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Bayerische Eisenbahngesellschaft

Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1995
Sitz München, Deutschland
Leitung

Johann Niggl (Geschäftsführer)

Mitarbeiterzahl

44[1]

Umsatz 1,8 Mio. EUR (2009)
Branche ÖPNV
Website beg.bahnland-bayern.de

Logo Bahnland Bayern

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) ist der Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Bayern. Das in München ansässige Unternehmen wurde 1995 gegründet und befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des Freistaats Bayern.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben der Bayerischen EisenbahngesellschaftBearbeiten

Als 1996 die Regionalisierung in Kraft trat, wurde die Bestellung des Schienenpersonennahverkehrs auf die jeweiligen Bundesländer übertragen. In Bayern war somit das Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie für den SPNV verantwortlich, das daraufhin ein hundertprozentiges Tochterunternehmen, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), gründete. Nach einer Ressortneuordnung 2013 ging sie an das Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr über. Die BEG ist für die Planung, Koordinierung, Bestellung und Qualitätskontrolle des Schienenpersonennahverkehrs zuständig.

Die BEG betreibt keine eigenen Verkehre und besitzt weder Fahrzeuge noch Strecken, sie beauftragt lediglich verschiedene Eisenbahnverkehrsunternehmen – im größten Teil des Landes ist das noch die DB Regio AG – mit der Durchführung von Verkehren. So wurde bereits 1996 mit der Deutschen Bahn ein erster Verkehrsdurchführungsvertrag abgeschlossen, der Ende 2004 bis 2013 erneuert wurde. Einen dritten und laut BEG letzten Verkehrsdurchführungsvertrag unterschrieb man am 2. September 2013 mit einer Laufzeit bis 2023. Dieser umfasst 29,3 Millionen Zugkilometer, die bis zum Ende der Vertragslaufzeit Stück für Stück in den Wettbewerb übergehen sollen. Nicht Teil des Verkehrsvertrages sind der Linienstern Mühldorf, sowie die beiden S-Bahn-Netze in München und Nürnberg. Letztere sind noch durch den 2. Verkehrsdurchführungsvertrag bis 2017 abgedeckt.[2] Das Mühldorfer Netz wurde 2014 für die Laufzeit von 2016 bis 2024 erneut an die Südostbayernbahn vergeben.[3]

Die BEG besitzt außerdem die Möglichkeit, einzelne Linien oder Streckennetze europaweit auszuschreiben. In einem Wettbewerbsverfahren wird dann unter verschiedenen Bewerbern der günstigste Anbieter ermittelt, der daraufhin den Auftrag zur Erbringung der ausgeschriebenen Leistungen erhält. Ziel des Wettbewerbs im SPNV ist es, einerseits die Zuschüsse des Freistaats an die Bahnunternehmen zu senken und andererseits den Fahrgästen mehr Komfort durch in den Ausschreibungsbedingungen festgelegte Standards bieten zu können. Während in anderen Bundesländern bereits regelmäßig Ausschreibungen durchgeführt wurden, lief der Wettbewerb in Bayern zunächst sehr zögerlich an. Die als Pilotprojekt geplante Ausschreibung der Bayerischen Oberlandbahn endete zudem durch die technischen Probleme der neuartigen Triebzüge in einem Desaster. Mittlerweile ist der Wettbewerb jedoch auch in Bayern in Fahrt gekommen, während der Laufzeit des zweiten Verkehrsdurchführungsvertrags mit der Deutschen Bahn werden über 31 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben, was rund einem Drittel des gesamten SPNV in Bayern entspricht.

OrganisationBearbeiten

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft ist in vier Abteilungen gegliedert. Neben der Geschäftsführung, die seit dem 1. November 2013 Dr. Johann Niggl mit zwei Assistenten wahrnimmt, gliedert sie sich in die Abteilungen „Finanzen, Wettbewerb, Personal, EDV“, „Planung“, „Qualitätsmanagement, Marketing, Presse“ und „Infrastruktur, Fahrgastinformation, Qualität an Stationen“.[4] Zuvor hatte von 2000 bis 2013 Fritz Czeschka die Geschäftsführung inne.[5]

Die Regionalisierung in BayernBearbeiten

Nachdem bereits 1993 mit dem Allgäu-Schwaben-Takt ein Integraler Taktfahrplan im Südwesten Bayerns erfolgreich erprobt wurde, führte die Bayerischen Eisenbahngesellschaft 1996 den landesweiten Bayern-Takt ein. Seitdem werden der größte Teil der Bahnstrecken in einem regelmäßigen Stundentakt, schwächer nachgefragte Strecken zumindest im Zwei-Stunden-Takt, befahren. Wichtigstes Merkmal des Bayern-Taktes sind die festen Taktzeiten, zu denen ein Zug verkehrt. An den Anfangs- und Endpunkten einer Strecke sowie an wichtigen Umsteigestationen wurden die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Anschlusszüge zudem aufeinander abgestimmt, um Umsteigevorgänge zu erleichtern und die Aufenthaltszeit zu verkürzen.

