Wommelshausen

Ortsteil von Bad Endbach

Wommelshausen (mundartlich Wommelshause) ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Endbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Zu Wommelshausen gehört der Ortsteil Hütte (mundartlich Wommelshäuser-Hedde).

Wommelshausen
Gemeinde Bad Endbach
Koordinaten: 50° 45′ 58″ N, 8° 29′ 40″ O
Höhe: 343 (268–510) m
Fläche: 5,94 km²[1]
Einwohner: 873 (Mai 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 35080
Vorwahl: 02776
Ortsansicht von Süd in Richtung Dernbach (rechts von der Bildmitte im Wald)

Seit dem 20. Dezember 1962 ist Wommelshausen mit dem Prädikat staatlich anerkannter Erholungsort ausgezeichnet.[3] Wommelshausen nahm 5-mal am Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teil und erzielte 1990 den 2. Platz im Landesentscheid.[4]

Geografische LageBearbeiten

Wommelshausen liegt (Ortskern 350 m) in einem linken Seitental am Oberlauf der Salzböde, ca. 1 km nördlich von Endbach, in Nestlage in einem nur nach Süd-Ost offenen Talkessel der Südabdachung der Bottenhorner Hochflächen zum oberen Salzbödetal, gut geschützt gegen kalte Nord- und Ostwinde, im Gladenbacher Bergland, einem östlichen Ausläufer des Westerwaldes, der sich hier mit dem Südausläufer des Rothaargebirges überschneidet.

Der Ort liegt im südwestlichen Hessischen Hinterland, in einer wechselhaften Mittelgebirgslandschaft zwischen den Städten Marburg (östlich) und Dillenburg (westlich), nördlich von Wetzlar.

 
Blick von Nordwesten über Wommelshausen ins mittlere Salzbödetal

Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3049, die im Ortsteil Hütte von der L 3050 abzweigt. Hütte liegt ca. 1,5 km südöstlich des Hauptortes an der Salzböde.

Von 1902 bis 2001 war der Ort über die Aar-Salzböde-Bahn erschlossen.

GeschichteBearbeiten

Vorgeschichte, Trapezbeil und Doppelaxt (Amazonenaxt)Bearbeiten

In der Gemarkung Wommelshausen wurden auf einem Acker auf der Äwwelt (Flurname) ein etwa neun Zentimeter langes Trapezbeil aus dem Neolithikum gefunden.

Steinerne Doppelaxt

Als Besonderheit gilt der Fund einer im Schaftloch alt zerbrochenen steinernen halben Doppelaxt aus Diorit, einer Amazonenaxt, einem Statussymbol mit kultischer Bedeutung, die bei Ausschachtungsarbeiten 1973 im Gewenn (Flurname) entdeckt wurde.[5][6] Diese Doppelaxt aus dem frühen dritten Jahrtausend v. Chr. (Jungneolithikum, Trichterbecherkultur, Megalithgräber, Hünengräber) ist der südlichste Fund einer mit Rillen verzierten Steinaxt und das einzige Exemplar in Hessen.

Nahezu ähnliche, aber unzerbrochene doppelschneidige Äxte – wohl auch Statussymbole – fand man als Beigabe in einem Einzelgrab in Wertle/Emmeln im Landkreis Emsland[7] und zwei weitere bei Buxtehude im Landkreis Stade und bei Lembruch im Landkreis Diepholz.

MittelalterBearbeiten

Zwischen 500 und 600 n. Chr. wurde Mittelhessen in den fränkischen Staatsverband eingegliedert. Die „‑hausen‑Orte“ in diesem Raum entstanden danach in der Zeit vom 6. bis ins 8. Jahrhundert n. Chr. Die frühmittelalterliche Siedlungsform bestand aus verstreut liegenden Einzelgehöften und Siedlungen in Weilerform am Oberlauf kleiner Bäche bzw. in der Nähe von Quellen. Höfe fränkischer Grundherren und Einzelhöfe freier Bauern legte man nach und nach aus strategischen Gründen zusammen zu Hofgruppen, bachabwärts an windgeschützte Stellen, auch der besseren Wasserversorgung wegen. Namensgebend war dann der dominante Hof.

