Hauptmenü öffnen

UnternehmensstrukturBearbeiten

Nach Gründung der DB Regio 1996 wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends die zentral angelegte Organisationsstruktur des Geschäftsbereichs geändert und neun regionale Organisationseinheiten aufgebaut. 2001 entstand DB Regio Bayern somit aus der Zusammenfassung der bis dahin getrennt arbeitenden Bereiche Nordbayern und Südbayern sowie dreier Busgesellschaften. Unter einer gemeinsamen Regionalleitung (für Schienen- und Busverkehr) wurden zunächst fünf regionale Einheiten geschaffen: Verkehrsbetrieb Nord, Verkehrsbetrieb Süd, Verkehrsbetrieb Ost, Mittelstandsoffensive Mühldorf und die S-Bahn München GmbH sowie im Rahmen der Mittelstandsoffensive Mühldorf die Südostbayernbahn geschaffen.[1] Um auf aktuelle Entwicklungen am Fahrgastmarkt zeitnah reagieren zu können, wurde 2004 die Struktur erneut überarbeitet und die bestehenden regionalen Einheiten (mit Ausnahme der heute zu DB RegioNetze gehörenden Südostbayernbahn) neu aufgeteilt und in fünf operativ arbeitende RegioBahnen umgewandelt.

Bis zum 31. September 2010 hießen die RegioBahnen in Bayern:

Seit dem 1. Oktober 2010 heißen diese RegioBahnen, nach einer zentralen Vorgabe in fünf regionalen Verkehrsbetrieben (RVB).

  • (RVB) Franken (aus DB Regio Mittel- und Unterfranken)
  • (RVB) Nordostbayern (aus DB Regio Oberfranken und den nördlichen Teilen von DB Regio Ostbayern)
  • (RVB) Allgäu-Schwaben (aus DB Regio Bayerisch-Schwaben und Allgäu)
  • (RVB) Oberbayern (aus DB Regio Oberbayern und den südlichen Teilen von DB Regio Ostbayern)
  • (RVB) S-Bahn München

Am 1. Januar 2017 wurde DB Regio in Bayern neu strukturiert. Die bisher einzeln geführten Verkehrsbetriebe wurden dabei aufgelöst und alle gesamt unter dem Namen DB Regio Bayern betrieben. Die S-Bahn München wird dabei komplett aus dem Bereich der Regio Bayern ausgegliedert und ist ab dem 1. Januar 2017 der DB-Konzernzentrale unterstellt. Die früheren vier Angebotsnamen der Regionen, Allgäu-Schwaben, Franken, Nordostbayern und Oberbayern werden nicht mehr verwendet, nur die Standorte Augsburg/Kempten, Nürnberg/Würzburg, Hof und München blieben unverändert bestehen.

FahrgastentwicklungBearbeiten

DB Regio Bayern befördert an einem durchschnittlichen Werktag rund 1,1 Millionen Fahrgäste. Davon entfallen auf die S-Bahn München rund 780.000 Fahrgäste. Seit der flächendeckenden Einführung des Bayern-Takts im Jahr 1996 stiegen die Fahrgastzahlen um rund 25 % an. Neben dem Einsatz neuer Züge und Angebotsausweitungen ist hierfür maßgeblich der flächendeckende Taktverkehr ausschlaggebend. Auf nahezu allen Hauptverkehrsstrecken gilt seit 1996 ein Stundentakt. Auf einzelnen Nebenstrecken verkehren Züge im Zweistunden-Rhythmus. Um Anschlussverbindungen an Knotenbahnhöfen zu realisieren wurde ein integraler Taktfahrplan mit einzelnen Korrespondenzhalten an Knotenbahnhöfen realisiert. Der integrale Taktfahrplan geht in diesem Fall von stündlichen Verbindungen zur selben Taktlage aus. Zur vollen oder halben Stunde erreichen möglichst viele Züge einen bestimmten Knotenpunkt, um bestmögliche Anschlussverbindungen zu weiteren Zügen mit kurzen Umsteigezeiten zu realisieren. Korrespondenzhalte ermöglichen zudem den Umstieg zwischen Zügen mit vielen Umsteigebeziehungen am selben Bahnsteig. Das Verkehrsvolumen im bayerischen Nahverkehr wurde im Zeitraum zwischen 1996 und 2006 um rund 18 % ausgeweitet.