Zwischen 1996 und 2005 wurde die Zugleistungen um 26 Prozent erhöht, die Zahl der Fahrgäste nahm im gleichen Zeitraum um rund 35 Prozent zu.[6] Bis 2012 steigerte sich die Zahl der Personenkilometer um 70 Prozent, bei einer Steigerung der Zugkilometer um 44 Prozent.[5]

Auch nach der 2006 beschlossenen Kürzung der Regionalisierungsmittel um bundesweit 2,8 Milliarden Euro zwischen 2007 und 2011 wurde das Angebot nicht gekürzt. Während die meisten übrigen Bundesländer die Angebote teilweise stark einschränken oder ganze Strecken abbestellen mussten, konnte Bayern als einziges Bundesland sein SPNV-Angebot zusätzlich erweitern. Grund dafür war vor allem der umfangreiche Wettbewerb während der Laufzeit des neuen Verkehrsdurchführungsvertrags. So erreichte die Zahl der im bayerischen Schienenpersonennahverkehr gefahrenen Zugkilometer 2012 mit über 116 Millionen pro Jahr einen neuen Rekordwert.[7] Dies waren über 8 Millionen mehr als im Jahr 2009.[8]

Ein weiterer Erfolg war die Einführung des Bayern-Tickets, eines landesweit gültigen Fahrscheins für den SPNV. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Regionalbusgesellschaften in den Geltungsbereich aufgenommen. Weiterhin wurde die Gültigkeit des Bayern-Tickets auch auf die Verkehrsverbünde im Umland der Großstädte München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Aschaffenburg und zuletzt Regensburg ausgeweitet. Ab dem 15. Dezember 2013 richtet sich der Preis des Bayern-Tickets nach der Anzahl der reisenden Personen. Eine Person zahlt in der 2. Klasse 23 Euro, bis zu vier weitere Personen dürfen mit dem Ticket reisen – der Preis erhöht sich dann jeweils um 4 Euro. In der ersten Klasse beginnt der Preis bei 34,50 Euro und erhöht sich je Person um 15,50 Euro.[9] Das Reisen in größeren Gruppen wurde dadurch im Vergleich zur alten Preisgestaltung des Bayern-Tickets teurer.

PönaleBearbeiten

Die BEG erhielt im Jahr 2014 Pönale in Höhe von 11 Millionen Euro, im Jahr 2015 in Höhe von 18,7 Millionen Euro.[10]

Ausschreibungen im SchienenpersonennahverkehrBearbeiten

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1998 vergab die BEG erstmals Regionalverkehrsleistungen im Wettbewerb.[6]

Die folgende Auflistung umfasst die bisher veröffentlichten SPNV-Ausschreibungen, die durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft durchgeführt wurden. In den kommenden Jahren sind noch weitere Wettbewerbsprojekte vorgesehen.