 
Blick vom Kreuz „Am Stein“ (eingeweiht am 31. Dezember 2010) über Wommelshausen ins Salzbödetal

Doppelort

Bereits 1268 wurden Umbauten an der Marien-Kapelle (Alte Kirche Wommelshausen) vorgenommen (dendrochronologisch belegt), und somit bestand der Ort bereits zu dieser Zeit. Erstmals urkundlich erwähnt wird Wommelshausen allerdings erst am 10. August 1336 (villa Womoldisdhusin superior et inferior), als Doppelort Ober- und Nieder-Wommelshausen. In erhaltenen Urkunden späterer Zeit wurde der Ort dann unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern jeweils das Jahr der Erwähnung):[1] Womulshusen (1340), Wommeldishoffen (ungenaue Datierung), Waneboltshusen (1400), Wamelzshusen (1435), Wommelzhusen (1460), Womelshusen (1500), Wumolzhusen (1536), Womeltzhausen (1570), Wolmershausen (1577), Wommeltzhausen (1586) und Womelshausen (1707). Der Ortsname ist abgeleitet vom fränkischen Vornamen Womhold oder Wombold.

Nieder-Wommelshausen wüst infolge klimatischer Einwirkungen

Das Dorf Nieder-Wommelshausen fiel bereits Mitte des 14. Jahrhunderts wüst,[8] vermutlich zerstört und aufgegeben infolge klimatischer Veränderungen/Einwirkungen, u. a. durch ein extremes Starkregenereignis (Magdalenenhochwasser 1342) und kriegerischer Auseinandersetzungen wie die Dernbacher Fehde. Das Dorf wird nach 1350 nicht mehr schriftlich erwähnt. Sein ehemaliger Standort an der Einmündung des Dorfbachs (Wommelshäuser Bach) in die Dernbach, ca. 250 m westlich der Neuen Siedlung, ist bekannt durch Flurnamen (z.B . „im Höfchen“) und durch Bodenfunde (Keramik) belegt. Ein einzelner, nordöstlich am Rand gelegener Hof (Flurname „Menn Hoob“) hat dort vermutlich noch über längere Zeit existiert.

Grundbesitzer (Lehen)

Wommelshausen war ab 1336 ein landgräflich-hessisches Dorf und unterstand keinem weiteren Ortsherren. Den größten Grundbesitz als hessische Lehensinhaber hatten hier die „Herren von und zu Dernbach“ (Dernbach (Adelsgeschlecht)) auf Burg Neu-Dernbach, deren Lehen bis 1707 von den Landgrafen erneuert wurde. Dieser Lehensbesitz wurden z. B. 1577 von elf Beständern (Bauern) bewirtschaftet, der Besitz der „Rode von Dernbach“ (Sitz in Marburg, wurden nur „Rode“ genannt) von drei. Der Deutsche Ritterorden besaß vier Güter als Lehen, die „Herren von Schwalbach“ und der Gladenbacher Amtmann Daniel Lynker (auf Hülshof) hatten je zwei Lehnshöfe am Ort.

Die „Hüttner-Hütte“Bearbeiten

 
Hüttner Backhaus, wird sporadisch genutzt

Im ca. 1,5 km südöstlich des Hauptorts liegenden Ortsteil Hütte wurde 1496 eine Waldschmiede genannt.[9] Dort gab es ein spätmittelalterliches Hüttenwerk, die „Hüttner-Hütte“.[10] Der ehemalige Standort ist identisch mit dem Gelände der Hüttner-Mühle, an der Einmündung der Dernbach in die Salzböde und wurde durch Schlackenfunde belegt. Das Hüttenwerk bestand etwa ab Mitte des 15. bis Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts.

