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Die Linke Niedersachsen
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Vorsitzende Heidi Reichinnek
Lars Leopold
Schatz­meister Hans-Georg Hartwig
Geschäfts­führer Christoph Podstawa[1]
Gründungs­datum 8. September 2007[2]
Gründungs­ort Hannover
Hauptsitz Goseriede 8
30159 Hannover
Landtagsmandate
0/137
Mitglieder­zahl 3.112 (Stand: 31. Dezember 2018)[3]
Website www.dielinke-nds.de

Die Linke Niedersachsen (Eigenschreibweise: DIE LINKE. Niedersachsen) ist der niedersächsische Landesverband der Partei Die Linke. Hauptsitz des Landesverbandes ist die Landeshauptstadt Hannover, in der ein Landesbüro besteht. Die Linke ist mit fünf niedersächsischen Abgeordneten im Bundestag und mit einer niedersächsischen Abgeordneten im Europaparlament vertreten.

GeschichteBearbeiten

Der Landesverband Die Linke Niedersachsen gründete sich auf ihrem Landesparteitag am 8. und 9. September 2007 aus dem Landesverband PDS Niedersachsen und dem Landesverband WASG Niedersachsen in Folge der Gründung der Partei Die Linke am 16. Juni 2007. Auf dem ersten Landesparteitag wurden Diether Dehm und Kreszentia Flauger zu den ersten Landesvorsitzenden der Partei gewählt.[4]

Im Zuge der Landtagswahl 2008 gelang der Linken mit 7,1 % und 11 Abgeordneten der Einzug in den Niedersächsischen Landtag. Die Landesvorsitzende Kreszentia Flauger wurde gemeinsam mit Manfred Sohn Fraktionsvorsitzende in einer Doppelspitze. Kurz nach dem Einzug in den Landtag wurde die Landtagsabgeordnete Christel Wegner, die als DKP-Mitglied über die Landesliste der Linken in den Landtag eingezogen ist, aufgrund einer umstrittenen Äußerung zum Mauerbau in der DDR aus der Linksfraktion ausgeschlossen und verblieb als fraktionsloses Mitglied im Landtag. Somit hatte Die Linksfraktion nur noch 10 Mitglieder.

Auf dem 2. Landesparteitag 2009 wurde Diether Dehm als Landesvorsitzender bestätigt. Die bisherige Co-Vorsitzende Kreszentia Flauger trat nicht mehr als Landesvorsitzende an. Grund war ihre Tätigkeit als Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion, auf die sie sich konzentrieren wollte. Neue Landesvorsitzende wurde die Osnabrückerin Giesela Brandes-Steggewentz.

Bei der Bundestagswahl 2009 konnte die Linke mit 11,2 % 76 Bundestagsmandate erringen. Dies war das bis dahin und auch bis heute höchste Wahlergebnis der Linken und ihrer Vorgängerin PDS. Die niedersächsische Linke profitierte davon, denn aus Niedersachsen zogen 6 Kandidaten in den Bundestag ein.

Der bisherige Landesvorsitzende Diether Dehm hatte auf dem 3. Landesparteitag 2010 nicht erneut kandidiert. Die Landesvorsitzende Giesela Brandes-Steggewentz wurde in ihrem Amt bestätigt. Neuer Landesvorsitzender wurde der Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im niedersächsischen Landtag, Manfred Sohn. Er verzichtete in der Folge auf den Fraktionsvorsitz, um sich auf seine neue Rolle als Landesvorsitzender zu konzentrieren. Für ihn wurde Hans-Henning Adler, neben der Fraktionsvorsitzenden Kreszentia Flauger, neuer Fraktionsvorsitzender im Landtag.

Erste Herausforderung für das neue Spitzenduo der niedersächsischen Linken wurde die erste Kommunalwahl seit der Gründung des Landesverbandes. In der Kommunalwahl 2011 erreichte die Partei niedersachsenweit 2,4 %.

Auf dem 4. Landesparteitag 2012 wurde der bisherige Landesvorsitzende Manfred Sohn wiedergewählt. Neue Co-Vorsitzende für die nicht mehr angetretene Giesela Brandes-Steggewentz wurde die Europaabgeordnete Sabine Lösing.

Bei der Landtagswahl 2013 verfehlte die Partei mit 3,1 % der abgegebenen Stimmen klar den Wiedereinzug in den Landtag und schied in der Folge aus dem Landtag aus. Infolge der verlorenen Landtagswahl gründete die Landespartei die sogenannte „Außerparlamentarische Fraktion“, kurz APF, die die Entwicklungen im Landtag kommentieren und als außerparlamentarische Opposition wirken sollte. Die Arbeit der APF kam im Laufe der Legislaturperiode des Landtages nahezu zum Erliegen.

Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte die Partei in Niedersachsen 5,0 % der gültigen Stimmen. Es zogen vier Abgeordnete der niedersächsischen Landesliste zur Bundestagswahl in den Bundestag ein.

Trotz des Bundestagswahlergebnisses konnte sich die Partei von der verlorenen Landtagswahl nicht erholen. So kam es zu innerparteilichen Streitigkeiten. Ein Zerwürfnis zwischen dem dominierenden Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Landesvorsitzenden Diether Dehm und dem amtierenden Landesvorsitzenden Manfred Sohn sorgte dafür, dass die Arbeit des Landesvorstandes nahezu zum erliegen kam. Auf der 1. Tagung des 5. Landesparteitages im Jahr 2015 kandidierte Manfred Sohn in der Folge nicht erneut und zog sich aus der aktiven Politik zurück. Auch Sabine Lösing stand für eine erneute Kandidatur zum Landesvorsitz nicht zur Verfügung. Auf dem Parteitag wurden schließlich der Bundestagsabgeordnete Herbert Behrens und Anja Stoeck zu den neuen Landesvorsitzenden gewählt. Sie konnten die Landespartei wieder aufrichten.[5]

In die Amtszeit des Spitzenduos Behrens-Stoeck fiel auch die erste Bewährungsprobe für die Linke auf kommunaler Ebene. Bei der Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016 konnte die Linke mit niedersachsenweit 3,3 % ein Plus von 0,9 % gegenüber 2011 verzeichnen.

Bei der Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl 2017 wurde der Landesvorsitzende Herbert Behrens, der seit 2009 im Bundestag saß, nicht mehr auf die Landesliste gewählt. In der Folge kündigte er an, nicht erneut zum Landesvorsitz zu kandidieren.

Am 4. und 5. März 2017 wurde die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Pia Zimmermann neben der bisherigen Landesvorsitzenden Anja Stoeck, die wiedergewählt wurde, zur Landesvorsitzenden gewählt, womit erstmals in der Geschichte der Parte „Die Linke“ eine weibliche Doppelspitze einen Landesverband führt.

Bei der Landtagswahl 2017 verfehlte die Partei mit 4,6 % der abgegebenen Stimmen knapp den Einzug in den Landtag.

Im Juni 2018 trat Pia Zimmermann von ihrem Amt als Landesvorsitzende zurück.[6] Als Nachfolger wurde im September 2018 Lars Leopold gewählt.[7]

LandesvorsitzendeBearbeiten

Amtszeit Landesvorsitzende/r Landesvorsitzende
2007–2009 Diether Dehm Kreszentia Flauger
2009–2010 Diether Dehm Giesela Brandes-Steggewentz
2010–2012 Manfred Sohn Giesela Brandes-Steggewentz
2012–2015 Manfred Sohn Sabine Lösing
2015–2017 Herbert Behrens Anja Stoeck
2017–2018 Pia Zimmermann Anja Stoeck
2018–2019 Lars Leopold Anja Stoeck
seit 2019 Lars Leopold Heidi Reichinnek

LandesvorstandBearbeiten

Auf der 1. Tagung des 6. Landesparteitages wählten die Delegierten einen 19-köpfigen Landesvorstand. Dieser besteht aus folgenden Mitgliedern:

Funktion Mitglied Alter Wohnort
Landesvorsitzende/r Pia Zimmermann 60 Wolfsburg
Landesvorsitzende Anja Stoeck 50 Winsen (Luhe)
Landesgeschäftsführer Michael Braedt 65 Langenhagen
Landesschatzmeister Hans-Georg Hartwig 63 Braunschweig
stellvertretender Landesschatzmeister Lars Büttner 27 Bohmte
Landesvorstandsmitglied Ursula Weisser-Roelle 64 Braunschweig
Landesvorstandsmitglied Rita Krüger 65 Hildesheim
Landesvorstandsmitglied Agnes Hasenjäger 66 Hannover
Landesvorstandsmitglied Stine Rummel-Strebelow 36 Rosdorf
Landesvorstandsmitglied Sandra Gülk 48 Gusborn
Landesvorstandsmitglied Viktoria Kretschmer 41 Nienburg
Landesvorstandsmitglied Behiye Uca 45 Celle
Landesvorstandsmitglied Thorben Peters 29 Lüneburg
Landesvorstandsmitglied Lars Leopold 39 Eime
Landesvorstandsmitglied Thomas Bartsch 56 Nordenham
Landesvorstandsmitglied Mizgin Ciftci 25 Osterholz-Scharmbeck
Landesvorstandsmitglied Hans-Henning Adler 67 Oldenburg
Landesvorstandsmitglied Stephan Hormann 32 Hameln
Jugendpolitische Sprecherin Fatima Ortac 21 Hannover

