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Alt Zauche-Wußwerk

Gemeinde im Land Brandenburg
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk führt kein Wappen
Alt Zauche-Wußwerk
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk hervorgehoben
Koordinaten: 51° 55′ N, 14° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Lieberose/Oberspreewald
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 33,31 km2
Einwohner: 485 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15913
Vorwahlen: 03546, 035475
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 005
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchstraße 11
15913 Straupitz
Website: www.amt-lieberose-
oberspreewald.de
Bürgermeister: Jens Martin
Lage der Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-WußwerkBerstelandBestenseeByhleguhre-ByhlenDrahnsdorfEichwaldeGolßenGroß KörisHalbeHeideblickHeideseeJamlitzKasel-GolzigKönigs WusterhausenKrausnick-Groß WasserburgLieberoseLübbenLuckauMärkisch BuchholzMärkische HeideMittenwaldeMünchehofeNeu ZaucheRietzneuendorf-StaakowSchlepzigSchönefeldSchönwaldSchulzendorfSchwerinSchwielochseeSpreewaldheideSteinreichStraupitz (Spreewald)TeupitzUnterspreewaldWildauZeuthenBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Alt Zauche-Wußwerk (niedersorbisch Stara Niwa-Wózwjerch) ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg im Amt Lieberose/Oberspreewald.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk liegt am Nordrand des Spreewaldes. Ihre Südgrenze ist das Große Fließ.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde gliedert sich nach § 45 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg[2] in die Ortsteile

die bewohnten Gemeindeteile

die Wohnplätze

GeschichteBearbeiten

 
Typisches Bauernhaus in Alt Zauche mit Milch-Abholständer an der Straße

Am 26. Oktober 2003 wurde die Gemeinde aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Alt Zauche und Wußwerk gebildet.[4]

Alt ZaucheBearbeiten

Funde eines Bestattungs- und Siedlungsplatzes belegen eine frühe bronzezeitliche Besiedlung des Gebietes. Das Anwesen fand am 27. Februar 1347 als Alte Niewe in einer Urkunde eine erste schriftliche Erwähnung, nach welcher der Markgraf von Brandenburg die „Brüder von Zauche“ mit „Alt Zauche“ belehnte. In späteren Dokumenten erfolgten mehrmalige Änderungen des Ortsnamens beziehungsweise der Schreibweise und zwar über Antiqua Czuche, Aldin Czuche, Alte Zcawche, bis die heutige Schreibweise Alt Zauche im Jahre 1541 erstmals in einer Urkunde verwendet wurde.

Bis 1674 gehörte Alt Zauche zur Herrschaft Neu Zauche der Markgrafschaft Niederlausitz, anschließend kam es zum Amt Neu Zauche, das nach der Eingliederung ins Königreich Preußen ab 1815 mit dem Amt Lübben gemeinsam verwaltet wurde.

Beide Orte – Alt Zauche und Wußwerk – waren ursprünglich rein sorbischsprachig. In den 1880er Jahren sprachen noch alle älteren Einwohner Sorbisch; die jüngeren waren bedingt durch den Wechsel der Schul- und Gottesdienstsprache zum Deutschen bereits einsprachig deutsch.[5] Die letzten sorbischen Muttersprachler verstarben Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die ansässigen Bauern errichteten sich niedrige Backsteinhäuser, die als Sackgassendorf angeordnet und bis heute gut erhalten sind. 1879 erhielt Alt Zauche eine eigene einklassige Dorfschule, die 1930 zu einer Acht-Klassen-Schule erweitert werden konnte.

Von 1949 bis 1992 gehörte Alt Zauche zum Kreis Lübben im DDR-Bezirk Cottbus. Danach erfolgte eine Zuordnung zum Landkreis Dahme-Spreewald. Alt Zauche-Wußwerk entstand 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Alt Zauche und Wußwerk. Schließlich wurde durch die Zusammenfassung von insgesamt 10 Dörfern das Amt Oberspreewald gebildet, das danach mit dem Amt Lieberose zum Amt Lieberose/Oberspreewald vereinigt wurde.

Die Schule war von 1950 bis 1981 eine polytechnische Oberschule mit zehn Klassenstufen. Seit 1990 wird diese Bildungseinrichtung als 6-klassige Grundschule betrieben.

