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Elaine Chao (2017)

Elaine Lan Chao (Chinesisch: 趙小蘭, pinyin: Zhào Xiǎolán, Wade-Giles Chao Hsiao-lan; * 26. März 1953 in Taipeh) ist eine amerikanische Politikerin (Republikanische Partei). Sie war von 2001 bis 2009 Arbeitsministerin unter Präsident George W. Bush und die erste asiatisch-amerikanische Frau in einem Ministeramt auf nationaler Ebene.

Im Kabinett des Präsidenten Donald Trump übernahm Chao im Januar 2017 das Verkehrsministerium.[1] Am 31. Januar 2017 wurde sie vom Senat als Verkehrsministerin bestätigt.[2]

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und AusbildungBearbeiten

Nach der Machtübernahme der Kommunisten flohen Elaine Chaos Eltern vom Festland nach Taiwan. Elaine wuchs in Taipeh als älteste Tochter von James S. C. Chao (趙錫成 Zhào Xīchéng), einem Geschäftsmann aus Shanghai, und Ruth Mu-lan Chu (朱木蘭 Zhū Mùlán), einer Historikerin, auf. Im Alter von acht Jahren emigrierte sie in die Vereinigten Staaten, wo ihr Vater in der Zwischenzeit ein Handelsgeschäft aufgebaut hatte, und besuchte die Syosset High School in Long Island, New York.

Sie schloss 1975 mit einem B.A. in Ökonomie vom Mount Holyoke College und einem Master of Business Administration der Harvard Business School ab. Sie studierte außerdem am Massachusetts Institute of Technology, dem Dartmouth College und der Columbia University. Chao erhielt 34 Ehrendoktorwürden.

KarriereBearbeiten

Nachdem sie für kurze Zeit Bankerin bei der Citigroup gewesen war, wurde sie 1983 als White House Fellow für das Amt für Politikentwicklung ausgewählt, ein Programm, das ambitionierten Menschen Zugang zur Regierung bieten soll. Während ihrer Zeit als Vizepräsidentin der Kapitalmärkte der Bank of America war sie in Spenden an republikanische Kandidaten in Kalifornien involviert.

1986 ging Chao zurück nach Washington, wo sie zunächst stellvertretende Leiterin der US Maritime Administration im Amt für Transportwesen und von 1988 bis 1989 Vorsitzende der U.S. Maritime Commission (Kommission für Angelegenheiten auf See) wurde.

Der damalige Präsident George H. W. Bush schlug sie 1989 als stellvertretende Ministerin für Transportwesen vor, von 1991 bis 1992 war sie schließlich Direktorin des Peace Corps, eines seit 1961 laufenden Programms, das freiwilligen Amerikanern Möglichkeiten zur Arbeit im Ausland bietet. In der Zeit, als Chao Direktorin war, erweiterte das Peace Corps seine Präsenz auf eine Reihe neuer Staaten wie Lettland, Litauen oder Estland.

Zudem war Elaine Chao vier Jahre Präsidentin von United Way of America, einer Vereinigung von Hilfsorganisationen. Von 1996 bis zu ihrer Ernennung zur Arbeitsministerin war sie Mitglied der Heritage Foundation, einer konservativen Washingtoner Ideenschmiede. Als einziges Kabinettsmitglied neben John P. Walters unter Bush absolvierte sie mit dem Präsidenten die komplette achtjährige Amtsperiode.

FamilieBearbeiten

Elaine Chao ist seit 1993 mit dem Vorsitzenden der republikanischen Fraktion im US-Senat, Mitch McConnell aus Kentucky, verheiratet. Chao hat keine Kinder, McConnell drei aus erster Ehe.

InteressenkonflikteBearbeiten

Elaine Chao stammt aus einer reichen chinesischen Familie. Von dieser erhielten sie und ihr Ehemann in der Vergangenheit auch Geldgeschenke bzw. Wahlkampfunterstützung in Höhe von mindestens 25 Mio. USD. Vor diesem Hintergrund sind Bedenken wegen möglicher Interessenkonflikte lautgeworden.[3] Beanstandet wurde auch, dass Elaine Chao eine Aktienbeteiligung an dem Straßenbauzulieferer Vulcan Materials nach ihrer Ernennung zur Verkehrsministerin nicht abgab.[4] Ihrer Familie gehört die Reederei Foremost Group; diese ist eng mit dem chinesischen Staat verwoben.[4]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Elaine Chao – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Elaine Chao Is Said to Be Trump’s Pick for Transportation Secretary
  2. Trump's Transportation secretary pick Elaine Chao confirmed in Senate, with some top Democrats voting no. Abgerufen am 1. Februar 2017 (englisch).
  3. U.a.: Michael Forsythe, Eric Lipton, Keith Bradsher, Sui-Lee Wee: A ‘Bridge’ to China, and Her Family’s Business, in the Trump Cabinet. In: The New York Times. 2. Juni 2019, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 3. Juni 2019]).
  4. a b Ines Zöttl: Trumps Skandalkabinett. In: Spiegel Online, 7. Juni 2019, abgerufen am 12. Juni 2019.