Dartmouth College

Universität in den Vereinigten Staaten

Das Dartmouth College wurde 1769 in Hanover, New Hampshire, gegründet und ist somit die neuntälteste Universität der USA sowie die letzte gegründete Hochschule der amerikanischen Kolonialzeit. Das Dartmouth College, auch bekannt als „Big Green“, ist eine der acht Universitäten der Ivy League und zählt zu den ältesten und renommiertesten Institutionen der USA. Das Motto des Dartmouth College ist „Vox Clamantis in Deserto“ („Stimme eines Rufenden in der Wüste“[2]).

Dartmouth College
Logo
Motto Vox clamantis in deserto („Stimme eines Rufenden in der Wüste“)
Gründung 1769
Trägerschaft privat
Ort Hanover, New Hampshire, USA
Präsident Philip J. Hanlon[1]
Studenten 6.277 (2013)
Jahresetat ca. 775 Mio. US-$ (2013)
Stiftungsvermögen 3,5 Mrd. US-$ (2013)
Hochschulsport Ivy League
Netzwerke UArktis
Website www.dartmouth.edu

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1769 wurde das College zunächst als Schule für Indianer vom protestantischen Geistlichen Eleazar Wheelock und dem Mediziner, Naturwissenschaftler und Chirurgen Nathan Smith (1762–1829)[3] gegründet.

Das Projekt wurde finanziell gesichert, als einer der ersten Studenten, Samson Occom, ein Ureinwohner vom Stamm der Mohegan, ein Grundkapital durch Spenden einsammeln konnte. Somit konnte am 13. Dezember 1769 das College auf einer Landschenkung des königlichen Gouverneurs von New Hampshire (damals noch britische Kolonie), John Wentworth, durch eine Urkunde von Georg III. gegründet werden. Benannt wurde das College nach William Legge, dem zweiten Earl of Dartmouth,[4] einem Unterstützer von Wheelock. Das College ist verpflichtet der Bildung „der Jugend der indianischen Stämme, der englischen Jugend und Anderen“.

Dartmouth College v. William H. WoodwardBearbeiten

Im Jahre 1816 sollte das bisher unabhängige College unter größeren staatlichen Einfluss kommen. Hierzu wurde die Gründungsurkunde aus der Kolonialzeit für ungültig erklärt und das College in die staatliche Universität „Dartmouth University“ umgewandelt. Der damalige President Francis Brown (1815–1820) stritt jedoch vor dem obersten Gerichtshof der USA für die Unabhängigkeit des Colleges. Dartmouth wurde von dem Dartmouth-Alumnus und Rechtsanwalt Daniel Webster vertreten. Schließlich erging von Chief Justice John Marshall ein Urteil zugunsten von „Big Green“, womit er den Weg ebnete um die Unabhängigkeit von privaten Institutionen zu sichern („thereby paving the way for all American private institutions to conduct their affairs in accordance with their charters and without interference from the state“). Dieser Fall sicherte die Unabhängigkeit von privaten Universitäten und ist als „Dartmouth College Case“[5] bekannt.

OrganisationBearbeiten

 
Baker Building, Dartmouth College
 
Dartmouth Hall, Dartmouth College

Der Schwerpunkt von Dartmouth liegt in der Ausbildung von „Undergraduates“, also Studenten in der ersten universitären Ausbildungsphase. 2013 studieren rund 4.200 „Undergraduates“ und 2.100 „Graduates“ in Dartmouth. 40 Institute und Forschungsprojekte sind dort angesiedelt.[6]

Geisel School of Medicine at DartmouthBearbeiten

Die Dartmouth Medical School wurde im Jahr 1797 gegründet und ist die viertälteste medizinische Hochschule des Landes.[7] 2012 wurde sie nach dem US-amerikanischen Kinderbuch-Autor Theodor Seuss Geisel und seiner Frau Audrey benannt.[8]

Thayer School of EngineeringBearbeiten

Die Thayer School of Engineering wurde 1867 als erste Ingenieurschule der USA gegründet. Sie ist nach Sylvanus Thayer benannt, der die Gründung durch eine Spende von über $40.000 ermöglichte.[9]

Tuck School of BusinessBearbeiten

Im Jahr 1900 wurde die Tuck School of Business unter dem Namen Amos Tuck School of Administration and Finance als weltweit erste Graduiertenschule für Management gegründet.[10]

SportBearbeiten

Die Sportteams werden (inoffiziell) The Big Green genannt. Die Ivy League misst sich auch im Sport.

PersönlichkeitenBearbeiten

ProfessorenBearbeiten

  • Alfred Bielschowsky (1871–1940), deutscher Ophthalmologe, Emigrant
  • Ruth Adams (1914–2004), Vizepräsidentin 1972–1988
  • John G. Kemeny (1926–1992), Mathematiker, Präsident 1970–1981, Miterfinder der Programmiersprache BASIC
  • Thomas E. Kurtz (* 1928), US-amerikanischer Informatiker, Miterfinder der Programmiersprache BASIC

AbsolventenBearbeiten

Literatur – AuswahlBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Dartmouth College – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Office of the President. Dartmouth College, abgerufen am 29. November 2020 (engl.).
  2. Jesaja 40,3.
  3. Barbara I. Tshisuaka: Smith, Nathan. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1340.
  4. William Legge, 2nd earl of Dartmouth in: Encyclopædia Britannica, Inc.
  5. Dartmouth College case, formally Trustees of Dartmouth College v. Woodward (4 Wheat. 518 1819) in: Encyclopædia Britannica.
  6. Homepage der Universität.
  7. Homepage der Medical School.
  8. Dartmouth-medical-school-renamed-Dr-Seuss.
  9. Website der Thayer School.
  10. Website der Tuck School.
  11. Frank, Anthony M. In: Charles Moritz (Herausgeber): Current Biography Yearbook 1991, Band 52. New York 1991, Seite 227.
  12. http://dartmouth.imodules.com/s/1353/directory/start.aspx?gid=15&pgid=61.

Koordinaten: 43° 42′ 13″ N, 72° 17′ 23″ W