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Bottenhorn (mdal. Boddehe'nn) ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Endbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Bottenhorn
Gemeinde Bad Endbach
Wappen der Ortsgemeinde
Koordinaten: 50° 47′ 33″ N, 8° 28′ 47″ O
Höhe: 485 (485–541,2) m ü. NHN
Fläche: 8,62 km²[1]
Einwohner: 1200[2]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35080
Vorwahl: 06464
Bottenhorn inmitten der Hochflächen mit dem Sendeturm auf der Angelburg im Hintergrund
Bottenhorn inmitten der Hochflächen mit dem Sendeturm auf der Angelburg im Hintergrund

Ortsvorsteher ist Michael Rombach.

Inhaltsverzeichnis

Geografische LageBearbeiten

Der Ortsteil Bottenhorn der Gemeinde Bad Endbach liegt im Gladenbacher Bergland (östlicher Ausläufer des Westerwaldes, der sich hier überschneidet mit dem Südausläufer des Rothaargebirges) in einer wechselhaften Mittelgebirgslandschaft, im Naturpark Lahn-Dill-Bergland, zwischen den Städten Marburg und Herborn, also mitten im Hessischen Hinterland. Mit einer Ortskernhöhe von 485 m ü. NN ist Bottenhorn nach Hülshof die zweithöchstgelegene Ortschaft des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Naturräumlich wird das Plateau rund um Bottenhorn, das sich vom 552 m hohen Daubhaus nördlich von Gladenbach bis zum Nordrand des Schelder Waldes (Angelburg (Berg) 609 m ü. NN) zieht, als Bottenhorner Hochflächen (über 50 km² groß) bezeichnet. Diese Hochflächen, entstanden im Tertiär, sind eine der ältesten Landoberflächen des Rheinischen Schiefergebirges.

Durch den Ort verläuft die Landstraße L 3040.

Die Gemeinde besitzt einen Flugplatz mit einer 525 m langen Gras-Landebahn. Er ist als Sonderlandeplatz ausgewiesen und besitzt den ICAO-Code EDGT. Betreiber ist die Luftsportgemeinschaft Bottenhorn e. V.

 
Ev. Kirche
 
ehm. Backhaus u. Rathaus

GeschichteBearbeiten

Bottenhorn ist der älteste Ort dieses Gebietes. Er dürfte seinen hydrographischen Voraussetzungen nach in der Zeit seiner Entstehung zum Perfgau gehört haben. Eine ursprüngliche Trennung vom Gericht Gladenbach könnte der Flurname „Scheid“, östlich Bottenhorn, andeuten.[3]

Einer Sage nach sollen sich die fränkischen Heere auf der Bottenhorner Hochfläche gesammelt haben, bevor sie über die Heerstraße (frühmittelalterlicher Höhenweg auf der Wasserscheide Perf/Dautphe verlaufend, Beginn: Gemeindegrenze Bottenhorn/Holzhausen) nach Norden gegen die Sachsen (Sachsenkriege Karls des Großen) zogen, insbesondere vor der großen Schlacht bei Laisa und Battenfeld 778. Die zentrale Lage auf einer Hochebene, auf der ehemals bedeutende Altstraßen von allen Seiten zusammen liefen[4], gab wohl Anlass für diese sagenhafte Deutung. Über die große Hochebene verlief der Strang der alten Ost-West Fernhandelsstraße Leipzig-Köln (Brabanter Straße). Bei der Angelburg kreuzte sie sich mit dem von Süden, aus Richtung Gießen, auf der Aar/Salzböde Wasserscheide verlaufenden Westfalenweg. Dort mündete auch die von Herborn ankommende Hohe Straße ein und etwas weiter nördlich bei Hirzenhain die Rheinstraße aus Richtung Dillenburg. Es standen hier ausreichend Weideflächen mit kleinen Bächen und Quellen für die Versorgung der Reit- und Zugtiere für die Rast zur Verfügung. Insgesamt gesehen ein idealer Versammlungsort für ein großes, mehrere Tausend Reiter und Fußsoldaten umfassendes Heer. Außerdem gab es nördlich von Rachelshausen, am Rande der Hochebene, in Spalten des Diabas ein hochwertiges Eisenerzvorkommen (Hämatit) mit bis zu 70 % Eisengehalt, was für die Waffenherstellung von Bedeutung gewesen sein dürfte.

Erstmals erwähnt wurde Bottenhorn im Jahre 1253 in einer Kirchenakte, die eine Aufstellung über die Laaspher Pfarrgüter zum Inhalt hat. Historische Namensformen: 1253 Budehorn, 1304 Botinhorne, 1324 Buttinhorn, 1491 Bettehorn und 1502 Bottenhorn.

GebietsreformBearbeiten

Am 1. Juli 1974 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz die Gemeinden Bad Endbach, Bottenhorn, Dernbach, Hartenrod und Hülshof zur erweiterten Großgemeinde mit dem Namen Bad Endbach zusammengeschlossen.[5][6]

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Bottenhorn lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][7]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1501: 19 Männer
• *577: 38 Hausgesesse
• 1630: 35 Hausgesesse; 4 zweispännige, 17 einspännige Ackerleute, 14 Einläuftige
• 1742: 80 Haushalte
Bottenhorn: Einwohnerzahlen von 1830 bis 1967
Jahr  Einwohner
1830
  
552
1834
  
630
1840
  
644
1846
  
657
1852
  
677
1858
  
673
1864
  
558
1871
  
550
1875
  
693
1885
  
723
1895
  
797
1905
  
796
1910
  
833
1925
  
976
1939
  
1.038
1946
  
1.403
1950
  
1.355
1956
  
1.267
1961
  
1.284
1967
  
1.340
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1830: 552 evangelische Einwohner
• 1885: 721 evangelische, 2 katholische Einwohner
• 1961: 1147 evangelische (= 89,33 %), 129 römisch-katholische (= 10,05 %) Einwohner

ErwerbstätigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1867: Erwerbspersonen: 211 Landwirtschaft
• 1961: Erwerbspersonen: 222 Land- und Forstwirtschaft, 344 produzierendes Gewerbe, 48 Handel und Verkehr, 44 Dienstleistungen und Sonstiges.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bottenhorn – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Bottenhorn, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 22. Mai 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Ortsteil Bottenhorn im Internetauftritt der Gemeinde Bad Endbach, abgerufen im September 2015.
  3. Ulrich Lennarz, Die Territorialgeschichte des hessischen Hinterlandes, Hrsg. Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde, N.G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung Marburg 1973, S. 31
  4. Ulrich Lennarz, Die Territorialgeschichte des hessischen Hinterlandes, Hrsg. Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde, N.G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung Marburg 1973, Karte Nr. 6, Alte Straßen
  5. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 18 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 351.
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  9. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 416 (online bei Google Books).