LandtagsfraktionBearbeiten

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen 2008 gelang der Landespartei mit 7,1 % der Einzug in den niedersächsischen Landtag. Die Linke war seitdem mit 11 Abgeordneten im Niedersächsischen Landtag vertreten, von denen eine Abgeordnete, die als Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei über die Landesliste der Linken gewählt wurde, aus der Linksfraktion ausgeschlossen wurde. Somit hatte Die Linke nur noch 10 Landtagsabgeordnete. Am Ende der Periode, kurz vor der Landtagswahl, trat die SPD-Landtagsabgeordnete Sigrid Leuschner zur Linksfraktion über. Somit hatte Die Linke am Ende der Wahlperiode nun wieder 11 Landtagsabgeordnete.

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen 2013 verfehlte die Linke den Einzug in den Landtag, da sie an der 5%-Hürde scheiterte. Mit einer am 20. und 21. Mai 2017 auf einer Landesvertreter/innen-Versammlung in Braunschweig aufgestellten Landesliste von 21 Kandidat/innen versuchte sie erneut den Wiedereinzug in den Landtag schaffen, was ihr aber nicht gelang. Sie ging u. a. mit folgenden Kandidat/innen in den Landtagswahlkampf:

Listenplatz KandidatIn Wohnort Bemerkung
1 Anja Stoeck Winsen (Luhe) Spitzenkandidatin in einer Doppelspitze mit Hans-Henning Adler

Landesvorsitzende seit 2015

2 Hans-Henning Adler Oldenburg (Oldb) Spitzenkandidat in einer Doppelspitze mit Anja Stoeck

Landtagsabgeordneter 2008–2013

Fraktionsvorsitzender im Landtag 2010–2013

3 Ursula Weisser-Roelle Braunschweig Landtagsabgeordnete 2008–2013
4 Herbert Behrens Osterholz-Scharmbeck Bundestagsabgeordneter 2009–2017

Landesvorsitzender 2015–2017

Niedersächsische Abgeordnete im Deutschen BundestagBearbeiten

Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte Die Linke 9,2% der Zweitstimmen und erhielt damit 69 von 709 Mandaten. In Niedersachsen konnte Die Linke bei der Bundestagswahl von 5,0% im Jahr 2013 auf 7,0% zulegen. Damit sind im niedersächsischen Landesverband der Linken nun 5 statt bisher nur 4 Abgeordnete über die Landesliste in den Bundestag eingezogen. Die Linke Niedersachsen wird von den folgenden Abgeordneten im Bundestag vertreten (nach Listenplatz geordnet):

Niedersächsische Abgeordnete im EuropaparlamentBearbeiten

Im Europaparlament war Die Linke in Niedersachsen mit einer Europaabgeordneten vertreten. Von 2009 bis 2019 war die ehemalige Landesvorsitzende Sabine Lösing aus Niedersachsen Mitglied des Europäischen Parlaments und vertrat dort die niedersächsische Linkspartei in der GUE/NGL-Fraktion des Europäischen Parlamentes. 2014 wurde Sabine Lösing wiedergewählt[8] und schied 2019 aus.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Linkspartei wird jünger, rebellischer und auch unberechenbarer. Rundblick Niedersachsen, 3. März 2019, abgerufen am 18. August 2019.
  2. Die Linke. Niedersachsen gegründet. (Memento des Originals vom 4. April 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/die-linke-bs.de In: die-linke-bs.de, 11. September 2007, abgerufen am 4. April 2017.
  3. welt: SPD und CDU verlieren Mitglieder. welt, 21. Januar 2019, abgerufen am 29. Januar 2019.
  4. http://www.dielinke-nds.de/fileadmin/user_upload/_temp_/Landessatzung_NI_Stand_Februar_2015.pdf
  5. Anja Stoeck und Herbert Behrens führen Linkspartei in Niedersachsen. In: Welt.de. Abgerufen am 5. April 2017.
  6. Landesvorsitzende Pia Zimmermann zurückgetreten. In: Hannoversche Allgemeine. Abgerufen am 10. September 2018.
  7. Lars Leopold wird neuer Co-Vorsitzender der Linken. In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 10. September 2018.
  8. DIE LINKE. Landesverband Niedersachsen: Europaparlament. In: dielinke-nds.de. Abgerufen am 4. April 2017.