Einwohner von Alt Zauche
  • 1708: 3 Bauern, 2 Kossäten, 1 Büdner
  • 1818: 42 Feuerstellen (=Häuser) und 10 weitere (nicht näher bezeichnete) Bewohner
  • 2008: circa 450 Personen

WußwerkBearbeiten

Der Fachwerkhof Wußwerk mit originalgetreu sanierten Gebäuden eines alten Bauernhofes in Fachwerkbauweise gilt als sehenswert.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Alt Zauche Wußwerk Jahr Alt Zauche-
Wußwerk
Jahr Alt Zauche-
Wußwerk
1875 582 391 2003 636 2015 502
1910 546 255 2005 602 2016 504
1939 475 273 2010 551 2017 488
1946 731 386 2011 523 2018 485
1950 666 363 2012 522
1971 503 212 2013 515
1990 446 194 2014 506
1995 544 179
2000 449 179
2002 435 184

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[6][7][8]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Alt Zauche-Wußwerk besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[9]

  • Unabhängige Wählergruppe Alt Zauche/Burglehn: 5 Sitze
  • Bürger für Wußwerk: 3 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

  • seit 2003 Jens Martin[10]

Martin wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 ohne Gegenkandidat mit 86,7 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[11] gewählt.[12]

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

 
Kriegerdenkmal

Regelmäßige Veranstaltungen

Ostern, Kirmes und Fastnacht und andere mit den sorbischen Bräuchen Zampern sowie Spinteball werden als Brauchtum bewahrt und gemeinsam mit den Besuchern der Gemeinde gefeiert. Seit 2004 findet jährlich im Frühjahr das Alt Zaucher Trachtenfest statt, zu dem Spielmannszüge, Volkstanzgruppen und zahlreiche Schaulustige aus verschiedenen deutschen Bundesländern die Gemeinde besuchen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

In früher Zeit waren die Landwirtschaft und der Fischfang die bestimmenden Wirtschaftszweige. Im 19. Jahrhundert kamen die Waldbewirtschaftung (Errichtung einer Försterei), die Herstellung von Ziegelsteinen (eine Ziegelei) und der Betrieb von Windmühlen hinzu (1864 waren zwei Windmühlen in Alt Zauche in Betrieb). Im 20. Jahrhundert verloren die Windmühlen ihre Bedeutung, auch die Ziegelei stellte ihre Arbeit ein. Nun konzentrierten sich die Einwohner auf Getreide- und Gemüseproduktion sowie die Haltung von Nutz- und Schlachtvieh. Zwischen 1953 und 1990 bestand das Volkseigene Gut Spreewald im Ortsteil Burglehn, zu dem auch die Landwirte aus Alt Zauche gehörten. Es wurden Rinder gezüchtet und Gemüse (vor allem Gurken und Meerrettich) sowie Milch und Getreide produziert. Nach der Wende wurde das Gut abgewickelt, die Landwirtschaft verlor an Bedeutung.

VerkehrBearbeiten

Die Ortsteile sind durch die Landesstraße L 44 (bis 2005 Bundesstraße 320) und die Kreisstraße K 6115 miteinander verbunden.

Von 1898 bis 1967 hatten die beiden Gemeinden mit den Bahnhöfen Altzauche-Burglehn (ursprünglich Burglehne) und Wußwerk (bis 1938 Wusswergk) Bahnanschluss an der Teilstrecke Lübben HauptbahnhofStraupitz der schmalspurigen Spreewaldbahn.

TourismusBearbeiten

 
Gasthaus Hempel in Alt Zauche

Seit 1990 entwickelt sich der Tourismus in der gesamten Region als wirtschaftlicher Schwerpunkt. In Alt Zauche gibt es seit 1908 das Gasthaus Hempel. Ab 1993 sind das kleine Restaurant Kürbisschmiede sowie etliche private Pensionen und Ferienwohnungen hinzugekommen. Im Jahre 2007 eröffnete ein neu gebautes Gasthaus In Mühle.

Einige Fährleute bieten Kahnfahrten, speziell in den Bereich Hochwald des Spreewaldes, an, auch die Ausleihe von Booten oder Fahrrädern ist möglich. Gut ausgeschildert sind Fahrrad- und Wanderrouten in die nähere und weitere Umgebung, besonders erwähnenswert ist der Gurkenradweg.

Möglichkeiten für Kutsch- und Kremserfahrten vervollständigen die touristischen Angebote.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Kommunalverfassung des Landes Brandenburg, § 45
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Alt-Zauche-Wußwerk
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 70
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald, S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 22
  11. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  13. Karl Lemke, Hartmut Müller: Naturdenkmale. Bäume, Felsen, Wasserfälle. Tourist-Führer, VEB Tourist Verlag Berlin-Leipzig, Seite 44; 1988, ISBN 3-350-00284-6.