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Battenfeld ist ein Ortsteil der Gemeinde Allendorf (Eder) im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Battenfeld
Koordinaten: 51° 1′ 5″ N, 8° 39′ 30″ O
Höhe: 294 (294–306) m ü. NHN
Fläche: 12,92 km² [LAGIS]
Einwohner: 995
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 35108
Vorwahl: 06452

Geographische LageBearbeiten

Battenfeld liegt direkt südwestlich des Allendorfer Kernorts an der Mündung des Nitzelbachs in die Eder. An der Ortschaft vorbei verlaufen die Bundesstraße 236 und die Bundesstraße 253. Hindurch führen die Landesstraße 3382 und die Kreisstraße 119. In Battenfeld gibt es einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Bad Berleburg–Allendorf. Diese wird seit 1981 jedoch nur noch von einzelnen Sonderzügen der Kurhessenbahn bedient.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde erstmals im Jahre 778 erwähnt, als hier Gefechte im Zuge der Sachsenkriege Karls des Großen stattfanden. Die Kirche ist eine romanische kreuzförmige Basilika aus dem 12./13. Jahrhundert. Erhalten sind zwei Joche im Schiff und die Vierung mit Kreuzgratgewölben sowie ein kuppelartiges Gewölbe im Chor.

GebietsreformBearbeiten

Am 1. Februar 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständige Gemeinde Battenfeld in die Gemeinde Allendorf (Eder) (damalige Schreibweise Allendorf-Eder) auf freiwilliger Basis eingegliedert.[1][2] Für Battenfeld wurde wie für die übrigen eingegliederten Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[3]

Juden in BattenfeldBearbeiten

Battenfeld war bis zum Aufstieg des Nationalsozialismus der Mittelpunkt des jüdischen Lebens in der Umgebung. Es lebten 1830 etwa 60 Juden in Battenfeld. Die Synagoge im Ort war der Treffpunkt der jüdischen Gemeinde im Oberen Edertal, die etwa 170 Mitglieder zählte. Viele Juden wanderten zur Zeit des Dritten Reiches aus oder wurden in Konzentrationslager gebracht. Einigen, wie etwa den Brüdern Theodor und Joseph Löwenstein, gelang es, in die USA zu emigrieren.[4] Während der Novemberpogrome von 1938 wurde die Synagoge zerstört und der Friedhof geschändet. Heute leben keine Juden mehr in Battenfeld. Auf dem alten jüdischen Friedhof, und im Heimatmuseum Battenfeld kann man noch einige Sachen sehen, die aus dieser Zeit übrig geblieben sind. Das ehemalige Haus der Landgrafen von Darmstadt, das später von Juden gekauft und lange Zeit bewohnt wurde, wird heute noch von älteren Mitbürgern „Judenhaus“ genannt.

PolitikBearbeiten

Ortsvorsteher und Vorsitzender des fünfköpfigen Ortsbeirates ist Werner Koch von der BLO (Bürgerliste Ortsteile) (Stand 2016).[5]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Allendorf.Battenfeld.

VereineBearbeiten

  • Männergesangverein Battenfeld eV 1878
  • Sportgemeinschaft (SG) 1920 Battenfeld e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Battenfeld
  • Kyffhäuser-Kameradschaft Battenfeld/Eder e.V.
  • Frauenchor Battenfeld 1946 e.V.
  • Gewerbeverein Einkaufszentrum Battenfeld e.V.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Am ersten Oktoberwochenende (Samstag und Sonntag) findet der Kram- und Viehmarkt statt.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Conrad Arnold (1774–1840), liberaler hessische Politiker und ehemaliger Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen und bis 1837 Bürgermeister von Battenfeld
  • Theodor Löwenstein (1902–1985) – Landschaftsgärtner, emigrierte 1931 in die USA, 1. Präsident des German Jewish Club in Los Angeles, legte 1941/42 den Garten des Thomas-Mann-Hauses in Pacific Palisades an[6]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Battenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 30 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 390.
  3. Ortsbeiräte. In: Webauftritt. Gemeinde Allendorf (Eder), abgerufen im Februar 2019.
  4. Francis Nenik / Sebastian Stumpf: Seven Palms. Das Thomas-Mann-Haus in Pacific Palisades, Los Angeles. Spector Books, Leipzig 2018, ISBN 978-3-95905-180-4, S. 117–119.
  5. Ortsbeiräte der Gemeinde Allendorf (Eder)
  6. Francis Nenik / Sebastian Stumpf: Seven Palms. Das Thomas-Mann-Haus in pacific Palisades, Los Angeles. Spector Books, Leipzig 2018, ISBN 978-3-95905-180-4, S. 117–156.