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Steinbach (umgangssprachlich: „Schdāba“ und „Schdāmbach“[2]) ist ein Ortsteil des Marktes Cadolzburg im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Steinbach
Wappen von Steinbach
Koordinaten: 49° 26′ 31″ N, 10° 51′ 25″ O
Höhe: 355 m ü. NHN
Einwohner: 738 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 90556
Vorwahl: 09103
Die Marter

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Durch das Dorf fließt der Steinbacher Bächl, der in Ammerndorf als linker Zufluss in den Reichenbach mündet. Im Süden grenzt das Waldgebiet Kühloh an. Dort erhebt sich der Kübuck (385 m ü. NHN). Ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Nordwesten wird die Flur Espan genannt, im Südwesten Pelzetleite. Ca. 1 km östlich erhebt sich der Hahnenbühl (374 m ü. NHN).[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde im Urbar der Burggrafschaft Nürnberg, das um 1370 entstanden ist, als „Steinbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautendem Gewässernamen ab.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Steinbach 22 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Kastenamt Cadolzburg inne. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (4 Höfe, 6 Halbhöfe, 4 Güter), die Deutschordenskommende Nürnberg (1 Gut), das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Halbhof), die Herrschaft Wilhermsdorf (1 Halbhof), Nürnberger Eigenherren: von Forster (1 Mühle), von Holzschuher (1 Gut), von Oelhafen (1 Mühle, 1 Wirtshaus) und der Allersberger Bürger von Gillardi (1 Hof).[4]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Steinbach gebildet. Zur I. Sektion gehörten die Orte Egersdorf, Pleikershof und Wachendorf, zur II. Sektion Gonnersdorf, Greimersdorf, Roßendorf und Schwadermühle. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Steinbach gegründet, die deckungsgleich mit der I. Sektion des Steuerdistrikts war. Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1920 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand 1 Anwesen bis 1812 dem Patrimonialgericht von Förster, 4 Anwesen bis 1812 und von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Buchschwabach.[5] Ab 1862 wurde Steinbach vom Bezirksamt Fürth verwaltet (1938 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Cadolzburg, von 1880 bis zum 1. März 1931 lag sie beim Amtsgericht Cadolzburg, seitdem wird sie vom Amtsgericht Fürth wahrgenommen. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 12,538 km².[6]

Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Steinbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Cadolzburg eingegliedert.[7]

BaudenkmalBearbeiten

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Cadolzburg#Steinbach

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Steinbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 401 436 451 464 438 476 457 471 491 454 426 401 438 455 478 439 447 483 534 900 956 994 1143 1523
Häuser[8] 65 71 79 82 72 154 227 125
Quelle [9] [10] [11] [11] [12] [11] [13] [11] [11] [14] [11] [11] [15] [11] [11] [11] [16] [11] [11] [11] [17] [11] [6] [18]

Ort Steinbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 161 153 185 160 159 153 153 213 182 186 202
Häuser[8] 25 25 28 27 27 29 37 52
Quelle [9] [10] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [6] [18] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner sind nach St. Cäcilia (Cadolzburg) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Otto (Cadolzburg) gepfarrt.

VerkehrBearbeiten

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nördlich nach Cadolzburg zur Staatsstraße 2409. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt südlich zur Staatsstraße 2409 bzw. nordöstlich die Kreisstraße FÜ 19 kreuzend nach Egersdorf. Eine Anliegerstraße führt nach Pleikershof.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Steinbach (Cadolzburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 336 (Digitalisat).
  2. a b W. Wiessner, S. 94.
  3. Steinbach im BayernAtlas
  4. H. H. Hofmann, S. 174. Dort fälschlicherweise 24 Haushalte angegeben.
  5. H. H. Hofmann, S. 233; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 28 (Digitalisat).
  6. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 782 (Digitalisat).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.
  8. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  9. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 88 (Digitalisat). Für die Gemeinde Steinbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bleickershof (S. 10), Egersdorf (S. 21) und Wachendorf (S. 98).
  10. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 69 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 435 Einwohner.
  11. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1032, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1197, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1128 (Digitalisat).
  15. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1196 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1233–1234 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1064 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).