VerkehrsdurchführungsvertragBearbeiten

2003 schloss DB Regio Bayern einen Verkehrsdurchführungsvertrag mit der BEG über eine vertragliche Laufzeit von zehn Jahren ab. Darin sind u. a. das Leistungsvolumen (rund 97,5 Mio. Zugkilometer), die Einnahmen durch Bestellerentgelte sowie die Investitionen seitens DB Regio Bayern in die Anschaffung neuer Fahrzeuge geregelt. Des Weiteren ist darin die Ausschreibung eines bestimmten Volumens an verkehrlichen Leistungen festgeschrieben. Demnach können von 2003 bis 2013 insgesamt 30 % des Gesamtverkehrsvolumens in Bayern von der BEG öffentlich ausgeschrieben und neu vergeben werden. Für die S-Bahn München und die von DB Regio Franken betriebene S-Bahn Nürnberg wurden Verkehrsdurchführungsverträge bis zum Jahr 2017 abgeschlossen. Grund hierfür sind hohe Investitionen in neue Fahrzeuge. So wurde der Fuhrpark der S-Bahn München in den letzten Jahren komplett auf neue Triebzüge der Baureihe 423 umgestellt. Im Rahmen der Erweiterung des Nürnberger S-Bahn Netzes werden auch dort neue Triebzüge angeschafft, die z. T. die Altbaufahrzeuge ersetzen werden.

Gewonnene AusschreibungenBearbeiten

DB Regio Bayern ging bisher bei acht von insgesamt 18 Ausschreibungen der BEG als Sieger hervor. Im Zeitraum zwischen 2003 und 2007 konnte DB Regio Bayern sechs von elf Ausschreibungen gewinnen. Dies entspricht einer Verkehrsleistung von rund 20,51 Millionen Zugkilometer pro Jahr und einem Anteil von 60 % gemessen am Gesamtvolumen aller Ausschreibungen zwischen 2003 und 2007.

München–Passau (Donau-Isar-Express)Bearbeiten

Auf dieser Strecke kommen 12 neue Triebzüge der Baureihe 440 zum Einsatz. Der vom Hersteller Alstom als Coradia Continental bezeichnete Triebzug verfügt über niveaugleiche Einstiegsbereiche, ein neuartiges visuelles Fahrgastinformationssystem, durchgängig begehbare Viertelzüge, Klimaanlagen und Mehrzweckbereiche speziell für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste und Kunden mit Fahrrädern. Dabei wurde das Zugangebot auf der Strecke auf einen durchgängigen Stundentakt vom frühen Morgen bis zum Abend verdichtet.

D-Netz Nürnberg (Mittelfrankenbahn)Bearbeiten

Seit dem 14. Dezember 2008 kommen auf den nicht elektrifizierten Eisenbahnstrecken rund um Nürnberg (Nürnberg Nordost – Gräfenberg, Nürnberg – Simmelsdorf/ Neuhaus, Fürth–Markt Erlbach, Fürth–Cadolzburg und Neustadt a.d. Aisch–Rothenburg o.d. Tauber) neue dieselbetriebene Triebzüge der Baureihe VT 648.3 zum Einsatz. Ein übersichtliches Raumangebot, niveaugleiche Einstiege, ein visuelles Fahrgastinformationssystem und ein Mehrzweckabteil kennzeichnen die Fahrzeuge. Bei Alstom bestellte DB Regio Bayern 27 der vom Hersteller als LINT 41 bezeichneten Züge. Ursprünglich plante die BEG durch ein Flügelkonzept umsteigefreie Direktverbindungen von Nürnberg nach Markt Erlbach und Rothenburg o.d. Tauber zu schaffen. Dabei war vorgesehen die mit mehreren Zugteilen ab Nürnberg verkehrenden Züge im Bahnhof von Siegelsdorf zu flügeln und einen Zugteil Richtung Markt Erlbach, den anderen Richtung Neustadt a.d. Aisch/ Rothenburg o.d Tauber fahren zu lassen. Zugleich wurden jedoch die Planungen zum Bau des Bahnhofs Neustadt a.d. Aisch Mitte vorangetrieben. Wegen des Fahrzeitverlusts durch den zusätzlichen Halt in Verbindung mit der hohen Streckenauslastung zwischen Fürth und Neustadt (Aisch) war das ursprüngliche auf Dieselfahrzeugen basierende Flügelungskonzept nicht mehr möglich. Aus diesem Grund wurde dazu übergegangen, die Regionalbahnen von Nürnberg bis Neustadt a.d. Aisch mit neuen elektrischen Triebzügen der Baureihen 440 zu betreiben. Diese Züge kommen seit Juni 2010 zum Einsatz. Alle im D-Netz Nürnberg verkehrenden Zugverbindungen firmieren unter dem Produktnamen Mittelfrankenbahn. Bei einer 2007 durchgeführten Marktforschung wählten Fahrgäste unter einer Auswahl von mehreren Produktnamen diese Bezeichnung mehrheitlich aus. Aufgrund der Zulassungsprobleme der neuen Fahrzeuge, analog zum Donau-Isar-Express konnte der geplante Einsatz der ET 440 erst zum kleinen Fahrplanwechsel am 13. Juni 2010 erfolgen. Bis dahin wurden die bekannten Modus-Wagen, weitgehend mit zwei Lokomotiven bespannt eingesetzt.