Name der Ausschreibung Strecken Vertragslaufzeit Leistungen Gewinner
Oberlandbahn
  • München – Lenggries / Bayrischzell / Tegernsee
11/1998 – 12/2013 Bayerische Oberlandbahn GmbH
12/2013 – 12/2024 2,1 bis 2,3 Mio. Zugkilometer Bayerische Oberlandbahn GmbH
IR 25 Ersatz Süd, Allgäu-Express
  • München – Kempten (Allgäu) – Oberstdorf
12/2003 – 12/2007 Regentalbahn AG +
SBB GmbH
Kissinger Stern 12/2004 – 12/2014 [11] 1,0 Mio. Zugkilometer Erfurter Bahn GmbH
Kahlgrundbahn
  • (Hanau –) Kahl (Main) – Schöllkrippen
12/2005 – 12/2015 0,3 Mio. Zugkilometer HLB Hessenbahn GmbH
Regionalverkehr
Nürnberg – München, München-Nürnberg-Express / NIM
  • München – Ingolstadt – Nürnberg
12/2006 – 12/2013 2,0 Mio. Zugkilometer DB Regio Oberbayern München
12/2013 – 12/2016 DB Regio Oberbayern München
IR 25 Ersatz Süd, alex 12/2007 – 12/2017 1,5 Mio. Zugkilometer Regentalbahn AG
IR 25 Ersatz Nord, alex
  • München – Regensburg – Hof / Furth im Wald
12/2007 – 12/2017 1,8 Mio. Zugkilometer Regentalbahn AG
Dieselnetz Nürnberg 12/2008 – 12/2018 3,2 Mio. Zugkilometer DB Regio Franken Nürnberg (damals DB Regio Mittelfranken)
Südhessennetz 12/2008 – 12/2018 1,4 Mio. Zugkilometer DB Regio AG, Region Hessen [12]
Elektronetz Augsburg, Fugger-Express
  • München – Augsburg – Ulm
  • Augsburg – Donauwörth – Aalen / Treuchtlingen
12/2008 (12/2009) – 12/2019 4,3 Mio. Zugkilometer
(5,0 Mio. Zugkilometer)
DB Regio AG, Regio Allgäu-Schwaben Augsburg
Dieselnetz Augsburg I 12/2007 – 12/2017 1,2 Mio. Zugkilometer DB Regio AG, Regio Allgäu-Schwaben
Dieselnetz Augsburg II
  • Augsburg – Weilheim (Oberbayern) – Schongau
12/2008 – 12/2018 2,4 Mio. Zugkilometer
(2,7 Mio. Zugkilometer)
Transdev GmbH BRB
12/2009 – 12/2019
Berchtesgadener Land Bahn 12/2009 – 12/2021 0,5 Mio. Zugkilometer Berchtesgadener Land Bahn
[ BLB Regentalbahn AG + Salzburg AG ]
Elektronetz Würzburg, Mainfrankenbahn 12/2009 – 12/2021 5,7 Mio. Zugkilometer DB Regio AG Regio Franken [13]
12/2010 – 12/2021
DiX, Donau-Isar-Express 12/2009 – 12/2021 2,6 Mio. Zugkilometer DB Regio AG, Regio Oberbayern München
Elektronetz Regensburg +
Donautalbahn
  • Neumarkt (Oberpfalz) – Regensburg – Plattling
  • Landshut – Regensburg – Ingolstadt
12/2010 – 12/2022 5,0 Mio. Zugkilometer +
0,45 Mio. Zugkilometer (Option)
agilis, BeNEX GmbH
[ Hamburger Hochbahn AG/
International Public Partnerships ]
12/2011 – 12/2022
Dieselnetz Oberfranken 06/2011 – 12/2023 ca. 4,0 Mio. Zugkilometer
+ 0,3 Mio. Zugkilometer (Option)
agilis, BeNEX GmbH
12/2012 – 12/2023
Elektronetz Franken
  • Nürnberg – Bamberg – Sonneberg
  • Nürnberg – Schweinfurt – Würzburg
  • Nürnberg – Kronach – Jena
  • Bamberg – Kronach/Saalfeld
12/2011 (12/2013) – 12/2023 4,6 Mio. Zugkilometer
Regional- und Stadtverkehr Bayern GmbH (RSB)
(Omnibusverkehr Franken (OVF))
Werdenfels-Netz 12/2013 – 12/2025 2,9 bis 4,1 Mio. Zugkilometer
DB Regio Bayern GmbH
Elektronetz Rosenheim
  • München – Rosenheim – Salzburg
  • München – Rosenheim – Kufstein
  • München – Holzkirchen – Rosenheim
12/2013 – 12/2025 4,8 Mio. Zugkilometer
+ 1,0 Mio. Zugkilometer (Option)
Transdev GmbH, Meridian
Regionalbahnzüge Ostbayern
(Teilnetze Waldbahn, Naabtalbahn, Oberpfalzbahn)
12/2013 – 12/2023 5 Mio. Zugkilometer Regental Bahnbetriebs-GmbH [FS Netinera]
12/2014 – 12/2023
Kissinger Stern 12/2014 – 12/2026 1,4 bis 1,5 Mio. Zugkilometer Erfurter Bahn GmbH
Main-Spessart
  • RB Aschaffenburg – Hanau – Offenbach/Maintal – Frankfurt am Main
  • RE Würzburg – Aschaffenburg – Frankfurt am Main
  • RE Bamberg – Schweinfurt – Würzburg
  • RE Bamberg – Schweinfurt – Gemünden – Frankfurt am Main (nur Sa+So)
12/2015 – 12/2027 2,6 Mio. Zugkilometer DB Regio AG
Ringzug West/NBS 12/2016 – 12/2028 5,6 bis 6,4 Mio. Zugkilometer DB Regio AG
Ulm/Weißenhorn 12/2013 – 12/2016 0,3 Mio. Zugkilometer DB ZugBus (RAB), Regio Alb-Bodensee
Kahlgrundbahn
  • (Hanau –) Kahl (Main) – Schöllkrippen
12/2015 – 12/2027 0,3 Mio. Zugkilometer DB RegioNetz Verkehrs GmbH
Dieselnetz Allgäu 12/2017 – 12/2029 4,4 bis 7,0 Mio. Zugkilometer DB Regio Allgäu-Schwaben
Dieselnetz Augsburg I 12/2018 – 12/2030 2,4 bis 2,1 Mio. Zugkilometer Bayerische Regiobahn[14]

