Welykodolynske

Siedlung städtischen Typs im Odessa Region, Ukraine
(Weitergeleitet von Großliebenthal)
Welykodolynske
Великодолинське
Wappen von Welykodolynske
Welykodolynske (Ukraine)
Welykodolynske
Welykodolynske
Basisdaten
Oblast: Oblast Odessa
Rajon: Rajon Owidiopol
Höhe: 25 m
Fläche: 9,64 km²
Einwohner: 11.096 (2012)
Bevölkerungsdichte: 1.151 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 67841
Vorwahl: +380 4851
Geographische Lage: 46° 21′ N, 30° 34′ OKoordinaten: 46° 20′ 33″ N, 30° 33′ 55″ O
KOATUU: 5123755300
Verwaltungsgliederung: 1 Siedlung städtischen Typs
Bürgermeister: Olexandr Baseljan
Adresse: вул. К. Маркса 1а
67841 смт. Великодолинське
Statistische Informationen
Welykodolynske (Oblast Odessa)
Welykodolynske
Welykodolynske
i1

Welykodolynske (ukrainisch Великодолинське; russisch Великодолинское/Welikodolinskoje, deutsch früher Großliebental[1]) ist eine Siedlung städtischen Typs in der Oblast Odessa in der Ukraine am Flüsschen Akkarschanka gelegen. Der Ort wurde von deutschen Auswanderern um das Jahr 1803[2] im damaligen Neurussland gegründet und bestand als Zentrum der Großliebentaler Kolonie bis zum Jahr 1944. Nach 1918 trug der Ort auch den Namen Bolschaja Akkarscha (Большая Аккаржа), seit 1957 besteht die Siedlung mit dem heutigen Namen. 2012 hatte der Ort 11.096 Einwohner.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vornehmlich Russen angesiedelt.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Entwurf der Kolonie Großliebental (mittig)

Der damalige Statthalter Odessas Richelieu kaufte von den örtlichen Adeligen Land ab, um deutsche Auswanderer anstelle der verlassenen Bauerndörfer Akarscha und Jewstafiewka an beiden Ufern des Flusses Groß-Akerscha anzusiedeln.[4]

Schwierige Anfangsjahre folgten, da unter den Einwanderern eine nur geringe Anzahl von Bauern waren. Angestellte und Arbeiter mussten sich über entbehrungsreiche Jahre hinweg notwendiges Wissen aneignen, um ihr Überleben zu sichern.

Später entwickelte sich der Ort zu einem beliebten Ausflugsziel für die benachbarten Odessaer, der vor allem wegen seiner Schlammbäder im Liman bekannt war.[5] Ab 1906 verband eine Straßenbahn Großliebental mit dem benachbarten Lustdorf (heute Tschornomorka/Чорноморка als Stadtteil von Odessa).[6]

In den Jahren nach der russischen Revolution fanden in der Kolonie zunehmend Enteignungen statt, so wurden Kirchen enteignet und umfunktioniert. Heute dienen sie zum Teil als Jugendclubs oder Kultureinrichtungen. Die Großliebentaler Kirche selbst wurde zu einer russisch-orthodoxen Kirche umgebaut.[6]

Großliebentals Bevölkerung bestand bis zuletzt mehrheitlich aus Protestanten.

 
Lage von Großliebenthal und ehemaliger Tochterkolonien

LiteraturBearbeiten

  • Christian Kugler: Großliebental. Bearbeiter Jacob Stach. Reihe: Sammlung Georg Leibbrandt, 1. S. Hirzel, Leipzig o. J. (1939)[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die deutschen Kolonien in Südrussland, Band 1, 1905
  2. Heimatbuch der Deutschen aus Russland 1954. Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Stuttgart 1984.
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deBevölkerungszahlen World Gazetteer auf bevoelkerungsstatistik.de
  4. Dokument zur Geschichte der Schwarzmeerdeutschen (Memento vom 7. Oktober 2009 im Internet Archive)
  5. Meyers Universallexikon von 1885-90 Band 7, 4. Ausgabe, Seite 845
  6. a b Die Großliebentaler Kolonien (Memento vom 25. November 2003 im Internet Archive)
  7. Diese Reihe diente im Sinn ihres Namensgebers dazu, fortdauernd deutsche Gebietsansprüche auf sowjetische Gebiete zu erheben.