E-Netz Augsburg (Fugger-Express)Bearbeiten

In der Ausschreibung des E-Netz Augsburg (Elektrische Eisenbahnstrecken im Raum Augsburg) bündelte die BEG die Strecken von München über Augsburg nach Ulm, von München über Augsburg nach Donauwörth/ Treuchtlingen und die Relation Donauwörth – Aalen. Der Vertrag zur Durchführung der Verkehre auf diesen Relationen hat eine Laufzeit von Dezember 2008 bzw. Dezember 2009 für die Strecke Donauwörth – Aalen bis zum Dezember 2019. Beim Schienenfahrzeughersteller Alstom bestellte DB Regio Bayern 37 neue Triebzüge der Baureihe ET 440. Die ab Dezember 2009 bzw. Dezember 2010 auch auf den Relationen München – Passau und Nürnberg- Neustadt a.d. Aisch sowie im E-Netz Würzburg verkehrenden Züge kommen deutschlandweit erstmals im E-Netz Augsburg zum Einsatz. Durch die Ausschreibung werden in der Bedienung der Strecke einige signifikante Verbesserungen umgesetzt. Zwischen Augsburg und München wird vom frühen Morgen bis etwa 21:00 Uhr ein Halbstundentakt angeboten und im Abschnitt Augsburg – Gessertshausen erhöht sich das Angebot auf 4 Züge pro Stunde im Berufsverkehr. Zwischen Augsburg und Meitingen verkehren seit dem 14. Dezember 2008 drei Züge pro Stunde und Richtung im Berufsverkehr und zwischen Augsburg und Dinkelscherben besteht von Montag bis Freitag ein ganztägiger Halbstundentakt. Der Regio-Schienen-Takt soll das Angebot im Schienenpersonennahverkehr rund um Augsburg verdichten und mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Vor Aufnahme des regulären Fahrgastbetriebs zum 14. Dezember 2008 teilte der Hersteller Alstom DB Regio Bayern jedoch mit, dass es zu Verzögerungen bei der Zulassung der neuen Regionalzüge kommen wird. Aus diesem Grund nahm DB Regio Bayern den Betrieb im E-Netz Augsburg zunächst mit den bereits auf den Strecken verkehrenden Altbauserienzügen auf. Zusätzlich kommen weitere Züge zum Einsatz, um den neuen Taktverkehr umzusetzen. Alle Verbindungen im E-Netz Augsburg firmieren unter dem Produktnamen Fugger-Express. Seit 13. Dezember 2009 wird der Verkehr planmäßig mit ET 440 erbracht. In der nächsten Stufe ist zum Fahrplanwechsel 2010/11 vorgesehen auch die Züge nach Aalen in das Flügelkonzept aufzunehmen.

E-Netz Franken (Franken-Thüringen-Express)Bearbeiten

Die Ausschreibung E-Netz Franken umfasst den stündlichen Regional-Express von Nürnberg über Bamberg, Lichtenfels und Coburg nach Sonneberg (Thüringen). Zum Einsatz kommen Triebzüge der Baureihe 442 (Bombardier Talent 2).

D-Netz Augsburg I (Kneipp-Lechfeld-Bahn)Bearbeiten

Im D-Netz Augsburg I werden die beiden Strecken von Augsburg nach Landsberg am Lech und Bad Wörishofen gebündelt. Der Verkehrsvertrag läuft von Dezember 2007 bis Dezember 2017. DB Regio Bayern bedient die Strecken mit Dieseltriebwagen der Baureihe 642. Die Verbindungen firmieren unter der Produktbezeichnung Kneipp-Lechfeld-Bahn und werden teilweise in Doppeltraktion gefahren.

