Dudenhofen

Gemeinde in Deutschland

Dudenhofen ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen. Das rund 6000 Einwohner zählende Dudenhofen ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dudenhofen
Dudenhofen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dudenhofen hervorgehoben

Koordinaten: 49° 19′ N, 8° 23′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Römerberg-Dudenhofen
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 12,95 km2
Einwohner: 6061 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 468 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67373
Vorwahl: 06232
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 007
Adresse der Verbandsverwaltung: Konrad-Adenauer-Platz 6
67373 Dudenhofen
Website: www.dudenhofen.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Hook (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Dudenhofen im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz)Kreis BergstraßeLandkreis Alzey-WormsLandkreis Bad DürkheimLandkreis GermersheimLandkreis KarlsruheNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLudwigshafen am RheinMannheimRhein-Neckar-KreisSpeyerWormsAltripBeindersheimBirkenheideBobenheim-RoxheimBöhl-IggelheimDannstadt-SchauernheimDudenhofenFußgönheimGroßniedesheimHanhofenHarthausenHeßheimHeuchelheim bei FrankenthalHochdorf-AssenheimKleinniedesheimLambsheimLimburgerhofMaxdorfMutterstadtNeuhofen (Pfalz)OtterstadtRödersheim-GronauRömerberg (Pfalz)SchifferstadtWaldsee (Pfalz)Karte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Dudenhofen liegt in der Rheinebene in der Region Pfalz. Das Gemeindegebiet grenzt östlich an die Stadt Speyer. Im Norden der Gemarkung erstreckt sich der Speyerer Wald. Die Großstädte Ludwigshafen am Rhein und Mannheim liegen etwa 15 Kilometer nordöstlich von Dudenhofen. Zu Dudenhofen gehören zusätzlich. die Wohnplätze Atzelhof, Falkenhof, Ruppertsäckerhof, Waldhaus und Zwölfmannsgarten.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Schifferstadt, Speyer, Römerberg, Harthausen, Hanhofen und Böhl-Iggelheim.

GewässerBearbeiten

Sowohl der Speyerbach als auch dessen Seitenarm Woogbach fließen mitten durch das Siedlungsgebiet. Der Hainbach unterquert ersteren und fließt als Krebsbächel in den Woogbach.

GeschichteBearbeiten

1156 wird Dudenhofen in einer Urkunde Friedrich Barbarossas in der Schreibweise „Tutenhoven“ erstmals erwähnt. Seit 1392 ist die heutige Schreibweise nachgewiesen. Funde in der Gemarkung Dudenhofens belegen Siedlungsreste aus der Römerzeit und der Zeit der fränkischen Landnahme, sodass die Gründung der Siedlung zur Zeit der urkundlichen Erwähnung sicher schon einige Jahrhunderte zurücklag. Die Grabbeigabe eines fränkischen Sturzbechers wird dem 8. Jahrhundert n. Chr. zugerechnet.[4]

974 wurde durch Kaiser Otto II. die Gerichtsbarkeit der Ortschaften des Speyergaus, zu dem die Siedlung auf Grund ihrer Nachbarschaft zur Stadt Speyer zu rechnen ist, dem Bistum Speyer unterstellt. Bis zur Auflösung der bestehenden Herrschaftsverhältnisse 1797 durch den Anschluss an die französische Republik gehörte Dudenhofen zum Speyerer Hochstift und unterstand dort zuletzt dem Amt Deidesheim. Diese Zugehörigkeit war aber nicht immer unumstritten, seit ihrer politischen Unabhängigkeit 1294 beanspruchte die Stadt Speyer die Hoheit über Dudenhofen, versuchte aber nie, diesen Anspruch durchzusetzen.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Dudenhofen in den Kanton Speyer eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 hatte der Ort insgesamt 700 einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte Dudenhofen wie die gesamte Region in das Königreich Bayern und dessen Rheinkreis. Vom 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Speyer an; aus diesem ging das Bezirksamt Speyer hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Speyer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Dudenhofen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den Landkreis Ludwigshafen am Rhein, der seit 2004 Rhein-Pfalz-Kreis heißt. 1972 wurde Dudenhofen Sitz der neu geschaffenen gleichnamigen Verbandsgemeinde. Seit 2014 ist der Ort Bestandteil der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen.

PolitikBearbeiten

 
Rathaus in Dudenhofen

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Dudenhofen besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5][6]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2019 6 8 4 2 2 22 Sitze
2014 4 12 2 2 2 22 Sitze
2009 4 12 2 2 2 22 Sitze
2004 3 12 3 2 2 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Dudenhofen

BürgermeisterBearbeiten

Der ehrenamtliche Ortsbürgermeister wird für fünf Jahre direkt gewählt. Seit 2009 amtierte Peter Eberhard (CDU). Er wurde 2019 von Jürgen Hook (SPD) abgelöst.[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau ein silbernes Kreuz, dessen oberer Arm verlängert und zu einer stilisierten Krümme rechtshin ausgezogen ist.“[8]
Wappenbegründung: Es wurde 1962 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1744. Jedoch wurde das „krumme creutz“ bereits um 1715 auf Dudenhofener Grenzsteinen verwendet. Zuvor war das Wappen schon 1845 eingeführt worden, allerdings mit den willkürlich festgelegten Farben Schwarz und Silber. Da der Ort lange zum Hochstift Speyer gehörte, wurden nun dessen Farben Silber und Blau gewählt. Die Flagge ist von Blau und Weiß geviert.

