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Zautendorf (umgangssprachlich: „Dsaudndoʳf“[2]) ist ein Ortsteil des Marktes Cadolzburg im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Zautendorf
Koordinaten: 49° 26′ 30″ N, 10° 49′ 16″ O
Höhe: 356 m ü. NHN
Fläche: 1,67 km²
Einwohner: 133 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 90556
Vorwahl: 09103
Ortsdurchfahrt mit Johanneskirche Zautendorf (2011)
Ortsdurchfahrt mit Johanneskirche Zautendorf (2011)
Zautendorf (2012) Blick von Südwesten, im Hintergrund Cadolzburg
Haus Nr. 4: ehemaliges Gasthaus

GeografieBearbeiten

Naturräumlich befindet sich das Kirchdorf[3] im Rangau. Es liegt knapp drei Kilometer südwestlich von Cadolzburg im Tal des Zautendorfer Baches, einem linken Zufluss des Reichenbaches. Im Nordosten grenzen die Cadolzburger Wegäcker an, im Südosten die Sandleite.[4]

GeschichteBearbeiten

Knapp einen Kilometer südlich des Ortskernes befand sich ein Burgstall unklarer Zeitstellung, der als Bodendenkmal geschützt ist.[5]

Der Ort wurde 1409 als „Czwalkendorff“ erstmals urkundlich erwähnt. Aus der Urkunde geht hervor, dass der große und kleine Zehnt dem Kloster Langenzenn zustand. Im Salbuch des Amtes Cadolzburg von 1414 wurde der Ort als „Zawckendorff“ aufgelistet. 1490 wurde der Ort „Zaultendorff“ genannt, 1540 schließlich „Zaudendorff“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der slawische Personenname Sulek.[2]

Die Kirche St. Johannes tauchte 1533 erstmals in den Kirchenbüchern als eine Filialkirche von Langenzenn auf.[6] Diese steht über einem hochmittelalterlichen Vorgängerbau und erhielt 1591 ihren Chorturm. Die Friedhofsummauerung entstand im Spätmittelalter.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Zautendorf 13 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Neudorf inne. Grundherren waren das Rittergut Neudorf (vier Höfe, vier Güter, ein Wirtshaus, zwei Gütlein, ein Hirtenhaus) und das Katharinenamt der Reichsstadt Nürnberg (ein Hof, ein Gut).[7]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Zautendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Deberndorf zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Deberndorf an.[8] Das bayerische Urkataster zeigt Zautendorf in den 1810er Jahren mit 16 Herdstellen rund um die Kirche und ihren ummauerten Gottesacker. Nördlich des Ortes ist der Zautendorfer Bach zu drei zusammen etwa einen Hektar großen Weihern angestaut.[9] Um 1840 zählte man im Ort 13 Höfe und 25 Familien mit insgesamt 108 Seelen. Weiterhin gab es eine Schule, eine Schreinerei und einen Schmied.[10]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Zautendorf am 1. Januar 1972 nach Cadolzburg eingemeindet.

BaudenkmälerBearbeiten

  • evangelisch-lutherische Kirche St. Johannes der Täufer[5]
  • Haus Nr. 4: ehemaliges Gasthaus, 1804 erbaut[5]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Cadolzburg#Zautendorf

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 98 108 122 119 95 97 111 140 91 87 133
Häuser[11] 17 13 19 19 21 18 20 32
Quelle [12] [10] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner sind nach St. Johannes der Täufer (Zautendorf) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Otto (Cadolzburg) gepfarrt.

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße FÜ 19 führt nach Deberndorf bzw. nach Cadolzburg. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Vogtsreichenbach. Ein landwirtschaftlicher Verkehrsweg führt zum Waldhaus.

Der ÖPNV bedient den Ort mit der VGN-Buslinie 152 in den Richtungen Fürth Hauptbahnhof und Oberreichenbach.[21]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Zautendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 336 (Digitalisat).
  2. a b W. Wiessner, S. 105.
  3. nach der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online fälschlicherweise als Pfarrdorf klassifiziert.
  4. Zautendorf im BayernAtlas
  5. a b c LfD-Liste für Cadolzburg (.pdf)
  6. St. Johannes 1533
  7. H. H. Hofmann, S. 190.
  8. H. H. Hofmann, S. 228.
  9. Zautendorf auf BayernAtlas Klassik
  10. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 65 (Digitalisat).
  11. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 106 (Digitalisat). Dort als Zauderndorf aufgelistet.
  13. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1029, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1195, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1125 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1193 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1231 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1061 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 779 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).
  21. VGN-Busline 152 (.pdf) (Memento des Originals vom 24. Juni 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vgn.de