 ab. Beide großen Straßenzüge haben je Richtung zwei Fahrstreifen.

Schon am 5. Mai 1870 wurde bis zum ehemaligen Grenzhaus (bei der Martinistraße) eine Pferdebahn durch die Hoheluftchaussee gelegt und 1894 elektrifiziert. 1900 erhielt diese Linie die Nummer 2, und als 2 oder von 1925 bis 1953 auch als 22 und später auch mit der Verstärker-Linie 4 verkehrte die Straßenbahn dort bis 1978.

Anlagen für den Schienenverkehr gibt es in Hoheluft-West seit Einstellung der letzten Straßenbahnlinie 2 im Jahr 1978 nicht mehr. Der seit 1912 bestehende U-Bahnhof Hoheluftbrücke der U-Bahn-Linie U3 (Ringlinie) liegt jenseits des Isebekkanals in Harvestehude. Die ehemalige Straßenbahntrasse in der Mitte der Hoheluftchaussee wird heute als Busspur genutzt; die dort verkehrende Metrobus-Linie 5 ist mit tägl. ca. 60.000 Fahrgästen (Stand: 2007) eine der meistfrequentierten Buslinien Deutschlands.

LiteraturBearbeiten

  • Karin Kuppig: Eimsbüttelbuch. Mit Eidelstedt, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Schnelsen, Stellingen. Junius, Hamburg 2012, ISBN 978-3-88506-496-1

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Matthias Iken: Eppendorf am Wasser. In: Hamburger Abendblatt vom 29. September 2011.
  2. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Hrsg.): Gebietsgliederung Hamburg. (Räumliche Gliederung ab dem 1. Januar 2011)
  3. Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg Lexikon. 4., aktualisierte und erweiterte Sonderausgabe. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0373-3.
  4. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 58 f.
  5. Geneviève Wood und Daniel Herder: Eltern tricksen bei der Schulwahl. In: Hamburger Abendblatt vom 2. März 2012.
  6. Grundschule Hoheluft Hamburg auf baunetz, 360grad+ Architekten.
  7. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Hrsg.): Hamburger Stadtteil-Profile 2016 (= NORD.regional. Band 19). 2018, ISSN 1863-9518 (Online PDF 6,6 MB [abgerufen am 12. Februar 2018]).