Man nimmt an, dass das Hüttenwerk aufgegeben wurde, weil der Preis für Stabeisen zu dieser Zeit rapide fiel und außerdem die Holzkohle vor Ort durch Übernutzung der Waldungen knapp wurde. Um eine Tonne Eisen zu erzeugen benötigte man vier Tonnen Holzkohle, für die ca. die 8-fache Menge Holz verkohlt werden musste. Etwa 8000 m² gut bestückter Niederwald waren dafür abzuholzen. Die Landesherrschaft sah sich daher gezwungen, kleinere Eisenschmelzen zu schließen und die Produktion an wenigen Stellen zu konzentrieren, in der Nähe großer Wälder. Das Erz wurde zum Holz gebracht.

 
Roteisenstein, Fundort ehemalige Grube „Ruremark“ zwischen Wommelshausen und Dernbach

Aus der Ansiedlung der Hüttenarbeiter entstand der Ortsteil Hütte. Zwei ältere Ortsnamen sind bekannt, und zwar ab 1570 uff der Hutten und ab 1703 Die Hütte.

Eisensteinfahrten

Bereits 1660 wurde Eisenerz aus Wommelshausen zur Aufrechterhaltung des Hüttenbetriebes zur „Bieberhütte“ bei Rodheim-Bieber gefahren.[11] Die Hüttner-Hütte bestand demnach zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Auch die Ludwigshütte bei Biedenkopf musste ab 1668/1677 anfangs im Frondienst und später gegen „billigste Entlohnung“ (mit Ochsen- und Kuhgespannen) mittels sogenannter „Eisensteinfahrten“ mit Erz aus Wommelshausen und aus den umliegenden Ortschaften beliefert werden.[12]

Erzbergbau

Wommelshausen hat eine weit ins Mittelalter zurückreichende Bergbaugeschichte vorzuweisen. Die zahlreichen Flurnamen mit der Endung -griww (Grube) deuten darauf hin. Roteisenstein tritt heute noch an vielen Stellen zutage. Ab 1654 wurde der Eisenerzbergbau wieder verstärkt betrieben. 1733 ließ der Landgraf hier eine neue Grube anlegen (Lage und Name nicht bekannt). Mündlich überliefert sind mehrere ehemalige Abbaustellen. Namentlich bekannt sind aber nur die Gruben „Ruremark“ und „Rainborn“. Ab 1865/66 wurde in zwei Stollen „am Brühl“ (Flurname), am westlichen Fuß des „Räschert“ (Flurname), im Ortsteil Hütte Nickelerz und Kupfererz abgebaut (Stollen noch erhalten, Eingang zugefallen), aber wegen des geringen Ertrags nach wenigen Jahren wieder eingestellt.

Historische Beschreibungen 1830Bearbeiten

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Wommelshausen:

„Wommelshausen (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt in einer rauhen Gegend, 112 St. von Gladenbach, hat 45 Häuser und 269 Einwohner, die alle evangelisch sind. Man findet 3 Mahlmühlen, mit welchen 1 Oelmühle verbunden ist, und die Einwohner beschäftigen sich sehr stark mit dem Stricken (siehe Trachtenbilder) und Verkaufe von Strümpfen. Dieser Gewerbszweig, der hier so wie auch zu Römershausen, Dernbach, Schlierbach, Hartenrod, Endbach und Günterod getrieben wird, und der dortigen armen Gegend vieles Geld zuführt, ist wahrhaft bedeutend; denn die durch den unausgesetzten Fleiß der Bewohner geschaffene Waaren werden von einheimischen Handelsleuten aufgekauft, sofort auf die Messen und Märkte zu Frankfurt, Offenbach, Aschaffenburg, Mainz, Darmstadt, Worms, Manheim etc. gebracht, größtentheils aber auf Jahrmärkten, so wie durch Hausirhandel im Inland, in den Preussischen, Bairischen und Badischen Staaten untergebracht. Dieser wichtige Industriezweig verdient um so mehr der besondern Pflege des Staats empfohlen zu werden, als die Stockung desselben die Einwohner der genannten Orte bettelarm machen würde. Zu Wommelshausen gehört die sogenannte Hütte, welche 5 Minuten davon entfernt liegt. Im Jahr 1660 wurden hier Eisensteine gebrochen. Auch Kupfererze wurden früher hier gewonnen. Der Ort gehörte im 15. Jahrhundert zum Gladenbacher Kirchengebiet.“[13]

