Hauptmenü öffnen

Die Tagespost trägt den Untertitel Katholische Wochenzeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur und ist eine wöchentlich im Johann Wilhelm Naumann Verlag in Würzburg erscheinende Zeitung. Sie hieß bis zum 1. April 1999 Deutsche Tagespost. Das Blatt erschien dreimal wöchentlich, die Samstagsausgabe mit leichten Veränderungen und Beilage der wöchentlichen Allgemeine Sonntagszeitung. Seit Januar 2018 erscheint Die Tagespost ausschließlich als 32 Seiten starke Wochenzeitung und kostenpflichtige Onlineausgabe.

Die Tagespost
Logo
Beschreibung Katholische Wochenzeitung
Sprache Deutsch
Verlag Johann Wilhelm Naumann Verlag GmbH
Erstausgabe 1948
Erscheinungsweise donnerstags
Verkaufte Auflage 11.032 Exemplare
(IVW Q1/2019)
Verbreitete Auflage 11.839 Exemplare
(IVW Q1/2019)
Chefredakteur Oliver Maksan
Herausgeber Msgr. Günter Putz
Weblink www.die-tagespost.de

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit ihrer Erstausgabe vom 28. August 1948 erschien die Zeitung unter dem Namen Augsburger Tagespost. Sie war die erste konfessionell ausgerichtete Zeitung in der amerikanischen Besatzungszone. Der Gründer Johann Wilhelm Naumann hatte zuvor seinen Lizenzanteil an der Schwäbischen Landeszeitung aufgegeben. Die Augsburger Tagespost wurde Ende 1949 wieder eingestellt. 1951 zog der Verlag von Augsburg nach Regensburg, wo die Zeitung von nun an als Deutsche Tagespost erschien und sich als überregionale katholische Zeitung für den deutschsprachigen Raum verstand.[1] Seit 1955 ist Würzburg der Sitz des Verlages und der Erscheinungsort der Zeitung.

Bis 1993 war der Johann Wilhelm Naumann Verlag, in dem die Zeitung erscheint, im Besitz der Familie des Gründungsverlegers. 1993 wurde der Verlag von der katholischen Echter-Gruppe gekauft. Mit Übernahme der Anteile von Echter ist seit November 2017 die Johann-Wilhelm-Naumann-Stiftung Alleineigentümerin der Zeitung.[2][3]

Seit dem 4. Januar 2018 erscheint die Zeitung in rubrikmäßig veränderter Form als Wochenzeitung donnerstags und zusätzlich neu mit tagesaktueller Online-Redaktion, nachdem ihr weiteres Erscheinen durch die Spendensammelaktion „Rettet die Tagespost“ sichergestellt worden war. Damals erschien die Zeitung nach eigenen Angaben mit rund 9.500 Exemplaren.[4]

Inhalt und Ausrichtung

Die Tagespost ist die einzige überregionale katholische Zeitung im deutschsprachigen Raum. Sie dokumentiert unter anderem päpstliche Lehrschreiben und Verlautbarungen und informiert ihre Leser regelmäßig über Stellungnahmen des Vatikans und anderer kirchlicher Stellen zu aktuellen innerkirchlichen und politischen Fragestellungen. Das Blatt ist kirchenpolitisch konservativ ausgerichtet;[5] wird oft als „rechtskatholisch“[6][7] eingeordnet oder als Zeitung „mit rechten Tendenzen“[8] apostrophiert. Wichtige Mitarbeiter werden dem Opus Dei zugerechnet,[9][10] mit dem die Zeitung seit Jahrzehnten verbunden sein soll.[11] Vorsitzender der Eigentümerstiftung ist Norbert Neuhaus (CDU), ein ehemaliger Trierer Wirtschaftsdezernent und Vizebürgermeister, der ebenfalls Opus-Dei-Mitglied ist und von 2004 bis 2006 Generalsekretär des kirchlichen Hilfswerks Kirche in Not International war. Er ist auch Mitherausgeber des Vatican Magazins.[2][12][13][14]

Herausgeber (Auswahl)

Chefredakteure

  • Ferdinand Römer (von 1955 bis 1998 Chefredakteur)
  • Guido Horst (von 1998 bis 2006 Chefredakteur)
  • Markus Reder (von 2006 bis 2016 Chefredakteur)
  • Oliver Maksan (seit 1. Juli 2016 Chefredakteur)[15]

Autoren

Nachfolgend eine Auswahl regelmäßig tätiger Autoren der Tagespost:

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Alois Knoller, Brigitte Schürmann: Augsburger Tagespost. In: Augsburger Stadtlexikon.de. 1. März 2011.
  2. a b Unabhängig und selbstbestimmt. In: Die Tagespost, 3. November 2017, abgerufen im März 2019.
  3. Informationen zur Johann-Wilhelm-Naumann-Stiftung. In: Die Tagespost, 19. Dezember 2018, abgerufen im April 2019.
  4. Jennifer Adam: Spender retten katholische Wochenzeitung. In: Pro – Christliches Medienmagazin. 3. Januar 2018.
  5. Thomas Seiterich: Soll der Reformpapst niedergemacht werden? In: katholisch.de. 6. Januar 2017, abgerufen am 30. Dezember 2018.
  6. Wahrhaftige Unterrichtung. In: Der Spiegel. 49/1985, 2. Dezember 1985, S. 116 f.
  7. Thomas Klatt: Streit um evangelisches Medienportal. In: Deutschlandfunk 5. Dezember 2017, abgerufen am 30. Dezember 2018.
  8. Liane Bednarz: Freiheit heißt in der AfD, politisch unkorrekt sein zu dürfen. In: Der Tagesspiegel. 11. Mai 2017, abgerufen am 30. Dezember 2018.
  9. David Neuhold: Franz Kardinal König – Religion und Freiheit. Ein theologisches und politisches Profil (= Studien zur christlichen Religions- und Kulturgeschichte). Kohlhammer, Stuttgart 2007, S. 147.
  10. Matthias Beier: Eugen Drewermann. Die Biografie. Patmos, Ostfildern 2017, ISBN 978-3-8436-0601-1, S. 368 f.
  11. Peter Hertel: Geheimnisse des Opus Dei. Geheimdokumente – Hintergründe – Strategien. 3. Auflage. Freiburg 1995, ISBN 3-451-04386-6, S. 27.
  12. Roland Morgen: Ein Mann für alle Fälle. In: Trierischer Volksfreund, 22. Februar 2010, abgerufen im März 2019.
  13. Dr. Norbert Neuhaus. Lebenslauf auf der Internetpräsenz des Forum Deutscher Katholiken, gesehen im März 2019.
  14. Martin Haidinger: Opus Dei – Das katholische Rätsel. In: ders. mit Heiner Boberski u. a.: Mächtig. Männlich. Mysteriös. Geheimbünde in Österreich. Ecowin Verlag, Salzburg 2005, ISBN 3-902404-16-7, S. 189–220 (hier: S. 199).
  15. Die Tagespost. 14. Mai 2016.