Regionalverkehr ABS/ NBS Nürnberg – München (München-Nürnberg-Express, Allersberg-Express)Bearbeiten

Bei den Planungen zum Bau der Schnellfahrstrecke Nürnberg – Ingolstadt wurde ein Betriebskonzept zur Umsetzung eines schnellen Regionalverkehrs von Nürnberg über Ingolstadt nach München mit aufgenommen. Dabei sollte die Gemeinde Allersberg nach Jahrzehnten ohne Anschluss an den Schienenpersonenverkehr über einen neu zu erbauenden Bahnhof entlang der Neubaustrecke wieder direkt mit der Bahn anzufahren sein. Ein weiterer Halt auf der Schnellfahrstrecke entstand bei Kinding. Auch diese Gemeinde erhielt nach mehreren Jahrzehnten wieder einen direkten Anschluss an den Schienenpersonennahverkehr. Um den durch den Bau der Schnellfahrstrecke erzielten Zeitgewinn bei Fernzügen zwischen Nürnberg und München (rund 40 Minuten beim Vergleich zur Fahrt über Augsburg) nicht zu schmälern, galt es, konfliktfreie Trassenbeziehungen zwischen den bis zu 300 km/h schnellen Fernverkehrszügen und den bis dato bis maximal Tempo 160 km/h zugelassenen Regionalzügen zu realisieren. DB Regio Bayern bewarb sich daher mit IC-Wagengarnituren bei der BEG, um den Zuschlag für die Ausschreibung zu erhalten. Das Konzept sieht vor, mit druckertüchtigten, 200 km/h schnellen IC-Wagen einen Zweistunden-Takt zwischen den Hauptbahnhöfen von München und Nürnberg zu realisieren. Diese Verbindungen firmieren unter dem Produktnamen München-Nürnberg-Express. Zwischen Allersberg und Nürnberg Hbf kann auf Grund der relativ geringen Entfernung ein Stundentakt in zeitlich versetzter Lage zum München-Nürnberg-Express mit modernisierten Bn-Wagen mit Tempo 140 km/h realisiert werden. Diese Züge erhielten die Produktbezeichnung Allersberg-Express und werden mittlerweile mit der BR 111 bespannt, nachdem die ursprünglich eingesetzte BR 112 vollständig aus Bayern abgezogen wurde. Zwischen Ingolstadt und München verkehren zudem ebenfalls RegionalExpress Züge als Taktverstärker mit maximal zehn IC-Wagengarnituren. Der planmäßige Fahrgastbetrieb des München-Nürnberg-Express und Allersberg-Express wurde mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 aufgenommen. Im Abschnitt München – Nürnberg kommen sechs mit einer Lok der Baureihe 101 bespannten IC-Wagenzüge zum Einsatz. Unterwegs bedienen die Züge die Bahnhöfe Allersberg (Rothsee), Kinding, Ingolstadt Nord, Ingolstadt Hauptbahnhof, Rohrbach, Pfaffenhofen (Ilm) und Petershausen (Obb) (von einzelnen Zügen wird dieser Halt nicht angefahren). Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h handelt es sich beim München-Nürnberg-Express um den schnellsten Regionalverkehr in Deutschland. Während der Fahrt wird die Höchstgeschwindigkeit auf der Schnellfahrstrecke von der Abzweigung Nürnberg-Reichswald (bei Feucht) bis kurz vor Einfahrt in den Auditunnel (vor Ingolstadt Nord) und auf der Ausbaustrecke von Petershausen bis München-Allach erreicht. Die Züge des München-Nürnberg-Express werden von Berufspendlern ebenso wie von Freizeitsportlern auf Grund des nahe liegenden Altmühltales sehr gut angenommen.

