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Wappen von Gandria
Wappen von Lugano
Gandria
Quartier von Lugano
Karte von Gandria
Koordinaten 721091 / 96131Koordinaten: 46° 0′ 21″ N, 9° 0′ 7″ O; CH1903: 721091 / 96131
Höhe Ø 292 m
Fläche 3,45 km²
Einwohner 224 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 65 Einwohner/km²
Eingemeindung 4. Apr. 2004
BFS-Nr. 519-2014
Postleitzahl 6978
Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004
Blick auf Gandria vom Luganersee
Kirche San Vigilio, Innenansicht
Schiff Paradiso am Landesteg von Gandria (2016)
Gandria aus östlicher Richtung

Gandria ist ein Quartier der Stadt Lugano im Schweizer Kanton Tessin. Bis zur Eingemeindung in die Stadt Lugano am 4. April 2004 bildete es eine selbstständige politische Gemeinde. Der Ort hat etwa 200 Einwohner, ein paar Gaststätten, winzige Gassen, Treppen und alte Bauten.[1]

GeographieBearbeiten

 
Blick vom Fussweg Richtung Gandria (2018)

Das Dorf liegt auf 295 m ü. M. am Nord-Ufer des Luganersees am steilen Hang des Monte Brè, 5 km östlich vom Bahnhof Lugano.

VerkehrBearbeiten

Gandria ist Station der Dampfboote auf der Strecke Lugano-Porlezza. Das Dorf kann von Lugano aus zu Fuss auf einem dem Luganersee-Nordufer entlangführenden Pfad, dem "Sentiero di Gandria", mit Schiff oder Bus erreicht werden. Das früher von Fischern und Grenzwächtern geprägte Dorf ist seit über hundert Jahren kaum verändert.

GeschichteBearbeiten

Das Dorf wurde 1237 erstmal als Gandrio erwähnt. Die politische Gemeinde bestand schon 1463 und stand lange Zeit wegen der Grenzen und Weiden auf dem rechten (nördlichen) Ufer des Luganersees in Streit mit den Gemeinden Albogasio, Ramponio Verna, Lanzo d’Intelvi und Oria, die damals den Erzbischöfen von Mailand unterstanden. Die Tagsatzung, der Erzbischof und der Gesandte von Mailand, selbst der Nuntius wurden in diesen Zwist hineingezogen, der von 1543 bis 1659 dauerte. 1624 wurden deswegen selbst die Stipendien für den Kanton Schwyz am Helvetischen Kollegium in Mailand aufgehoben.[2]

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1591 1643 1696 1769 1801 1850 1900 1950 2000[2] 2015 2019[3]
Einwohner 330 205 182 155 147 235 235 227 207 224 275

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[4]

  • Pfarrkirche San Vigilio[5][6] mit Statue Madonna del Rosario des Bildhauers Antonio Pini aus Bellagio[7]
  • Oratorium San Rocco[5]
  • Im Ortsteil Cantine di Gandria am Südufer des Ceresio ist das Schweizerisches Zollmuseum beheimatet, das zum Schweizerischen Nationalmuseum gehört[5]
  • Wohnhaus Bordoni[5]
  • Ehemaliges Wohnhaus Rabaglio[5]
  • Il sentiero dell’ulivo[8]
  • In einer Waldlichtung hoch über dem Luganersee liegen der Sasso della Predescia[5] und Sasso di Gandrigna, zwei prähistorische Schalensteine[5][9]
  • Pfad Von Caprino nach Canmtine di Gandria am Luganer See entlang[10]

SonstigesBearbeiten

Es gibt eine Marschmusik für Blasmusik, komponiert von Gian Battista Mantegazzi, der dem Dorf Gandria gewidmet ist und Gandria-Marsch (bzw. Marcia Gandria) heißt.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Carlo Agliati (Hrsg.): Maestri d’arte del lago di Lugano alla corte dei Borboni. Il fondo dei Rabaglio di Gandria, sec. XVIII. Edizioni dello Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 2010.
  • Harald Baumgarten: Das Fischermädel aus Gandria. Roman, Rothbarth, Leipzig 1936.
  • Gandria – naturkundlich-historischer Pfad. / Fondo SNAG. EUSI-Verleger, Lugano 2000.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 329.
  • Antonio Gili: Gandria. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 17. Januar 2017, abgerufen am 31. Dezember 2019.
  • Plinio Grossi: Gandria. Edizioni San Giorgio, Lugano 1984.
  • Carlo Jegher: Die Strasse nach Gandria: Darstellung d. versch. Projekte und Unterlagen zu ihrer Beurteilung mit zahlreichen Bildern und Plänen nach amtlichen Quellen. Selbstverlag, Zürich 1928.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 295, 321, 322, 323.
  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 98.
  • Jean-Luc Rickenbacher: Das Schweizer Zollmuseum. Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, Bern 2017, ISBN 978-3-906211-28-2.
  • Celestino Trezzini: Gandria. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 3, Galmiton – Giovanni., Attinger, Neuenburg 1926, S. 389 (Digitalisat).

WeblinksBearbeiten

Commons: Gandria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gandria auf ticino.ch
  2. a b Antonio Gili: Gandria. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 17. Januar 2017.
  3. Bevölkerung Besso Ende 2019 auf statistica.lugano.ch/site/demografia/
  4. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  5. a b c d e f g Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 321–322.
  6. Pfarrkirche San Vigilio auf portal.dnb.de (abgerufen am: 1. August 2016.)
  7. Antonio Pini. In: Sikart, abgerufen 16. Januar 2016.
  8. Der Olivenweg auf luganoregion.com (abgerufen am 21. November 2016).
  9. Der naturalistisch-archäologische Weg von Gandria auf luganoregion.com (abgerufen am 21. November 2016).
  10. Pfad Von Caprino nach Cantine di Gandria am Luganer See entlang auf luganoregion.com