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Schwerin (Landkreis Dahme-Spreewald)

Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Schwerin führt kein Wappen
Schwerin (Landkreis Dahme-Spreewald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwerin hervorgehoben
Koordinaten: 52° 9′ N, 13° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Schenkenländchen
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 6,72 km2
Einwohner: 847 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15755
Vorwahl: 033766
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 448
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
15755 Schwerin
Website: www.gemeindeschwerin.de
Bürgermeister: Heinz Gode
Lage der Gemeinde Schwerin im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-WußwerkBerstelandBestenseeByhleguhre-ByhlenDrahnsdorfEichwaldeGolßenGroß KörisHalbeHeideblickHeideseeJamlitzKasel-GolzigKönigs WusterhausenKrausnick-Groß WasserburgLieberoseLübbenLuckauMärkisch BuchholzMärkische HeideMittenwaldeMünchehofeNeu ZaucheRietzneuendorf-StaakowSchlepzigSchönefeldSchönwaldSchulzendorfSchwerinSchwielochseeSpreewaldheideSteinreichStraupitz (Spreewald)TeupitzUnterspreewaldWildauZeuthenBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Schwerin (niedersorbisch Zwěrin[2]) ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie gehört dem Amt Schenkenländchen an. Verwaltungssitz des Amtes ist die Stadt Teupitz.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Schwerin liegt nahe Königs Wusterhausen direkt am Teupitzer See, Schweriner See und am Zemminsee. Nachbargemeinden sind Groß Köris und die Stadt Teupitz.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde gehört der Wohnplatz Schweriner Horst.[3]

GeschichteBearbeiten

16. bis 19. JahrhundertBearbeiten

Schwerin wurde in einer Lehnsurkunde des Kurfürsten Joachim von Brandenburg an die Brüder Hans und Christoph Schenk zu Landsberg, datiert am 22. Juli 1546, erstmals als Zewerin erwähnt. Diese slawische Bezeichnung bedeutet so viel wie Wild oder Wildgarten. Um 1600 lebten in dem Ort sechs Bauern sowie drei Kleinbauern. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Ortschaft wie viele andere Dörfer fast vollständig zerstört und lag beinahe wüst. Einer Überlieferung zufolge traf der Landreiter Michael Kienitz im Jahr 1652 lediglich den Bauern Hans Lew mit seinem Stiefsohn Martin an. Die Bevölkerung wuchs zunächst langsam durch den Zuzug weiterer Menschen an. 1711 lebten sechs Bauern und ein Hirte im Ort. In einer Originalurkunde des Brandenburgischen Landeshauptarchivs zur Herrschaft Teupitz wird der Ort 1752 mit dem Namen Zwirne aufgeführt.[4] Im Jahr 1840 existierten zehn Wohnhäuser. 1843 kam es zu einem Brand in der Gemeinde, bei dem drei Wohnhäuser zerstört wurden. Im Zuge der Preußischen Reformen erhielt im Jahr 1863 jeder Bauer 200 Morgen Land. 1893 eröffnete die erste Schule unter der Leitung von Alexander Haldensleben.

20. und 21. JahrhundertBearbeiten

 
Ehemalige Gemeindeverwaltung

Mit der Jahrhundertwende wohnten im Jahr 1900 insgesamt 200 Einwohner in Schwerin: 101 Frauen und 99 Männer. 1923 erhielt der Ort den Anschluss an eine zentrale Elektrizitätsversorgung. Die Gemeinde stellte über eine Parzellierung zusätzliches Land zur Verfügung, und so stieg die Anzahl der Einwohner auf 378 im Jahr 1925, die in 111 Wohnhäusern lebten. Hinzu kamen Villen und Sommerhäuser, die überwiegend von Berliner Bürgern bewohnt wurden. Es entstanden die ersten Handwerksbetriebe, vier Handelsbetriebe und zwei Gaststätten. Im gleichen Jahr gründete sich die Freiwillige Feuerwehr. Ebenfalls im Jahr 1925 stellte die Gemeinde ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg auf und übergab es dem Landwehrverein von 1903. Drei Jahre später löste sich der Gutsbezirk Teupitz auf. Der Schweriner See, die darin liegende Halbinsel Schweriner Horst, der Mielitzsee sowie ein Teil des Teupitzer Sees kamen zu Schwerin. Die Bewohner errichteten im darauf folgenden Jahr die Horstbrücke und besiedelten ab 1928 die Halbinsel, nachdem ein Bürgerbegehren zur Einrichtung eines Naturdenkmals nicht die erforderliche Mehrheit fand. In den 1930er Jahren entstanden weitere Handwerksbetriebe, darunter ein Friseursalon und eine Schlosserei. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges siedelten sich zahlreiche Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten an. Schwerin hatte zu dieser Zeit fast 1000 Einwohner.