E-Netz Würzburg (Mainfrankenbahn)Bearbeiten

Die Ausschreibung des E-Netz Würzburg umfasst die elektrifizierten Strecken von Würzburg nach Nürnberg, Schlüchtern / Lohr (Main), Schweinfurt/ Bamberg und Ansbach/ Treuchtlingen. Die Betriebsaufnahme durch DB Regio Bayern erfolgt in zwei Etappen. Ab Dezember 2009 werden auf der Regional -Express-Linie Würzburg-Nürnberg und auf der Regionalbahn-Linie Würzburg-Kitzingen neue Triebzüge der Baureihe 440 eingesetzt. Ein Jahr später befahren diese Züge auch die übrigen Strecken als Regionalbahnen. Für den Betrieb des E-Netz Würzburg bestellt DB Regio Bayern insgesamt 27 dieser Triebzüge. Der Vertrag besitzt für alle Strecken eine Gültigkeit bis Dezember 2021. Aufgrund von Zulassungsproblemen mit den Fahrzeugen der Baureihe 440 verzögerte sich jedoch der Einsatz der neuen Fahrzeuge. In einem Ersatzkonzept verkehrten hier bis zur Zulassung und Auslieferung der Baureihe 440 weiterhin n-Wagen und Modus-Wagen mit Baureihe 111. Zur Freisetzung der benötigten Lokomotiven (auch für die Strecke München–Passau) wurden Loks der Baureihe 185 von MRCE Dispolok angemietet. Diese kommen auf der Strecke Würzburg – Frankfurt am Main mit n-Wagen zum Einsatz. Seit 13. Juni 2010 verkehren in der ersten Betriebsstufe zwischen Würzburg und Nürnberg die neuen ET 440 als RE, sowie zwischen Würzburg und Kitzingen als RB.

Werdenfels (Werdenfelsbahn)Bearbeiten

Die Ausschreibung Werdenfels umfasst den gesamten Regionalverkehr auf den Strecken München – Garmisch-Partenkirchen – Mittenwald – Innsbruck, Tutzing – Kochel, Murnau – Oberammergau und Garmisch-Partenkirchen – Reutte in Tirol. Die Betriebsaufnahme erfolgte zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013. Zum Einsatz kommen Triebzüge der Baureihe 442 (Bombardier Talent 2). Im grenzüberschreitenden Verkehr werden die von Mittenwald über Seefeld nach Innsbruck und nach Reutte in Tirol durchgebundenen Züge für den österreichischen Abschnitt durch den Verkehrsverbund Tirol (VVT) direkt bei der DB Regio Bayern in Anlehnung an die Ausschreibung Werdenfels bestellt. Die auf der Karwendelbahn von Mittenwald weiter bis Innsbruck verkehrenden Züge sind von der ÖBB geschäftsgeführt und fahren im Kooperationsverkehr DB – ÖBB. Einzelne Züge verkehren zwischen Innsbruck und Garmisch-Partenkirchen mit Fahrzeugen der ÖBB-Baureihe 4024 / 4023 Bombardier Talent. Der Grundtakt ist auf allen Strecken ein Stundentakt, der im Abschnitt München – Weilheim und teilweise zwischen Tutzing und Kochel durch das ausgeschriebene Flügelzugkonzept auf einen Halbstundentakt verdichtet wird. Zusätzlich verkehren in der Hauptverkehrszeit zwischen Mittenwald/Garmisch und München Hbf noch drei weitere RE-Zugpaare im Stundentakt.

Main-Spessart (Main-Spessart Express)Bearbeiten

Im Januar 2013 gewann DB Regio Bayern die Ausschreibung Main-Spessart. Diese beinhaltet den stündlichen Expressverkehr zwischen Frankfurt am Main, Aschaffenburg und Würzburg und seine zweistündliche Verlängerung über Schweinfurt bis Bamberg. Hinzu kommen ein Berufsverkehrszug nach Frankfurt sowie einzelne Regionalzüge zwischen Gemünden und Aschaffenburg. Es sollen Doppelstocktriebwagen des Typs Bombardier Twindexx eingesetzt werden.

Ringzug West / NBEBearbeiten

Im Juni 2013 gewann DB Regio Bayern die Ausschreibung „Ringzug West / NBE“ der BEG. Diese umfasst ab Dezember 2016 die Regionalexpressverkehre von Nürnberg nach Augsburg, sowie von Nürnberg über Ingolstadt nach München. Bei letzteren wird sowohl über die Neubaustrecke, der sogenannte München-Nürnberg-Express, als auch über die Altstrecke gefahren.