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Partnergemeinde von Dudenhofen ist seit 1974 die Südtiroler Gemeinde Martell.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

 
Denkmalgeschützte St.-Gangolf-Kirche

Vor Ort befinden sich insgesamt elf Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die St.-Gangolf-Kirche.

NaturBearbeiten

Das Naturschutzgebiet Woogwiesen erstreckt sich teilweise über das Gemeindegebiet. Einziges Naturdenkmal vor Ort sind die Rosskastanien mit Steinkreuz und Anlage. Innerhalb der Gemeinde existiert zudem ein 97 Hektar großes Gebiet, das als DBU-Naturerbefläche deklariert wurde.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Dudenhofen besaß ab 1921 einen Bahnhof an der 1956 stillgelegten Lokalbahn Speyer–Neustadt. Mittlerweile führt die von PalatinaBus betriebene Buslinie 507 durch den Ort und schafft eine Verbindung nach Neustadt sowie Speyer. Mitten durch den Ort führen die Bundesstraße 39 und die Landesstraße 537.

InstitutionenBearbeiten

Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt Dudenhofen deren Verwaltung. Zudem existiert vor Ort die Regionale Schule Dudenhofen/Römerberg.

SportBearbeiten

 
Radrennbahn Dudenhofen

Bekannt ist Dudenhofen für seine Radrennbahn, genannt die „Badewanne“. Seit 2000 ist diese Austragungsort der Internationalen Vier-Bahnen-Tournee. Zudem existiert vor Ort der FV Dudenhofen.

KinderhospizBearbeiten

In Dudenhofen befindet sich das einzige Kinderhospiz in Rheinland-Pfalz. 2015 wurde ein Erweiterungsbau eingeweiht.

TourismusBearbeiten

Am östlichen Rand des Siedlungsgebiets befindet sich die 2005 eingeweihte PWV-Hütte Im Bolig. Durch die Gemeinde verlaufen außerdem der Radweg Vom Rhein zum Wein und der mit einem roten Kreuz markierte Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz.

PersönlichkeitenBearbeiten

Töchter und Söhne der GemeindeBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Werner Adler (* 1946), ehemaliger Bundesliga-Fußballspieler, war Trainer beim FV Dudenhofen.
  • Jürgen Creutzmann (* 1945), von 1989 bis 2009 Mitglied im Landtag Rheinland-Pfalz, von 2001 bis 2006 Vizepräsident des Landtags und von 2009 bis 2014 Mitglied im Europaparlament. Seit 40 Jahren Mitglied im Verbandsgemeinderat in Dudenhofen
  • Edward Duyker (* 1955), australischer Schriftsteller und Historiker. Schrieb in seiner Biografie François Péron über die Besetzung Dudenhofens im Jahr 1793.
  • Jan van Eijden (* 1976), ehemaliger Bahnradsportler, Olympiastarter in Sydney 2000, Trainer der britischen Bahnrad-Nationalmannschaft. Er startete als Aktiver für den RV 08 Dudenhofen.
  • Isidor Markus Emanuel (1905–1991), katholischer Theologe, Bischof von Speyer, war Kaplan in Dudenhofen.
  • Georg Gölter (* 1938), Politiker, ehemaliger Kultusminister von Rheinland-Pfalz, lebt in Dudenhofen.
  • Uli Gsell (* 1967), Bildhauer mit Werk auf dem Skulpturenweg in Dudenhofen.
  • Clemens Körner (* 1959), Politiker, ehemaliger Verbandsbürgermeister Dudenhofens, Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises.
  • Johannes Kriebitzsch (1857–1938), Glasmaler, gestaltete die Fenster von St. Gangolf in Dudenhofen.
  • Theodor Nauerz (1909–2007), katholischer Theologe, NS-Verfolgter, war Kaplan in Dudenhofen.
  • Johannes Pfeiffer (1886–1965), katholischer Theologe, Professor an der Universität Santiago de Chile, war zuvor Pfarrer in Dudenhofen.
  • Paul Schädler (* 1930), Politiker, ehemaliger Landrat und Regierungspräsident von Rheinhessen-Pfalz, lebt in Dudenhofen
  • Michael Scheurer (* 1975), ehemaliger Bahnradsportler, deutscher Meister, startete für den RV 08 Dudenhofen.
  • Niels Schlotterbeck (* 1967), ehemaliger Bundesliga-Fußballspieler, war Spielertrainer beim FV Dudenhofen.
  • Olaf Schmäler (* 1969), ehemaliger Bundesliga-Fußballspieler, war Jugendtrainer beim FV Dudenhofen.
  • Meinolf Schmid, Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz
  • Werner Schramm (1933–2004), evangelischer Theologe, Kirchenpräsident der Protestantischen Landeskirche der Pfalz, starb in Dudenhofen.
  • Nikolaus von Weis (1796–1869) katholischer Theologe, Bischof von Speyer, war Pfarrer in Dudenhofen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Dudenhofen – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2020 liegt vor.]. S. 104 (PDF; 2,2 MB).
  4. Gemeinde Dudenhofen, abgerufen am 4. März 2014.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Ergebnisse der Direktwahlen in der VG Römerberg-Dudenhofen beim Landeswahlleiter
  8. Fritz Klotz: Ortsgeschichte der Gemeinde Dudenhofen/Pfalz. 1964.
  9. Dudenhofen, Partnerschaften