Bei den Wahlen in der SBZ erhielt die LDP mehr als 50 % der Stimmen und stellte bis 1954 den Bürgermeister. Im Jahr 1946 wurde die Schule für die oberen Klassen geschlossen; 1956 folgten die unteren Klassenzüge. In den Jahren 1959 und 1960 gründeten sich die ersten LPGs, darunter die LPG Typ I (Frühlingssturm) unter der Leitung von Fritz Bulicke. Sie wurde mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit den Betrieben in Teupitz und Tornow zur Zwischenbetrieblichen Einrichtung vereinigt.

In den Jahren 1961 und 1962 errichteten die Bürger ein Feuerwehrhaus, 1984 einen Kultur- und Schulungsraum. 1997 und 1998 konnte die Birkenstraße neu bebaut werden. Ein Jahr später begannen die Bauarbeiten für eine Kindertagesstätte mit Mehrzweckraum, die 2000 abgeschlossen werden konnten. Im gleichen Jahr errichtete die Gemeinde ein Sanitär- und Sozialgebäude am Badestrand. 2004 und 2005 wurde eine neue Brücke zur Halbinsel errichtet. 2007 erhielt die Freiwillige Feuerwehr ein neues Feuerwehrhaus.[5]

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Schwerin gehörte seit 1836 zum Kreis Teltow in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Königs Wusterhausen im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1875 136
1890 155
1910 316
1925 378
1933 420
1939 521
1946 966
1950 885
Jahr Einwohner
1964 871
1971 892
1981 815
1985 766
1989 762
1990 749
1991 727
1992 728
1993 725
1994 712
Jahr Einwohner
1995 709
1996 702
1997 706
1998 683
1999 677
2000 665
2001 659
2002 651
2003 652
2004 629
Jahr Einwohner
2005 643
2006 629
2007 602
2008 613
2009 637
2010 630
2011 780
2012 794
2013 792
2014 815
Jahr Einwohner
2015 814
2016 815
2017 820
2018 847

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[6][7][8]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Schwerin besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

Partei / Wählergruppe Sitze
Bürgerinitiative Schwerin 9
Bündnis 90/Die Grünen 1

(Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2019)[9]

BürgermeisterBearbeiten

  • seit 1998: Heinz Gode (Bürgerinitiative Schwerin)[10]

Gode wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 65,1 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[11] gewählt.[12]

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

 
Badestelle am Teupitzer See

Vereine

In Schwerin existieren vier Vereine: die Freiwillige Feuerwehr Schwerin, ein Anglerverein, die Schweriner See Schützen sowie der Bürgerverein Schenkenland e. V.[13]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

In Schwerin haben neben gastronomischen Einrichtungen ein Autohaus sowie mehrere Dienstleistungsunternehmen ihren Sitz.

VerkehrBearbeiten

Schwerin liegt direkt an der Anschlussstelle Groß-Köris (4) der Bundesautobahn 13 BerlinDresden.

LiteraturBearbeiten

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil IV – Teltow. Bearbeitet von Lieselott Enders unter Mitarbeit von Margot Beck. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 13. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-81-5, S. 273 f.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schwerin (Landkreis Dahme-Spreewald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. ISBN 3-515-08664-1 Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow; Seiten 226 bis 228; Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch, Stichwortsuche → Schwerin / Zwěrin
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Schwerin
  4. Neitmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil IV – Teltow. 2011, S. 273.
  5. Chronik von Schwerin, aufgezeichnet vom Ortschronisten Werner Exler, Webseite der Gemeinde Schwerin, abgerufen am 1. Oktober 2015.
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald, S. 30–33
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 8
  11. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  13. Vereine Webseite der Gemeinde Schwerin, abgerufen am 1. Oktober 2015.