Auf den Altstrecken sollen Doppelstocktriebwagen des Typs Bombardier Twindexx eingesetzt werden, auf der Neubaustrecke sollen die Lokomotiven Škoda 109E mit Škoda-Doppelstockwagen zum Einsatz kommen.[2][3]

D-Netz AllgäuBearbeiten

Im August wurde die Vergabe des in zwei Losen, zur Betriebsaufnahme im Dezember 2017 vorgesehenen Dieselnetz Allgäu an DB Regio Bayern bekannt gegeben. Dabei konnten beide Lose gewonnen werden. Neben Bestandsfahrzeugen der Baureihe 612 werden auch Neufahrzeuge des Typs PESA LINK zum Einsatz kommen. Nicht Bestandteil dieser Ausschreibung war der Verkehr von München und Augsburg nach Füssen. Dieser wurde im Rahmen des Dieselnetzes Augsburg I ausgeschrieben und an die Bayerische Regiobahn vergeben.

Eigenwirtschaftliche VerkehreBearbeiten

Im Gegensatz zu den, durch die BEG bestellten 2 stündlichen RE3-Leistungen zwischen Nürnberg und Hof (mit Umsteigemöglichkeit nach Dresden, bestellt durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) verkehrten bis zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 die ebenfalls im 2h-Takt fahrenden RE9 des Franken-Sachsen-Express zwischen Nürnberg und Dresden durchgehenden Züge ohne Bestellung durch einen Aufgabenträger vollkommen eigenwirtschaftlich. Geschäftsführend war hierbei die Regiobahn Oberfranken.

FahrzeugparkBearbeiten

Mit einem hohen Investitionsvolumen modernisierte DB Regio Bayern in den vergangenen Jahren den eigenen Fuhrpark. Dabei kommen verstärkt durchweg klimatisierte Triebzüge und Doppelstockzüge mit niveaugleichen Einstiegsbereichen sowie Mehrzweckabteilen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste und Fahrradfahrer zum Einsatz. Heute unterhält DB Regio Bayern u. a. Züge und Lokomotiven folgender Baureihen.

Lokomotiven
Elektrolokomotiven
Baureihe Bezeichnung Anzahl Bemerkung Einsatzgebiet Bild
BR 101 in Ablösung durch die BR 102 München-Nürnberg-Express  
BR 102 Ŝkoda 109E 6 ersetzt die BR 101 München-Nürnberg-Express  
BR 111 in Ausmusterung  
BR 143 als Zuglok für S-Bahn Nürnberg  
BR 146 TRAXX  
BR 193 Vectron angemietet vom Leasingunternehmen Railpool
Diesellokomotiven
BR 218  
BR 245 TRAXX 245 001–007 für DB Regio Allgäu-Schwaben (seit 2017 für die Südostbayernbahn unterwegs) und 245 008–014 für Südostbayernbahn  
BR 333 Rangierlokomotive (Angemietet von DB Cargo)
BR 362/363 Rangierlokomotive (Angemietet von DB Cargo)
Triebzüge
Elektrotriebzüge
BR 420 seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 im Einsatz; Einsatz nur als Verstärker für S2, S4 und S20; ex S-Bahn Stuttgart S-Bahn München  
BR 423 S-Bahn München  
BR 425  
BR 426
BR 440 Coradia Continental 107 Fugger-Express 4-Teilig

