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Egersdorf

Ortsteil des Marktes Cadolzburg im mittelfränkischen Landkreis Fürth

Egersdorf (umgangssprachlich: „Īcheʳschdoʳf“[2]) ist ein Ortsteil des Marktes Cadolzburg im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Egersdorf
Koordinaten: 49° 27′ 56″ N, 10° 52′ 56″ O
Höhe: 343 m ü. NHN
Einwohner: 603 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 90556
Vorwahl: 09103

GeografieBearbeiten

Das Dorf bildet mit dem westlich gelegenen Cadolzburg und dem südlich gelegenen Wachendorf eine geschlossene Siedlung. Zwischen Egersdorf und Wachendorf fließt der Brunnlohbach (im Unterlauf Banderbach genannt), einem linken Zufluss der Bibert. Im Osten grenzt die Zirndorfer Forst an, im Norden das Waldgebiet Langer Strich.[3]

GeschichteBearbeiten

1284 wurde in einer Urkunde ein Conrad von Egerstorf erwähnt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Eger.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Egersdorf 19 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Cadolzburg inne. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (zwei Höfe, zwei Halbhöfe, drei Güter, ein Hirtenhaus), das bambergische Amt Herzogenaurach (zwei Höfe, ein Gut), die Deutschordenskommende Nürnberg (ein Gut), die Heiligenstiftung Roßtal (ein Gut), das Gotteshaus Burgfarrnbach (ein Haus), das Gotteshaus Roßtal (ein Gut), das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (ein Hof, zwei Halbhöfe) und Nürnberger Eigenherren: von Behaim (ein Halbhof), von Ebner (ein Gut).[4]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Egersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Steinbach zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Steinbach an. Bis 1812 und von 1821 bis 1836 unterstand ein Anwesen in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht Weikershof, ein Anwesen unterstand von 1823 bis 1835 dem Patrimonialgericht Leyh.[5]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Egersdorf am 1. Mai 1978 nach Cadolzburg eingemeindet.

Ehemaliges BaudenkmalBearbeiten

  • Haus Nr. 16: erdgeschossiges Wohnstallhaus, massiv und neu verputzt; vermutlich von 1723 (bezeichnet an der ehemaligen rundbogigen Haustüre); dreigeschossiger Straßengiebel mit Fachwerk (K-Streben)[6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 110 126 125 129 126 124 128 302 316 367 603
Häuser[7] 19 21 25 25 26 37 58 174
Quelle [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner sind nach St. Cäcilia (Cadolzburg) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Otto (Cadolzburg) gepfarrt.

VerkehrBearbeiten

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Cadolzburg zur Staatsstraße 2409, nach Wachendorf zur Kreisstraße FÜ 19 und die FÜ 19 kreuzend nach Steinbach.

Der Ort hat einen Haltepunkt an der Rangaubahn.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 336 (Digitalisat).
  2. a b W. Wiessner, S. 28.
  3. Egersdorf im BayernAtlas
  4. H. H. Hofmann, S. 110f.
  5. H. H. Hofmann, S. 233.
  6. A. Gebeßler, S. 194. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.
  7. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  8. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 21 (Digitalisat).
  9. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 69 (Digitalisat).
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1032, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1197, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1128 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1196 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1233 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1064 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 782 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).