Zum Weiler Hütte:

„Hütte (L. Bez. Gladenbach) Weiler; gehört zu Wommelshausen, von welchem Orte er nur 5 Minuten entfernt ist, und liegt an der Salzböthe. Dieser Weiler hat mit Einschluß von 2 Mühlen, 16 Häuser und 100 evangelische Einwohner. Hier stand vor alten Zeiten eine Eisenhütte, von welcher der jetzige Namen des Orts herzuleiten ist.“[14]

Einheimische Wanderhändler („Strumpfmänner“) kauften im Herbst die Strickwaren auf und vertrieben sie während der Wintermonate von Haus zu Haus (Hausierhandel). Die Strickwarenhändler aus dem südwestlichen Hinterland beschickten mit ihren Produkten (Strümpfe, Handschuhe, Kamisole (Westen)) auch die Wollmärkte in Mainz, Worms, Mannheim, bis nach Speyer und Heidelberg.[15] Dadurch hat sich hier und in der näheren Umgebung bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Tradition des Hausierhandels erhalten.

SchuleBearbeiten

Als erster Lehrer in Wommelshausen wird 1665 Lorenz Hoppmann genannt, der bis 1697 den Dienst versah.[16] Auch die Schüler von Dernbach und Hülshof (bis 1926) gingen jahrzehntelang in Wommelshausen zur Schule bzw. wurden in Personalunion von Wommelshäuser Lehrern unterrichtet. 1837/39 baute man ein eigenes Schulgebäude, welches heute als Wohnhaus genutzt wird. Vorher fand der Unterricht im Dachraum des Backhauses statt bzw. in angemieteten Privaträumen. Als die Schülerzahlen nach 1900 über 110 anstiegen baute die Gemeinde 1903/04 ein neues Schulhaus (Standort: heutiges Dorfgemeinschaftshaus) mit einer zweiten Lehrerwohnung. Auch dies reichte bei über 150 Schüler bald nicht mehr aus, die Schule wurde um einen dritten Saal erweitert, aufgestockt (ehemalige Lehrer Dienstwohnung).

Nach über 300 Jahren wurde die Schule in Wommelshausen 1969 geschlossen.[17]

Kirchliche ZugehörigkeitBearbeiten

Kirchlich gehörte Wommelshausen spätestens ab 1367 bis 1969 zur Pfarrei Hartenrod, ab 1969 zu Endbach. Seit 1971 hat Wommelshausen den Status einer eigenen Kirchengemeinde.[18]

In Wommelshausen gibt es seit 1965 zwei evangelische Kirchenbauwerke, und zwar die über 900 Jahre alte renovierte Alte Kirche (die ehemalige Marienkapelle) und die 1965 eingeweihte „Neue Kirche“ mit ihrem eigenwilligen eiförmigen Grundriss, die eindrucksvoll am südöstlichen Dorfeingang steht.[19] Auch in der Alten Kirche werden regelmäßig in größeren zeitlichen Abständen Gottesdienste gehalten.

SteinbrücheBearbeiten

 
Blick in den Steinbruch „Hahnkopf“ in Richtung Wommelshausen, noch in Betrieb

Gegen Ende des 19. bzw. am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden drei Steinbrüche begonnen (z. B. die beiden Steinbrüche „Zimmermann“ jeweils im Jahr 1898 und „Hahnkopf“ im Jahr 1902 – noch in Betrieb –), in denen man Diabas abbaut. Diese Diabas-Varietät ist unter dem Namen „Hinterländer Grünstein“ bekannt. Sie besteht hauptsächlich aus den Mineralien Olivin und Augit.

Gemeindeordnung 1821, Bürgermeisterei Wommelshausen, Vorläuferin der GroßgemeindeBearbeiten

Mit der Umsetzung einer neuen hessischen Gemeindeordnung entstanden 1821 im neuen Landratsbezirk Gladenbach auch neue Verwaltungseinheiten, Vorläuferinnen der heutigen Großgemeinden. Dabei wurden u. a. die Gemeinden Dernbach, Schlierbach und Wommelshausen mit Hütte zu einer Bürgermeisterei mit Sitz in Wommelshausen zusammengefasst. 1848/49 löste man den Zusammenschluss wieder auf.