Donau-Isar-Express 4- und 5-Teilig

Mainfrankenbahn 3- und 4-Teilig

Fugger-Express

Donau-Isar-Express

Mainfrankenbahn

 
BR 442 Talent 2 S-Bahn Nürnberg

Werdenfelsbahn

 
BR 445 Bombardier Twindexx Drei Züge vierteilig

15 Züge sechsteilig

Nürnberg-Augsburg

Nürnberg-Ingolstadt-München

BR 446
Dieseltriebwagen
BR 612 Zweitbesetzung (Beheimatung siehe Hauptartikel)
BR 628/928 u. a. 628 101–103 (+928), sowie einige 628 200-er (+928) und einige 628 500-er (+928) (Einsatz nur noch auf der Südostbayernbahn und Westfrankenbahn; alle anderen Einsätze wurden eingestellt)
BR 641 Alstom Coradia A TER 6 neuer Einsatzort Hof (nach Stillstand in Oberfranken)
BR 642 Desiro (642 001/642 501–642 100/642 600, 642 101/642 601– mindestens 642 130/642 630 und 642 201/642 701– mindestens 642 220/642 720) (inzwischen ist die Nummerierung nicht mehr durchgängig, da die Fahrzeuge oft getauscht wurden und auch neu ausgeschrieben wurden; teilweise sind die hier genannten Fahrzeuge also bereits auch außerhalb Bayerns unterwegs; während von den niedrigeren Nummern aus der ersten Produktionsserie Fahrzeuge neu nach Bayern gekommen sind, wurden von den höheren Nummern einige Fahrzeuge wieder abgezogen); 642 016/642 516 ist nach einem Unfall nicht mehr im DB Bestand; Nicht in Bayern sind: 642 006/ 642 506 (Westfrankenbahn), 642 058/642 558, 642 059/642 559, 642 232/642 732, 642 237/642 737 (Erzgebirgsbahn), 642 048/642 548, 642 050/642 550, 642 051/642 551, 642 053/642 553, 642 054/642 554, 642 183/642 683, 642 184/642 684, 642 185/642 685 (Rostock), 642 219/642 719 (Sachsen Anhalt), 642 190/642 690, 642 198/662 698 (Elbe Saale Bahn), 642 108/ 642 608 (Kaiserslautern – Rheinland-Pfalz), 642 150/642 650, 642 152/642 652 und 642 153/642 653 (Angel Trains). Mindestens 642 141/ 642 641 ist im Einzugsgebiet/ im Raum des VGN im Einsatz.
BR 650 Stadler RS1
Hybridlokomotiven
BR 1002 Rangierlokomotive (Angemietet von Alstom)

ReisezugwagenBearbeiten

Zusätzlich werden für den München-Nürnberg-Express Fahrzeuge von DB Fernverkehr eingesetzt. Hierbei handelt es sich um fest angemietete IC-Wagen, die im Design von DB Regio lackiert wurden. Als Triebfahrzeuge kommen planmäßig Loks der BR 101 zum Einsatz. Diese sind im Gegensatz zu den Wagen nicht fahrzeugbezogen angemietet. Diese Leistungen sind in die normalen 101-Umläufe eingearbeitet. Ersatzweise kommen bei Ausfall der BR 101 oder als Steuerwagenersatz auch Loks der BR 120 zum Einsatz.

Bei hohem Schadstand oder kurzfristig wird, wenn technisch zugelassen (Abfertigungsverfahren) auch auf Triebfahrzeuge von anderen Geschäftsbereichen wie z. B. die BR 115 (DB Fernverkehr) oder die BR 232 (DB Cargo) zurückgegriffen.

Ehemalige FahrzeugeBearbeiten

  • BR 112 Die BR 112 wurde aus Bayern komplett abgezogen
  • BR 798/998 (796/996) Ausmusterung 2000
  • Die planmäßige Einsatzzeit der BR 420 (S-Bahn München) endete im Jahr 2004. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 kehrten einige Fahrzeuge jedoch als Verstärker wieder in den aktiven Einsatz zurück (Originalzüge)
  • BR 624/924 und 634/934 2005 ausgemustert
  • BR 627 (627.0 und 627.1; bekannt sind: 627 006 und 627 101–105) Ausmusterung 2001–2006
  • BR 628.0 (628 001–024) Januar 2005 abgestellt und im Anschluss ausgemustert
  • BR 614/914 Bis 2010 ausgemustert
  • Ende 2011 wurden die letzten in München stationierten Elektrolokomotiven der BR 110 ausgemustert und verschrottet
  • Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 wurde die BR 610 („Pendolino“) mit ihren 20 Fahrzeugen ausgemustert und abgestellt. Es ist geplant zwei Fahrzeuge museal zu erhalten. Über das Schicksal der weiteren Fahrzeuge ist noch nichts bekannt. Derzeit bei DB Stillstandsmanagement.
  • BR 611 (ohne Einsatz in Kempten abgestellt. Inzwischen abgezogen, da das Vorhaben eines Einsatzes verworfen wurde. Teilweise DB Stillstandsmanagement. Soll durch freiwerdende BR 612 ersetzt werden)
  • Modus / PumA (DB Stillstandsmanagement und teilweise schon neue Einsatzorte)

WerkeBearbeiten

Die einzelnen Fahrzeuge sind in folgenden, DB Regio Bayern zugeordneten Werken beheimatet.