Anmerkung: Die in Klammern genannten Unternehmen stellen die Haupteigentümer der Verkehrsunternehmen dar.

Farbgebung von FahrzeugenBearbeiten

Seit 2017 verkehren auch einige Triebzüge der Betreiber in einem weiß-blauen BEG-Design.[15]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerische Eisenbahngesellschaft:„Die BEG“, abgerufen am 29. Juli 2013
  2. Bahninfo.de:DB Regio unterzeichnet 3. Verkehrsdurchführungsvertrag, abgerufen am 20. Mai 2015
  3. OVB:Die Südostbayernbahn fährt auch nach 2016 weiter, abgerufen am 20. Mai 2015
  4. Bayerische Eisenbahngesellschaft: Organigramm, abgerufen am 30. Oktober 2013
  5. a b Bayerische Eisenbahngesellschaft:„Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann zum Amtswechsel bei der Geschäftsführung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft: „Bayerischer Schienenpersonennahverkehr ist der erfolgreichste in Deutschland und Vorbild für nachhaltige Mobilität““, abgerufen am 30. Oktober 2013
  6. a b Meldung Zehn Jahre BEG. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 5/2006, ISSN 1421-2811, S. 216.
  7. Bayerische Eisenbahngesellschaft:„ Gesamtbericht für das Jahr 2012 (Veröffentlichung gemäß Art. 7 Abs. 1 der Verordnung (EG) 1370/2007 vom 23.10.2007) (Memento vom 31. Dezember 2014 im Internet Archive) (PDF; 269 kB)“, 9. Juli 2013
  8. Bayerische Eisenbahngesellschaft:„ Gesamtbericht für das Jahr 2009 (Veröffentlichung gemäß Art. 7 Abs. 1 der Verordnung (EG) 1370/2007 vom 23.10.2007) (Memento vom 5. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 253 kB)“, 9. Juli 2013
  9. Deutsche Bahn AG, Unternehmensbereich Personenverkehr, Marketing eCommerce: Bayern-Ticket. Abgerufen am 16. Januar 2018.
  10. Nach 179 Sekunden hört der Spaß auf. In: Süddeutsche Zeitung. Band 72, 1. Juni 2016, ISSN 0174-4917, S. R2 (unter anderem Titel online).
  11. RB-Leistungen in Unterfranken gehen an die EIB, in Bahn-Report (3-2003), Seite 69, http://www.bahnland-bayern.de/beg/wettbewerbsprojekte/abgeschlossene-wettbewerbsprojekte.pdf@1@2Vorlage:Toter Link/www.bahnland-bayern.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. Vergabemitteilung im Anhang zum Amtsblatt der EU 2006/S 162-174166 vom 26.08.2006
  13. Vergabemitteilung im Anhang zum Amtsblatt der EU 2007/S 66-080095 vom 04.04.2007
  14. Bayerische Eisenbahngesellschaft: „BRB betreibt ab Dezember 2018 die Strecken München – Füssen, Augsburg – Füssen und Augsburg – Kaufering – Landsberg (Lech)“, veröffentlicht am: 9. Mai 2016, abgerufen am: 10. Mai 2016
  15. Weitere Züge in BEG-Farben. In: eisenbahn-magazin. Nr. 6, 2017, ISSN 0342-1902, S. 31.