ArbeiterbauerndorfBearbeiten

Bis weit hinein in die Mitte des 20. Jahrhunderts war Wommelshausen ein typisches Hinterländer Arbeiterbauerndorf,[21] geprägt von der Nebenerwerbslandwirtschaft, der sogenannten Feierabend-Landwirtschaft.[22]

Zusammenschluss mit EndbachBearbeiten

 
Rathaus mit Backhaus, heute Heimatmuseum

Zum 1. Februar 1971 fusionierten die bisher selbstständigen Gemeinden Endbach und Wommelshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen freiwillig zur erweiterten Gemeinde Endbach.[23] Damit kam auch der Ortsteil Hütte unter eine einheitliche Verwaltung. Bis dahin gehörte dessen östlicher, älterer und größerer Teil mit den beiden Mühlen (Plocke-Mühle und Hüttner-Mühle) zu Wommelshausen und der westliche zu Endbach.

Günterod schloss sich am 1. April 1972 der neuen Gemeinde Endbach an.[24] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Bad Endbach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[25]

Das Prädikat BadBearbeiten

Am 11. Oktober 1973 verlieh der hessische Innenminister der Gemeinde Endbach, die zu diesem Zeitpunkt aus den drei Ortsteilen Endbach, Günterod und Wommelshausen bestand, das Prädikat Bad.[24]

Territorial- und Verwaltungsgeschichte im ÜberblickBearbeiten

Die folgende Liste zeigt die Territorien, in denen Wommelshausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][26][27]

BevölkerungBearbeiten

Einwohnerstruktur 2011Bearbeiten

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wommelshausen 873 Einwohner. Darunter waren 24 (2,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 147 Einwohner unter 18 Jahren, 366 zwischen 18 und 49, 174 zwischen 50 und 64 und 189 Einwohner waren älter.[2] Die Einwohner lebten in 366 Haushalten. Davon waren 96 Singlehaushalte, 102 Paare ohne Kinder und 123 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 75 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 228 Haushaltungen lebten keine Senioren.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

  • 1502: 016 Haushaltungen
  • 1577: 025 Hausgesesse
  • 1630: 025 Untertanen; 10 zweispännige, 6 einspännige Ackerleute, 9 Einläuftige.
  • 1648: 016 Haushalte, 10 Hofstätten zerstört/verlassen
  • 1668: 141 Einwohner (Seelenliste, Pfr. Achenbach)
  • 1742: 071 Haushalte
  • 1791: 280 Einwohner[32]
  • 1800: 290 Einwohner[33]
  • 1806: 282 Einwohner, 40 Häuser (Hütte: 71 Einw., 10 Häuser)[30]
  • 1829: 269 Einwohner, 45 Häuser[14]
Wommelshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr  Einwohner
1791
  
280
1800
  
290
1829
  
269
1834
  
350
1840
  
410
1846
  
438
1852
  
419
1858
  
454
1864
  
395
1871
  
384
1875
  
461
1885
  
466
1895
  
466
1905
  
519
1910
  
566
1925
  
696
1939
  
793
1946
  
1.033
1950
  
1.068
1956
  
924
1961
  
926
1967
  
926
1980
  
?
1990
  
?
1995
  
927
2011
  
873
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Zensus 2011[2]

Historische ReligionszugehörigkeitBearbeiten

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

ErwerbstätigkeitBearbeiten

  • 1867: 94 Landwirtschaft, 6 Bergbau und Hüttenwesen, 12 Gewerbe und Industrie, 1 Verkehr, 1 Gesundheitspflege, 1 Erziehung und Unterricht, 3 Gemeindeverwaltung, 3 Personen ohne Berufsausübung, 26 Personen ohne Berufsangabe.[1]
  • 1961: 148 Land- und Forstwirtschaft, 243 produzierendes Gewerbe, 47 Handel und Verkehr, 39 Dienstleistungen und sonstiges.[1]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Viadukt der Aar-Salzböde-Bahn bei Hütte