  • Werk Kempten (Beheimatung: VT 612, VT 642, BR 218, BR 245)
  • Werk München-Steinhausen (Beheimatung:ET 420, ET 423, ET 425, ET 426, ET 440)
  • Werk München-Pasing (Beheimatung: Dosto 93, Dosto 97, n-Wagen, IC-Wagen des München-Nürnberg-Express, ET 442)
  • Werk Nürnberg Gostenhof (Beheimatung: BR 111, BR 143, BR 146, VT 642, VT 648, ET 442, n-Wagen, x-Wagen, Dosto 97, Dosto 03)
  • Werk Würzburg (Beheimatung: n-Wagen, modus-Wagen, ET 440)
  • Werk Hof (Beheimatung: VT 612, VT 641)

Zusätzlich sind Lokomotiven der BR 111 im dem Geschäftsbereich Fernverkehr zugeordneten Werk München Hbf beheimatet, da DB Regio in München selbst kein Werk unterhält das für die Lokomotivmitbeheimatung geeignet ist. Dort werden wegen hoher Auslastung des Werkes Steinhausen zudem teilweise auch die ET 440 gewartet.

TarifangebotBearbeiten

Bayern-TicketBearbeiten

Das Länderticket der DB Regio Bayern wird unter dem Namen Bayern-Ticket bzw. Bayern-Ticket Single verkauft. Das Bayern-Ticket gilt für beliebig viele Fahrten in der 2. Klasse, kostet 29 € ist an allen Tagen gültig (Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, an Wochenenden und Feiertagen ab Mitternacht). Mit dem Bayern-Ticket können bis zu 5 Personen oder Eltern/Großeltern (max. 2 Erwachsene) mit beliebig vielen eigenen Kindern/Enkeln unter 15 Jahren fahren. Das Bayern-Ticket gilt einen Tag lang in ganz Bayern in allen Nahverkehrszügen, Verbundverkehrsmitteln (S-, U-, Straßenbahnen, Bussen) und fast allen Linienbussen. Das Bayern-Ticket Single wird für 21 € angeboten. Das Bayern-Ticket Nacht kostet ebenfalls 21 € und gilt für bis zu fünf Personen täglich von 18:00 Uhr bis 6:00 Uhr des Folgetages. In den Nächten auf Samstag, Sonntag und auf in ganz Bayern gültigen gesetzlichen Feiertagen bis 7:00 Uhr.

Regio-Ticket BayernBearbeiten

Das Regio-Ticket Bayern gilt für eine Person auf allen Strecken der DB AG in Bayern für Verbindungen bis 50 km hin und 50 km zurück von Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 3:00 Uhr des Folgetages, am Samstag, Sonn- und Feiertag ganztägig. Kinder bis einschließlich 5 Jahren fahren umsonst mit. Das Regio-Ticket Bayern gilt in der zweiten Klasse in allen Nahverkehrszügen der DB AG, außerdem in den Nahverkehrszügen der Erfurter Industriebahn GmbH (EIB), der Vogtlandbahn GmbH (VBG) und in den Alex-Zügen in Bayern. In Baden-Württemberg gilt das Regio-Ticket Bayern bis Ulm Hbf, außerdem in Österreich auf der Außerfernbahn im Verkehr von und nach Deutschland und von und nach Kufstein sowie Salzburg Hbf. Der Gültigkeitsbereich ist auf Fahrten beschränkt, die außerhalb eines Verkehrsverbundes beginnen oder enden.

Bayern-Böhmen-TicketBearbeiten

Daneben existiert mit dem Bayern-Böhmen-Ticket seit dem 10. Juni 2007 eine grenzüberschreitende Variante, mit welcher man auch grenznahe Strecken in Tschechien bereisen kann. Für 33 € können mit dem Bayern-Böhmen-Ticket bis zu fünf Personen einen Tag auf Nah- und Regionalzügen in Bayern und grenznahen tschechischen Gebieten reisen. Das Bayern-Böhmen-Ticket Single wird für 23 € angeboten.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Meldung Neue Struktur bei DB Regio in Bayern. In: Eisenbahn-Kurier, Nr. 345, Juni 2001, ISSN 0170-5288, S. 7.
  2. DB Regio Oberbayern freut sich über den Gewinn der Ausschreibung Ringzug West (Memento vom 22. Juni 2013 im Internet Archive)
  3. Ab 2016 fährt in Bayern High Speed Lok von Škoda. (Nicht mehr online verfügbar.) Škoda Transportation, 18. Juni 2013, archiviert vom Original am 3. März 2015; abgerufen am 18. Juni 2013.