BauwerkeBearbeiten

NaturdenkmälerBearbeiten

  • Schmetterlingspfad
  • vier markante Bäume: die „Heul-Eiche[35], die „Dicke-Eiche“, die „Kaiserlinde“ und die „Fächerlinde“
  • ein Naturdenkmal „Stein am Stein“ mit Schutzhütte

TrachtenbilderBearbeiten

Der Marburger Orientalist, Volkskundler und Trachtenforscher Ferdinand Justi hat im August 1881 insgesamt sieben Trachtenbilder[37] mit Personen (zwei Mädchen, vier Frauen, ein Mann) aus Wommelshausen gemalt (Hinterländer Trachten), auch eine Teilansicht vom Dorf / einem Gehöft, die aber nicht mehr auffindbar ist. Vermutlich ist die relativ große Zahl auf die Initiative des damaligen Dorflehrers Christian Baum zurückzuführen, der den Kontakt zu Justi hergestellt und gepflegt hat.

InfrastrukturBearbeiten

 
Waldfriedhof / Bestattungswald

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Immel: Die Frauentracht in Wommelshausen. Semesterarbeit Herbst 1937 am PI Weilburg (Pädagogisches Institut), Maschinenschrift, 49 Seiten, mit zahlreichen Fotos, Schnittmustern und Karten, unveröffentlicht.
  • Horst W. Müller: Wommelshausen 1336–1986 – Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage. Marburg 1995, OCLC 174007311.
  • Horst W. Müller: 50 Jahre Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen, Wommelshausen als Fremdenverkehrsort, Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V., Wommelshausen 2003.
  • Horst W. Müller: 675 Jahre Wommelshausen. Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 3, September 2011, S. 145–150.
  • Rudolf Klein erg. Jakob Pfeifer: Dorfchronik der Gemeinde Wommelshausen 1964, handschriftlich, Bearbeitung und Textübertrag der Faksimile-Ausgabe: Volker Schneider, Wolfgang Pfeifer, Layout: Volker Schneider, Hrsg. Arbeitsgruppe Chronik, Dorfgemeinschaft Wommelshausen e.V. Bad Endbach 2011.
  • Chronik der Schule zu Wommelshausen 1870–1969, handschriftlich, Bearbeitung und Textübertrag der Faksimile-Ausgabe: Volker Schneider, Wolfgang Pfeifer, Layout: Volker Schneider, Hrsg. Arbeitsgruppe Chronik, Dorfgemeinschaft Wommelshausen e.V. Bad Endbach 2011.
  • 675 Jahre Wommelshausen 1336–2011, Geschichtlicher Überblick und Lebensbilder aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Hrsg. Dorfgemeinschaft Wommelshausen e. V., Arbeitsgruppe „Chronik“. L&W Druck, Bad Endbach 2011.
  • Literatur über Wommelshausen nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie
  • Suche nach Wommelshausen In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek

WeblinksBearbeiten

Commons: Wommelshausen (Bad Endbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h Wommelshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b c d Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 24 und 64;.
  3. Prädikate auf dem Prüfstand – Erwachen aus dem Dornröschenschlaf In: Oberhessische Presse. aufgerufen am 25. März 2016.
  4. Horst W. Müller: 50 Jahre Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen, Wommelshausen als Fremdenverkehrsort, Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V., Wommelshausen 2003, S. 7
  5. Horst W. Müller: Wommelshausen 1336–1986 – Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage. Marburg 1995, OCLC 174007311. Seiten 9,10 u.Bildseite, Beitrag von Albrecht Jockenhövel
  6. Norbert Gebauer: Das Fragment einer Doppelaxt der norddeutschen Trichterbecherkultur bei Bad Endbach-Wommelshausen, Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 1, März 1991, S. 58 u. 59.
  7. Spuren der Jahrtausende, Archöologie und Geschichte in Deutschland, Hrsg. Uta von Freeden, Siegmar von Schnurbein, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 2002, Abb. 256, Seite 149; ISBN 3-8062-1337-2
  8. Horst W. Müller: Wüstungen im Raum Bad Endbach, Wo lagen Elwertshausen und Niederwommelshausen?, Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 1, April 2009, S. 66–68.
  9. Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Urkunde W 171 C 825, 826 f.475 u. 478
  10. Horst W. Müller: Die „Hüttner Hütte“, Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte von Wommelshausen-Hütte. Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 1 März 1983, S. 23; Nachtrag Nr. 2 Juni 1983, S. 32.
  11. Ph. E. Klippstein: Mineralogische Briefe. Gießen 1781, S. 57.
  12. Karl Huth: Die Gemeinde Bad Endbach und ihre 8 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. Hrsg. Gemeindevorstand der Gemeinde Bad Endbach. 1985. S. 303
  13. Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt August 1830, OCLC 312528126, S. 330 f. (Online bei google books).
  14. a b Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt August 1830, OCLC 312528126, S. 129 (Online bei google books).
  15. Kerstin Werner: Spinnen, Weben und Stricken, Geschichten aus dem Hessischen Hinterland. Hinterländer Geschichtsblätter, Nr. 4, Dezember 2006, Geschichtsbeilage Hinterländer Azeiger, Biedenkopf, S. 179–184.
  16. Horst W. Müller: Von der Kirchspielschule zur MPS, Ein Beitrag zur Schulgeschichte im ehemaligen Kirchspiel Hartenrod, heute Bad Endbach. In: Hinterländer Geschichtsblätter. 97. Jhg., Nr. 2, Juli 2018, Biedenkopf.
  17. Chronik der Schule zu Wommelshausen 1870–1969 handschriftlich, Bearbeitung und Textübertrag der Faksimile-Ausgabe: Volker Schneider, Wolfgang Pfeifer; Hrsg. Arbeitsgruppe Chronik Dorfgemeinschaft Wommelshausen e.V. Bad Endbach 2011.
  18. Festschrift 50 Jahre, 1965–2015, Neue Evangelische Kirche Wommelshausen, Hrsg. Evangelische Kirchengemeinde Wommelshausen, Bad Endbach 2015.
  19. Eine nahezu baugleiche Kirche steht seit 1953 mit der Kreuzkirche Hirschegg im Kleinwalsertal.
  20. Horst W. Müller: Evangelische Kirche Wommelshausen. Baubeschreibung und Geschichte der Neuen Kirche, Hrsg. Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Wommelshausen, Wommelshausen 2008.
  21. Horst W. Müller: Lebensverhältnisse im Hinterland – Das südwestliche Hinterland Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, Nr. 1, März 2016, S. 97–101.
  22. Horst W. Müller: Lebensbilder aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. In: 675 Jahre Wommelshausen 1336–2011. Hrsg. Dorfgemeinschaft Wommelshausen e.V. Bad Endbach 2011, S. 31–47.
  23. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 51 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  24. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350 f.
  25. Hauptsatzung. (PDF; 27 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Bad Endbach, abgerufen im Oktober 2020.
  26. Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  27. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 12 ff. (google books).
  28. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC 165696316, S. 7 (Online bei google books).
  29. a b Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 27 ff., § 40 Punkt 6c) (google books).
  30. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 245 (Online in der HathiTrust digital library).
  31. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 416 (online bei Google Books).
  32. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 189 (Online in der HathiTrust digital library).
  33. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 202 (Online in der HathiTrust digital library).
  34. Horst W. Müller: Alte Kirche Wommelshausen, Baugeschichte und Rekonstruktion des Bauentwurfs. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, 91. Jahrgang, Nr. 4, Dezember 2012, S. 185, 186, 191, 192 und 92. Jahrgang, Nr. 1, April 2013, Teil II, S. 1, 2.
  35. Horst W. Müller: "Heul-Eiche und Dicke Eiche", Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 3, Oktober 2002, S. 49–51
  36. Horst W. Müller: Wilhelmsteine und Ellerchen, Sagenumwobene und merkwürdige Steine und Felsen im südwestlichen Hinterland. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, 93. Jahrgang, Nr. 3, September 2014, S. 50, Stein am Stein
  37. Horst W. Müller: Wommelshausen 1336–1986 – Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage. Marburg 1995, S. 184 ff.